Power Poo Licht

Getuntes DIY Solar LED Pool Licht

Hallo zusammen.

Vor ein paar Tagen habe ich ja einen Beitrag geschrieben wie man ein schwimmendes LED Pool Licht selber machen kann. Dabei hatte ich schon darüber nachgedacht das Ding ein bisschen zu pimpen. Das habe ich jetzt getan :-)

Technik und so… und wieso

Das Problem an der Geschichte mit dem Solar Pool Licht im Glas ist einfach die begrenzte Solar-Fläche. Das Glas ist ja nicht riesig. Und Solar braucht einfach eine bestimmte Fläche für einen bestimmten Ertrag. Die Sonne schickt max. 1000Watt pro Quadratmeter. Das ist eine Konstante. Man kann es drehen und wenden wie man will.

Bei eBay habe ich dann ein rundes Solarmodul entdeckt. 6V mit 2W bei 80mm Durchmesser. Da habe ich das eben geschriebenene selbst missachtet… und es gekauft. 2W bei 80mm Durchmesser… geil. ABER es KANN ja nicht funktionieren. Und so war es dann auch. Als es da war habe ich es gemessen… max. 40mA… 6*0,04 = 0,24Watt. Und verarscht. Toll.

Dann ist mir aber ein anderes Solarmodul in den Sinn gekommen, das hier noch rumliegt. Es ist jedoch quadratisch. Passt aber noch durch die Glasöffnung. Es hat 5,5V mit 110mA. Also ca. 0,6Watt.

Sorry das es hier so technisch ist. Aber diesmal ist das ganze nicht so einfach wie beim letzten mal. Da hatte ich ja einfach eine Fertiglösung genommen (das Mason Jar Kit*). Das musste nur in das Glas geklebt werden und fertig.
Diesmal ist es etwas komplizierter… aber dafür auch geiler! ;-)

Also weiter mit dem Technikkram…
Als LED nehme ich diesmal eine Power LED mit 1W und 350mA max. Die hat ordentlich Power und könnte locker den Pool im dunkeln ausleuchten.

Als Regler habe ich vor geraumer Zeit mal ein sehr schönes Teil bei eBay gefunden. Der Händler heißt kt elektronic (Link zum Regler). Ich bin von dem Solarladeregler super begeistert. Da hat der Hesteller (ich vermute es ist der Händler selbst) echt mitgedacht. Man kann die Leuchtdauer in Stunden einstellen, verschiedene Batterietypen und es ist auch eine Konstantstromquelle mit einstellbaren mA (50-500). Zusätzlich hat es eine serielle Schnittstelle für einen Solarmonitor. Echt genial das Teil.

Fehlt noch der Akku. Hier habe ich mich für NiMh Akkus entschieden. Ich habe auch LiIon rumliegen. Die haben mehr Kapazität … allerdings war ich mir nicht sicher wegen der Wärmeentwicklung. Und eine explodierender Akku in einem Glasbehälter im Pool… das will man nicht haben.
So sind es 3x AAA 800mA Akkus geworden.

Wir haben jetzt also max. 800mA … sagen wir eher 600mA, zwecks Tiefenentladung… zur Verfügung. Würde man die Power LED jetzt mit den vollen 350mA betreiben, dann wären die Akkus in 2 Stunden leer. Das bringt es ja nicht.

Ich habe mich für max. 100mA für die KSQ und eine Einschaltdauer von 4 Stunden entschieden. Damit liegt der Verbrauch bei max. 400mA in einer Nacht. Da ich mich aber auch für den „Auto“ Modus des Ladereglers entschieden habe, entscheidet der Regler selbst ob er evtl. auch nur 50mA an die LED weiter gibt. (Einfach mal die Artikelseite durchlesen… wie gesagt, das Ding kann echt eine Menge.)
Damit liegt der reale Verbrauch bei 200-400mA.

Das heißt aber auch das am Tag 200-400mA in den Akku fließen müssen. Das verwendete Solarmodul hat ja, wie gesagt, max. 110mA. An einem sonnigen Tag könnte der Akku also in 2-4 Stunden wieder voll geladen sein. An einem bewölkten Tag könnte es aber sehr kanpp werden. Dann wären es eher 4-8+ Stunden. Und dann gehen die Probleme los… der Akku wird am Tag nicht voll, entläd aber in der Nacht. Ist der nächste Tag auch mist… dann wird der Akku leerer und leerer.
Gut, der Solarladeregler hat einen Tiefenentladeschutz. Das heißt der Akku wird nicht unter eine bestimmte schwelle Entladen, um ihn vor der Zerstörung zu schützen. Die LED leuchtet dann irgendwann abends einfach nicht mehr, weil der Akku kaum noch Saft hat. Das wird sich dann zeigen…

Das Poollicht zusammen bauen

Als der Plan stand, ging es an die Umsetzung. Da diesmal alles selbst zusammen gebastelt werden musste, habe ich erst einmal den Akkuhalter und den Solarladeregler mit Heißkleber and das Solarmodul geklebt. Dann alle Lötvorgänge am Laderegler vornehmen (Batterie, Solarmodul, LED und Einstellungen der Lötbrücken). Und am besten nichts vergessen… hinterher ist schlecht mit Löten.
Dann die das Solarmodul wieder mit Epoxidharz in den Boden des Glases gießen/kleben.
Ich vertraue dem Epoxidharz einfach mehr als dem Heißkleber. Außerdem hat das Epoxidharz den Vorteil das es (fast) durchsichtig ist und auch noch evtl. unebenheiten im Glas ausgleicht.

Wenn das Epoxid ausgehärtet ist, das Glas verschließen und ins Wasser legen. Schauen wie es sich austariert und den Deckel so ausgießen das es hinterher möglichst gerade im Wasser liegt. Diesmal wird die LED mit dem Kühlkörper teilweise mit im Deckel vergossen. Der Kühlkörper sollte aber noch so zu 50% aus dem Harz rausstehen.
Zum einen scheint die LED so direkt in das Wasser hinein (unter der Wasserlinie) und zum anderen hoffe ich das dass die LED mit kühlt. Den Kühlkörper ganz eingießen würde ich aber auch nicht, da so noch wärme in das Glas abgegeben werden kann.
Bei 50mA wird die LED unmerklich warm. Bei 350mA entsteht jedoch ziemlich viel Wärme.

Und dann ist die neue Wunderlampe auch schon fertig. Ab in den Pool damit und staunen und nachts baden gehen ;-)

Die Materialliste:

Update und learning

So, ich habe das Pool-Licht fertig gemacht und ausprobiert.

Solar Pool Licht in Aktion

Im Video hatte ich den Deckel ja noch nicht vergossen. Bevor ich das gemacht habe, musste das Pool-Licht ja noch Austariert werden. Dazu habe ich das Glas in einen Topf mit Wasser gelegt (da ich selbst leider keinen Pool habe). Dabei hat sich das Glas auf die Seite gedreht und das wars. … Sche***… ob das noch was wird.
Eigentlich hätte es sich – von allein – auf den Deckel drehen müssen und mit dem Boden nach oben im Wasser schwimmen sollen.

Nun war die Technik aber schon vergossen. Was solls. Entweder es wird oder es wird halt nichts.

Also Harz in den Deckel gegossen und die LED mit dem Kühlkörper so in das Harz reingehängt das noch ca. die Hälfte vom Kühlkörper aus dem Harz rausragt. Zusätzlich den Deckel etwas schräg gestellt, so das auf leichteren Verschlussseite mehr Harz (= mehr Gewicht) ist.
Und dann trocknen lassen.

Solar LED Pool Licht in Aktion

Gestern dann die Generalprobe im Pool von meinem Dad. Und es schwimmt… mit dem Deckel nach unten und dem Boden (wo das Solarpanel ist) nach oben. So wie es soll. Das Harz im Deckel hat den Schwerpunkt in den Deckel verlagert.
Jedoch schaut es nicht mehr viel aus dem Wasser raus. Mehr Harz hätte nicht sein dürfen… sonst wäre es bald untergegangen. Aber es ist alles noch im grünen Bereich.
Und die LED macht diesmal schon ganz ordentlich Licht. … Aber es hätte noch mehr sein können.

Ich habe am Solarladeregler ja den „intelligenten Modus“ eingestellt. Der Regelt die Leistung je nach Sonnenertrag. Ich habe aber das Gefühl das dieser Modus nicht so ganz funktioniert und er immer 50mA gibt, egal wie viel Ertrag – am Tag – in die Batterien geflossen ist. Besser wäre der Eco-Modus gewesen. Der gibt 50% volle (eingestellte) Leistung und 50% die halbe Leistung.
Ändern kann ich es jetzt leider nicht mehr… da ich nicht mehr mit dem Lötkolben rankomme. Beim nächsten Pool Scheinwerfer werde ich die anderen Einstellungen nehmen.

Learnings:

  • Bei 50mA wird da noch gar nichts warm. Kein Problem. Selbst bei einer moderaten Wärmeentwicklung (seitens der LED) dürfte es kein Problem geben, da fast das gesamte Glas im Wasser ist und die Wärme ableiten kann (insbesondere aus dem Harz im Deckel). LED aber nicht ohne Kühlkörper vergießen!
  • Vor dem Vergießen sich genau überlegen ob die Einstellungen am Solarladeregler wirklich so passen und ok ist. Hinterher kann man es nicht mehr ändern.
  • Auch die Lichtausbeute vorher mal testen.
  • Erst wenn der Deckel ausgegossen ist, ist der Schwerpunkt auf dem Deckel (außer man hat zu viel Gewicht am Boden).
0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.