Das Video zum Road Trip.

Hallo zusammen.

Endlich, nach fast 2 Monaten ist es geschafft. Das Video zu unserem Road Trip ist fertig. Ok, es beinhaltet noch ein paar Fehler, aber ehrlich… ich habe keine Lust mehr. Es dauert jedes mal 24 Stunden nur zu rendern und hochzuladen, vom bearbeiten ganz zu schweigen.
Also… schweigt und guckt ;)

Es sind stolze 43 Minuten geworden. Wahrscheinlich auch etwas langweilig, für jemanden der nicht dabei war. Aber 9 Wochen kann man nicht einfach in 5 Minuten Video packen.
Auch habe ich gemerkt das wir viel zu viel Straße und zu wenig von unseren Erlebnissen gefilmt haben. Shit happens.

Ich hoffe der Film gefällt trotzdem :) Zur not kann man ihn ja auch in Etappen gucken ;)

Solarstrom – Meine Erfahrung mit meinem ersten (portablen) Solarsystem

Hallo zusammen,

heute geht es um das Thema Solarenergie für den Outdoor-, Backpacking-, Wohnmobil-/Campingbereich und auch zu Hause.
Ich habe schon lange darüber nachgedacht mir ein kleines Solarsystem zuzulegen. Ich denke es ist praktisch wenn man nicht ständig auf die Steckdose angewiesen ist. Besonders wenn man mal Zelten ist und mehrere Tage keine Steckdose zu Gesicht bekommt. Wie lädt man dann sein Handy, seine Kamera, seinen Laptop, Taschenlampe, etc.?
Einzige Möglichkeit, mobiler Strom.

Besonders kam dieser Wunsch auf als ich vor 2 Jahren in Nordzypern eine Woche im Nirgendwo gezeltet habe. Dort hatte ich diese Situation, das keine Steckdose verfügbar war. Bald war mein Handy, meine Kamera und mein Laptop leer. Zum Glück hatte ich ab und zu dann doch die Möglichkeit die Geräte zu laden. Aber wenn die mal nicht ist… dann sitzt man da, im dunkeln, ohne Notrufmöglichkeit und ohne Kamera.

Na wie dem auch sei, ich überlegte nun schon eine ganze Weile was wohl die beste Lösung wäre. Es gibt ja mittlerweile Anbieter wie Sand am Meer. Und genauso viele Produkte gibt es auch. Welches ist gut? Welches passt zu meinen Anforderungen? Ich habe doch keine Ahnung!

Also habe ich angefangen mir die Dinger mal genauer anzuschauen (auch wenn ich keine Ahnung von der Strommaterie habe). Als ich mich das erste mal, vor ca. 2 Jahren, danach umgesehen habe, da gab es nur wenige Solarsysteme die den Markt beherrschten. Mittlerweile sind es, wie gesagt, schon eine Menge. Und die Geräte wurden schon damals damit angepriesen das man damit Handys, iPads und sogar Netbooks/Laptops laden kann.

Nach ein wenig hin und her lesen im Internet wurde ich dann doch skeptisch. Wie kann eine 10Wp Solarzelle einen Laptop laden? Schafft das überhaupt ein Handy zu laden?
Ich habe mich durch diverse Foren gelesen und es wurde immer wieder gesagt das die Solarsysteme das nicht schaffen. Also jedenfalls kein Laptop oder Netbook. Im besten Fall ein Tablet. Handy oder Akkus gingen wohl bei den meisten Geräten.
Damit war die Verwirrung wieder groß.

Nun ging es aber auf den großen Road Trip und ich wusste das Julia, meine Reisepartnerin, schon gute Erfahrung mit dem Schweizer Solarvertrieb “Sistech Switzerland” gemacht hat. Und da wir ja sowieso durch die Schweiz wollten, planten wir einen Stop im Geschäft von Sistech ein. Es lag ja fast auf dem Weg.

Solar cell on the carDazu muss ich sagen das Julia bei dem Hersteller schon im Vorfeld einen Großeinkauf getätigt hat. Denn unser Gefährt, das Känguru, hat die größte Solarzelle der Firma auf das Dach bekommen. Die ‘Solarlite “Dieci”‘ ist die aktuell größte Zelle mit 18V und 126W. Die Zelle auf dem Dach des Kängurus wurde mittels eines Ladereglers an eine Zweitbatterie im Auto angeschlossen und sollte Strom für die Kühlbox und auch zum Laden diverser Geräte liefern. So geschah es dann auch.
Die Zweitbatterie wurde nicht mehr an eine alternative Stromversorgung angeschlossen (war wir eigentlich vor hatten) und wurde rein durch die Solarzelle geladen.
Ich kann gleich vorab dazu sagen das die Batterie nie leer war, aber auch nur 2 mal voll angezeigt hat.

Nun, wir haben bei unserer Reise der Firma Sistech dann einen Besuch in Bubikon-Zürich abgestattet. Julia war mit den Mitarbeitern schon per Du. Man kannte sich anscheinend schon besser als ich dachte :) Sie hatte ja früher auch schon für Ihre Asien Reise dort Solargeräte gekauft.

Die Mitarbeiter der Firma sind wirklich sehr nett. Der Geschäftsführer – übrigens auch ein Hugo ;) – hat sich an dem Tag viel Zeit für uns genommen. Ich wollte es ja nun ganz genau wissen. Gibt es ein System das meine Bedürfnisse erfüllt. Es muss alle meine Akkus (Kameras, normale Akkus für Blitze und Taschenlampen, Handy und natürlich auch mein Netbook) laden können. Dazu sollte das System einen Zwischenspeicher (ein großer Akku) beinhalten, falls mal keine Sonne da ist oder es einfach Nacht ist. Dieser Zwischenspeicher sollte groß genug sein um das Netbook mindestens ein mal voll zu laden und von der Solarzelle möglichst schnell (innerhalb weniger Stunden) voll geladen werden.
Harte Anforderungen an ein Solarsystem.

Sistech product lineWie gesagt war Hugo sehr nett und hat sich viel Zeit genommen um mir (als Laien) meine Fragen bestmöglich zu beantworten. Mir war natürlich logisch verständlich das man nicht sagen kann “Diese Solarzelle lädt diesen Zwischenspeicher in 2 Stunden voll.”. Solarenergie ist von der Sonne abhängig. Ist diese mit Wolken verdeckt, so ist der Ertrag geringer und damit Lädt auch der Zwischenspeicher langsamer (bis gar nicht) auf. Auch der Winkel mit dem die Sonne auf die Solarzelle scheint, ist sehr wichtig für den Ertrag. Am besten ist im 90° Winkel.
Aber er hat mir erst einmal die Zwischenspeicher gezeigt und erklärt. Im Sortiment sind Speicherbatterien von 4400mAh/16.3 Wh bis zu 24000mAh/88,8Wh. Der größte war dann auch meine Wahl, da er groß genug ist um mein Netbook zu laden und sogar noch Strom für ein paar andere Geräte hat.
Nun muss aber auch die passende Solarzelle her, um den Speicher ordentlich und in einer angemessenen Zeit zu laden.

Bei den Solarzellen ist das Sortiment sogar noch größer und vielseitiger. Es gibt kleine, große, faltbare, starre, leichte und schwerere Solarzellen.  Jeder Typ hat andere Eigenschaften. klein, leicht, faltbar und mit höchster Ertragsrate gibt es natürlich nicht. klein und leicht heißt auch kleiner Ertrag. Groß, starr und schwer heißt dann natürlich viel Strom. (Ist doch immer so im Leben.)
Also habe ich das beste Kompromissprodukt gewählt. Die Solarzelle ‘Solarfold “Volta”‘ mit 17V und 46W (max.). Es hätte noch eine leichtere Alternative gegeben, die “Chepre”. Diese hätte bei ungefähr gleicher Größe aber nur 18V / 18W gehabt. Dafür wäre sie wesentlich leichter und damit besser am Rucksack zu tragen gewesen (530 Gramm gegen 1,6 Kg).
Mir ging es aber jetzt erst einmal nur um eine große Stromausbeute. Falls ich wirklich mal richtig wandern gehen will, dann kann ich mir immer noch etwas leichteres zulegen.

Das System funktioniert nun folgendermaßen. Die Solarzelle in die Sonne legen und an den Zwischenspeicher anschließen. Dieser wird geladen und man kann nun seine Geräte direkt am Speicher laden. Dieses Model hat 2 USB Ausgänge (5V mit 1A und 2,5A), z.B. für Tablets, Handys, Akkus, etc.. Der Speicher hat auch noch einen ‘Hochstrom-Ausgang’ mit 9V, 12V, 18V, 20V (einstellbar). Hier können dann z.B. Netbooks, Laptops und alles andere geladen werden, was nicht per USB geladen werden kann. Auch der Anschluss einer KFZ-Buchse ist möglich. Falls man für manche Geräte ein Autoladekabel hat.

Wir haben auch gleich noch geschaut ob ich wirklich alle meine Geräte laden kann, bzw. ob alle Stecker vorhanden sind und passen. Bis auf meine neue Taschenkamera funktionierte alles. Netbook, die DSLR, Akkus… alles wurde geladen. Super :)

Der Praxistest

Nun ging es mit dem neuen Solarsystem auf Reisen, durch ganz West-Europa. Das erste mal habe ich es dann in Nord-Italien ausgepackt. Am Morgen habe ich die Solarzelle aufgehängt und den Speicher dran gehängt. Die Sonne schien recht kräftig an dem Tag. Sie brauchte dennoch gut 5 Stunden bis der Speicher dann voll war.
Natürlich war es erst einmal total genial zu sehen wie man aus der Sonne Strom rausholen kann. Wie das so funktioniert … Magie :) Deswegen war dieser Test eigentlich ungültig… da er durch Emotionen überschattet wurde :)

My solar cell in the sunSchnell merkte ich aber das man auf so einer Autoreise wenig dazu kommt eine Solarzelle irgendwo auszulegen und dann auch noch Stundenlang daneben zu stehen und darauf aufzupassen. Man ist ja meist unterwegs und rennt durch die Gegend. Auch beim Autofahren konnte ich die Zelle nicht wirklich benutzen, da die Sonne hinten eher selten ins Auto scheint. Julia hat dafür ihre kleine in die Windschutzscheibe gelegt und so oft ihren kleinen Speicher geladen. Meine große bleib meist verstaut.
Dennoch kam Sie ab und zu mal zum Einsatz. Wenn wir z.B. irgendwo länger parkten oder mal einen faulen Tag hatten. Dann habe ich sie meist auf das Dach oder die Motorhaube gelegt und somit den Speicher aufgeladen. Selten hatten wir aber genug zeit um ihn voll zu laden. So musste ich trotzdem des Öfteren bei Mc Donalds mein Netbook an einer Steckdose laden. Für mein Handy war aber so gut wie immer Solarstrom da.

Und jetzt die Überraschung. Wieder zurück zu Hause in Zypern habe ich das System jetzt einmal richtig getestet. Den Speicher auf 0% leer gesaugt und dann am Morgen die Solarzelle in die Sonne gelegt und gewartet bis der Speicher 100% voll geladen war.
Und hier die Zeit: Angefangen zu Laden um 10 Uhr morgens und komplett voll war der Tank um 13:15. Die Solarzelle hat also in 3:15 Stunden den 88,8 Wh Zwischenspeicher komplett geladen. Das ist doch mal nicht übel!
Dazu muss ich aber auch fairer weise sagen das hier in Zypern gerade Sommer ist und die Sonne hier wirklich richtig Power hat. Auf der anderen Seite war der Winkel auch nicht immer optimal. Ich denke das man es noch optimieren kann wenn man die Zelle immer im optimalen Winkel hält. Dann wäre der Speicher vielleicht schon in 2 Stunden voll.

Ich lade jetzt auch zu Hause meine Kleingeräte (Handy, Tablet, Akkus, etc.) nur noch mit Solarstrom.

Das Fazit

Als Fazit lässt muss ich sagen das mich die Solartechnik schon sehr beeindruckt – Magisch. Doch muss man wirklich gucken was man laden will und welche Zellen man sich kauft. Was braucht man? Was will man machen? Was will man laden?
Und dann sollte man zu einem Fachgeschäft (wie halt die Schweizer Sistech) gehen und sich am besten beraten lassen.

Der Markt ist groß und man sollte GANZ genau hinschauen was man kauft. Oft sind die so groß angepriesenen Angebot nur Schrott. Ich weiß jetzt das es eine gute Entscheidung war keines dieser Supermarkt-Mega-Billig Dinger zu kaufen. Qualität hat ihren Preis und gerade hier ist die Qualität ausschlaggebend (außer man möchte 5 Tage warten bis der Laptop wieder Saft hat). Dafür kann man heutzutage aber auch schon sehr Qualitative Produkte bekommen.

Ich bin doch noch immer Überrascht wie gut es funktioniert und wie man fern ab von einer Steckdose seine elektrischen Geräte laden kann. Einfach mit Sonnenenergie.
Ich denke ich werde mir auch noch die leichtere Solarzelle holen, weil ich einfach keine 1,6 Kg am Rucksack hängen haben will, wenn ich wirklich mal eine kleine (oder größere) Rucksackreise unternehmen will.

Ich hoffe ich konnte euch ein wenig weiterhelfen und wenn ihr Fragen habt, schreibt mir einfach einen Kommentar (ich lese und antworte allen! :) ). Und schaut euch einfach mal bei Sistech im Sortiment um und bei Fragen könnt ihr die Leute auch gern Kontaktieren. Sie sind wirklich nett! ;)

In diesem Sinne möchte ich auch Hugo und seinen Damen für die Liebe und nette Beratung (und den Kaffee) danken. Danke :)

Viele Grüße
Gordon

Wer zum Teufel is Hugo?

Hugo… wer zum Teufel ist Hugo?

Vielleicht bist Du beim Lesen der Reiseartikel schon das ein oder andere mal über den Namen Hugo gestolpert und hast Dich gefragt “Hmm? Hä? Ich denke die sind nur zu zweit unterwegs!? Wer ist jetzt dieser Hugo? Und wo passt der in dem kleinen Wohnmobil noch hin?”. Hier die Aufklärung ;)

Hugo ist kein Mensch, er ist ein Esel. Ein Plüschtier-Esel, um genau zu sein. 21cm groß und stolze 222 Gramm schwer. Hugo war aber nicht nur unser Maskottchen oder etwas in der Art. Er war ein vollwertiges Mitglied unserer Crew. :) Er war (fast) überall mit dabei und durfte für die Fotos posieren.

2 Dinge haben mich zu Hugo inspiriert. Zum einen die Plüschtier-Reisen, die von einigen Anbietern angeboten werden. Dabei kann man sein Plüschtier zu einer Art Reisebüro für Plüschtiere schicken und die fahren dann damit herum und zeigen ihm die Welt und machen dabei Fotos vom Plüschi vor wichtigen Sehenswürdigkeiten und schreiben teilweise sogar kleine Reiseberichte davon.
Die andere Quelle der Inspiration heißt Amelie. Also der Film ‘Die fabelhafte Welt der Amelie’. Hier schickt die Hauptdarstellerin den Gartenzwerg ihres Vaters auf Reisen. Eine Befreundete Flugbegleiterin nimmt den Zwerg mit auf Reisen und macht auch hier ‘Urlaubsfotos’ vom Zwerg vor Sehenswürdigkeiten in aller Welt. Der Sinn dahinter ist das Amelie ihren Vater zum Reisen bringen möchte, damit er endlich mal aus seinem Alltagstrott herauskommt und etwas von der Welt sieht.

Und so habe ich beschlossen auch ein Plüschtier mit auf Reisen zu nehmen und es vor Sehenswürdigkeiten zu Fotografieren. Und so habe ich mich auf die Suche nach einem besonderen Mitfahrer(in). Bei Amazon fand ich ihn dann… denn coolen Esel mit Sonnenbrille und Hawaii-Hemd. Das war er. So einen coolen Typen brauchten wir im Team. :D

Und so passierte es dann auch. Der coole Esel ging mit uns auf die Reise und erlebte mit uns zusammen den Road Trip :)
Aber besser lassen wir mal Bilder sprechen (meine Facebook Jünger werden die meisten schon kennen… auf Facebook ist es einfach leichter etwas zu veröffentlichen… hier nun aber noch mal alle)… viel Spaß.

PS: Dadurch das ich mit 3 Kameras fotografiert habe, sind die Bilder leider schlecht sortiert. Es fängt 3 mal neu an. Bitte nicht wundern.

Luxemburg, Belgien, Niederlande… Ende.

23.07.2013

Dieser Morgen war echt ein Langschläfermorgen. Erst kurz 11 sind wir aus dem Bett gekommen. Und bevor wir losgekommen sind, war es gut 12. Luxemburg stand heute auf dem Plan. Ein ganzes Land erkunden… naja, zumindest die Hauptstadt… und es war bereits um 12. Super.

LuxemburgGute 100 km und 2 Stunden später erreichten wir dann die Hauptstadt Luxemburgs, Luxemburg. :) Ein Parkplatz war recht schnell gefunden. Die Parkuhr sagte das es 2 Euro die Stunde kostet. Aber nur bis 18 Uhr. So haben wir 6 Euro eingeworfen und hätten sogar bis 8 Uhr am nächsten Morgen stehen können. Uns reichte es aber erst einmal den Rest des Tages da zu stehen.

So machten wir uns dann auf den Weg in die Innenstadt, zur nächsten Touristeninformation. Inge wies uns den Weg… versuchte es zumindest. So ganz fanden wir die Info dann aber doch nicht… und landeten Stattdessen in der Shopping-Information. Das ist so ziemlich das gleiche, halt nur für die Geschäfte. Wenn man also Geld in Luxemburg lassen möchte, aber noch nicht genau weiß in welchen Geschäften, dann wir einem hier weitergeholfen. Zum Glück aber auch wenn man auf der Suche nach einer Touristeninformation ist. :) Sie war gleich um die Ecke.

Wir also rein und haben uns Informieren lassen, was man den in der Stadt so alles sehen sollte. Da gibt es schon so einiges. Ganz oben mit standen die Kasematten, der Palast und der Boulevard.
Da es aber auch für Mitteleuropa heute ein heißer Tag war, gingen wir erst einmal in das nächste Eiscafe und haben uns ein Eis gegönnt. Das hat mal richtig gut getan. Besonders da es den bisherigen Ländern immer irgendwie an einem richtigen Eiscafe gemangelt hat.

Casemate in LuxemburgNach der Erfrischung ging es dann zu den Kasematten. Nur machten die um 5 schon zu und es war bereits halb 5. Zum Glück ist Luxemburg auch nicht so groß und wir erreichten die Kasematten bereits nach 10 Minuten zu Fuß. Postkarten kaufen und am Palast vorbeigehen schon mit eingerechnet. :)
Die Dame an der Kasse erzählte uns dann das die Kasematten bis 17:30 offen haben. Wir hätten also noch 45 Minuten Zeit. Ein Glück auch. Der Eintritt kostet übrigens 3 Euro. Die Preise hier in Luxemburg sind schon wieder ganz human.

Und so sind wir in die Gänge der Kasematten abgetaucht. Im Grunde ähnlich den Siege Tunnels in Gibraltar. Ein wenig anders natürlich und die Kanonen sind auch etwas kleiner. :) Dabei ist immer in unserer Nähe eine junge Frau gewesen. Offensichtlich auch eine Touristin. Die hat hier und da geschaut und immer mal wieder Fotos gemacht. Und egal wo wir waren, war sie komischerweise auch. Ich habe sie dann mal angesprochen, ob sie vielleicht auch mal auf einem ihrer Bilder sein wollte. Also Fotograf kenne ich das Problem ja, das man selbst nie auf den Fotos ist. :) Und natürlich wollte sie. So habe ich ein Foto von ihr in den Kasematten gemacht und wir kamen ins Gespräch.
Sie hieß Amelia und kam aus Washington DC. Sie ist schon seid 13 Monaten auf Reisen, in Europa und Asien. Es ist der vorletzte Tag ihres Trips.
Wir haben uns den Rest der Kasematten zusammen angesehen und dabei noch erzählt. Wo wir alle so herkommen und was wir machen und sowas halt.

Hugo in a canonAls wir mit den Kasematten durch waren, waren wir aber noch nicht fertig mit quatschen. Wir kamen mit Amelia ganz gut klar und hatten Lust noch mehr zeit mit ihr zu verbringen. Also sind wir in das nächst beste Cafe gegangen und haben noch was zusammen getrunken. Ich glaube bis um 7 saßen wir noch im Cafe, bis Amelia gehen musste. Sie musste dringend mit ihrer Familie telefonieren.
Wir haben dann noch die Zeit damit verbracht unsere Postkarten zu schreiben. Eigentlich war ja Paris das letzte große Ziel und ich kann langsam keine Postkarten mehr sehen. Aber da wir jetzt doch noch neue Länder bereisen, gibt es auch noch neue Postkarten. Zumindest für 2 spezielle Empfänger. Der eine ist die kleine Lotta, die bis jetzt immer eine Postkarte bekommen hat :) und Anna, die fast immer eine bekommen hat :)

Als das auch erledigt war, ging es langsam wieder zurück zum Auto. Durch die Innenstadt noch mal. Hier, auf einem Platz mitten in der Innenstadt, bekamen wir dann unser 3. Livekonzert. Ein Orchester spielte Coversongs von berühmten Liedern. Wir lauschten 2-3 davon und machten uns dann doch auf den Weg. Es wurde langsam dunkel und wir mussten noch aus der Stadt raus.
Das Känguru stand noch wohlbehalten da. So wie immer. Das gute Känguru. :)
Als Tagesziel des morgigen Tages wurde Liege in Belgien ausgewählt. Ich hätte zwar gern Brüssel gesehen, aber das war Julia zu weit ab vom Kurs. Also Liege.
Ich habe Inge das Ziel vorgegeben und sie leitete uns dann wieder Hinaus aus Luxemburg. Und dann hieß es einen Schlafplatz finden. Vorher haben wir jedoch noch eine Tankstelle in Luxemburg gefunden. Der Sprit hier ist recht günstig. 1,38 Euro pro Liter war selten günstig auf unserer Reise. Da muss man den Tank voll machen.  :)
Und dann ging es daran einen Schlafplatz zu finden. Nur gestaltete sich das heute nicht ganz so einfach. Wir waren schon wieder in Belgien als wir schlussendlich in einen Waldweg abbogen und dort einfach im Wald aufbauten. Uns hat sogar ein wildes Tier dabei beobachtet, wie ich an den Leuchtenden Augen im Schein meiner Taschenlampe erkennen konnte. :)

24.07.2013

Die Nacht endete Abrupt um 6 Uhr morgens. Ein Gewitter hatte sich zusammengebraut und entlud sich nun kräftig über unserem Känguru. Der Regen prasselte lautstark auf das Dach. Die Blitze konnten wir durch unsere sichtdichten Scheiben. Der Donner war aber nicht zu überhören. Teilweise direkt über uns, so hört es an. Aber nach der Nacht in Andorra kann uns so ein kleines Gewitter nicht mehr schocken. Unsere einzige Sorge war das der Waldweg sich aufweicht und wir am Morgen nicht mehr rauskommen. Naja, werden wir am morgen schon rausfinden… und haben weitergeschlafen.

Ich wache kurze Zeit später noch mal auf, weil mir kalt ist. Wou… wir sind wieder in Mitteleuropa. Ich decke mich mit meinem Schlafsack zu und schlafe weiter.
Um 10 klingelt der Wecker. Wir hatten beide keine Lust aufzustehen. Ich machte den Wecker aus und wir schliefen noch mal ein.
Um halb 12 wache ich schließlich auf. Ausgeschlafen fühle ich mich zwar nicht, aber wenn wir jetzt nicht aufstehen, dann sehen wir Liege gar nicht mehr und sind quasi nur durch Belgien durchgefahren.
Doch bevor wir dann endlich losgekommen ist es auch schon wieder nach 1.

Es waren noch gut 150km bis nach Liege, einer größeren Stadt in Belgien. Unterwegs hat es uns dann noch mal kurz zu Mc Donalds und Carefour gezogen. Wir haben den Internetkonsum aber auf ein Minimum beschränkt und haben nur schnell 2 Cheeseburger und die Toilette benutzt. Um 4 sind wir endlich in Liege eingetroffen.
Die Stadt präsentierte sich uns gleich mit ihrer Industrieseite. Dann ging es sofort in die Großbaustelle der Stadt über. Diese verhinderte auch dass wir zu dem ausgesuchten Parkplatz kamen. Wir mussten der Baustelle weiter folgen und sind irgendwann einfach in Richtung Innenstadt abgebogen und haben auf dem nächstbesten Parkplatz geparkt. Zur Innenstadt war es zum Glück nicht mehr so weit.

Wir sind in die erst beste Kirche, um noch schnell wenigstens etwas von der Stadt zu sehen. Die Kathedrale war nicht schlecht. Aber wir sind nun doch schon etwas verwöhnt von den vorherigen Heiligen Tempeln. So konnte dieser Tempel nicht mehr ganz so überzeugen. :)
Nach diesem Kulturtrip ging es in die Einkaufsstraße der Stadt. Eine ganz normale Einkaufsstraße mit Geschäften und Cafes. Aber irgendwie konnte die ganze Stadt nicht überzeugen. Irgendwie wirkt sie sehr grau und bedrückend. Sicher lag es auch ein wenig mit am Wetter. Aber auch die Gebäude sind sehr farblos. Souvenirshops suchten wir auch vergeblich. In einem Zeitungsgeschäft konnten wir wenigstens ein paar Postkarten ergattern. Die haben wir dann im nächstbesten Cafe noch geschrieben und gleich in einen Postkasten geworfen. Das war Liege. Zurück zum Auto und wieder raus hier… bevor wir echt noch Depressionen bekommen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERABis zu unserem nächsten Ziel, Maastricht in Holland, sind es nur noch 40 km. So haben wir ein nett aussehendes Plätzchen im Wald zum Schlafen ausgeguckt. Es war auch nur gute 10km entfernt von Liege.
Als wir ankamen bemerkten wir dass es sich hier um eine Art Naturpark handelt. Mit einem Teich voller Enten und Gänse, einem Cafe und einem riesigen Parkplatz. Optimal für eine Übernachtung.
Da es noch recht früh war, haben wir uns erst einmal umgesehen. Wir hatten noch eine Menge altes Brot, mit dem wir den Gänsen und Enten (hoffentlich) eine Freude machen konnten. Das Cafe hat leider kein Internet :( Und so beschlossen wir uns an eine ruhige Ecke des Parkplatzes zu stellen und auszubauen.
Ich kann noch ein bisschen Schreiben und vielleicht endlich mal wieder einen Artikel fertig machen. Habe schon seid einigen Tagen nichts mehr veröffentlicht. Morgen geht es dann noch nach Holland und dann ist unsere Reise leider auch schon zu Ende.

24.07.2013

Ein vorletztes mal haben wir das Känguru an diesem Morgen umgebaut und startklar für den Tag gemacht. Maastricht hieß das Ziel des Tages. Eine Stadt im Süden von Holland. Es war nicht sehr weit von unserem Schlafplatz. Nur ca. 40 km. Nicht einmal eine halbe Stunde später waren wir in Maastricht. Nur war die Orientierung hier nicht ganz so einfach… wir sind 2-mal im Kreis gefahren (trotz Inge) bevor wir endlich zum angepeilten Parkhaus gefunden haben.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA2,30 Euro die Stunde war es mir Wert am letzten Tag nicht noch Stress mit Parkplatzsuche zu haben. Direkt vor dem Parkplatz fanden wir auch schon die erste Kirche. Sehr groß, mit einem Hof in der Mitte. Innen war es eher dunkel und eine dustere Stimmung. Der Kreuzgang war sehr interessant und die Schatzkammer haben wir außen vor gelassen (auch wegen dem Eintrittspreis).

Nach diesem kleinen Kulturausflug ging es in die Innenstadt, zur Touristeninformation. Hier holten wir uns einen Stadtplan und stiefelten drauf los. Der Stadtplan war recht unnütz und wir folgten, wie meistens, unserer Nase. Die Innenstadt von Maastricht ist wirklich schön. Kleine, freundliche Gebäude und jede Menge Geschäfte und Menschen.
Wir fanden nach ein paar Minuten den Rathausplatz mit selbigen und weiteren Geschäften. Ein Souvenirshop war auch darunter. Den haben wir als erstes Besucht. Ein paar schöne Souvenirs aus Holland… Mir sind in den letzten Tagen noch so viele Leute eingefallen denen ich etwas mitbringen könnte. Aber unser Platz ist ja leider sehr begrenzt. Auch muss ich das alles dann noch nach Zypern fliegen. So viel auch dieser Einkauf sehr dürftig aus. Aber der Laden war cool. Eine totale Krambude :)

3D painting in MaastrichtDanach ging es weiter durch die Stadt und die Geschäfte. Man kann hier glatt in einen Kaufrausch verfallen, sofern man Geld hätte :) Wir haben ein paar kleine Geschäfte gesehen die ganz interessante und innovative Sachen hatten. An einzelne kann ich mich gar nicht Erinnern, aber es waren lauter nützliche Sachen.
Nach ein paar Hundert Metern standen wir dann wieder auf einem Platz, an dessen anderem Ende 2 Kirchen standen. Die St.-Johannis-Kirche und die St.-Servatius-Basilika. Die Johanneskirche sieht dabei besonders kurios aus, da sie einen roten Turm hat.
Auf dem Platz vor den Kirchen hatte ein Künstler eine 3D Zeichnung auf den Boden gemalt. Diese Art der Zeichnungen entfalten ihre Wirkung nur aus einem Bestimmten Winkel. In diesem Fall vom Turm der Johanneskirche.

So machten wir uns denn auf um uns das Gotteshaus auch noch zu besichtigen und auf den Turm zu gehen. Die Kirche selbst war leer. Bis auf ein paar Stühle, ein Rednerpult und einem Informationsstand, an dem 2 ältere Damen saßen. Sie verkauften auch die Tickets für den Turm. 2,50 Euro pro Person. Naja… dafür hat man einen schönen Ausblick :)
Der Aufstieg auf den Turm war mal wieder durch so ein enges Treppenhaus möglich. Bei Gegenverkehr eine ganz enge Angelegenheit. Auf der halben Strecke war sogar noch eine Ausstellung von einem Künstler über Rembrandt. Von oben hatte man dann wirklich einen sehr schönen Ausblick über Maastricht und die Umgebung. Und natürlich konnte man nun von hier oben auch das 3D-Bild sehen.

Nach diesem weiteren Kulturausflug ging es dann zurück in die Stadt. Die Postkarten, die wir im Souvenirshop ergattert haben, mussten ja auch noch geschrieben werden. Ich habe mich dieses Mal auf 4 Karten beschränkt. Hatte ich schon erwähnt dass ich keine Postkarten mehr sehen kann? :) Nein, so schlimm ist es nicht. Aber nicht mehr so viele auf einmal. Und die Holländer haben echt schöne Postkarten. Also haben Lotta und Anna wieder eine Karte bekommen.

Auf dem Weg zurück habe ich noch mal in der Touristeninformation angehalten und mir noch ein ganz spezielles Souvenir geholt. Ich hoffe es überlebt die Reise nach Zypern. Wieder am Parkhaus angekommen mussten wir unser Parkticket bezahlen und sind dann, noch mal über die Brücke, zum nächsten Postkasten gefahren. Inge meinte das dort auch ein Mc Donalds um die Ecke ist. Passt ja gut. :)
Dort angekommen mussten wir feststellen das es sich um eine kleine Straße handelt, wo man nur schlecht parken kann. Und der Mc Donalds hatte keinen eigenen Parkplatz. So habe ich nur schnell die Postkarten in den Postkasten geworfen und wir sind gleich weiter gefahren. Noch mal Parkgebühren brauchten wir nicht.

The Kangaroo in the forestWir haben uns Mc Donalds dann geschenkt und lieber überlegt wo wir diese Nacht bleiben. Es ist ja die letzte Nacht. Morgen würden wir ja wieder zurück in Deutschland sein. Inge zeigte ein paar Seitenstraßen in einem Waldgebiet, kurz vor der Deutschen Grenze, an. Das sah ganz gut aus. Also sind wir hingefahren und durften an jeder einzelnen Seitenstraße lesen „Nur Forstfahrzeuge.“. Naja, wie ein Forstfahrzeug sah unser Känguru nun auch wieder nicht aus.
Doch dann entdeckte ich auf der Karte noch etwas das nach einem Parkplatz aussah. Also einmal um den Wald rumgefahren und tatsächlich handelte es sich um einen recht großen Parkplatz, direkt am Wald. Super geeignet für eine letzte Nacht in der Wildnis. :)

Wir stellten uns zwischen ein paar Bäume und Bauten auf.

25.07.2013

Und wie super der Platz geeignet war. Die Bäume, unter denen wir standen, spendeten am Morgen schön Schatten. So war es selbst am späten Vormittag noch schön kühl im Känguru.
Natürlich kamen wir auch an diesem Tag nicht aus dem Tee. Aber heute war es egal. Von hier aus ging es nur noch nach Deutschland und dann wäre alles schon vorbei.
So trödelten wir noch ein bisschen rum. Ich habe noch mal ein Video vom Känguru gemacht… und so langsam packten wir dann zusammen und verließen den Parkplatz.

Es waren nur noch 8 km bis zum Haus von Julia. Keine 15 Minuten später parkte ich das Känguru ein letztes mal und schaltete den Motor aus.

Liebe Grüße
Gordon


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Paris

20.07.2013

Die Nacht war ruhig und niemand störte uns. In aller Seelenruhe sind wir am morgen aufgestanden. Naja, erst einmal ich. Ich hatte keine Zigaretten mehr und am Abend habe ich keine mehr bekommen. Der Zigarettenshop im Bahnhof, um die Ecke, hatte schon zu. Zum Glück hatte er am Morgen schon offen. Also habe ich mir erst einmal meine Suchtmittel besorgt. Zurück am Auto dauerte es noch mal eine Stunde bis wir endlich los konnten.

Die Wohnung von Julias Bekannten war gute 23 Km entfernt. Auf dem Weg haben wir noch an einem Lidl gestoppt. Hier haben wir leider nicht das bekommen was wir wollten, aber um die Ecke eine Post entdeckt. Wir hatten noch Postkarten zum Abschicken. Julia musste ihre erst einmal noch schreiben. Also haben wir noch eine Stunde auf einem Bezahlparkplatz gestanden ohne zu bezahlen.
Dann ging es weiter, nach Paris rein.

Der Stress auf den Straßen hielt sich zum Glück in Grenzen. Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt. Aber vielleicht hat uns Inge auch nur über gute Straßen gelotst. Außer einem kleinen Stau auf dem Zubringer ging es gut voran. Und das mitten in Paris. Wir fanden auch ganz gut zu der Bekannten nach Hause und konnten sogar noch einen Parkplatz fast vor dem Haus ergattern. Nur war sie noch gar nicht zu Hause. Sie kam erst am Abend aus Norwegen an. Also war unser Plan für den Tag der Eifelturm.

Subway in ParisNach einem kleinen Einkauf beim Shop um die Ecke ging es zur nächsten U-Bahnstation. Die nette Dame am Schalter erklärte uns wo wir hin müssen und auf ging es in die Abgründe von Paris. Interessante U-Bahn hier. Vielleicht kommt es mir auch nur so ‚anders‘ vor. Wir mussten jedenfalls erst einmal mit der Linie 13 bis zur nächsten Station und dann weiter mit der 6 bis zur Station am Eifelturm. In der 6 fing auf einmal ein junge an mit einem Instrument zu spielen. Mitten in der U-Bahn und recht laut. Aber es hat sich gut angehört. Ich habe natürlich meine GoPro raus gekramt und das gefilmt. Kurz vor dem Eifelturm ist er dann in der Bahn mit einem Becher rumgegangen… war ja irgendwie klar. Aber er war gut und ich habe ihm was gegeben.

An der Haltestelle angekommen haben wir erst einmal realisiert das aus der U-Bahn eine Hochbahn geworden war. Der Eifelturm war noch gute 500 Meter entfernt. Auf dem Weg dorthin vielen die ganzen Schwarzen Leute auf, die einem permanent kleine Eifeltürme verkaufen wollten. Auch säumten natürlich Souvenirshops den Weg. Wir haben zwar hier und da mal kurz geschaut, wollten aber dennoch erst einmal zu DEM Wahrzeichen von Paris. Und dort kamen wir dann kurze Zeit später auch an. Mitten in der Stadt steht das eiserne Ungetüm. In einem großen Park, ganz am Anfang.

Hugo and the Eifel TowerEs ist schon genial endlich mal den berühmten Eifelturm in real vor einem zu haben. Sieht irgendwie kleiner aus als seine Berühmtheit vermuten lässt. Aber trotzdem stattlich. Wir haben uns erst einmal in den Rasen davor gesetzt und das ganze auf uns wirken lassen.
Nach ein paar Minuten sind wir weitergegangen und haben uns ein wenig dort umgesehen. Toiletten gibt es auch… total überfüllt natürlich… für Frauen. Bei den Männern ist nicht so viel los gewesen.

Dann kamen wir an den Kassenhäuschen vorbei. Hoch oder nicht hoch, das war die Frage. Es war gegen um 3. Ich wollte schon gern mal hoch, wenn man schon mal da ist. Julia war da nicht so für zu haben. Und so haben wir beschlossen das Julia unten bleibt und ich alleine hoch gehe.
Es gibt mehrere Kassenhäuschen und Eingänge. Bei einem war die Schlange sehr lang, bei einem anderen mittelmäßig. Dann entdeckte ich ein Kassenhäuschen an dem niemand stand. Ich fragte mich schon warum. Dann kam doch jemand und holte ein Ticket. Danach wieder Leere. Vielleicht ist es ein spezielles Kassenhäuschen oder die Leute stellen sich lieber in Schlangen an.
Also bin ich hin und habe nach einem Ticket gefragt und auch eines Bekommen. Durch einen Seiteneingang, für Personen mit Ticket, ging es dann zu den Treppen. … Hat keine 3 Minuten gedauert in den Turm zu kommen, wo ich an den anderen Kassen mindestens eine halbe Stunde gewartet hätte.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIch hatte ein Treppensteiger-Ticket für die 2. Plattform geholt. Ob ich von da noch Lust auf die 3. (oberste) Plattform habe, weiß ich ja noch nicht. Und so ging es erst einmal bis zur ersten Plattform. Von hier hat man schon einen ganz guten Ausblick. Ich habe erst einmal eine Runde gedreht und fleißig Fotos gemacht. Dann ging es noch ein wenig höher, zur 2. Plattform. Von hier ist der Ausblick noch besser. Wieder Fotos und Videos gemacht. Auch gibt es hier Souvenirshops. Ich habe eine Postkarte für Anna gefunden, aber sonst war es mir zu teuer hier.

Dann habe ich die Schlange zur obersten Etage gesehen und es mir überlegt da auch noch anzustehen. Zumal ich ah keinen offene Ticketschalter dort oben mehr gesehen habe. So machte ich mich langsam wieder an den Abstieg. Der Trip im Turm hat mich ca. eine Stunde gekostet. Nicht sehr viel. Und so schaute ich erst mal beim Treffpunkt mit Julia vorbei. Sie lag da im Gras rum und rechnete mal wieder mit ihren Ausgaben hin und her.
Ich legte mich auch ein bisschen mit in den Rasen und entspannte mich erst einmal nach der Anstrengenden Tour. :)

Nach einer halben Stunde circa sind wir weitergegangen und haben uns noch ein wenig im Park umgesehen und sind auch mal etwas weiter gegangen um den Turm mit etwas Entfernung zu Fotografieren.  Dabei haben wir noch die Zieleinfahrt von einem Radrennen (Tour de London to Paris). Morgen ist hier sogar die Zieleinfahrt der Tour de France.
Na wir haben fein Fotos gemacht und noch ein paar Souvenirs gekauft und sind dann langsam zur U-Bahnstation zurück. Es war auch schon gegen halb 6 und um 7 waren wir schon mit Anaise verabredet.

Auf dem Weg zurück kamen wir auch an ein paar Hütchenspielern vorbei. Julia ist stehengeblieben und hat dem zugesehen. Ich blieb dann auch stehen und schaute dem Spiel auch ein wenig zu. Sah einfach aus. Irgendwer drehte ständig das falsche um und wer anders dann das richtige. Es war auch klar ersichtlich wo der Ball ist. Irgendwann konnte ich nicht mehr… was jetzt kommt war ja klar. Ich wusste genau wo der Ball drunter war… war er aber natürlich nicht. Julia hat mich noch versucht zu warnen das ich es nicht tun sollte…
Und so wurde ich für meine Dummheit recht schmerzlich Bestraft. Besonders auf einer Reise mit sehr begrenztem Budget… eine Tankfüllung wäre drin gewesen.
Ich denke das war mal eine Lehre und ich werde um diese Hütchenspieler nur noch weite Bogen ziehen. Damit war ich schön sauer, über mich selbst am meisten. Das schöne Geld, was man damit am Abend noch hätte anstellen können… Naja, weg war weg.

Wir sind dann zurück zur U-Bahnstation an der wir gestartet sind. Ein paar Meter weiter war das Cafe in dem wir uns mit Anais treffen wollten. Das Cafe hatte einen gewissen Charme. Die Straße war auch schon sehr ‚französisch‘, so wie Paris in meinem Kopf jedenfalls ist. Eine leicht schmalere Straße mit Bürgersteigen, auf denen die Cafes ihre Stühle gestellt haben. Und hier sitzen die Leute und trinken … was auch immer. Die Leute die auf dem Bürgersteig gehen interessiert es eher wenig das sie diesen auch noch mit den Barbesuchern teilen müssen.

Wir haben uns in die verabredete Bar gesetzt und auf Anaise gewartet. Sie kam dann auch bald und wir haben angefangen alle zusammen zu schnacken. Die beiden Mädels über ihre Zeit in Asien, über unseren Trip jetzt und so ein bisschen Bla Bla. Was man sich halt so erzählt.
Ziemlich bald bekamen wir Hunger und sind in ein Restaurant umgezogen. Für die Damen gab es Fisch des Tages und ich hatte ein Steak. Und eines ist sicher, Paris ist keine günstige Stadt. Pro Gericht pauschal 16 Euro (satt bin ich nicht von geworden), Nachtisch 8 Euro pauschal, Bier 4 Euro, eine Kugel Eis 2,50-4,50.

Gegen 12 waren wir zu bei Anaise. Endlich Duschen, im Internet gucken und noch erzählen. Auch durften wir bei ihr schlafen und das erste mal seid 8 Wochen haben wir nicht im Känguru geschlafen. Julia hat sich mit Anaise das Bett geteilt und ich habe es mir auf einer unserer Luftmatratzen gemütlich gemacht.

21.07.2013

Als ich aufwachte waren wir allein. Julia war schon wach und Anaise war nicht mehr da. Julia hat einen Zettel vorgelesen, den sie hinterlassen hatte. Das wir ihr Texten sollen, wenn wir wach sind und das sie dann mit Frühstück zurückkommen würde. Total süß! :) Sie ist früher aufgewacht und wollte uns nicht beim schlafen stören und ist in ein Cafe gegangen. Fand ich ja sehr… süß halt :)

Es war bereits 10:30 als ich endlich aus dem Bett kam. Es war zwar irgendwie nicht so schön wie im Känguru, aber mal wieder alleine schlafen ist echt toll. Julia hat dann Anaise Bescheid gesagt das wir auch endlich aufgestanden sind und 5 Minuten später stand sie mit einer Tüte voll Leckereien vom Bäcker in der Tür. Hammer. :)
Sogar einen Morgen-Kaffee gab es…

OLYMPUS DIGITAL CAMERANach der Stärkung ging es dann Langsam los. Als erstes stand Notre Dame auf dem Plan. Mit der U-Bahn ging es bis fast vor die Tür der Kathedrale. Die Schlange war mal wieder mächtig. Aber es ging schnell voran. Es sah aus wie mindestens eine halbe Stunde anstehen, war aber nicht einmal 5 Minuten. Innen war es … eine Kirche. Wie viele andere auch… und doch ist ja jede anders. Es war hier irgendwie eine interessante Stimmung. Ich denke diese Entsteht durch die Bauweise der Kirche. Mystisch könnte man sagen. Auch hat sie viele große Mosaikfenster.
Aber viel zu sehen gibt es nicht so wirklich. Wir sind einmal durch gegangen, haben uns dann noch ein wenig auf die Bänke gesetzt und sind nach ein paar Minuten auch wieder raus.

Es ging zu Fuß weiter zu La Basilique du Sacré Coeur de Montmartre. Eine weitere Kirche quasi… Aber vorher hatten wir noch was anderes vor. Wir hatten uns alles für ein Picknick mitgenommen und wollten hier unser Picknick machen. Es ging ein wenig den Berg lang hoch und wir ließen uns auf der Wiese nieder und breiteten uns aus. Natürlich waren wir nicht allein dort. Der Platz war recht voll mit Leuten. Die dunkelhäutigen Menschen waren auch wieder dabei die Touristen auszunehmen (teilweise fast schon brutal). Und direkt vor uns hatte eine Koreanische Musikgruppe aufgebaut und machte Soundcheck. Hörte sich schon sehr interessant an. Wir hofften das sie noch anfingen solange wir da waren. Aber nach einem einzigen Song verschwanden sie dann schon wieder. Schade…
Dennoch war es ein schönes Picknick. Der Platz ist ein wenig erhöht und wir konnten ein wenig über Paris schauen.

P1000954 (Kopie)Nach der Stärkung ging es dann endlich ins Sacre Coeur. Eine Kirche die ich nicht als sehr interessant einstufen würde. Einzig die Malerei an der Frontseite war interessant. Bei dem Versuch sie zu Fotografieren wurde ich doch recht unfreundlich darauf hingewiesen das hier doch Fotografieren nicht erlaubt sei. Jetzt komme ich wohl in die Hölle… wenn ich dem Verein angehören würde…
Wir haben uns da schleunigst wieder vom Acker gemacht und sind weiter zu einem Künstlerplatz, Namens Place du Tertre. Das ist ein Quadratischer Platz an dem einige Künstler ihre Stände aufgebaut haben, insbesondere Maler stellen ihre Werke dort aus und malen auch direkt auf der Straße. Natürlich gibt es auch Bars an der Seite und auch Souvenirshops dürfen nicht fehlen.

Von dort sind wir zu meinem persönlichen Sightseeing-Highlight gegangen. Das Cafe Les 2 Moulins. Das berühmte Cafe aus dem Film ‚Die fabelhafte Welt der Amelie‘. Anaise hat uns natürlich die ganze Zeit begleitet und einen super Reiseführer abgegeben. :)
Wir haben natürlich auch einen Kaffee dort getrunken. Wir waren eh am Verdursten.
OLYMPUS DIGITAL CAMERADas Cafe war natürlich nicht so wie im Film. Also zumindest war es hart zu sehen dass es das gleiche Cafe als im Film ist. Aber wenn man sich das ganze etwas genauer Ansieht, dann erkennt man es schon. Die Bar, die Toiletten, die Tür zur Küche, die Eingangstür. Aber die Bänke stehen anders, es gibt viele Spiegel die man im Film nicht so sieht. (Ich muss mir den Film noch mal anschauen und jetzt mal genau darauf achten. :) ) Das wir richtig waren konnte man aber auch an den Leute erkennen. Manchmal kamen nur kurz welche rein, machten ein Foto und sind sofort wieder raus.
Aber cool ist es definitiv in DEM Cafe mal einen Kaffee zu trinken. :) Hat was. :)

Moulin RougeEinige Fotos später (von innen und außen) ging es dann weiter. Weiter wieder zurück nach Hause. Nach einem kleinen Rundgang durch die Stadt ging es dann zur U-Bahn und wieder zurück zu Anaise. Uns qualmten die Beine und wir waren müde.
Wieder zurück ist nicht mehr viel passiert. Ich habe ein bisschen geschrieben, Anaise hat leckeren Salat gekocht und dann gab es Abendbrot. Da sie heute ja wieder arbeiten musste, sind wir nicht spät ins Bett gegangen.

22.07.2013

So ging es auch recht früh aus den Federn raus heute. Anaise musste um 8 zur Arbeit. Wir durften noch ein bisschen bleiben. Ab um 9 wurde unser Parkplatz, der am Wochenende frei war, zu einem Bezahlparkplatz. Wir mussten um 9 also auch verschwunden sein.
So verabschiedeten wir uns am morgen noch voneinander, duschten dann beide noch schnell und sind dann auch los. Auf die Piste in Richtung Luxemburg. Ich hatte mir das fahren in Paris schlimmer vorgestellt, aber es war relativ ruhig. Das Känguru hat keine Beule abbekommen. Mal gut auch.

Noch ein kurzer Stopp bei Lidl, um die Getränkevorräte aufzufüllen und den Rest des Tages haben wir auf der Straße verbracht. Bis nach Sedan. Hier kehrten wir mal wieder bei Mc Donalds ein. Wir mussten ja noch Postkarten schreiben und in Frankreich verschicken, solange wir im Land sind. Ein bisschen Internet ist auch immer gut. Nachdem wir unsere Postkarten geschrieben und das Internet leer gesaugt hatten, sind wir in das gegenüberliegende Shoppingcenter. Draußen haben wir die Postkarten gleich in den Postkasten geworfen und sind dann noch kurz einkaufen gegangen.

Es ging dann doch noch mal auf die Piste. Bis nach Belgien rein haben wir es noch geschafft. Gute 100 km sind wir noch gefahren, bevor es uns auf einen einsamen, aber großen Waldparkplatz verschlagen hat. Wie geschaffen für ein einsames Nachtlager. Gegen 12 waren wir dann auch endlich im Bett.

Liebe Grüße
Gordon


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Versailles

17.07.2013

Die Nacht war sehr ruhig. Ich hatte ja die Befürchtung das noch jemand vom Campingplatz kommt und uns doch noch wegscheucht. Aber niemand kam. So sind wir erholt um 9:30 aufgestanden. Ich habe noch einen Kaffee in dem Cafe getrunken und natürlich gleich noch die Toilette benutzt.

Nachdem alles zusammengepackt war, sind wir auch bald los. Erst einmal noch mal zum Meer runter. Das war ja noch um die Ecke. Zum Tschüss sagen. Ab jetzt ging es in das Landesinnere und das Meer würden wir nicht noch mal sehen.
Wir haben uns da auf die Steine gesetzt und eine halbe Stunde auf das Meer hinausgeschaut. Dabei habe ich noch Austernschalen zwischen den Steinen vor uns entdeckt und ein paar Eingesammelt. Souvenirs. :)

Dann ging es ab auf die Straße. Auf der Landstraße durch Frankreich. Den Rest des Tages waren wir nur am Fahren. Mit einem Stopp bei Carefour (Supermarkt).

Gegen 18 Uhr sind wir dann mal wieder bei unserem Lieblings-Restaurant eingekehrt. Erst einmal was gegessen und ich musste noch dringend was Arbeiten. Hier sind wir dann auch bis zum Ende geblieben. Meine Arbeit hat sich hinausgezögert und es dauerte länger.
Kurz bevor sie um 11 geschlossen haben, habe ich mir noch mal einen Burger und einen Milchshake gekauft. Das war dann Mc Donalds Rache. Eines von beidem war wohl nicht mehr so gut… mein Magen rebellierte. Zu Dumm das der Laden nun schon zu hatte… So hatte ich noch einen spaßigen Abend…

18.07.2013

Mein Magen hat sich über Nacht noch ein wenig kuriert… aber ganz ok war er immer noch nicht. Ich habe mich getraut einen Kaffee zu holen… von Burger und Shakes habe ich erst einmal die Nase voll.
Wir haben uns dann auch recht schnell da vom Platz verdrückt… bevor noch weitere schlimme Sachen passieren.

Auch heute waren wir wieder die meiste Zeit auf der Piste. Ziel war ein Platz kurz vor Versailles. Hier hatte ich einen See auf den Karten von Inge entdeckt und habe sie angewiesen uns dort hin zu bringen. Das funktionierte auch ganz gut, bis es zur letzten Abbiegung ging. Der Ackerweg war zugewachsen.  Kein Durchkommen mehr. :( Also zum nächsten Teich. Ich wollte gern mal schön ruhig direkt an einem See schlafen.

Auch zum nächsten kamen wir nicht. Hier wies uns ein Schild darauf hin das dass letzte Ende Privatbesitz sei und die Durchfahrt strengstens verboten wäre. Später realisierten wir das es sich um den See eines Golfplatzes handelte :D

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAlso sind wir weiter durch die Gegend gefahren, bis wir schließlich einen einsamen Platz neben einem Acker fanden. Das erschien uns ein guter Alternativplatz und wir parkten hier.

Zur Feier des Tages genehmigten wir uns eine Dusche…  diesmal unsere eigene. Dusche aus der Flasche. Genug Wasser haben wir ja bei. So ging es dann frisch Geduscht (unter der Ackerdusche) ins Bett :)

19.07.2013

Unser Ackerparkplatz war eine gute Idee. Niemand störte uns in der Nacht und am Morgen spendeten die Bäume auf unserer Rückseite den ganzen morgen Schatten. So haben wir mal wieder ein wenig ausgeschlafen und der Wecker klingelte erst um 10. Was für ein toller Morgen. Den Morgen genossen wir noch ausgiebig am Feld. So sind wir dann auch erst gegen 12 losgekommen.

Das Ziel des heutigen Tages war Versailles. Die Stadt mit dem wohl berühmtesten Schloss in Europa. Das Schloss von Versailles, in dem der Versailler Vertrag unterschrieben wurde.
Es war nur 10 Km von unserem Schlafplatz entfernt. Doch erst einmal brauchten wir dringendst Benzin. So machten wir noch einen Umweg zur nächsten Billigtankstelle. Gut das auf Supermarkttankstellen Verlass ist. So bekamen wir an der Carefour Tankstelle noch gutes 95er für 1,52 Euro. Meistens findet man in Frankreich nur noch 95er mit E10. Das möchte Julia dem Känguru aber nicht zumuten. Und auch hier macht jede Tanke ihre eigenen Preise. Innerhalb eines kleinen Umkreises kann man Preisschwankungen von über 10 Cent beobachten.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADann ging es aber nach Versailles. Ich hatte schon bammel das es ein Stress wird auf den Straßen, aber war relativ easy. Wir sind aber auch nicht ewig durch die Gegen gefahren. Das Schloss sieht man schon direkt von weitem. Aber erst einmal brauchten wir einen Parkplatz. Den haben wir dann auch recht schnell gefunden. Nicht direkt vor dem Schloss (auch wenn dort auch einer gewesen wäre), aber dafür mit einem Parkschein, der bis zum nächsten Tag geht. So hatten wir auch gleich einen Platz für die Nacht. Es ist zwar nicht erlaubt mit einem Camper dort zu übernachten, aber wir sind ja kein Camper ;)

OLYMPUS DIGITAL CAMERAEs war auch schon ganz schön spät, als wir uns endlich zum Schloss aufgemacht haben. Gegen halb 3 circa. Erster Abstecher, Mc Donalds natürlich. Kurz was gegessen und gleich weiter. Um 3 waren wir am Schloss. Und das nenne ich mal ein Schloss. Es ist riesig. Der Hof allein ist schon nicht von schlechten Eltern. Und er war voll mit Menschen. Julia erkannte in der Menschenmenge dann eine Schlange, die ich gar nicht für voll genommen habe. Und die Schlange war lang. Wir also zum Ticketschalter rein und haben uns erkundigt. Der Mann dort meinte das wir nur ca. 30 Minuten anstehen würden, um ins Schloss rein zu kommen. Die Alternative wären die Gärten. Denn die wären kostenlos.
Nach einigem Hin und Her-Überlegen haben wir uns dann dafür entschlossen die 16 Euro für das Schloss nicht mehr auszugeben und uns erst einmal die Gärten anzusehen. Zur Not könnten wir ja morgen früh noch das Schloss selbst anschauen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAUnd so haben wir die kostenlose Karte noch eingepackt und sind in die Gärten. Auch hier… beeindruckend riesig. Ich weiß gar nicht ob riesig überhaupt noch der richtige Ausdruck ist. Gärten, Blumen, Bäume, Teiche, Springbrunnen, Statuen… so weit das Auge reicht. Der hintere, große Teich konnte sogar mit Ruderbooten erkundet werden. Und natürlich auch Menschen so weit das Auge reicht.
Wir haben uns erst einmal auf der rechten Seite umgesehen und entschieden das die Sonnenseite doch nicht immer die bessere Seite ist. Manchmal ist es auch schön auf der Schattenseite zu wandeln.

OLYMPUS DIGITAL CAMERASo haben wir bei der nächstbesten Gelegenheit auf die linke Seite des Weges gewechselt. Das war Zufällig bei einem Brunnen. Hier haben wir uns ein paar Minuten niedergelassen und uns ein wenig Ausgeruht. Dann ging es weiter in Richtung großem Teich. Hier, auf der Wiese vor dem Teich, lagen schon einige Menschen im Gras und wir haben uns einfach mal dazugelegt und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Ich habe dazu ein wenig Fotografiert und die Leute beobachtet :)

Nach dieser tollen Pause ging es weiter durch die weiten des Parks. Er ist gute 3,5km lang, laut Karte. Wir haben uns aber durch die ‚Vorgärten‘ wieder in Richtung Schloss bewegt. Dort gelangten wir nach einer guten Stunde wieder an und ließen uns vor dem Tickethaus, auf einer Bank, nieder. Eigentlich sollte es hier kostenloses Internet geben… das konnten wir aber nicht finden. Stattdessen haben wir noch mal eine Pause gemacht, uns mit 3 Mädels aus Deutschland unterhalten, die gerade eine Woche Frankreichurlaub machen und sind dann wieder zurück in Richtung Auto.
Bei einem Abstecher in die Innenstadt konnten wir noch ein Baguette beim Bäcker und ein paar andere Einkäufe in einem kleinen Supermarkt ergattern. Es war schon halb 8 und der Rest hatte schon geschlossen.

Zurück am Auto machten wir uns jeder ein leckeres Abendessen mit original französischem Baguette. Interessant und lecker.
Und natürlich durfte auch noch ein Mc Donalds Besuch an dem Abend nicht fehlen. Es gab ja einen direkt um die Ecke. Ich wollte noch die Adresse von dem Amelie-Cafe in Paris raussuchen (wenn man schon mal hier in der Nähe ist) und dann noch mal nach Emails schauen.

Um halb 1 haben wir endlich aufgebaut und hoffentlich wird uns auch diese Nacht niemand vertreiben. Es ist vorhin ja schon ein Abschleppwagen rumgefahren und hat alle Leute, die gerade am Auto waren, auf dem Parkplatz informiert das hier morgen kein Auto mehr stehen darf. Die Tour de France kommt hier übermorgen durch. Da muss der Parkplatz geräumt sein. Wir werden dann aber (leider) nicht mehr in der Stadt sein. Morgen geht es gleich am Morgen nach Paris. Ich hoffe wir werden früh aus dem Bett kommen.

Liebe Grüße
Gordon


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Dune du Pyla und Cap Ferret

13.07.2013

Auch diese Nacht war sehr ruhig. Am morgen kam dann die Müllabfuhr, direkt neben uns natürlich. Dann hatte auch endlich der Mc Donalds offen und wir konnten uns unser Frühstück holen… Kaffee und ein Cheesburger für mich und 2 Hamburger für Julia :)

Gegen 10 haben wir dann gepackt und sind losgefahren… aber nur um die Ecke, zum Lidl nebenan. Hier haben wir gleich noch unsere Vorräte aufgefüllt und sind dann zurück auf die Straße, Richtung Dune du Pyla. Es waren noch gute 200 km zu fahren.

Die Strecke führte uns erst einmal durch die ganzen Kleckerdörfer dort. Und alle 500 Meter ein Kreisverkehr. Kreisverkehre sind sicher eine gute Erfindung, aber wenn man alle 500 Meter einen hat, dann ist das Nervig. Das ging so gute 40 km. Bis es endlich auf eine Schnellstraße ging. Ab hier kamen wir flotter voran. Später wurde die Schnellstraße zur Autobahn. Und nur wenige Kilometer später standen wir auf einmal vor einer Mautstelle. Dabei hatte ich Inge Mautstraßen verboten. Hier wurde wohl eine Schnellstraße zur Mautstraße ausgebaut und Inge hatte das noch nicht im System. Naja, 1,80 Euro sind noch ein Humaner Preis und wir kamen schneller voran. Später mussten wir noch mal 1,80 Euro bezahlen. Dafür waren wir in gut 3 Stunden an der Düne.

Schon von der Zufahrtsstraße zum Parkplatz kann man einen kurzen Blick auf die 100 Meter hohe Sanddüne erhaschen. Die Dune du Pyla ist die größte (Wander)Düne in Europa. Über 2km lang, 500 Meter breit und über 100 Meter hoch. Sie wandert im Jahr ca. 1-5 Meter ins Landesinnere.
Wir haben das Känguru auf dem Parkplatz abgestellt und sind gleich mal zum Fuß der Düne gegangen. Ist schon beeindruckend so ein großer Haufen Sand. So viel Sand und keine Förmchen… :)

The stairs to the top of the dune.Es gibt sogar eine Treppe nach oben. So sind wir auf der Treppe nach oben gestiefelt (ganz schön Anstrengend) und standen eine Minute später auf dem Ungetüm aus Sand und hatten einen genialen Ausblick auf das Umland, den Meeresbusen vor uns und den Rest der Düne links von uns. Die Düne sieht von oben aus wie eine kleine Mini-Wüste. Nur die Temperaturen sind hier angenehmer. :)

Gordon on the dune

Gordon on the dune

Wir haben bestimmt eine Stunde oben auf der Düne gesessen und gelegen, bevor wir uns an den Rückweg machten. Der führte diesmal aber direkt durch den Sand nach unten. Einmal Düne runter rennen. Fun, fun, fun :)
Nach der Dünenbesichtigung ging es ans Souvenirshoppen. Was sonst? ;) Und so haben wir ein paar spezielle Postkarten gefunden, die aussehen wie eine Flaschenpost. Praktisch gerade hier. Denn da kann man schön Sand rein füllen und dann verschicken. :) Diese Postkarten sind aber auch teurer und deswegen kriegen nur meine 2 Liebsten diese Karte :) Ich habe schon so viele Postkarten verschickt, ich kann keine Postkarten mehr sehen…

Eigentlich wollten wir dann auch noch ein Eis essen, aber das haben wir dann schon vertrödelt. Es war mittlerweile kurz nach 8 und die Eiscafés hatten schon geschlossen. So sind wir zu einem Parkplatz gefahren, den uns 2 Camper empfohlen haben, die wir auf der Düne getroffen hatten. Hinter den ganzen Campingplätzen soll wohl ein Platz sein der Unbezahlt wäre. Wenn man auf der Straße parallel zur Dune du Pyla fährt, dann kommt man an 4 Campingplätzen vorbei. Danach 2-3 km nichts und dann sieht man rechts wieder Camper, das ist der Platz. Unweit vom Strand und weiter Richtung Strand sind ein paar Restaurants und auch Toiletten.

Hier haben wir die beiden von der Düne wiedergetroffen und uns neben den beiden hingestellt. Vater und Tochter. Sie machen auch eine halbe Europareise, nur in die Umgekehrte Richtung wie wir. Er ist Deutscher und seine Tochter halb Deutsch halb Sri Lanka. Wir haben uns noch eine ganze Weile mit den beiden Unterhalten bevor erst sie und dann wir ins Bett sind. … Vor 12, eine Premiere für uns :)

14.07.2013

Bis um halb 11 haben wir heute geschlafen. Noch eine Premiere. Aber tat richtig gut. Frisch und ausgeschlafen kann der Tag starten.

Und so verlief der ganze Tag. Wir haben den Platz nicht mehr verlassen heute. Den ganzen Tag nur rumgegammelt. Ich habe ein wenig geschrieben, Julia ein bisschen in der Hängematte rumgegammelt. Und so vertrödelten wir mal wieder den ganzen Tag. Ein Ruhetag an dem man mal wieder entspannen konnte.

Am Abend haben wir Amanda noch zum Grillen am Strand eingeladen. Amanda ist die Dame die wir am Tag zuvor auf der Düne kennengelernt haben. Zusammen mit ihrem Vater. Amanda ist zwar erst knapp 17, aber wir haben uns gut mit ihr verstanden. Sie ist eine wunderschöne junge Frau, ohne dabei eingebildet zu sein und hat auch etwas im Köpfchen. In diesem Alter selten. So beschlossen wir etwas Zeit mit ihr zu verbringen, so das sie auch mal etwas erleben kann ohne ihren Vater. Mal was mit „jungen“ Leuten unternehmen halt.

Eine Stunde vor Sonnenuntergang haben wir das Grillzeug zusammengepackt und sind zum Strand gelaufen und haben dort ein schönes Grill-Picknick bei Sonnenuntergang gemacht. Sehr klasse!
Auch war an diesem Tag Nationalfeiertag in Frankreich und überall konnten wir in der Ferne Feuerwerk sehen. Eines davon dauerte bestimmt eine Stunde an. Es wollte gar nicht mehr enden.

Gegen um 12 wurde es uns dann aber auch etwas kühl am Strand und wir haben unsere Sachen gepackt und sind zurück zum Auto. Haben Amanda noch wohl behalten wieder abgeliefert :) und sind dann selbst auch ins Bett.

15.07.2013

Die Nacht endete um halb 10. Natürlich sind wir nicht aus dem Tee gekommen und gammelten noch bis um 17 Uhr rum. Ich habe mich noch mit Amanda unterhalten und Julia ist mit Friedrich irgendwo verschwunden… für gute 2 Stunden. Wir haben uns schon Sorgen gemacht. Aber als ich sie gesucht habe, standen die beiden hinter einer Böschung und haben gequatscht.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIrgendwann kamen sie dann wieder. Wir haben uns dann von den beiden verabschiedet und sind noch mal zur Düne. Wir mussten ja noch Sand für unsere speziellen Postkarten einpacken. :) Danach sind wir noch mal in ein Cafe und Julia hat ein Eisbecher gegessen und ich hatte einen ekeligen Cappuccino und ein Crêpes mit Nutella.
Danach sind wir zur anderen Seite des Meeresbusens. Das waren gute 80 Km bis dahin. Auf dem Weg haben wir uns noch für 2 Stunden bei Mc Donalds einquartiert. Ich habe noch schnell einen Artikel veröffentlicht. Den für Südportugal. Ich fange an mächtig hinterher zuhängen. Aber was will man machen. Ich will ja meine Reise nicht nur mit schreiben und übersetzen verbringen.

Nach Mc Donalds sind wir dann zum Cap Ferret, zur anderen Seite. Als wir am Ende ankamen, war es schon fast dunkel. Wir konnten noch einen kurzen Blick auf die Düne von dieser Seite erhaschen.
Es gab hier ein Restaurant. Das machte zwar gerade dicht, aber es hatte zum Glück ein offenes WLAN, das sie auch über Nacht an ließen. So bauten wir auf dem Parkplatz auf und nutzten diesen kostenlosen Service noch eine ganze Weile, bis wir irgendwann einschliefen.

16.07.2013

P1000856 (Kopie)Wir sind erst sehr spät aufgestanden. Gegen 10 vielleicht. Da ist ganz schön High Life am Cap Ferret. Ein Haufen Leute sind schon rumgesprungen. Wir haben uns erst einmal ins Restaurant verkrochen und uns einen Kaffee bestellt. Ok, Julia einen Kakao, da sie keinen Kaffee trinkt.
Der kostete aber so um die 4 Euro (auch wenn er besser schmeckte als der gestern).

OLYMPUS DIGITAL CAMERADanach haben wir uns mal den Strand angeschaut und die Düne bei Tageslicht, von der anderen Seite. Von hier sieht sie schon viel kleiner aus, als wenn man drauf steht. Aber immer noch ganz schön groß. Ein Junge brachte gerade eine riesige Qualle an den Strand, als wir da waren. Das war gleich noch mal ein Highlight, wenn auch ein trauriges.

Wir haben dann abgebaut und sind wieder zurück. Ich brauchte dringend Zigaretten, da sie mir ausgegangen waren. Nur ist das in Frankreich nicht so einfach. Nur spezielle Shops haben Zigaretten, und die sind gut versteckt. So haben wir uns im nächsten Dorf durchgefragt und sind durch das halbe Dorf gelaufen… erfolglos. Als wir dann aber weiterfuhren, haben wir direkt an der Straße einen solchen Shop gefunden. 6,70 Euro für eine Schachtel… da hört man besser auf. Ich habe mir trotzdem 2 geholt…

Ein halbes Hähnchen gab es als Stärkung noch dazu.

Dann die große Frage, was nun machen. Eigentlich wollten wir direkt nach Paris, eine Bekannte von Julia besuchen. Doch bei einem Telefonat gestern stellte sich heraus das diese erst am Samstag wieder in Paris sein wird. Jetzt haben wir noch eine ganze Woche die wir in Frankreich verplempern müssen. Was also tun?

Unsere Entscheidung viel auf eine kleine Insel weiter im Norden. Ich wäre ja gern in die Bretagne gefahren, aber der Umweg wäre zu weit gewesen, meinte Julia. Die Reifen wären schon am Limit des Profils angelangt. Also die Insel.
Ich sagte Inge wo hin und sie berechnete die Route und los ging es. Aber erst einmal zu Lidl… unser trinken war fast alle. Wir brauchten Nachschub und bekamen ihn auch. Eigentlich wollten wir ja mal was lokales probieren… wieder nicht. Beim nächsten mal.

Inge wies uns dann den Weg… bis zu einem weiteren Meeresbusen. Doch auf einmal standen wir vor einer Fähre, anstatt vor einer Brücke. Und die wollte mal eben 29,50 Euro für die Überfahrt haben. Zurück fahren brachte nicht viel, denn dieser Busen zieht sich bis nach Bordeaux, wo wir gerade hergekommen waren. Und 300 km zurück fahren bringt noch weniger. Also mussten wir die 30 Euro berappen und sind mit der Fähre gefahren. Auch mal was neues… aber zu teuer für unser Budget.

OLYMPUS DIGITAL CAMERASchließlich ging es dann weiter. Bis zu der Brücke zur Insel. Hier wollten die Franzosen 16 Euro für die Benutzung der Brücke haben. Die haben doch einen Knall. Diesmal sind wir umgedreht und nicht auf die Insel gefahren. Kurz vor der Mautstelle konnten wir noch die Kurve kratzen und sind zum nächstbesten Campingplatz gefahren. … Der war nur leider voll. Nicht unser Tag heute…

Die nette Dame vom Restaurant hat uns aber freundlicherweise Duschen lassen und wir haben uns dann noch einen Kakao und ein Glas Wein gegönnt. So ein Wein auf leerem Magen ist nur nicht so eine gute Idee. Und so stehen wir nun auf dem Parkplatz vom Camping und werden diese Nacht hier verbringen. Auch das hat uns die nette Dame erlaubt… auch wenn das wahrscheinlich nicht in ihrer Vollmacht liegt. Aber uns ist es egal. Ein guter Stellplatz ist es allemal.

Liebe Grüße
Gordon


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Naturschutzgebiet Geres im Norden Portugals und Santiago de Compostela

09.07.2013

Der Morgen begann wie immer gemütlich. Die Sonne war schon am Himmel, aber durch den Seewind blieb es zumindest im Wind angenehm. Wir ließen auf beiden Seiten ein wenig die Schiebetüren offen und hatten so einen angenehmen Durchzug.

Irgendwie war heute gar nichts mit uns los und wir legten noch mal einen Faulen tag ein. Angesichts des schönen Strandes und des Internets. So konnte ich noch ein wenig für meine Webseite schreiben und wir konnten noch mal relaxen. Klingt komisch, aber wenn man jeden Tag woanders ist, das ist auch anstrengend. Und ich fahre dazu ja auch noch immer.

Gordon at the beachAm Nachmittag haben wir es auch für eine Weile an den Strand geschafft. Das Wetter war gut und die See… sorry, der Ozean, sieht hier echt einladend aus. Leider ist hier die Strömung wohl sehr stark und die Wellen haben gut Kraft. So war nur Julia ganz drin und ich habe mich ein wenige in der Brandung gewälzt. Ist eh ganz schön kühl der Atlantik. :)

Mehr gibt es zum heutigen Tag eigentlich schon nicht zu sagen :)

10.07.2013

Was soll ich groß sagen. Wir sind heute wirklich aufgestanden… wie jeden anderen Tag auch :) Vielleicht ein wenig eher heute, als normalerweise. Unsere nette Dame von der Touristeninformation hat uns heute noch eine Nachricht geschickt, dass wir doch unbedingt im Nationalpark vorbeischauen sollen. Also haben wir geschaut wo er ist… und er lag auf dem Weg nach Santiago de Compostella. Also beschlossen wir uns heute noch im Nationalpark umzusehen.  Vielleicht würde das Portugal ja noch aus dem ‚Langweilig‘ Status befreien.

So habe ich noch einen Kaffee im 10 Meter entfernten Kiosk getrunken (auch um die Toilette benutzen zu können). Und dann ging es weiter. Als erstes zur nächsten Poststelle. Wir mussten noch unsere Postarten verschicken, bevor wir Portugal verlassen, was ja am nächsten Tag dann wäre. Inge leitete uns im nächsten Dorf zur örtlichen Poststelle. Dort angekommen, konnten wir nur eine Apotheke ausmachen. Naja, vielleicht ist da ja die Post mit drin. Wir also rein und gefragt ob hier auch die Post ist. Nein, um die Ecke. Aha… ok. Also um die Ecke und hinter das Haus. Da Post office in Portugalwar ein Baumarkt / Gartenhandel. Hmm… dann sahen wir ein kleines Schild auf dem Correio (portug. Für Post). Okkk… wir also rein in den Laden. Sah aus wie ein Informationstisch in einem Baumarkt… in dem es keine Beleuchtung gibt. Die 2 Männer darin unterhielten sich und einer Tippte irgendwas in die Kasse und schrieb irgendwas auf. Wir wurden keines Blickes gewürdigt… 10 Minuten lang. Wir fühlten uns irgendwie ignoriert. Bis irgendwann, als wir schon fast wieder gehen wollten, doch noch Beachtung fanden. Julia wedelte mit den Postkarten, in der Hoffnung man würde verstehen was wir wollen. Die Dame, die dazugekommen war, nahm die Postkarten entgegen und fing erst einmal an zu lesen… die Adressen wie auch die Nachrichten… wir guckten uns nur erstaunt an. Dann fing sie an zu rechnen und der Mann, der Übersetzen musste, da er ein wenig English sprach, meinte das wir pro Postkarte noch was bezahlen müssten, da es die falschen Briefmarken wären. Die die wir drauf hatten waren nur für Portugal. Interessant… irgendwer hatte uns beschissen. Aber was sollten wir machen. Also noch mal 5 Euro bezahlt und unsere Postkarten … sind hoffentlich auf Reisen gegangen.  Wer also eine Postkarte von mir aus Portugal bekommen hat, bitte mal Bescheid sagen!

Nature park in GeresDanach ging es dann weiter Richtung Norden. Nach Geres. Hier fängt (bzw. hat schon) das Naturschutzgebiet an. Es geht gleich mit einem schönen See los, auf dem man sogar Wassersport machen kann. Wir haben für ein paar Schnappschüsse kurz gehalten, sind dann aber gleich weiter nach Geres. Auch hier sind wir durch gefahren und zum Campingplatz. Ich wollte mal schauen wie der so ist und wie die Preise so sind. Wir erreichten den Campingplatz, der gut Ausgeschildert ist, sehr abenteuerlich. Die Gegend hier sieht wirklich wie ein Naturschutzgebiet aus. Die Natur ist sehr üppig hier, im Gegensatz zu der kargen Landschaft im Rest Portugals (aber auch Südspanien oder Zypern z.B.). Viele Bäume, Berge, Farne, etc. Und natürlich auch wieder Berge. Und sehr wenig Verkehr, was bei den engen Straßen aber auch gut so ist.
Der Weg zum Campingplatz führte uns ab von der geteerten Straße, auf einen Weg. Dann ging es über eine Holzbrücke, über einen Fluss… ich hatte ein wenig sorgen. :) Und weiter auf einem ‚Ackerweg‘ bis zu einer weiteren Brücke. Hier stand ein Stop-Schild und man konnte den Eingang des Campingplatzes erkennen. Ein junger Mann kam und entfernte ein weiteres Schild direkt auf der Brücke, um uns den Weg frei zu geben…

Wir haben uns erst einmal bei der Rezeption vorgestellt und nach den Preisen gefragt. 3,50 pro Person und pro Auto. Also 10,50 Euro pro Nacht für uns. Sehr angenehme Preise.
Da es aber erst kurz nach Mittag war, wollten wir uns noch ein bisschen hier umsehen. Julia hat den jungen Mann gleich ausgefragt, was man denn hier so sehen kann. Besonders die Wasserfälle wollten wir dann wissen. In einem holperigem English/Portugiesisch Mix hat er uns dann versucht unsere Fragen zu beantworten (sehr freundlich und hilfsbereit). Dazu haben wir gleich noch eine Karte von der Region gekauft. So konnten wir dann unterwegs notfalls noch nachlesen. Auch hat kein Navi POI’s. Inge hat zum Glück wenigstens Straßenkarten von hier.

Erste Anlaufstelle war ein Punkt an dem angeblich ein super Wasserfall sein sollte (wir haben ein Bild im Büro des Campingplatzes gesehen… sah toll aus). Es ging den Berg lang hoch. Durch die schmalen und kurvigen Straßen und besonders durch die Steigung sind wir meist mit 30Km/h dahin gekrochen. Das war aber ok, so konnten wir wenigstens etwas vom Park genießen. Und man kommt ja auch langsam ans Ziel.
Wir erreichten schließlich die Stelle an der der Wasserfall sein sollte. Doch es war keiner da. Anstatt des Wasserfalls fanden wir … naja, einen kleinen Wasserfall mit einem natürlichen Pool davor. Das sah fürs erste auch ganz einladend aus. Nur der Parkplatz war ca. 300 Meter weiter die Straße lang. Ich konnte Julia zu dem kleinen Spaziergang überreden und wir liefen zu dem Pool. Er lag etwas tiefer und der Abstieg war etwas schwieriger… aber es hatte sich gelohnt. Es war schon eine kleine Menschenmenge hier und wir gesellten uns dazu. Das Wasser war glasklar und erfrischend. Genau richtig eigentlich. Wir gesagt, sogar mit einem kleinen Wasserfall.
Natürlich bin ich nicht ohne Taucherbrille dort hin und so waren wir ein wenig Schnorcheln. Zu unserer Verwunderung waren sogar einige kleinere Forellen in dem Pool. Die Schwammen da fröhlich zwischen den ganzen Leuten.

Wir blieben ca. eine Stunde dort und genossen die Atmosphäre und natürlich den Pool. :) Dann ging es wieder zurück zum Auto. Die Karte wies noch einige andere Wasserfälle aus. Wir wollten noch einen versuchen. Der nächstgelegene… dennoch gut 10 Km entfernt. Es ging wieder zurück bis hinter den Campingplatz, von dem wir gestartet sind. Inge kennt natürlich keine Wasserfälle und so haben wir ein Dorf einprogrammiert, das etwas hinter dem Wasserfall liegt. Das kannte Sie.

Leider waren wir wohl gerade an einem Punkt an dem Sie etwas verwirrt war. So drehten wir eine Ehrenrunde auf einer der steilsten Straßen die ich jemals hinuntergefahren bin. Ich weiß nicht wie viel Prozent Gefälle es waren… aber ich würde auf um die 30% tippen. Und das teilweise in Kurven durch das Dorf. Wir schafften es, zum Glück, und kamen wieder zu dem Punkt an dem wir eben gestartet waren. Wir hatten eine falsche Abbiegung genommen. Also noch mal und diesmal die richtige Straße genommen.

Es ging einige Kilometer durch weitere schöne Natur und Landschaft. Einsame Straßen den Berg lang hoch und wieder runter. Die Autos, die uns entgegen kamen, kann ich an einer Hand abzählen. Teilweise hatten wir eine Aussicht vom Berg und konnten das ganze Tal um Geres überblicken. Traumhaft. Und der Wald sieht teilweise aus wie ein Märchenwald. … Hier ist Portugals wahre Schönheit versteckt.

Wir mussten dann eine Abbiegung nehmen, an der die Asphaltstraße wieder endete und wieder eine Sandstraße begann. Diese führte uns dann zu einer Brücke. Von hier musste man zu Fuß zum Wasserfall gehen. Es sind nur wenige Minuten zu Fuß, er ist quasi gleich um die Ecke. Dieser Wasserfall ist schon beeindruckender. Er besteht aus mehreren Ebenen. 4 um genau zu sein. Von ganz oben fällt das Wasser in einen Pool, ca. 8-10 Meter tiefer. Dann noch einmal ein Fall in einen Pool ca. 4-6 Meter tiefer. Und dann der große Fall bis nach unten. Der ist dann ca. 20-30 Meter.
Von der 4 zur 3 Etage waren gerade Bergsteiger am Abseilen. Auch sah es so aus als würde die 3. Etage mit einer Höhle verbunden sein. Zumindest glaube ich Stalaktiten entdeckt zu haben und ich konnte das Ende der Höhle nicht sehen. Ich bin jetzt natürlich neugierig :) Werde es wohl aber erst später im Internet herausfinden.

Es wurde langsam später… was nun tun? Nach ein wenig Umsehen entdeckten wir in der Nähe einen Parkplatz mit Aussicht. Wie geschaffen für eine Übernachtung. :) Wir haben hier aufgebaut und noch mal Gegrillt (natürlich mit vernünftigem Grill). War ein sehr schöner Tag und Abend. :)

Das beste kam dann als wir aufgebaut hatten und alle unsere Lichter aus waren und die Nacht hereingebrochen war. Ich habe noch nie in meinem Leben so einen klaren Sternenhimmel gesehen. Sogar die Milchstraße war klar erkennbar. Ein Traum (den man leider nur schlecht auf ein Foto oder Video bannen kann).

11.07.2013

Mal ein überraschender Morgen. Wir wurden von komischen, sehr nahen, Geräuschen geweckt. Es bimmelte. Ziegen?… Ziegen! … Was nun? Julia öffnete vorsichtig ihre Seitentür und es bot sich uns ein sehr… unerwarteter Anblick. Direkt an unserem Auto liefen Ziegen durch das Farn. Aber nicht nur 5 oder 6… dutzende.
A goat is looking in the car.Die Ziegen ließen sich weder vom Auto stören, noch als Julia die Tür aufgemacht hatte und wir ungläubig und definitiv erstaunt, aus dem Auto glotzten. Sie liefen einfach vorbei, als würde hier jeden Tag ein Auto rumstehen aus dem Leute glotzen.
Nur 2 oder 3 blieben kurz stehen, glotzen ins Auto rein, so wie wir raus… und liefen nach ein paar Sekunden weiter.

Dann fühlte sich eine Ziege (evtl, ein Bock) wohl doch vom Auto gestört und griff es beherzt an. Wir, noch immer drinnen, hörten nur die das Teil die Stoßstange mit seinen Hörnern bearbeitete. Die Versuche von Julia das Tier von innen, mit leisen Rufen, zu verscheuchen, scheiterten kläglich. So zog sie sich schnell etwas an und sprang aus dem Auto. Eigentlich wollten wir uns dem Hirten eher nicht präsentieren, da wir noch immer in einem Naturschutzgebiet sind und er nicht unbedingt wissen musste das wir hier im Auto sind.
Aber Antonio, so hieß er, interessierte das eher weniger. Julia hatte ihn schnell in ein ‚Gespräch‘ verwickelt. Sofern man das so nennen konnte. Antonio sprach kein Englisch und wir kein Spanisch. Aber irgendwie verstanden wir trotzdem dass er Antonio heißt und seine Herde 500 Tiere umfasst. … Die gerade an uns vorbeigezogen ist. Seine Hirtenhunde waren Teppichflitzer. Keine Ahnung was das für eine Rasse ist, aber sie waren Mini. Dafür waren sie zu zweit und sehr agil. Die haben den Ziegen trotzdem Beine gemacht.

Nach diesem interessanten Start in den Morgen haben wir auch gleich zusammengepackt und sind zum nächsten Highlight des Tages aufgebrochen… Duschen unter dem Wasserfall oder zumindest Baden in dem Naturpool davor. Der Wasserfall war ja nur 100 Meter den Weg wieder zurück. Also sind wir den Berg hinuntergerollt und haben weiter unten geparkt. Sachen gepackt… Taucherbrille, Schnorchel, GoPro und Badezeug… und dann ging es los. Im steinigen Flussbett in Richtung The pool at the waterfallWasserfall. Wir erreichten einen Pool, an dem wir, ohne Überqueren, nicht weiterkamen. Der Wasserfall selbst war noch nicht zu sehen. Er war noch um die nächste Ecke. Doch der Pool sah auch ganz interessant aus. Wir haben uns also umgezogen und sind vorsichtig in das kühle Nass gestiegen. Das Wasser war wieder Glassklar und etwas kühler. Wieder gab es kleine Fische die sich dort tummelten. Ich weiß aber nicht was für welche.

Wir haben den lieben Gott einen guten Mann sein lassen und hier 1-2 Stunden die Seele baumeln lassen. Nach dem Schwimmen noch auf einem großen Stein in die Sonne gelegt.
Julia hat im Pool sogar noch ein verschlossenes Bier gefunden. Es war sogar noch gut. Das wir mir einen der nächsten Abende versüßen :)

Irgendwann haben wir uns besonnen das noch ein weiter Weg vor uns liegt an dem Tag und wir doch besser mal los sollten. Das Tagesziel hieß Santiago de Compostela. Das Ziel des Jakobwegs. Es waren noch gut 200km zu fahren. Hört sich nicht weit an, aber ohne Autobahn zieht sich das schon in die Länge.

Es ging noch einmal direkt durch das Naturschutzgebiet. Ein wunderschöner Ort und der schönste in Portugal, den wir gesehen haben. Allein hier könnte ich einige Wochen verbringen und auf Fototour gehen. Das Gebiet grenzt im Norden direkt an Spanien. Wir verließen den Park also direkt nach Spanien rein.

Cathedral of Santiago de CompostelaGegen 5 Uhr waren wir dann in Santiago de Compostela und liefen natürlich direkt erst einmal zur Kathedrale. Santiago hat eine sehr schöne alte Innenstadt und die Kathedrale ist wirklich nicht übel. Alt… so sieht sie auch aus. Das hat aber auch seinen sehr eigenen Charme.
Da wir auch noch Postkarten verschicken wollten, haben wir erst einmal nach den Öffnungszeiten geschaut. Die Kathedrale selbst hat bis halb 9 offen. So konnten wir erst einmal noch Souvenirs und Postkarten besorgen. Die Straßen um die Kathedrale sind voll von solchen Shops. Und Straßencafes.
Wir haben uns gut mit Postkarten, Briefmarken und auch Souvenirs eingedeckt und sind dann zurück zur Kathedrale.

Im Grunde ist sie sehr einfach. Keine Wandmalereien, kein Marmor… aber 2 Dinge fallen sofort ins Auge. Die Orgel mit seinen Rohren, die in den Raum reinhängen und der riesige goldene Altar… der bei genauerer Betrachtung noch weit nach hinten reicht und sogar begehbar ist. Darunter sind Katakomben, in die man teilweise rein kann.

Zu unserer Überraschung fingen sie um 19:30 mit der Messe an. Keine Kamera und kein Video mehr. Und schön leise sein. Julia wollte bleiben, ich stehe eher nicht auf sowas. Aber ok, in dieser speziellen Kirche kann man ja sich das ja mal Antun. Und so setzten wir uns und ich hielt brav die Kamera still.
Dann trat eine Nonne an das Mikrofon und sprach irgendwas in Spanisch. Als sie mit der Rede fertig war, setzte die Orgel ein und sie fing an zu singen. … Atemberaubend! Sie hatte eine klasse Stimme und durch die Akustik in der Kirche… genial!
Dann redete mal wieder einer und dann sang sie zwischendurch auch ab und zu mal wieder.
Und dann kam das Beste. Sie füllten den großen Weihrauch-Schwenker und schwenkten ihn… und wie! Ich dachte gleich fliegt er aus dem Fenster… zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht das es links und rechts (vom Schwenker) noch einen Gang gibt. Die Leute die da saßen müssen eine richtige Ladung abbekommen haben.
Nach einer Stunde war die Messe zu Ende. Natürlich habe ich heimlich ein bisschen mit der GoPro gefilmt. Die Nonne musste ich einfach aufnehmen. Ich hoffe man hört es gut auf den Videos, konnte es noch nicht prüfen.

Als die Messe vorbei war, haben wir uns noch ein wenig mehr in der Kirche umgesehen. Bis wir gute 10 Minuten später aus der Kirche rausgeschmissen wurden. Fast im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Typ ging rum und hat die Leute rausgeschmissen.
Wir entschieden uns dafür noch ein wenig durch die Innenstadt zu schlendern… in Richtung Auto. Nach 2 Ecken hörten wir auf einmal Musik. Klang sehr interessant und lag auf unserem Weg. Um die nächste Ecke Concert on a city placewar ein Platz. Und mitten auf dem Platz war Technik aufgebaut und dazwischen ein Orchester… wou. Vor dem Orchester eine Steintreppe. Wir blieben stehen und lauschten der Musik. Echt schön… und der klang dort… einsame Spitze. Wir entschieden etwas länger zu bleiben und suchten uns freie Plätze auf der Treppe. Bestimmt eine Stunde saßen wir da und haben den Musikern gelauscht. Die Musikrichtung kann ich nicht einmal genau bestimmen. Es war kein Klassik. Gegen Ende haben sie wohl einer Weile etwas Afrikanisches gespielt, aber das konnte man auch so genau nicht raus hören. Ich habe Videos gemacht :) Musst Du warten bis ich es hochladen konnte. ;)

Wir blieben dann bis das Konzert ganz zu Ende war. Mittlerweile war es so gegen halb 10 und wir mussten mal zurück zum Känguru. Das stand nämlich in einem Parkhaus und die Parkuhr lief. 5,70 Euro mussten wir bezahlen.
Und dann die allabendliche Frage: Wo schlafen. Wir beschlossen noch ein bisschen zu fahren und dann zu schauen wo wir einen netten Schlafplatz finden. Die nächste Strecke ist eh lang… gute 950Km bis zu den Dune de Pyla in Frankreich. Und rennt die Zeit langsam weg. Wir haben nur noch wenige Tage und müssen jetzt echt Strecke machen. 2 Punkte stehen noch auf unserer Liste. Die Dune du Pyla und Paris. Das sind unsere letzten Ziele und diesmal ohne Bummelstrecke und noch 5 mal irgendwo anhalten.

Es war schon fast dunkel und ich liebe es nicht gerade im Dunkeln zu fahren. Das ist sehr anstrengend für meine Augen. Aber wir haben es noch ganze 160 Km geschafft. Aber auch nur weil noch 90km Autobahn dabei waren. Später wurde es auf einmal Nebelig (sehr nebelig) und auch kurvig. Wir erreichten wohl auch schon die Nordausläufer der Pyrenäen. Irgendwann um 1 in der Nacht ging es einfach nicht mehr. Glücklicherweise fanden wir einen Friedhof mit einem riesigen Parkplatz davor. Hier würden wir wohl niemanden stören und bauten im Nieselregen unser Nachlager auf. Ich glaube so schnell bin ich selten eingeschlafen.

12.07.2013

Die Ruhestätte war Himmlisch… ruhig :) Am morgen hörten wir ein Elektroauto über den Parkplatz fahren und später einen Traktor. Aber niemand störte sich an uns. Wir sind gegen 9 aus dem Bett gefallen. Den Friedhof haben wir uns noch kurz angeschaut. Sehr komisches Ding. Julia nennt es Schrankfriedhof. … Ich habe keine Ahnung wie ich es nennen würde. Aber man kann es sich schon wie einen Schrank vorstellen. Mit vielen kleineren, aber wohl tiefen, Öffnungen. Da liegen die Toten drin. 4 – 5 ‚Etagen‘ übereinander. Sehr … ungewohnt. Aber platzsparend.

Wir haben dann gepackt und sind wieder zurück auf die Straße. Das Wetter war nicht so toll heute. Bewölkt und nebelig. Für uns damit gutes Reisewetter. Wir hatten ja einen ganzen Tag auf der Straße vor uns. 750km um genau zu sein.
Und so fuhren wir auch den ganzen Tag durch die Landschaft. Erst hatten wir Glück und konnten auf der A8 fahren. Später mussten wir dann auf der N634 weitermachen. Der Nebel blieb den ganzen Tag und tauchte die Landschaft in eine Mystische Umgebung.

Einen Zwischenstopp legten wir natürlich bei Mc Donalds ein. Etwas gegen den Hunger tun, eine (mehr oder weniger) vernünftige Toilette und Internet :) Wir Junkies.
Ach ja, wir mussten ja auch noch die Postkarten von Santiago schreiben und verschicken, bevor wir Spanien verlassen. Wir hatten ja schon zig Spanische Briefmarken. So verbrachten wir mal wieder 2-3 Stunden bei unserem Lieblingsrestaurant und mussten danach noch in die Stadt, zum Postkasten.
Und dann ging es zurück auf die Bahn. Weiter durch die Landschaft Nord-Spaniens… die irgendwie total an Mitteldeutschland erinnert.

Dann wurde es mal wieder dunkel… Überraschung :) Inge meinte das es noch bis 2:30 in der Nacht dauern würde bis wir da wären… 250km noch.
Wir haben es noch bis hinter die französische Grenze geschafft und uns dann einfach auf dem nächst besten Mc Donalds Parkplatz niedergelassen.  :) Der hatte schon zu, so konnte uns niemand mehr stören. Aufgebaut und eingeschlafen. Der Tag hat geschlaucht. Autofahren macht doch müde. Besonders die Nachttouren schlauchen sehr.

Viele Grüße
Gordon


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Der Süden Portugals

05.07.2013

Die Nacht war leider nicht toll. Wir haben zwar direkt am Meer gestanden (nur ein paar kleine Häuser dazwischen) aber trotzdem war es in der Nacht Schweineheiß. Wir haben Nachts um 3 noch mal die Türen aufgerissen, um ein bisschen kalte Luft durchwehen zu lassen. Es ging gar nicht. Wir haben geschwitzt wie die Tiere.

Morgens ging es dann. Wir haben uns erst einmal den Strand angesehen. Schöner großer Strand mit traumhaftem Sand. Die Kite-Surfer waren schon auf dem Wasser. Wir haben auf der Straße sogar eine ganze Schulklasse mit kleinen Surfbrettern gesehen. Kleine Portugiesen mit kleinen Surfbrettern :) Das Meer selbst sah nicht sehr einladend aus. Es war dreckig (vom aufgewirbeltem Sand bzw. Sedimente) und die Wellen waren recht kräftig. Wir beschlossen lieber nicht rein zu gehen. Wer weiß was da für Strömung ist.

Wir gingen zum Auto zurück und bauten ab. Doch bevor wir los sind, haben wir noch im Cafe nebenan einen Kaffee getrunken. Ich habe festgestellt das ‚coffee‘ auch hier noch Espresso heißt. Ich bekam also eine Pfütze Kaffee mit dem Coffeingehalt einer ganzen Tasse.

Dann ging es aber endlich los… weiter. Wir wollten an dem Tag noch bis kurz vor oder nach Lissabon kommen. Direkt rein wollten wir nicht. Den Stress brauchten wir nun nicht auch noch. Ich mag es allgemein nicht in großen Städten zu fahren. Zu viel Stress.
Also hab ich, in Inges Karten, ein nettes Plätzen an einer sehr großen Bucht gefunden und ihr gesagt das wir da hin wollen. Es waren gut 300 Km, eine Weile zu fahren, wenn man keine Autobahnen nutzt.

Und dann ging es durch die Pampa von Portugal. Und es war wieder heiß. Im Auto teilweise 45 Grad, auch draußen nicht weniger. Der Wind brachte auch keine Abkühlung, da er die gleiche Temperatur hatte. Selbst in Zypern ist es nicht so heiß. So stelle ich mir die Wüste vor. Sengende Hitze ohne Möglichkeit auf Abkühlung.
Und in dieser Hitze sahen wir immer wieder große Ansammlungen von Storchnestern. Auch hier hatten Sie überall ihre Nester, wie schon vor ein paar Tagen in Spanien. Ihnen scheint diese Hitze nichts auszumachen.

Die Landschaft zog in den Stunden an uns vorbei. Portugal finde ich persönlich nicht so wirklich interessant. Es ist bis jetzt das flachste Land, mit ein paar kleineren Hügeln. Es ist heiß und die Vegetation ist zwar vorhanden, aber nicht wirklich einzigartig.

Wir haben irgendwann noch mal bei einem Supermarkt angehalten und uns mit kalten Getränken versorgt. Mehr ist an diesem Tag nicht passiert… außer die Straße.

Wir erreichten den Platz noch relativ früh. Es war noch hell. Wir haben uns den Platz ein wenig angesehen. Hier war wohl mal eine Toreroschule. Der Inhaber ist aber gestorben, wie wir später erfuhren, und nun liegt das Gelände brach und verrottet.
Vor uns lag die Lagune, die einige Kilometer ins Land führt. Das Wasser war braun dreckig. So dreckig das man schon nach 2 cm Wassertiefe nichts mehr erkennen konnte. Auf der Gegenüberliegenden Seite war schon die nächste Stadt zu sehen.

Wir wollten gerade aufbauen, da parkte auf einmal neben uns ein Transporter mit 3 Männern drin. Sie stiegen aus und sahen sich auch in der Gegend um. Wir wunderten uns schon was das für Leute sind und warteten erst einmal ab mit Aufbauen. Aber sie fuhren nicht weg. Im Gegenteil, sie fingen auch an auszupacken… Angeln. Aha, es waren also Fischer. Na dann. Besser als Meuchelmörder. :)
Nach ein paar Minuten hielt einer der Männer eine Bierflasche in unsere Richtung und sagte etwas, das wir nicht verstanden. Also sind wir hin. Julia versuchte ihm zu erklären das sie keinen Alkohol trinkt. Aber Juan, so hieß er, verstand nicht, oder wollte nicht verstehen. Ich dagegen nahm eine Flasche an und bedankte mich :)

Wir kamen ins Gespräch. Dabei kam raus das Marko, einer der Männer, seid 8 Jahren in Deutschland arbeiten geht. So genau habe ich es nicht verstanden, aber wie es aussieht immer mal wieder. Also mal in Deutschland lebt (in Plauen) und mal in Portugal. Er sprach sogar sehr gutes Deutsch.
Juan arbeitet auch des Öfteren mal im Ausland. In Deutschland und in der Schweiz. Sprach aber kaum Deutsch. Von dem anderen Juan haben wir nicht viel erfahren, er war auch recht ruhig.

Die Jungs versorgten uns nun rührend mit Bier und luden uns sogar zum Grillen ein. Es wurde ein echt guter Abend mit den 3en. Wir haben recht viel geredet, wobei der Einfachheit halber am meisten mit Marko. Juan versuchte seinerseits immer mal wieder mit Portugiesisch und Zeichensprache uns etwas mitzuteilen, wovon wir meistens nicht viel verstanden. Schade eigentlich, auch wenn er nicht so aussah, war er anscheinend doch ein sehr netter und lieber Mensch, so wie die anderen beiden auch.

Nach diesem ungewöhnlichen Abend mit den 3 Portugiesischen Anglern, haben wir uns ins Bett gemacht. Die 3 wollten am morgen um 5-6 Uhr schon wieder abhauen und so verabschiedeten wir uns schon mal von ihnen.
In der Nacht das gleiche Spiel wie am Vortag. Es war Schweineheiß im Auto in der Nacht. Türen konnten wir diesmal aber nicht wirklich aufmachen, da der Platz voll von Mücken war. So haben wir Julias Fenster mit Mückennetz bespannt, damit wir wenigstens eines aufmachen können.
Mir kam dann auch langsam die Erleuchtung warum es Nachts im Auto immer so heiß war, obwohl es draußen schon angenehm kalt war und wir auch schon die Türen vorher zum Auslüften offen hatten. Ich denke die Quelle diesen Übels sind die Flüssigkeiten, die wir im Auto transportieren. Diese heizen sich am Tag auf. So auf die 40-45 Grad Außentemperatur. Und am Abend wird es wieder abgegeben. Und zwar im Auto. Und wir haben einiges an Flüssigkeit im Auto. 13 Liter Flüssigkeit im Chemieklo, zig Liter an Trinken, 10 Liter Wasser im Waschkanister. Das sind nur die großen Mengen. Dazu noch die Kühltruhe, die ab und zu mal Kühlt und wärme abgibt.
Ich denke hier ist unsere Nächtliche Hitze zu suchen. Nur können wir das schlecht ändern. Das Trinken brauchen wir, das Chemieklo auch und das Wasser zum Waschen ist auch nützlich.

Naja, wir haben es dann irgendwann geschafft einzuschlafen.

06.07.2013

Wie vermutet war auch diese Nacht sehr heiß. Ich bin des Öfteren schweißgebadet aufgewacht, auch ohne Albtraum. Und draußen war es schon wieder dabei sich aufzuheizen. Die Sonne schien natürlich schon. Unsere Angler waren auch noch da. Die Nacht war nicht sehr erfolgreich für sie und sie versuchten weiter ihr Glück.

Wir packten relativ schnell zusammen, sagten noch mal Tschüss zu den drei und sind dann weiter. Weiter Richtung…  nächstem Mc Donalds. Der befand sich in der nächsten Stadt. Die die wir in der Nacht gesehen haben. Auf der anderen Seite des Flusses.
Dort angekommen stellten wir jedoch fest das es dort keinen Mc Donalds gab. Und wenn, dann in einem Einkaufzentrum… ohne ersichtliche Parkplätze. Zudem war an diesen Tagen irgendein Fest in der Stadt und die halbe Stadt war abgesperrt. Also auf zum nächsten, mit Mc Drive.

Der nächste war dann auch gleich schon mal 10 km weiter. Zum Glück in die richtige Richtung… gen Norden. Wir erreichten den Mc Donalds gegen 10 Uhr. Um 11 machte er aber erst auf. Zum Glück standen draußen die großen Sonnenschirme. So haben wir uns schon mal in den Schatten gesetzt und angefangen zu schreiben. Ich hing mal wieder mit dem Schreiben hinterher und Julia hat sich dann ein Plätzchen mit WiFi Empfang gesucht, was so ziemlich nur vor der Eingangstür zu finden war… zumindest für Sie.

Um 11 machten sie dann endlich auch auf und wir sind dann nach drinnen gezogen. Einen Sitzplatz mit Steckdose gesucht und gleich mal unsere Verteilerdose angeschlossen und alles dran gehängt was geladen werden musste… Laptops, Batterietanks, Kameraakkus (für meine Taschenkamera habe ich immer noch kein 12 Volt Ladegerät). Natürlich haben wir auch wieder die Mc Donalds Toilette in Anspruch genommen :)

Interessant war hier der Unterschied zwischen Innen- und Außentemperatur. Innen war es so kalt das ich gefroren habe. Als ich dann mal zum Rauchen nach draußen wollte, hat es mich bald erschlagen, so warm… heiß war es. Das Auto zeigte eine Außentemperatur von 45 Grad und die Innentemperatur war außerhalb der Skala.

Wir haben diesen Tag mal wieder bei Mc Donalds verbracht. Erst um 17 Uhr rum sind wir dort los. Ein paar Kilometer wollten wir wenigstens noch schaffen, an dem Tag. Das haben wir dann auch noch. Bis zu einem Waldsee irgendwo in Portugal. Ich hatte die Hoffnung dass man hier vielleicht mal Baden gehen könnte und dabei gleich noch eine Dusche spart. Leider war das Wasser auch hier total braun und ekelig. Direkt neben dem See war auch noch ein Picknick Platz, der selbst in der Nacht um halb 10 noch gut besucht war. Das erledigte sich jedoch innerhalb von ein paar Minuten und wir waren schlussendlich allein dort am See. Von ein paar Glühwürmchen mal abgesehen. Echt cool die Teile. Hatte ich vorher noch nie so wirklich gesehen.

Wir haben dann noch aufgebaut und sind ins Bett gegangen. Es war mal wieder schön heiß in unserer Privatsauna…

07.07.2013

Die Nacht endete recht früh. Diesmal nicht von der Hitze sondern weil der Picknickplatz schon am Morgen wieder Bevölkert wurde. Als wir gegen 9 aus dem Auto lugten, waren die Parkplätze um uns herum schon gut gefüllt. Die ersten Schleppten schon Grillzeug auf den Platz und belagerten die ersten Sitzplätze. Im Minutentakt kamen neue Autos auf den Platz gefahren. Es wurde ein Fußballfeld aufgebaut und 2 Spanferkel waren bald über 2 riesen Grills aufgespießt. … Ich glaube wir haben irgendeinen Feiertag verpennt.

Wir haben abgebaut, bevor der Trubel noch zu viel wurde. Nach einem kurzen Spaziergang am See sind wir dann auch gefahren. Natürlich hat die Technik mal wieder gestreikt. Es dauerte einige Minuten und Kilometer bevor Inge und der GPS Tracker korrekt arbeiteten.

Wir hatten aber noch immer nicht geduscht oder gebadet und unser Berg mit dreckiger Wäsche wuchs auch. Wir brauchten also einen Waschsaloon für unsere Wäsche und eine Dusche für uns. Mein Lösungsvorschlag war einen Campingplatz anzufahren. Die haben immer beides, Dusche und Waschmaschinen. Eine Dusche zu finden ist nicht immer soo schwer, aber einen Waschsaloon zu finden kann schon schwieriger ausfallen.

Wir haben dann bei einem Campingplatz angehalten und haben gefragt ob wir unsere Wäsche waschen könnten und auch mal die Dusche benutzen können. Die Dame hinter dem Tresen meinte nach reichlicher Überlegung (scheint keine Alltägliche Frage zu sein) das sie uns als Tagesbesucher rein lassen könnte. Würde 3,75 Euro pro Person kosten. Wir fragten dann mal interessehalber was es kosten würde wenn wir eine ganze Nacht bleiben würden. 2 Leute und 1 Auto… 12,50 Euro. Da haben wir nicht lange überlegt und sind gleich ganz geblieben. Für so schmales Geld, was soll es.

Der Campingplatz war ok. Leider wenig Schatten, in der Portugiesischen Sonne. Wir haben dann doch noch einen gefunden. Zwischen ein paar Bäumen, direkt neben den Waschräumen. So hatten wir den ganzen Abend noch Schatten. Es war ja erst um 5 rum.

Erst einmal haben wir die Wäsche in die Maschine gehauen und uns dann den nahen Strand angeschaut. Er war ca. 200 Meter vom Campingplatz entfernt. Zu Fuß in ein paar Minuten zu erreichen.
Ein riesiger Strand. Bestimmt 50 Meter breit. Da Sonntag war, war er auch gut besucht. Viele Menschen haben sich hier in der Sonne geaalt. Besonders komisch fand ich das direkt am Wasser auch recht viele Menschen standen. Aber sie standen da nur und das war es. Im Wasser waren nur 2-3 Leute. Aber direkt davor standen vielleicht 100. Es sah aus als würden sie auf etwas warten… nur auf was, das weiß ich nicht.
Wir blieben da einige Minuten auch stehen und ich beobachtete das ganze ein bisschen. Aber nichts. Die Leute standen da und keiner ging rein. Sehr komisch…

Den Weg zurück haben wir uns mit einem Eis vom Kiosk versüßt. Das beste was man machen kann, bei der Hitze. Die Waschmaschine war auch fast fertig. Wir mussten noch 10 Minuten warten und dann konnten wir unsere Wäsche gleich mit zum Auto mitnehmen und dort aufhängen. Dann waren wir an der Reihe. Duschen… immer wieder ein Erlebnis … bei den Duschen hier. Aber wenigstens hatten sie normale Wasserhähne und nicht solche Druckknöpfe, die das Wasser nach 10 Sekunden wieder abstellen. So konnte ich mal wieder ausgiebig Duschen.

Und dann das Highlight des Abends… Grillen. Das erste mal auf der Tour haben wir Julias coolen Minigrill ausprobiert. Auf dem Weg hatten wir noch bei Lidl angehalten und Grillfleisch besorgt. Das sollte uns den Grill füllen… und tat es dann auch. Gut, teilweise etwas dunkel geraten… hat es doch sonst aber sehr gut geschmeckt :)
Nach diesen schönen Abend ging es dann ins Bett. Die Wäsche ließen wir diesmal draußen hängen, damit sie am morgen trocken ist.

08.07.2013

Endlich mal eine Nacht in der wir angenehm durchschlafen konnten. Zumindest bis am Morgen die Sonne auf das Känguru schien. Dann war es vorbei mit der Kühle und das Auto erhitzte sich innerhalb von Minuten. Aber trotzdem war es eine gute Nacht. Endlich mal wieder durchgeschlafen.
Und wir ließen auch den Morgen langsam angehen. Schön relaxed.
Langsam Wäsche abnehmen, Auto umbauen und noch mehr relaxen.

Dann gingen wir noch in die Bar, wo es Internet gab… und einen Kaffee. Später entschieden wir uns sogar noch etwas dort zu essen. Das dauerte allerdings etwas länger und so verließen wir den Platz mit Verspätung. Um 1 hätten wir spätestens Auschecken müssen. Halb 2 waren wir aber erst am Ausgang. Gab zum Glück keine Nachzahlung oder so. Wir bezahlten unsere 12,50 Euro und fuhren. Heute in Richtung Santiago de Compostela, welches bereits in Spanien ist. Das wir es so weit heute nicht schaffen würden, war klar. Aber die Richtung stimmte schon mal :)

Nur war da schon wieder so eine Sache… wir hatten noch nicht eine Postkarte aus Portugal verschickt. Wir hatten noch nicht einmal einen Stand gesehen wo Postkarten verkauft werden. Irgendwie ist Portugal ein sehr komischer Staat. In jedem anderen Land wird man Bombardiert mit Souvenirs und Postkarten. In Portugal muss man anscheinend stark danach suchen. Und wir sind keine 200 Km mehr von der Grenze weg.
Eine Idee, eine Touristeninformation. Die müssten sowas ja haben oder zumindest wissen wo man sowas bekommt. Also haben wir bei der nächst besten angehalten. Das war in Povoa de Varzim.

Wir erklärten der netten Dame in der Touristeninformation das wir dringendst Postkarten brauchen und wo man sowas findet. Sie selbst hatte leider keine auf Anhieb da, erklärte uns aber wo man den welche finden könnte und drückte uns auch noch einen Stadtplan in die Hand. Also ließen wir unser Känguru auf dem Parkplatz der Touristeninformation stehen (es gibt einen kostenfreien Parkplatz für die Touristeninformation) und liefen in die Stadt. Erst blieb unsere Suche erfolglos. Mal gab es nur 2 verschiedene (hässliche) und meist gar keine. In einem Bücherladen dann die ersten Fundstücke. Später am Strand dann eine noch bessere Auswahl. Wir deckten uns gleich mit Ausreichend Karten ein. Denn Portugal ist eigentlich eine wichtige Station auf unserer Reise. Es ist der Umkehrpunkt. Weiter in Richtung Westen geht es nicht mehr. Der Atlantik versperrt den Weg. Also fahren wir vom Süden in den Norden und dann zurück Richtung Osten. Über Nordspanien, Nordfrankreich zurück nach Deutschland. Vielleicht noch 1-2 Tage Luxemburg und Belgien.

Aber jetzt hatten wir erst einmal Postkarten. In einem Souvenirshop haben wir es auf ganze 30 Minuten Aufenthalt gebracht.  Hier noch geguckt und da noch geguckt. Und dann das noch gefunden und das noch gefunden. Man man…
Nach der Einkaufstour (für Touristen) ging es zur Touristeninformation zurück. Ielva, die nette Dame dort, hatte auch noch ein paar Karten für uns gefunden. Und so machten wir es uns dort erst einmal Gemütlich und schrieben unsere Postkarten, damit wir sie gleich auch noch verschicken können. Jetzt hatten wir ja auch Portugiesische Briefmarken. Sie müssen also weg, die Karten.

Als wir endlich fertig waren mit schreiben, war es auch schon fast um 7. Um 7 würde das Büro auch schließen. Aber irgendwie haben wir uns total mit Ielva verquatscht. Noch über dies und das geredet… und total die Zeit vergessen. Als noch andere Touristen um halb 8 das Büro betraten, viel uns auf das es eigentlich schon sehr spät ist. Aber es war auch schön mit Ielva zu reden. Eine sehr nette und interessante Frau. Wir haben Kontaktdaten getauscht.

Um die Uhrzeit machte es auch nicht mehr viel Sinn noch groß weiterzufahren. Wir suchten uns ein nettes Fleckchen, nur 5 km weiter, und blieben dort. Ein etwas einsames Fleckchen, zum Glück mal wieder. Es gibt hier zwar ein Hotel, aber das ist mehr zu als offen. Der Strand ist auch hier riesig und nicht so voll.
Wir haben uns noch den Sonnenuntergang am Strand angesehen… Traumhaft. Wie die Sonne blutrot im Meer versinkt. In Zypern geht sie ja leider nie im Meer unter, jedenfalls nicht in Limassol.

Dann haben wir uns im Hotel, durch einen Kaffee, das Wifi Passwort besorgt und ich schreibe hier noch während Julia schon Seelig schläft. :) … Werde ich jetzt auch tun.

Liebe Grüße
Gordon


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Tarifa

03.07.2013

Der Wecker klingelte um kurz vor 8. Tauchen ist ein tolles Hobby… aber die frühen Zeiten sind echt mies. Wir haben es irgendwie, nach weiteren 15 Minuten, aus dem Bett geschafft. Ich hatte in Erinnerung das der Mann vom Tauchshop gesagt hatte das es um 9:30 los ging. Als wir um kurz nach 9 immer noch nicht fertig waren, habe ich noch mal angerufen und bescheid gesagt. Da meinte er das es erst um 10 losgeht. Hab ich mich wohl verhört.

Um kurz nach halb 9 waren wir dann an der Tauchschule. Hier war das Gewusel schon im vollem Gange. Wir uns schnell den Chef gesucht und uns vorgestellt. Die Leute waren (wie so ziemlich alle Taucher) sehr nett und haben uns erst einmal ein bisschen eingewiesen. Dann ging es ans Ausfüllen der üblichen Papiere (Tauchfähigkeit, Krankheitsbilder (die man hoffentlich nicht hat) und Unterschreiben das, falls man absäuft, keine Schuld der Tauchschule gibt). Dann noch schnell eingekleidet und schon ging es los. Man wartete bereits auf uns Trödler. :)

Es ging los mit einem kleinen Boot. Wir waren ungefähr 8 Taucher plus 3 Instrukteuren. Wir bekamen Moritz. Moritz ist ca. in meinem Alter und eigentlich aus der Schweiz. Das begrüßten wir sehr, da wir so mit ihm in Deutsch alles durchsprechen konnten. Wir fuhren natürlich nicht zu dem Wrack, das der Mann am Telefon am Vortag versprochen hatte. Es wurde ein Tauchplatz dessen Namen ich schon wieder vergessen habe.

P1000701 (Kopie)Dann erreichten wir den Tauchplatz am südlichen Ende der Insel. Hier machten wir an einer Boje fest und auf ging es.
Ich hatte mal wieder Probleme mit dem Druckausgleich in den Ohren und musste langsam machen. Julia hatte ein ganz anderes Problem, sie hatte zu wenig Blei mit und kam nicht runter. So musste Moritz sie – im Schlepptauch – nach unten ziehen. Dann ging es aber und nach ca. 10 Minuten waren wir alle unten am Grund angekommen.
Die Sicht war mies. Überall Sedimente, die die Sicht auf ca. 10 Meter reduzierten. Vielleicht sogar weniger. Und das Wasser war kalt. 17 Grad unten, 18 oben. Atlantik ist halt nicht mehr das Mittelmeer. Obwohl… hier ist es ja 50/50 von beidem. Natürlich hatte ich weder Handschuhe noch eine Taucherhaube dabei. Aber ich war tapfer :) Und nach einigen Minuten ging es dann auch.

Wir tauchten also ab in die Tiefen der Straße von Gibraltar… naja, zumindest bis auf 30 Meter. Viel sahen wir nicht. Nur die (gleichen) Fische sind hier um einiges größer als in Zypern. Wir haben 2 große Krebse gesehen (erschreckend) und ein paar Fische. Das war’s.
Der Tauchgang inkl. Sicherheitsstop dauerte 44 Minuten. Enttäuschend.

Es ging zurück aufs Boot und dann zurück zum Hafen und zum Tauchshop. Viel Zeit zum Verschnaufen blieb nicht, denn nur wenige Minuten ging es schon los zum 2. Tauchgang. In der Zwischenzeit habe ich mich noch erkundigt wann wir vom 2. Tauchgang wieder zurück sind und uns dann für das 17 Uhr Whale Watching angemeldet.
Und schon ging es wieder zum Boot. Diesmal fuhren wir noch um die Insel rum, zur Atlantikseite. … Kälter wurde das Wasser hier zum Glück aber nicht noch. Wärmer aber auch nicht.

Moritz meinte das wir diesmal vielleicht ein Wrack von einem alten Dampfkesselboot sehen. Obwohl da auch nur noch die Kessel zu sehen wären.
Es ging also wieder ins Wasser. Diesmal hatten wir recht starke Strömung. An diese mussten wir uns erst einmal gewöhnen, konnten sie dann aber gut nutzen um uns treiben zu lassen. Ich habe diesmal einen recht fetten Tintenfisch gesehen (die anderen beiden sind einfach drüber weggeschwommen). Dazu gab es noch diverse Schneckenarten und wieder die gleichen Fische (nur größer halt).
Das Dampfkesselboot haben wir wieder nicht gesehen. 2 Tauchgänge ohne ein ersehntes Wrack.

Zurück am Tauchshop nutzten wir erst einmal die Duschen, die es dort gibt. Ein Segen! Und sogar Seifen und Shampoo-Spender gibt es in den Duschen. Dieser Service ist für uns Gold wert. So konnten wir endlich mal wieder vernünftig Duschen und so eine heiße Dusche nach dem Tauchen im „Atlantik“ ist echt was feines. Frisch ging es dann an den schlechten Part der Sache (für uns)… das Bezahlen. 37,50 Euro pro Tauchgang und Nase. Eigentlich ein guter Preis. Aber für Low-Bugdet Reisende wie uns, ein Vermögen. Dazu holten wir gleich noch ein paar Postkarten und bekamen noch ein paar Werbepostkarten dazu. Also bin ich knapp 80 Euro für einen halben Tag losgeworden. Dafür war ich aber mal in der Straße von Gibraltar tauchen :)

Ich kann Yellow Sub in Tarifa nur empfehlen. Die Leute dort sind sehr nett, gutes/perfektes Deutsch und English. Das Equipment war gut und man war immer bemüht zu helfen. Leider konnten sie die Tauchplatzversprechen nicht halten, das ist ein dickes Minus für mich, da ich gern Wracks betauche (Unterwasserlandschaft gibt es überall… aber Wracks sind die wahren Schätze). Aber alles in allem ist die Tauchschule gut. Besonders die Duschmöglichkeit fand ich ein dickes Plus.

Danach ging es noch kurz zum Auto zurück. Klamotten wechseln, Kameras einpacken und Tauchzeug auspacken. Und schon mussten wir wieder los, zum Whale Watching mit Firmm. Bevor es los ging, gab es noch eine halbe Stunde eine Informationsrunde zum Thema. Das fand ich sehr gut, auch wenn ich nicht viele neue Informationen daraus ziehen konnte.
Es wurden die lokalen Delfin und Walarten vorgestellt und etwas zu ihnen gesagt. Der Große Tümmler, Blau-Weiße Delfine, gewöhnliche Delfine, Grindwale, Pottwale, Finnwale und Orcas. Das ist eine ganze Menge und viel mehr als ich dachte. Zu jedem Tier wurden ein paar Worte gesagt und besonders hat mir gefallen das die Mitarbeiterin auch angesprochen hat, warum Delfine nichts für die Gefangenschaft (in Delfinarien z.B.) sind. Leider ist das Thema dann doch etwas kurz ausgefallen. Aber besser als nichts.
Natürlich wurde auch die Organisation kurz vorgestellt und etwas zur Straße von Gibraltar gesagt. Das durch das Aufeinandertreffen der 2 Meere und die Strömungen optimale Bedingungen für das Futter der Wale geschaffen sind und das sie deswegen kommen. Es wurde auch angesprochen das hier der Tunfisch durchzieht und das dieser in Massen für den japanischen Markt gefangen wird (für Sushi zum Beispiel)… noch bevor er laichen kann. Also bevor er sich vermehren kann. Japan… da ist es wieder. Erinnert mich stark an die Japanische Walfangflotte in der Arktis und das wohl berühmteste Dorf in Japan (für mich und viele andere Delfinfreunde)… Taiji. Wo jährlich zehntausende Delfine abgeschlachtet werden… für Delfinarien und für… nichts. Delfinfleisch enthält höhere Mengen an Quecksilber und es ist gefährlich es zu essen.

Nach der Informationsstunde ging es dann auf das Boot. Ich weiß nicht wie viele Leute in der Gruppe waren, aber es waren einige. 50 vielleicht.
Ich hatte mir den Platz ganz vorn ausgeguckt, direkt am Bug. Ich wollte nicht irgendwo in der Menschenmenge stehen, wenn etwas gesichtet wird. Ich wollte einen Wal sehen und nicht den Kopf meines Vordermanns. Der Mann auf dem Boot gab mir ein Zeichen das es möglich ist, aber erst später. Nachdem wir ablegten, wusste ich auch den Grund. Wir fuhren erst einmal gegen den Wind. Die aufspritzende Gischt spritzte das Wasser selbst bis zum hinteren Ende des Bootes. Würde man da jetzt draußen am Bug stehen, wäre man innerhalb von Sekunden total nass. Also warteten wir geduldig und schauten uns die vorbeiziehende Landschaft an.

Dann endlich drehte das Boot Richtung Süden, Richtung Afrika. Nun durften wir auch raus und ich ergatterte mir den Platz den ich wollte. (Fast) genau am Bug. Genau am Bug ging nicht, da hier die Prellbojen hingen (oder wie auch immer die Ballons heißen). Klasse Aussicht. Aber trotzdem noch ein wenig nass.  Ich hatte gerade meine Kamera mit dem dicken 300er Objektiv rausgeholt und angelegt, als uns eine Welle traf… *patsch* alles nass. Ich verstaute die Kamera lieber gleich wieder im Rucksack und hielt nur noch die GoPro in der Hand. Die ist wenigstens Wasserdicht und kann keinen Schaden nehmen. Wäre ja doof wenn ich hier noch meine Kamera Schrotte. Und dann hieß es warten, suchen und gucken.

Wir kamen recht nah an Marokko ran… Afrika. Ganz nah. Das war Julias Ziel. Ganz nah an Afrika. … Mir war Afrika in dem Moment sowas von egal. Ich wollte endlich mal einen Wal sehen. Um so größer und beeindruckender, um so besser. Aber es passierte nichts. Ich stand vorn am Bug und guckte und 2 Mitarbeiter von Firmm standen oben im Ausguck und suchten (ein paar von den anderen Leuten starrten sicher auch gebannt auf das wellige Meer). 2 Stunden lang kurvten wir durch das Meer. Bis der Kapitän plötzlich nach Norden abdrehte, in Richtung Tarifa. Da wusste ich das es es zurück ging. Jetzt oder nie… und starrte weiter auf das wellige Meer. Afrika hinter uns, links die tiefstehende Sonne, die sich im Meer spiegelte und somit doppelt blendete, rechts das Mittelmeer mit einigen riesigen Containerschiffen und gerade zu Spanien. Die Wellen klatschten gegen das Schiff, vereinzelt so stark das die Gischt über das Vorderschiff spritzte. Nass war ich schon lange. Meine Hose, Shirt und der Rucksack trieften. War mir egal, ich wollte jetzt heute einen Wal sehen… oder wenigstens Delfine. Wal aber lieber. Auch die Befürchtung eventuell Krank zu werden, auf der Reise nicht so toll, hatten keine große Einflusskraft darauf.

Circa 20 Minuten später gab mir der Mitarbeiter zu verstehen das ich doch jetzt auch rein solle (ich war seid geraumer Zeit der letzte dort vorn). Wir liefen in den Hafen ein… ohne irgendetwas gesichtet zu haben. Welch Enttäuschung. :(
Natürlich ist es klar das es keine Garantie gibt. Die gibt es nie, wenn man Tiere in der Freiheit erleben möchte. Und ich finde es schöner Tiere in Freiheit nicht zu sehen, als sie Eingesperrt mit Sicherheit sehen zu können. Dieser Standpunkt hat mir dann Teilweise auch wieder zum Lächeln verholfen. Teilweise stand ich auch dort vorn und habe für mich gegrinst… Weil ich keine Wale oder Delfine gesehen habe… denn das bedeutete das sie frei sind!
Ein Zwiespalt könnte man sagen. Traurig und Glücklich gleichzeitig, das ich keine geliebten Wale gesehen habe.

Es ging also zurück zur ‚Basis‘. Die Stiftung gibt in dem Fall das man gar nichts auf einer Fahrt sieht, kostenlos ein neues Ticket. Geld zurück gibt es leider nicht. Da wir aber am nächsten Tag schon wieder weiter wollten, nützte uns ein neues Ticket nichts. Zumal es am nächsten Tag von Algeciras, um 15 Uhr, losgehen sollte. Das wäre ein Umweg noch dazu. Wir nahmen die Tickets trotzdem. Man weiß ja nie. Vielleicht könnten wir sie noch verticken.

Nach der Tour sind wir wieder zum Auto. Ich musste die nassen Klamotten loswerden, bevor ich mir wirklich noch was weg hole. Zum Abschluss des Tages wollten wir noch eine Kleinigkeit essen und schauen ob wir irgendwo ins Internet kommen. Die Wahl viel auf ein kleines Restaurant gegenüber vom Hafen. Internet gab es nicht, dafür etwas zu essen. Nicht die große Auswahl, aber besser als nichts. Meine Wahl viel, mal wieder, auf Gnocchi. Waren sehr lecker.

Nach einer Weile kamen ein paar Österreicher an den Nebentisch. Julia hat sie gleich mal angehauen wegen der Karten. Sie hätten es gern gemacht, sind aber auch am nächsten Tag abgereist. Es war ein sehr nettes Pärchen Mitte 20 aus Wien. Sie haben uns auch gleich einen Schlafplatz in Wien angeboten, falls wir mal da wären. Fand ich ja süß und komisch zugleich… fremden Menschen nach 5 Minuten die Couch zum Schlafen anzubieten.
Wir haben uns noch eine Weile unterhalten, bis ich dann müde wurde und zum Auto wollte. Außerdem finde ich es unhöflich Menschen beim Essen vollzuquatschen.

Wir sind dann zurück zum Auto und das war es für den Tag. :)

04.07.2013

Die Nacht war ruhig und so startete auch der Tag. Ruhig.
Als erstes Stand ein Rundgang in der Stadt auf dem Plan. Wir hatten noch 3 Karten für Whale Watching zu verkaufen. Unsere Reisekasse würde es uns danken.
Also ging es auf in die Innenstadt. Die meisten Bars und Restaurants waren noch geschlossen. Erste Station war das Postamt. Hier sollte es ja zumindest eine Deutsche Bank sein, wenn auch ohne Geldautomat. Also ab an den Schalter. Leider handelte es sich um die spanische Deutsche Bank, da gibt es kein Geld für Julia… witzig hmm?
Naja, so ging es in das nächste Cafe mit Internet. Das funktionierte mehr schlecht als recht. Aber es ging einigermaßen. 2 weitere Versuche unsere Karten unter die Leute zu bringen scheiterten auch.
Und ich kontrollierte mal wie meine finanzielle Verschwendung voran schreitet und bin ja bald umgefallen. Ich hatte weitaus mehr ausgegeben als mir klar war. Eigentlich befand ich mich schon an der Budgetgrenze. Ausgaben die nicht direkt was mit der Reise zu tun hatten (z.B. das Solarsystem) noch gar nicht mit eingerechnet. Somit ist jetzt Sparkurs angesagt… und noch mehr Notwendigkeit die Karten wieder zu verkaufen. Aber es findet sich einfach keiner :(

Auf dem Rückweg gingen wir noch mal am Hafen vorbei, wo das Büro von Firmm ist. Vielleicht stehen ja gerade ein paar interessierte Touristen davor. Leider war dort niemand. Aber bei der Tauchschule, die direkt daneben ist, war noch was los. Also hab ich spontan mal Moritz darauf angesprochen… und hatte Glück. Er kannte das schon und wollte sowieso bald mal wieder Whale Watching machen. Na super. So haben wir ihm zu günstigen Karten verholfen und er hat unsere arme Reisekasse wieder aufgestockt. Mission erfolgreich :)

Wir sind dann zum Auto zurück, haben gepackt und sind losgefahren. Richtung Portugal, das Westende unserer Reise. Für heute Abend hatte ich mir einen netten Platz an der Südküste ausgeguckt. Faro. Hier gab es einige Lagunen… viele sogar. Am äußersten Punkt vermutete ich wenig Verkehr und ließ Inge uns dort hinbringen.

Der Weg dorthin war heiß. Wir fuhren erst einmal nach Norden, ins Inland Spaniens. Bis nach Sevilla und dann nach Westen nach Faro. Wir hatten unterwegs noch nie einen so heißen Tag. Das Thermometer im Auto zeigte max. 45 Grad im Auto. Fenster aufmachen brachte auch nichts mehr. Der Wind selbst hatte die gleiche Temperatur. Wir gingen ein.
Dafür sahen wir auch etwas Wundervolles. Inmitten dieser heißen Landschaft hatten Störche die Höhen erobert. Auf fast jedem Strommast waren Storchennester. Auf den großen Masten sogar bis zu 4-5 auf einem einzigen Mast. Nebeneinander, übereinander… wie gerade Platz war. Manchmal waren sogar große Verkehrsschilder bevölkert. Das ist echt grandios zu sehen.
Ich kann mich noch daran Erinnern wie früher, in meiner Kindheit, in meiner Heimatstadt ein Storchennest auf einem Schornstein in der Stadt genistet haben. Irgendwann kamen sie dann nicht mehr. Und irgendwann war dann das Nest nicht mehr da. Ich kann mich gerade nicht einmal mehr daran erinnern ob es den Schornstein nun überhaupt noch gibt.
Aber hier, hier gibt es sie in Massen. Und das ist irgendwie wundervoll. So viele Störche auf einem Haufen. Echt cool!

Wir haben die 400Km am Abend hinter uns gebracht und trafen bei der Dämmerung an dem Ort ein, den ich Inge vorgegeben hatte. Leider war er nicht so einsam wie ich erhofft hatte. Den Flecken hatten die Portugiesen auch schon entdeckt und fleißig Ferienhäuser hingesetzt. Das es schon spät war haben wir uns das trotzdem mal angeschaut und uns in einer Parklücke postiert. Nur Portugiesische Kennzeichen, also wohl kein Touristenhäuser. Eher was Einheimisches. Nun vielen wir auf.

Wir sind noch in ein Cafe in der Nähe und ich habe noch ein Bier getrunken und wir haben ein wenig den nächtlichen Ausblick genossen. Vor uns eine Lagune, in der sich die Lichter des Flughafens spiegelten, der sich direkt dahinter Befindet.
Danach haben wir einfach aufgebaut und sind ins Bett.


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