Dies ist die Kategorie des Projekts Wohnmobil – Mobiles Wohnen.

Wir haben einen Bus gekauft! :-)

Hallo zusammen.

Ich erspare euch jetzt mal das ‘keine Zeit’ bla bla.

Es gibt Neuigkeiten. :-) Beim letzten mal habe ich ja über die neuen Pläne geschrieben. Das wir von Zypern zurück nach Deutschland gezogen sind und uns hier einen Bus zu einer Wohnung auf 4 Rädern umbauen wollen.

Dazu hatten wir einen Polnischen Autosan Bus ins Auge gefasst. Einfach weil die dort noch aktiv fahren und langsam aussortiert werden. Dadurch günstig in der Anschaffung und auch noch massig günstige Ersatzteile. Dafür muss er aber erst einmal nach Deutschland geholt werden. Dann hatte ich mit einem Herrn von der DEKRA gesprochen. Er konnte mir nix genaues sagen, ohne den Bus gesehen zu haben. Wir hatten ja aber auch noch keinen speziellen ausgesucht. Also konnte er nix sagen. Nur das es gescheiter wäre den Bus erst einmal auszubauen und dann die Vollabnahme zu machen. Nur was wäre wenn dann auf einmal rauskommt das diese doch mal eben 3…, 4…, 5… Tausend Euro kostet. Bei so einer Bus-Vollabnahme kann das von 500 bis 5000 schwanken (sage ich jetzt mal spontan…. vielleicht sogar noch mehr oder weniger). Und das dann nachdem schon alles Umgebaut ist. Recht großes Risiko also.

Nun, ich bin ja auch in einem Wohnbusforum angemeldet, seit wir die Idee mit dem Bus haben. In dem Forum sind schon Menschen die genauso bescheuert sind wie wir :-) Da kann man gute Tips abstauben und dumme Fragen stellen. :-) Unter anderem gibt es dort aber auch eine Kategorie in der die Mitglieder auf (Wohn)Bus-Anzeigen hinweisen die sie im Internet entdeckt haben. Also immer wenn jemand bei eBay oder Mobile und Co einen (Wohn)Bus reinstellt. Und die finden wirklich alles. Sogar aus den Nachbarländern. :)
Jedenfalls bin ich ja Neugierig und gucke ab und zu mal da rein. Nur so, um zu gucken was alles geht und was der Markt so allgemein zu bieten hat.

man535_3Eines Tages hat jemand einen Wohnbus bei Mobile gefunden. Einen MAN 535. Der hat mir auf Anhieb gefallen. Er ist auf den ersten Blick etwas Besonderes. Man erkennt allerdings sofort das es ein Wohnbus ist, da einige Fenster zugemacht und teilweise mit Bullaugen versehen sind. Das trübt natürlich die Originalität. Dennoch hat er eine ‘Persönlichkeit’… etwas Magisches. Mit seinen 45 Jahren hat er den Charme der 70er und ist noch gut erhalten.
Doch besonders innen hat er mir sehr gefallen. Schön offen und mit viel Platz. Nicht so zugebaut wie die Busse die innen nicht viel anders aussehen als ein Wohnmobil. Und trotzdem alles was man braucht. Couch, Sitzecke, Küche, Bad und Schlafzimmer. Holzfußboden. Der Blick fiel auch sofort auf den Holzofen… wie geil ist das denn? Stell Dir mal vor Du stehst im Winter im Schnee und abends sitzt man schön am warmen Ofen während man durch die riesigen Busfenster die verschneite Landschaft beobachtet. Stelle ich mir sehr geil vor!

Du ahnst es nun sicher schon… der war zu geil um daran vorbei zu ‘gehen’. Zumal er ein H-Kennzeichen hat… was 190 Euro Steuer statt 1000 Euro Steuer im Jahr bedeutet. Plus günstigere Versicherung (hoffentlich). Dann ist er in Deutschland zugelassen und hat neuen TÜV (auch da kein Stress mehr). Viele Vorteile… ‘zu’ viele Vorteile… DER ist es.
Dann ging es Ruck Zuck. Ich habe den Verkäufer angeschrieben und ein paar erste Löcher in den Bauch gefragt. Er meinte kein Rost an den tragenden Teilen. Der Ofen ist ‘legal’. … Also haben wir telefoniert… eine ganze Stunde lang. Danach war ich noch immer Begeistert… oder gar mehr.
Wir haben dann auch über einen Besichtigungstermin gesprochen. Er meinte dass er erst in 3 Wochen Zeit hätte. Ich hatte ja an den Wochenenden auch immer was vor. Also beschlossen wir uns in 3 Wochen am Wochenende zu treffen. Das war am Mittwoch.

Ein anderes Problem war das der Bus um einiges teurerer war als der Polenbus. Das ging weit über unsere Ersparnisse hinaus. So weit waren wir noch nicht. Aber das war DER Bus. Und er war fertig ausgebaut. Das würde uns (neben dem H-Kennzeichen) auch einiges an Geld sparen. Plus die Zeit.
Ich hatte mal spaßeshalber bei der Bank nachgefragt… die haben natürlich gar keine Möglichkeit gesehen mir zu helfen. Auto-/Wohnungskredit im 4 stelligen Bereich… geht gar nicht, so ohne Job. Selbst wenn man seid 15 Jahren treuer Kunde ist und nie Konto überzogen hat. Auch das erklären der Lage, das man gerade erst zurückgewandert ist… ist wie mit einer Wand reden.
Zum Glück hat man noch Freunde. Und manchmal sogar welche die einem sogar in solch einer Situation helfen (können).
Damit war dann auch die Finanzierung gesichert. “yeah” :)

man535_1Alles Tuti… oder? Doch doch… oder?
Ich habe im Forum Bescheid gesagt das ich an dem Bus dran bin und die anderen doch bitte die Füße still halten möchten. Dabei fragte man mich natürlich ob ich mir den Bus schon angeschaut hätte und eine Anzahlung gemacht hätte… weil Sicher ist Sicher. Daraufhin musste ich ja Antworten das ich mit dem Verkäufer gesprochen hätte und wir uns auf einen Besichtigungstermin in 3 Wochen geeinigt hätten. … Großes Gelächter brach aus. Das ich mich beeilen sollte. Wer zuerst die Kohle auf den Tisch legt, der kriegt den Bus. (Also die im Forum würden ihn mir ja eher nicht wegschnappen… aber die Annonce war ja öffentlich im Internet.) Naja, eigentlich haben die ja recht… Panik machte sich breit. (Das war Freitag.)
Als dann auch noch ein neues Mitglied ins Forum kam und dann gleich im ersten Beitrag nach diesem Bus fragte und der wäre ja so toll und sie hätten ja auch schon mit dem Verkäufer telefoniert… da lagen die Nerven blank. (Samstag…)
Ich erreichte den Verkäufer nicht. … Die Panik wächst das uns schon wieder jemand das Objekt unserer Begierde vor der Nase wegschnappen könnte (ist bei den Mobilheimen 2 mal passiert). Am Sonntagabend erreichte ich endlich den Verkäufer. Das Schmuckstück war noch da. Ich erklärte ihm die Lage und Glücklicherweise hatte er den Montag frei. So machten wir nun gleich Nägel mit Köpfen und verabredeten uns am Montag.

Am nächsten Morgen saß ich also im Auto und fuhr mal eben 500km quer durch die Republik um einen Bus anzugucken und vielleicht auch zu kaufen. Da fühlt man sich schon ein bisschen komisch. Macht man ja nicht alle Tage.

man535_2Und da stand er, der MAN 535. Fast genauso wie auf den Bildern. Nicht ganz so schön. Überall hat er Rostflecken bekommen (da waren wohl die Bilder etwas älter). Sah so in echt ein bisschen mitgenommen aus.
Aber von innen… der Charme… geil. Da ist er genau wie auf den Bildern und besser. Dirk – der Verkäufer – hat mir dann alles am Bus gezeigt. Auch in die Ladeluken haben wir reingeschaut und uns natürlich auch den Motor angesehen. Was soll ich sagen… es Rostet hier und da (und mehr). Aber der Bus ist 45 Jahre alt. Und meiner bescheidenen Meinung nach war nichts wirklich ernsthaft Schlimmes dabei (ich hoffe ich behalte recht).
Dann ging es noch zu einer Probefahrt. Auch hier kann ich nur nach meiner unwissenden und bescheidenen Meinung gehen. Aber alles ‘klang’ ok für mich. Der Motor lief ruhig und es klapperte oder quietschte nix. Die Stoßdämpfer dämpften weich die Unebenheiten.

Und so beschloss ich es einfach zu wagen und sagte Dirk nach 3 Stunden zu. Ich kaufte einen Bus. Unglaublich aber wahr. Ich habe einen Bus gekauft :-D Bescheuert. Oder? Nee… gar nicht. Denn es ist ja nicht ein Bus, so wie ihn sich die Leute vorstellen wenn ich jemandem sage ‘Ich habe einen Omnibus gekauft’. Dann denken die Leute immer wie sie in einem Omnibus sitzen, der sie durch die Stadt kutschiert. … Gut, der Bus ist gleich… aber der Zweck ist ein anderer.
Unser Bus ist nicht nur ein riesiges Fortbewegungsmittel. Es ist auch unsere Wohnung. Von außen unser KFZ und von innen unser Zuhause.

Nun wird er hoffentlich nächste Woche endlich hier auf den Hof rollen. Da ich ihn selbst noch nicht fahren darf, bringt ihn mir Dirk freundlicherweise. Ich muss ja erst noch den LKW Führerschein machen. Ja, ich brauche nur einen LKW Führerschein. Denn der Bus ist ja nicht mehr als Bus zugelassen sondern als Wohnmobil. Und da er über 3,5 Tonnen (sogar über 7,5t), brauche ich einen LKW Führerschein. Den fange ich nächsten Monat an.

Und wenn er dann endlich hier ist, dann heißt es arbeiten – Geld verdienen – Umbauen. Auch wenn er im Grunde schon fertig zum losfahren ist, so ist er doch nicht so wie wir ihn haben wollen und brauchen. Es gibt noch viel zu tun. Das Bett soll ‘hochklappbar’ gemacht werden, damit man bequem an den (neuen) Stauraum darunter kommt und diesen voll ausnutzen kann. Dafür fliegen 2 Schränke raus. Mit dem neuen Platz wird das Bad vergrößert und eine Komposttoilette findet ihren Platz darin. Die Dusche kommt in eine eigene Kabine daneben. Eine L-Couch muss gebaut werden. Auch mit Stauraum darunter und genug Platz als Gästebett. Solar auf das Dach. Elektrik muss überholt werden. Ein Generator muss ans System. LED-Lichter rein.
Doch als Allererstes muss alles Raus und eine Sanierung vorgenommen werden. Der Rost muss weg und darf so schnell nicht wieder kommen.

Ja, so schnell kann es gehen. Das einzige Beständige ist die Veränderung… hat mal jemand gesagt.
Aber zumindest in dieser Hinsicht haben wir jetzt ‘Ruhe’. Der Bus ist gekauft. Ich hoffe der Rost hält sich in Grenzen… dann bin ich glücklich mit unserem neuen Eigenheim auf Rädern. :-)

Bleib dran. Es wird jetzt richtig spannend hier ;)

Liebe Grüße
Gordon

Auf Wiedersehen Zypern

Hallo zusammen.

Sunset in Cyprus

Sonnenuntergang im Nikosia-Tal

Nach 2403 Tagen habe ich meine vorübergehende Wahlheimat Zypern wieder verlassen und bin der nächste Rückwanderer. 6 ½ Jahre in einem anderen Land leben (und dann noch auf einer Insel im Mittelmeer) davon Träumen andere nur. :-) Aber es gab mehrere Gründe warum ich nun wieder von der Insel runter bin. Die Hauptgründe sind das nun neue Pläne entstanden sind, das Zypern nun mal eine kleine Insel(!) ist und das Leben dort auch nicht nur Sonnenschein ist. Hinzu kommt noch das ich so ziemlich der letzte von meinem Freunden (dem Kern) war. Alle anderen sind schon weg.
Und noch ein paar andere Gründe.

6 ½ Jahre sind eine ziemlich lange Zeit. Ich habe viel dort gelernt, gesehen und erlebt. So viel das ich es nicht in einen Artikel packen kann. All diese Erlebnisse und Erinnerungen würden ein Buch füllen. (Auch wenn ich das Buch gern schreiben würde, um das Vergessen aufzuhalten.)
Es waren wunderschöne und auch richtig schlechte Zeiten dabei. Wie das im Leben nun mal ist. Ich bereue es definitiv nicht dass ich damals auf die Insel gezogen bin. Ich habe viele wertvolle Dinge gelernt, die meinen Horizont weit erweitern haben.

Ich habe in einem Land gelebt, in dem nicht meine Muttersprache gesprochen wurde (und bin klar gekommen :-) ). Somit kann ich nun Englisch, zumindest weitgehend, fließend sprechen, verstehen und schrieben (nicht perfekt, aber ich kann ja noch lernen). Griechisch… naja, reden wir mal nicht drüber. :-/ Dafür aber ein paar mehr Brocken Polnisch, Russisch, Italienisch, Spanisch und Französisch.

Ich habe dort Freunde aus vielen anderen Ländern gefunden. Freunde aus Polen, Ukraine, Großbritannien, Deutschland, Litauen, Frankreich, Ungarn, USA, Russland, Zypern, Schweden, Spanien und anderen Ländern. Gute Freunde. Und ich bin dankbar für jeden einzelnen von Ihnen.
Es war interessant die Unterschiede zwischen den Nationen rauszufinden. Auch ein paar Wörter der jeweiligen Sprache zu lernen (auch wenn ich kein Sprachgenie bin). Ich glaube die am Weitverbreitesten Deutschen Wörter (die sie schon kannten) sind:

  1. Scheiße! (kennt fast jeder)
  2. Ja / Nein
  3. Guten Tag.
  4. Hände hoch. Nicht schießen.
  5. Ein Bier bitte.
  6. Wie geht es Dir?

Ich kann auf viele wundervolle Erinnerungen zurückblicken. Zum Beispiel unsere Campingtrips (insbesondere zur schönen Karpaz-Halbinsel im Norden).
Ich habe mit dem Tauchen angefangen und der spektakulärste Tauchgang war im Kouris Dam in der versunkenen Kirche. Aber auch das riesige Zenobia Wrack und all die anderen ca. 100 Tauchgänge (bis jetzt).
Die ganzen Fotoausflüge mit anderen fotobegeisterten Freunden. Dabei haben wir so einige tolle Plätze gefunden und natürlich auch tolle Fotos gemacht. Auch das Fotografieren habe ich eigentlich erst so richtig in Zypern angefangen.
In den letzten Monaten hat Ewelina mich sogar zum Klettern “überreden” können. Auch das habe ich damit in der Zeit auf Zypern angefangen.
Auch die Treffen mit meinen Freunden sind wunderbare Erinnerungen für mich. Egal ob am Strand zum Schwimmen oder Grill-/Partyabende. Jedes zusammenkommen war etwas besonderes.

2400 Tage sind eine lange Zeit. Ich würde hier am liebsten alles Aufzählen… von Liebe und Hass, von Freundschaft und Enttäuschung, von guten und schlechten Zeiten berichten… aber ich habe weder die Zeit noch die Erinnerung, jetzt in diesem Moment. Und natürlich sind es meine Erinnerungen, meine Erfahrungen… für euch wäre es sicher langweilig.
Ich bin froh diese Erfahrungen gemacht zu haben… wenn ich auch gern, aus jetziger Sicht, manches anders machen würde. Aber es geht immer nur nach vorn und leider nicht zurück.

Und das ist ein weiter Hauptgrund warum ich Zypern nun verlassen habe. Ich habe einen neuen Plan. Eigentlich hatte ich vor 3 Jahren schon den Beschluss gefasst von Zypern wieder weg zu ziehen. Doch dann konnte ich keinen Ort finden an dem ich sein wollte (also Wohnhaft). Zurück nach Deutschland zog mich nix. Aber ich habe auch keinen anderen Ort im Sinn gehabt an dem ich dachte “Ja da würde ich gern mal eine Weile leben.”. Und so verging die Zeit wieder, ohne das sich etwas änderte.

Gordon in AndorraDann habe ich im Sommer 2013 mit einer jungen Dame einen Road Trip durch West-Europa gemacht. In 9 Wochen sind wir über 9000km durch (fast) alle Länder in West-Europa gefahren. Und das hat mir wieder richtig viel gute und positive Energie gegeben. Doch es sollte noch ein paar mehr Monate dauern bis mir klar wurde das es das ist was ich will, was ich brauche, was mich Glücklich macht. Reisen… dauerhaft… viel. Ich bin nicht dafür geschaffen lange an einem Ort zu sein. Ich finde es wunderbar neues zu sehen, zu entdecken und die Welt kennenzulernen.

Und das ist nun der Plan. Eine Wohnung auf 4 (oder mehr) Rädern aufbauen und dann da zu Hause sein wo man halt gerade ist. Getreu dem Motto “Zu Hause ist da wo das Herz ist.” … oder so ähnlich :-)

Die Meinungen der Menschen, denen wir es schon erzählt haben, geht weit auseinander. Menschen die selbst Reisen bzw. die die ‚andere‘ Sichtweise haben, können uns verstehen und würden es selbst machen, wenn sie könnten. Die meisten anderen Menschen finden unser Vorhaben unverständlich, unvernünftig bis hin zu Wahnsinn. :-) Und dann gibt es noch die wenigen ‚Konservativen‘ die es trotzdem ‚ok‘ finden… oder zumindest es nicht schlecht machen und versuchen gute Ratschläge zu geben.

Im großen stoßen wir aber meist auf ‚Ablehnung‘ und Unverständnis. Leider auch gerade da wo man halt braucht. Bei der Familie. (So langsam sollten sie mich doch kennen. :D ).
Der Plan steht fest und wir werden das durchziehen… zumindest versuchen.

Und ganz so blauäugig sind wir ja nun auch wieder nicht. Wir wollen nicht schmarotzend durch die Welt fahren oder dergleichen. Wir werden auch ein Arbeitsleben haben. Nur das wir halt in einer Wohnung auf Rädern leben. Und unser Schreibtisch steht auch in dieser Wohnung. Unser Strom wird aus Batterien kommen, die von der Sonne geladen werden (oder – wenn es mal eng wird – dann aus einem Generator). Das Internet kommt vom Satelliten oder aus dem Mobilfunknetz.
In unserer Wohnung wird auch unser Bett stehen, unser Badezimmer (ja, mit Dusche, Toilette und Waschbecken), unsere Küche und unser Wohnzimmer sein. Unsere Wohnung wird ein 3fach Heizsystem haben (Warmwasser durch Dieselheizung und Holzofen) und eine elektrische Fußbodenheizung als Reserve. Es wird eine Klimaanlage für die heißen Sommertage geben. Unsere Wohnung wird fließend Warmwasser haben (naja, fließt max. 1000L, dann muss nachgetankt werden. Trinkwasser wird es aus Flaschen geben, wie in den meisten anderen Wohnungen auch. Wir werden Strom und sogar Internet haben.
Und das alles überall. Heute am Strand und morgen auf der Alm. Am norwegischen Fjord und am Ballermann. Wo immer wir auch hinkommen mit unserer Wohnung.

Ich habe lange überlegt wie man das am besten anstellt. Erst sollte es ein Wohnmobil werden. Ein bisschen angepasst und ausgebaut.
Doch dann war ich ‚plötzlich‘ nicht mehr allein. Ewelina war plötzlich mit dabei… naja, nicht ganz so plötzlich :-) Und damit auch 2 Katzen… und es wurde komplizierter. Doch sie ist dabei und will mitmachen. Also war nicht die Frage ‚Ob oder ob nicht.‘ sondern ‚Wie‘. Und so überlegten wir beide zusammen hin und her. Haben uns Wohnmobile angeschaut und fanden es schon klein… aber muss wohl schon irgendwie gehen.

Bis … ja bis uns eines Tages eine wahnwitzige Idee über den Weg lief. Wir fanden (ich denke durch Zufall… oder nicht so zufällig… wer weiß) einen umgebauten Bus. Also einen richtigen Omnibus. Da war massig Platz drin. Nix mehr mit 1m² ‚Badezimmer‘ und 5m² für den Rest der Wohnung. Nee, da passt richtig was rein. Da kann man es sich sogar recht gemütlich machen.
So haben dann gleich mal Google befragt was denn da so alles geht und was andere schon gemacht haben. Und siehe da, es war kein Einzelfall. Es gab noch mehr ‚Bescheuerte‘ die sowas gemacht haben. Von ganz einfach bis absolutem Luxus ist alles dabei. Die meisten haben selbst gemacht. Manche haben machen lassen. Besonders in Amerika scheint es ein boom zu sein. Aber auch in Deutschland gibt es schon einige die sich einen Bus ausgebaut haben und manche Leben auch darin.

Autosan H9-20 der Polnischen Marine Quelle: http://pl.wikipedia.org/wiki/Autosan_H9

Autosan H9-20 der Polnischen Marine
Quelle: http://pl.wikipedia.org/wiki/Autosan_H9

Dann kamen die Fragen… Welcher Bus sollte es denn bitte sein? MAN, Mercedes Benz, SCANIA, Magirus Deutz, etc. Die Liste ist lang. Schnell wurde aber auch klar, wir brauchten da wohl ein größeres Portemonnaie. Unsers ist leider zu klein.
Doch auch dafür gibt es eine Lösung. Gewagt, aber es ist eine Lösung. Und zwar einen “alten” Polnischen Autosan Omnibus. Die werden gerade Reihenweise aussortiert, wurden aber bis dato noch gefahren. Dadurch sind sie schön günstig und es gibt auch genauso günstig Ersatzteile. Auch gibt es noch Originalersatzteile vom Hersteller.
Problem an der Geschichte ist das dieser Bus noch nie in Deutschland zugelassen wurde. Das kann ein Theater beim TÜV werden. Auch gibt es Ersatzteile nur in Polen. Wenn mal was kaputt geht… da denke ich mal lieber noch gar nicht dran.
Aber… dafür unsere Preisklasse. Also alle Finger drücken und das beste hoffen.

Auch was den Ausbau angeht sind wir nicht ganz blauäugig. Wir wissen schon das es teuer wird. Deswegen Bus holen, hoffentlich schnell Deutsche Papiere kriegen, abmelden und dann Stück für Stück ausbauen. Geld verdienen und dann weiter am Bus basteln. So lange bis unser Wohnbus fertig ist. Oder uns die Nerven ausgehen :-)

Also es wird ein Mamut Projekt, das ist klar. Das wissen wir auch. Aber was wäre das Leben ohne Herausforderungen? Wäre doch Langweilig. Und wir gesagt, so langsam sollten mich die Menschen doch kennen :-D
Ich liebe diese Idee. Ob es was wird oder nicht. Ich kann nur Lernen. Ich muss mich mit meinem Bus beschäftigen und ihn verstehen lernen (KFZ). Ich werde einen LKW Führerschein machen und auch das ist Lernen. Ich muss mich mit Heizungssystemen beschäftigen und eines bauen. Ich muss mich mit Elektrik beschäftigen und diese verlegen (inkl. Solar, Generator und diesen Systemen). Ich muss mich mit Wassersystemen beschäftigen und eines zusammenbauen. Auch Gas muss ich machen (oder wahrscheinlich hier eher machen lassen). Und noch viel mehr. Ich muss (und werde) hier so viel lernen… das werde ich sicher noch oft im Leben brauchen können.

Und Langeweile wird im nächsten Jahr sicher nicht aufkommen. Jetzt muss ich erstmal zu dem netten Herrn von der DEKRA und mit ihm mal alles durchsprechen. Auf was ich achten muss und was die noch brauchen. Wie gesagt, so einen Bus hat es noch nie im Deutschen System gegeben. Wer weiß was es da für Unterschiede geben könnte, die mir überhaupt nicht bewusst sind.
Und wenn das abgeklärt ist und nix schief gehen kann, dann hole ich ja in 2-3 Wochen Ewelina aus Polen ab und dabei wollen wir uns gleich ein paar Busse anschauen und hoffentlich ist der richtige dabei. Wenn dem so ist, dann nehmen wir den gleich mit :-)

Soweit ist erst einmal der Plan. Ich werde jetzt hoffentlich mal wieder öfter ein Update abgeben. Nur kleinere. :-)

Bis dahin.
Gordon

Was ist ein Arduino und Raspberry Pi?

Hallo zusammen.

Meine Facebookjünger wissen schon wieder mehr als meine lieben Blogleser. Vor einigen Tagen habe ich die folgenden Bilder bei Facebook hochgeladen:

Die Beschreibung dazu war:

Was ist das, außer eines wunderschönen Stück Kunst mit bunten Kabeln und elektronischem Zeug?
Natürlich explodiert es nicht.  Es ist eine kleine Messstation.
Es beinhaltet:
1x Arduino Pro Mini -> Der Mikrocontroller der die Daten verarbeitet
1x Stromversorgung -> Kein geiles Elektrozeug ohne Strom
2x Photoresistor -> Misst die Menge an Licht in der Umgebung (also wie hell es ist) (beide Sensoren haben natürlich unterschiedliche Werte… ^^)
1x DHT11 -> Misst Temperatur und Luftfeuchtigkeit
1x DHT22 -> Misst auch Temperatur und Luftfeuchtigkeit… das neuere Model vom DHT11
1x LM35 -> Misst Temperatur… Ich habe es kaputt gemacht als ich Versehentlich Plus und Minus vertauscht habe  Sendet noch Daten… aber Schrott.
1x MQ-2 -> Misst den Gehalt von Rauch/LPG/CO Gas in der Luft.
1x 1.8″ TFT mit SD Karte -> Zum Anzeigen der Werte und schreibt auch alle Werte in eine Log-Datei auf die SD Karte um die Daten später weiter auswerten zu können.

So… was ist das nun und warum mache ich damit rum?

Ein Arduino ist ein Mikrocontroller. Eigentlich ein Mikrocontroller auf einer Platine mit noch ein paar anderen Sachen. Alles in allem ein Arduino. Der wurde von Massimo Banzi und David Cuartielles entwickelt (und benannt nach einer Bar… ja ja :) ). David Mellis hat dann noch die Programmiersprache dazu geschrieben. Das gesamte System ist Quelloffen. Das heißt man kann alles einsehen. Wie der Arduino aufgebaut ist. Deswegen gibt es auch schon viele fleißige Kopierer und im Grunde könnte man sich seinen Arduino sogar selbst zusammenlöten. Mit dem Arduino kann man recht einfach in die Elektronik einsteigen. Doch kommen wir erst einmal noch zum anderen Vertreter. Denn in der Überschrift steht auch etwas von einem Raspberry Pi.

Der Raspberry Pi ist dem Arduino ähnlich, aber doch unterschiedlich. Der Raspberry Pi ist mehr ein Mikrocomputer als ein Controller. Denn er besitzt einen 700MHz ARM Prozessor (also die gleiche CPU Architektur wie in Handys), 512MB Arbeitsspeicher, etc. Als Betriebssystem kommt überwiegend Linux zum Einsatz. Hier ist einer der großen Unterschiede… der Raspberry Pi hat ein Betriebsystem, der Arduino nicht.

Und was heißt das nun?

Beide Boards haben GPIO Pins. Das sind einfach Anschlüsse an die man z.B. Sensoren anschließen kann. Ein Sensor ist z.B. der DHT22… ein Sensor mit dem man die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit messen kann. Diesen Sensor kann man nun an den Arduino und auch an den Raspberry Pi anschließen. Ein kleines Programm geschrieben und schon zeigen beide die Daten an, die sie vom Sensor erhalten.

Dann reicht doch ein Board!?

Im Prinzip schon. Aber es kommt immer darauf an was man machen will.
Am Raspberry Pi sind die Möglichkeiten um weiten größer, wenn man an dem Board auch sonst noch etwas machen möchte. Es steht mehr Speicher zur Verfügung, Software kann installiert werden und sogar eine grafische Benutzeroberfläche steht zur Verfügung. Man kann mit dem Raspberry Pi online gehen, eMails abrufen, Texte schreiben, Programmieren (natürlich) und viel mehr. Es ist ein vollwertiger Computer, nur ein wenig Limitiert in den Ressourcen. Dafür verbraucht er aber auch mehr Strom.

Wobei ‘mehr Strom verbrauchen’ natürlich relativ ist. 3,5 Watt ist im Normalfall nicht erwähnenswert! Wenn man aber z.B. eine kleine Wetterstation bauen möchte und diese möglichst autark mit Batterien und Solar betrieben werden soll, dann sind 3,5 Watt doch schon extrem schlecht. Dann braucht man eine Lösung die kaum Strom verbraucht. Hier kommt der Arduino ins Spiel. Das ist seine Stärke. Stumpf eine Arbeit verrichten (z.B. Sensorwerte auslesen) und dabei möglichst wenig Strom verbrauchen.

Und warum beschäftige ich mich jetzt mit diesem komischen Zeug?

Keine Angst, ich bin nicht unter die Bombenbauer gegangen ;) (Hallo NSA… und wieder einmal das Stichwort gefunden… Gratulation! ;) )
Nun, manche wissen ja das ich ein neues Projekt im Kopf habe. Ich möchte mit einem Wohnmobil durch die Gegend gondeln. Dabei möchte ich meine Arbeit natürlich mitnehmen. Das heißt Internet und Strom in den Camper. Da Strom knapp sein wird und mein Heimrechner im Schnitt um die 200 Watt verbraucht, fällt das flach. Eine stromsparende Lösung muss her. Da bin ich auf den Raspberry Pi aufmerksam geworden. Natürlich ist mir klar das dieses System keinen Arbeitsrechner ersetzen kann (schön wäre es). Aber als 3,5 Watt Knecht kann er doch einige Aufgaben übernehmen. 3,5 Watt … das sind bei 24 Stunden zwar auch 84W/h – in der Theorie – aber ich hoffe in der Praxis wird es weniger, da der RPi bei Nichtbenutzung ‘runter-schaltet’. Ich teste gerade mit einem 10.400mAh Akku.

ArduinoAber ich vermute mal das er gut beschäftigt sein wird. Wenn ich alles realisieren kann, was ich vorhabe, dann wird er für folgende Aufgaben eingesetzt:

  • NAS mit externer SSD
  • Lokaler Webserver zum Testen
  • Automatische Verbindungskontrolle der Internetsourcen (Sat-DSL, WLAN, GPRS,etc.)
  • Desktop für Surfen, Film schauen, Musik hören, Programmieren, etc.
  • Zentrale Datenverarbeitungsstation für dezentrale Arduinos mit ihren Sensoren (Wetterstation (irgendwo außen), Kameramodul vorn im Camper, Motorsensoren, Gassensoren, etc.)

Das sind so die groben Arbeiten die das arme kleine Teil verrichten muss.

Ich muss aber auch gleich dazu schreiben das ich den kleinen RPi schon ordentlich teste und möchte betonen das ich sehr positiv überrascht bin. Der kleine ist gar nicht so schwach auf der Brust wie ich vermutet hatte. (Immer mit den 3,5 Watt Stromverbrauch im Hinterkopf… CPU ohne Kühlkörper!!). Die Grafische Oberfläche läuft flüssig. Auch Videos lassen sich mit VLC anschauen. IceDove (Linuxversion vom Mozilla Thunderbird) braucht eine ganze Weile bis es meine zig Tausend Emails eingelesen hat und sich öffnet. Aber meine eMailkonten sind auch schon extrem… mal ehrlich. LibreOffice (Linux Textverarbeitung wie MS Office) dauert auch ein paar Sekunden länger, öffnet sich dann aber und es lässt sich flüssig damit arbeiten. Es gibt sogar Spiele für den Pi. Ich habe kurz Mindcraft probiert und es läuft absolut flüssig.
Wie gesagt, mit bedacht auf die Hardware und den Verbrauch ist dieser MiniComputer ein Wunderwerk.

Und der Arduino kam hinzu als der Spieltrieb in mir ausgelöst wurde. Das Zeug hat es mir jetzt so angetan, ich kann nicht genug bekommen. Absoluter Suchtfaktor! Wenn man erst einmal seine erste Schaltung zusammengesteckt hat, das erste Skript auf den Arduino überspielt ist und dann die LED wirklich anfängt zu blinken… dann fühlt man sich ein bisschen wie Gott. … Diese LED blinkt jetzt weil ICH es so will. :D
Dann geht es weiter… die Temperatur messen, LEDs leuchten lassen, Lichtstärke auslesen (Ist es Nacht? Wie stark scheint die Sonne? etc.), GPS Koordinaten ermitteln und in einer Karte anzeigen, Flammensensor (Brennt es?), Geräuschsensor (Hat da wer Gehustet?), Displays zum Anzeigen von Informationen, Schalten von Schaltern auf digitalem Knopfdruck (geht auch über das Internet!)… die Möglichkeiten sind fast unendlich. Mit Kreativität kann man super tolle Sachen damit machen.

In meiner unendlichen Kreativität (hüstel) habe ich (bis dato) folgenden Verwendungszweck dafür.

  • Wetterstation mit Sensoren für Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Lichtintensität, Geiger Zähler, GPS, etc.
  • Kamera in der Front des Campers (soll automatisch jede Stunde 1 Foto machen und bei Internetverbindung Online stellen)
  • Gassensor bei den Gasflaschen, im Küchenbereich und bei der Heizung. Auch Gassensoren für das Gas das Diebe gern Benutzen um die Bewohner ‘einzuschläfern’.
  • Anschließen an die Motorelektronik. Damit kann z.B. der Fehlerpuffer des Fahrzeugcomputers ausgelesen werden. Bei manchen Fahrzeugen möglich.
  • Ich überlege die Türen mit einer Schlüsselkarte/Fingerabdrucksensor öffnen zu lassen, anstatt mit einem Schlüssel. So könnte man Einbrecher ein wenig verwirren ;)

Aus den Daten möchte ich dann eine kleine Blackbox bauen. Besonders sollen die Daten aber ins Internet gehen und allen zur Verfügung stehen. (Die GPS Daten natürlich Zeitversetzt ;) ). Aber das ist noch Zukunftsmusik. Im Moment experimentiere ich mit beiden System rum und werde versuche jetzt ein paar Stabile System aufzubauen. Zum Testen und Erfahrungen sammeln.

Also wenn ihr mal in die Welt der Mikrokontroller und Einplatinen-Computer reinschnuppern wollt… Arduino bzw. Raspberry Pi kann ich nur empfehlen. Macht total Spaß und ist gar nicht soo schwer. ;)

Liebe Grüße
Gordon