Zentrum von Zypern, verlassende Dörfer und mehr…

Hallo zusammen,

das Wochenende ist vorbei und mal wieder gibt es viel zu berichten. Diesmal etwas verspätet, was leider mit einem negativen Ausgang des Wochenendes zu tun hat. Aber der Reihe nach.

Samstag hatten wir uns vorgenommen das (Gravitations-)Zentrum von Zypern zu finden. Chester – unser Mathematiker – hat dazu komplizierte Mathematische Berechnungen durchgeführt und die GPS-Koordinaten ermittelt.

Da unsere beiden Ukrainer jedoch gern etwas länger schlafen, habe ich mich mit Alice am morgen aufgemacht das verlassene Dorf Foinikos noch einmal von der anderen Seite zu besichtigen. Wir hatten es schon in der Woche von der Südseite versucht, jedoch sind wir nicht sehr weit gekommen.

Kurz zur Vorgeschichte. Wir waren ja letztes Wochenende im Kouris Dam tauchen. Der Wasserstand ist im Moment so hoch wie seid 2004 nicht mehr und die Dämme sind voll.
In Alassa (am Kouris Dam) steht eine alte Kirche direkt am Rand des Damms. Und wenn der richtig voll ist, dann geht sie unter.
Da wir vom Meer so verwöhnt sind und es keine natürlichen Seen hier auf der Insel gibt, war das ein absolut geniales Erlebnis für uns. Und wir haben beschlossen nach mehr zu suchen… vielleicht gibt es ja ein ganzes (verlassenes) Dorf was bei Höchststand untergeht.

Es gibt 2 verlassene Dörfer die direkt am Rand eines Dammes sind. Das eine ist Foikikos am Asprokremos Dam nahe Paphos. Das andere ist am weiter nördlich gelegenen Dam Evretou und trägt den gleichen Namen, Evretou.

Auch von einem anderen Taucher hörte ich in einem Forum das es im Asprokremos Dam ein versunkenes Dorf gibt. Aber er war vor 20 Jahren da und konnte mir irgendwie nicht genau sagen wo es war und meinte auch das es Foikikos sein könnte.

Also sind wir in der Woche schon mal dort hin gefahren. War ja näher dran. Alice konnte aber erst nach der Arbeit los. So waren wir erst kurz nach Sonnenuntergang dort.
Das letzte Ende der Straße war der Hammer. Schlagloch und Spurrinnen (weggewaschen vom Wasser) waren schon keine Ausdrücke mehr. Das ihr kleines Auto das geschafft hat grenzt schon an ein Wunder. Mit meinem wäre ich gnadenlos aufgesetzt und steckengeblieben… was bei dem Steilhang nicht schön gewesen wäre.

Irgendwann wurde es dann aber auch für ihr Auto zu heikel und wir beschlossen den Rest zu Fuß zu gehen. Sehen konnten wir das Dorf schon (was auch hieß das es nicht unter Wasser ist). Es lag nur noch eine Bucht dazwischen. Und als wir dann um die nächste Kurve kamen, ging es auch schon nicht mehr weiter. Die Straße stand definitiv unter Wasser. :( Keine Chance mit dem Auto weiter zu kommen.
Dafür war wenigstens die Aussicht fabelhaft und wir schossen ein paar schöne Fotos den Abend.

Aber es gab noch eine andere Straße zum Dorf. Von der anderen Seite. Diese zu erkunden war unsere Aufgabe am Samstag morgen.
Es ging also wieder in Richtung Paphos… nachdem wir uns mühsam aus dem Bett gequält hatten.

Das dumme an Wegen zu verlassenen Dörfern ist leider das die Beschilderung karg bis nicht vorhanden ist. So irrten wir erst einmal eine Weile durch die Gegend, bis wir die richtige Abzweigung gefunden hatten. Es ging durch Wiesen und Felder. Zypern ist sooo grün im Moment (Flashback vom 5ten Element :) ).

Und dann ging es auch hier nicht mehr weiter. Ein riesen Schlammloch vor uns :( So ein Mist. Aber es konnte nicht mehr weit sein. Also wieder Auto stehen lassen und die Füße in die Hand nehmen.
Nach dem Schlammloch und ein paar hohen Sträuchern sahen wir das es eine gute Idee war. Denn die Straße hörte auch hier auf. Und wo vorher der Weg war, schlängelte sich jetzt ein Fluss. Unglaublich. Sowas im trockenen Zypern.
Also, was tun? … Da wir schon mal da waren… Schuhe aus, Socken aus, Hose hochgekrempelt und ab ins kühle Nass. Sah ja nicht tief aus… war es zum Glück auch nicht.
Aber mit jedem Meter schmerzten die Füße mehr, von den kleinen fiesen spitzen Steinchen im Flussbett. Und es waren gut 50 Meter zu gehen… grauenhaft. Was tut man nicht alles für einen geilen Tauchgang. :)

Irgendwann hatten wir es dann endlich geschafft und waren wieder auf trockenem Boden angekommen. Schuhe wieder an und weiter des Weges.
Gut, nach der nächsten Biegung war das Dorf noch nicht zu sehen… aber weit konnte es nicht mehr sein. Und so latschten wir langhin, machten Fotos, erzählten uns was und dann… lag sie da. Direkt vor uns auf dem Weg. Ich habe erstmal Alice angehalten, die sie gar nicht sah.
Eine Levanteotter. Hört sich niedlich an. Hier heißt sie Blunt-Nosed Viper… und das kommt dem schon näher. Die Giftigste Schlange in Zypern und größte Viper Europas.

Es war das erste mal das ich eine in echt gesehen habe… und dann auch noch kaum 5 Meter von mir Entfernt. Da wird einem schon ein wenig anders.
Sie regte sich kein bisschen. Alice meinte das sie tot wäre. Ich war mir da nicht so sicher… ^^ … Aber erstmal ein Foto machen :) Alice schmiss einen Stein in ihre Richtung, der sie nur knapp verfehlte. Und schon zuckte sie den Schwanz weg… so schnell das ich die Bewegung gar nicht erfassen konnte (vielleicht war ich auch nur zu aufgeregt). Und dann wieder absolute Bewegungslosigkeit.
Sie lag da, wir standen da… was nun? Sie lag mitten in unserem Weg. Und so guckten wir uns alle 3 dumm an.
Ihr wurde das dann aber wohl zu blöd uns beschloss dann doch schlussendlich davonzuschleichen. Wir beobachteten genau wohin sie schlich… bis sie im Gras verschwand… und gingen nach ein paar Sekunden langsam weiter… weit weg von dem Gras in dem sie verschwand.
Man man… was für ein Erlebnis. Der Rest des Tages wurde penibel auf Schlangen abgesucht :)
Komisch das man sich ewig nicht drum kümmert und sobald man dann zufällig (in dem Fall eher „drüber gestolpert“) sieht dann sind Schlangen möglicherweise auf einmal überall.

Wir haben es überlebt – zum Glück :) – und machten uns weiter auf die Suche nach dem Heiligen Gral… ach ne, unserem nächsten geilen Tauchspot. :)
Ein paar hundert Meter weiter konnten wir dann endlich das Dorf entdecken. Auch im Morgenlicht sieht es wundervoll aus. Und so schön ruhig hier.
Aber – der aufmerksame Leser hat es schon bemerkt – wir haben es gesehen. Was wiederum hieß das es nicht unter Wasser ist. Damit viel dieses Dorf als nächstes Tauchrevier flach. :(

Wir machten noch ein paar Fotos und kehrten dann um. Die Zeit wurde langsam knapp. Um 12 sollte es eigentlich schon zum nächsten Trip losgehen. Wir mussten das um eine halbe Stunde verschieben…

Dann endlich in Kolossi angekommen, die anderen beiden eingepackt und ab die Post. Auf zum Mittelpunkt der Erde… naja, wenigstens von Zypern.

Ich weiß gar nicht mehr wer auf die Idee gekommen ist. Aber irgendwie fassten wir den Beschluss den Mittelpunkt Zyperns auszurechnen und genau dort hin zu fahren.
Die Berechnung hat unser Mathematiker Chester übernommen und die exakten GPS Koordinaten berechnet (La: 35.015335 – Lo: 32.973526). Natürlich die des Gravitativen Zentrums von Zypern… sonst wäre es ja zu einfach gewesen ^^ :D

Und so ging es einmal quer durch das Troodos Gebirge, auf der anderen Seite wieder raus, einmal rum und wieder rein ins Troodos. Durch Dörfer die ich noch nie gesehen habe, mit Namen die ich noch nie gehört habe, über Steppen die… naja und so weiter.
Irgendwann ging es dann von der Straße auf Feldwege. Vorbei an einer kleinen Kirche und einem kleinen Stausee (tauchen…) und am Arsch von Zypern hat unser Navigationssystem… direkt am Feldweg… gesagt „Sie haben ihr Ziel erreicht“.
Gut, war nicht übel der Platz. Aber so ohne Wandern, Krabbeln und Kraxeln… direkt am Weg?!?!
Naja, man kann sich das ja nicht aussuchen. Und so legten wir brav die mitgebrachten Fahnen an das Zentrum von Zypern. Ein bisschen Außenpolitik muss ja auch sein :) Und machten uns wieder auf den Heimweg.

Auf dem wollten wir auch gleich noch das Eisenbahnmuseum besuchen, das hier um die Ecke ist. Ja… Zypern hat zwar keine Eisenbahn, aber ein Eisenbahnmuseum gibt es schon :)
Leider wurde es gerade renoviert und so konnten wir uns nur ca. 10 Meter Schienen und den Bahnhof von außen angucken. … Naja, besser als nix. In Zypern ist das was ganz besonderes. :)

Abends haben wir uns dann zum allwöchentlichen Drink im Pub getroffen :)

Sonntags war eigentlich Ruhetag angesagt. Ausschlafen, nichts tun und ruhe.
Aber wie es immer so ist… es läuft nichts nach Plan. Manchmal ist das nicht so gut und manchmal nicht so schlecht :)

Eine Bekannte hatte eine Party bei Larnaka und wollte am Sonntag vorbeikommen, nachdem sie ausgeschlafen hatte. Naja, wir verstehen unter Ausschlafen wohl etwas anderes. So stand sie schon gegen 11 auf der Matte *gähn*

Irgendwann nachm Mittag rief dann auch noch Alice an. Die wollte eigentlich mit Bekannten zum Wasserfall fahren. Das ging wohl irgendwie recht fix und so war sie schon früh wieder zurück.
Wir beschlossen das auszunutzen und das andere Dorf zu Besuchen. Oben in Polis. Vielleicht haben wir da ja mehr Glück mit unserem Versunkenen Dorf. Und bei der Gelegenheit konnten wir auch gleich noch ein paar Fotos machen (3 Photografen :) ).

Zuerst ging es nach Polis. Das Auto der einen schon mal nach Hause bringen und sie musste noch ihre Babies einpacken (Fotoapparate). Und dann ging es weiter Richtung Norden, gen Polis.

Als erstes besuchten wir noch die Skarfos Brücke, die sowieso fast auf dem Weg lag. Es ist eine der alten Brücken, die ab und zu in Zypern rumstehen. Diese ist nicht mehr in soo gutem Zustand, aber immer noch komplett.
Das witzige ist das der Fluss, über den sie einst führte, jetzt neben ihr verläuft und auch einen Teil der Brücke wohl zum einstürzen gebracht hat.
Daneben liegt auch noch eine alte Wassermühle. Da wir aber ein bisschen unter Zeitdruck standen, haben wir diese nicht mehr besucht.

Nach der Brücke ging es weiter zum eigentlichen Ziel. Dem verlassenen – und hoffentlich nun versunkenen – Dorf Evretou. Nur der Weg dorthin war nicht ganz einfach zu finden. Es gab natürlich ein Schild nach Evretou. Dem folgten wir… und schon im nächsten Dorf war nichts mehr davon zu lesen. Doch irgendwo musste eine Abzweigung sein.
Also wieder zurück und die einzige Abzweigung genommen die es auf dem Weg gab. … Keine gute Idee. Aus der Straße wurde eine Panzerstraße. Aus der Panzerstraße ein Ackerweg. Aus dem Ackerweg ein zerklüftetes etwas… :o Alice armes Auto musste sich wieder einmal durch die Kraterlandschaften kämpfen und hat es – zum Glück – geschafft.

So kamen wir unten wieder auf eine – relativ – normale Straße und das war natürlich die eigentliche Straße zum Dorf. Genau genommen gibt es 2 Wege zu Evretou. Einen weiter unten, der direkt zum Dorf führt. Und einen weiter oben, der durch eine Schaffarm führt. Der untere war natürlich überflutet. So mussten wir wieder eine Kraterstraße den Berg rauf um dann von oben das Auto zu parken und von dort zu Fuß durch die Schaffarm in das Dorf zu gehen. Natürlich war auch dieses nicht überflutet. Das Wasser reichte gerade bis ans erste Haus ran. … So ein Mist :(

Wir machten natürlich wieder viele schöne Fotos :) Da es aber schon fast dunkel war, war nicht mehr so viel möglich.

Und dann ging es wieder nach Hause… inklusive einmal Verfahren in der Dunkelheit :)

Auf dem Weg nach Hause fühlte ich mich schon ein bisschen komisch. Irgendwie hatte ich ein komisches drücken in der Nierengegend. Ich dachte noch so „Vielleicht zu wenig getrunken und ein bisschen Flüssigkeitsmangel.“. Zu Hause habe ich erst einmal einen kräftigen Schluck Wasser getrunken und bin ins Bett. In der Nacht bin ich aufgewacht weil es jetzt richtig geschmerzt hat. Nach eine Paracetamol (hab ja zum Glück viele zu Hause) bin ich dann irgendwann wieder eingeschlafen.

Morgens (Montag) bin ich wieder vor Schmerzen aufgewacht und es ging gar nichts mehr. Ich konnte kaum noch krabbeln. Die Nierengegend, die komplette Wirbelsäule, Brustkorb, Kopf… alles drückte und tat richtig weh. Aber richtig.
Also gleich meine Hausärztin angerufen und einen Termin für den Nachmittag gemacht. Irgendwie den Tag überstanden und dann Nachmittags gleich hin. Hätte ich fast noch verpennt.

Sie untersuchte dann fleißig und meinte „Jep, Dehydrierung.“ Da hilft nur eins… Trinken, Trinken, Trinken. … :o Dehydrierung? Ich sterbe vor Schmerzen. Das kann doch nicht an ein bisschen Wassermangel liegen!! Was hat Wassermangel mit Schmerzen zu tun??
Aber sie schien recht zu haben. Nachdem ich meine Wasservorrat an dem und dem nächsten Tag ausgetrunken habe, ging es besser. Dienstag Abend war es schon wieder ok.

Es ist echt kurios wie das so alles funktioniert. Man muss sich also nicht extra irgendwas stoßen, prellen oder aufschneiden damit man Schmerzen hat. Wassermangel reicht auch. Hätte ich nicht gedacht. Und die Schmerzen waren nicht von schlechten Eltern. Besonders die Wirbelsäule ist ekelig. Man kann nicht mehr krabbeln.

Aber nun ist alles wieder gut und ich trinke fleißig :)

So, nun habe ich fast eine Woche für meinen Artikel gebraucht. Da steht das nächste Wochenende schon wieder vor der Tür :) Aber diesmal ist noch nix geplant. Mal gucken ob sich was spontan ergibt. Und wenn nicht, Arbeit ist ja auch noch da.

Dann bis die Tage.

Liebe Grüße
Gordon

PS: Hier noch ein paar andere Fotos von den beiden Tagen.

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