Naturschutzgebiet Geres im Norden Portugals und Santiago de Compostela

Dieser Beitrag ist auch verfügbar in: Englisch

09.07.2013

Der Morgen begann wie immer gemütlich. Die Sonne war schon am Himmel, aber durch den Seewind blieb es zumindest im Wind angenehm. Wir ließen auf beiden Seiten ein wenig die Schiebetüren offen und hatten so einen angenehmen Durchzug.

Irgendwie war heute gar nichts mit uns los und wir legten noch mal einen Faulen tag ein. Angesichts des schönen Strandes und des Internets. So konnte ich noch ein wenig für meine Webseite schreiben und wir konnten noch mal relaxen. Klingt komisch, aber wenn man jeden Tag woanders ist, das ist auch anstrengend. Und ich fahre dazu ja auch noch immer.

Gordon at the beachAm Nachmittag haben wir es auch für eine Weile an den Strand geschafft. Das Wetter war gut und die See… sorry, der Ozean, sieht hier echt einladend aus. Leider ist hier die Strömung wohl sehr stark und die Wellen haben gut Kraft. So war nur Julia ganz drin und ich habe mich ein wenige in der Brandung gewälzt. Ist eh ganz schön kühl der Atlantik. :)

Mehr gibt es zum heutigen Tag eigentlich schon nicht zu sagen :)

10.07.2013

Was soll ich groß sagen. Wir sind heute wirklich aufgestanden… wie jeden anderen Tag auch :) Vielleicht ein wenig eher heute, als normalerweise. Unsere nette Dame von der Touristeninformation hat uns heute noch eine Nachricht geschickt, dass wir doch unbedingt im Nationalpark vorbeischauen sollen. Also haben wir geschaut wo er ist… und er lag auf dem Weg nach Santiago de Compostella. Also beschlossen wir uns heute noch im Nationalpark umzusehen.  Vielleicht würde das Portugal ja noch aus dem ‚Langweilig‘ Status befreien.

So habe ich noch einen Kaffee im 10 Meter entfernten Kiosk getrunken (auch um die Toilette benutzen zu können). Und dann ging es weiter. Als erstes zur nächsten Poststelle. Wir mussten noch unsere Postarten verschicken, bevor wir Portugal verlassen, was ja am nächsten Tag dann wäre. Inge leitete uns im nächsten Dorf zur örtlichen Poststelle. Dort angekommen, konnten wir nur eine Apotheke ausmachen. Naja, vielleicht ist da ja die Post mit drin. Wir also rein und gefragt ob hier auch die Post ist. Nein, um die Ecke. Aha… ok. Also um die Ecke und hinter das Haus. Da Post office in Portugalwar ein Baumarkt / Gartenhandel. Hmm… dann sahen wir ein kleines Schild auf dem Correio (portug. Für Post). Okkk… wir also rein in den Laden. Sah aus wie ein Informationstisch in einem Baumarkt… in dem es keine Beleuchtung gibt. Die 2 Männer darin unterhielten sich und einer Tippte irgendwas in die Kasse und schrieb irgendwas auf. Wir wurden keines Blickes gewürdigt… 10 Minuten lang. Wir fühlten uns irgendwie ignoriert. Bis irgendwann, als wir schon fast wieder gehen wollten, doch noch Beachtung fanden. Julia wedelte mit den Postkarten, in der Hoffnung man würde verstehen was wir wollen. Die Dame, die dazugekommen war, nahm die Postkarten entgegen und fing erst einmal an zu lesen… die Adressen wie auch die Nachrichten… wir guckten uns nur erstaunt an. Dann fing sie an zu rechnen und der Mann, der Übersetzen musste, da er ein wenig English sprach, meinte das wir pro Postkarte noch was bezahlen müssten, da es die falschen Briefmarken wären. Die die wir drauf hatten waren nur für Portugal. Interessant… irgendwer hatte uns beschissen. Aber was sollten wir machen. Also noch mal 5 Euro bezahlt und unsere Postkarten … sind hoffentlich auf Reisen gegangen.  Wer also eine Postkarte von mir aus Portugal bekommen hat, bitte mal Bescheid sagen!

Nature park in GeresDanach ging es dann weiter Richtung Norden. Nach Geres. Hier fängt (bzw. hat schon) das Naturschutzgebiet an. Es geht gleich mit einem schönen See los, auf dem man sogar Wassersport machen kann. Wir haben für ein paar Schnappschüsse kurz gehalten, sind dann aber gleich weiter nach Geres. Auch hier sind wir durch gefahren und zum Campingplatz. Ich wollte mal schauen wie der so ist und wie die Preise so sind. Wir erreichten den Campingplatz, der gut Ausgeschildert ist, sehr abenteuerlich. Die Gegend hier sieht wirklich wie ein Naturschutzgebiet aus. Die Natur ist sehr üppig hier, im Gegensatz zu der kargen Landschaft im Rest Portugals (aber auch Südspanien oder Zypern z.B.). Viele Bäume, Berge, Farne, etc. Und natürlich auch wieder Berge. Und sehr wenig Verkehr, was bei den engen Straßen aber auch gut so ist.
Der Weg zum Campingplatz führte uns ab von der geteerten Straße, auf einen Weg. Dann ging es über eine Holzbrücke, über einen Fluss… ich hatte ein wenig sorgen. :) Und weiter auf einem ‚Ackerweg‘ bis zu einer weiteren Brücke. Hier stand ein Stop-Schild und man konnte den Eingang des Campingplatzes erkennen. Ein junger Mann kam und entfernte ein weiteres Schild direkt auf der Brücke, um uns den Weg frei zu geben…

Wir haben uns erst einmal bei der Rezeption vorgestellt und nach den Preisen gefragt. 3,50 pro Person und pro Auto. Also 10,50 Euro pro Nacht für uns. Sehr angenehme Preise.
Da es aber erst kurz nach Mittag war, wollten wir uns noch ein bisschen hier umsehen. Julia hat den jungen Mann gleich ausgefragt, was man denn hier so sehen kann. Besonders die Wasserfälle wollten wir dann wissen. In einem holperigem English/Portugiesisch Mix hat er uns dann versucht unsere Fragen zu beantworten (sehr freundlich und hilfsbereit). Dazu haben wir gleich noch eine Karte von der Region gekauft. So konnten wir dann unterwegs notfalls noch nachlesen. Auch hat kein Navi POI’s. Inge hat zum Glück wenigstens Straßenkarten von hier.

Erste Anlaufstelle war ein Punkt an dem angeblich ein super Wasserfall sein sollte (wir haben ein Bild im Büro des Campingplatzes gesehen… sah toll aus). Es ging den Berg lang hoch. Durch die schmalen und kurvigen Straßen und besonders durch die Steigung sind wir meist mit 30Km/h dahin gekrochen. Das war aber ok, so konnten wir wenigstens etwas vom Park genießen. Und man kommt ja auch langsam ans Ziel.
Wir erreichten schließlich die Stelle an der der Wasserfall sein sollte. Doch es war keiner da. Anstatt des Wasserfalls fanden wir … naja, einen kleinen Wasserfall mit einem natürlichen Pool davor. Das sah fürs erste auch ganz einladend aus. Nur der Parkplatz war ca. 300 Meter weiter die Straße lang. Ich konnte Julia zu dem kleinen Spaziergang überreden und wir liefen zu dem Pool. Er lag etwas tiefer und der Abstieg war etwas schwieriger… aber es hatte sich gelohnt. Es war schon eine kleine Menschenmenge hier und wir gesellten uns dazu. Das Wasser war glasklar und erfrischend. Genau richtig eigentlich. Wir gesagt, sogar mit einem kleinen Wasserfall.
Natürlich bin ich nicht ohne Taucherbrille dort hin und so waren wir ein wenig Schnorcheln. Zu unserer Verwunderung waren sogar einige kleinere Forellen in dem Pool. Die Schwammen da fröhlich zwischen den ganzen Leuten.

Wir blieben ca. eine Stunde dort und genossen die Atmosphäre und natürlich den Pool. :) Dann ging es wieder zurück zum Auto. Die Karte wies noch einige andere Wasserfälle aus. Wir wollten noch einen versuchen. Der nächstgelegene… dennoch gut 10 Km entfernt. Es ging wieder zurück bis hinter den Campingplatz, von dem wir gestartet sind. Inge kennt natürlich keine Wasserfälle und so haben wir ein Dorf einprogrammiert, das etwas hinter dem Wasserfall liegt. Das kannte Sie.

Leider waren wir wohl gerade an einem Punkt an dem Sie etwas verwirrt war. So drehten wir eine Ehrenrunde auf einer der steilsten Straßen die ich jemals hinuntergefahren bin. Ich weiß nicht wie viel Prozent Gefälle es waren… aber ich würde auf um die 30% tippen. Und das teilweise in Kurven durch das Dorf. Wir schafften es, zum Glück, und kamen wieder zu dem Punkt an dem wir eben gestartet waren. Wir hatten eine falsche Abbiegung genommen. Also noch mal und diesmal die richtige Straße genommen.

Es ging einige Kilometer durch weitere schöne Natur und Landschaft. Einsame Straßen den Berg lang hoch und wieder runter. Die Autos, die uns entgegen kamen, kann ich an einer Hand abzählen. Teilweise hatten wir eine Aussicht vom Berg und konnten das ganze Tal um Geres überblicken. Traumhaft. Und der Wald sieht teilweise aus wie ein Märchenwald. … Hier ist Portugals wahre Schönheit versteckt.

Wir mussten dann eine Abbiegung nehmen, an der die Asphaltstraße wieder endete und wieder eine Sandstraße begann. Diese führte uns dann zu einer Brücke. Von hier musste man zu Fuß zum Wasserfall gehen. Es sind nur wenige Minuten zu Fuß, er ist quasi gleich um die Ecke. Dieser Wasserfall ist schon beeindruckender. Er besteht aus mehreren Ebenen. 4 um genau zu sein. Von ganz oben fällt das Wasser in einen Pool, ca. 8-10 Meter tiefer. Dann noch einmal ein Fall in einen Pool ca. 4-6 Meter tiefer. Und dann der große Fall bis nach unten. Der ist dann ca. 20-30 Meter.
Von der 4 zur 3 Etage waren gerade Bergsteiger am Abseilen. Auch sah es so aus als würde die 3. Etage mit einer Höhle verbunden sein. Zumindest glaube ich Stalaktiten entdeckt zu haben und ich konnte das Ende der Höhle nicht sehen. Ich bin jetzt natürlich neugierig :) Werde es wohl aber erst später im Internet herausfinden.

Es wurde langsam später… was nun tun? Nach ein wenig Umsehen entdeckten wir in der Nähe einen Parkplatz mit Aussicht. Wie geschaffen für eine Übernachtung. :) Wir haben hier aufgebaut und noch mal Gegrillt (natürlich mit vernünftigem Grill). War ein sehr schöner Tag und Abend. :)

Das beste kam dann als wir aufgebaut hatten und alle unsere Lichter aus waren und die Nacht hereingebrochen war. Ich habe noch nie in meinem Leben so einen klaren Sternenhimmel gesehen. Sogar die Milchstraße war klar erkennbar. Ein Traum (den man leider nur schlecht auf ein Foto oder Video bannen kann).

11.07.2013

Mal ein überraschender Morgen. Wir wurden von komischen, sehr nahen, Geräuschen geweckt. Es bimmelte. Ziegen?… Ziegen! … Was nun? Julia öffnete vorsichtig ihre Seitentür und es bot sich uns ein sehr… unerwarteter Anblick. Direkt an unserem Auto liefen Ziegen durch das Farn. Aber nicht nur 5 oder 6… dutzende.
A goat is looking in the car.Die Ziegen ließen sich weder vom Auto stören, noch als Julia die Tür aufgemacht hatte und wir ungläubig und definitiv erstaunt, aus dem Auto glotzten. Sie liefen einfach vorbei, als würde hier jeden Tag ein Auto rumstehen aus dem Leute glotzen.
Nur 2 oder 3 blieben kurz stehen, glotzen ins Auto rein, so wie wir raus… und liefen nach ein paar Sekunden weiter.

Dann fühlte sich eine Ziege (evtl, ein Bock) wohl doch vom Auto gestört und griff es beherzt an. Wir, noch immer drinnen, hörten nur die das Teil die Stoßstange mit seinen Hörnern bearbeitete. Die Versuche von Julia das Tier von innen, mit leisen Rufen, zu verscheuchen, scheiterten kläglich. So zog sie sich schnell etwas an und sprang aus dem Auto. Eigentlich wollten wir uns dem Hirten eher nicht präsentieren, da wir noch immer in einem Naturschutzgebiet sind und er nicht unbedingt wissen musste das wir hier im Auto sind.
Aber Antonio, so hieß er, interessierte das eher weniger. Julia hatte ihn schnell in ein ‚Gespräch‘ verwickelt. Sofern man das so nennen konnte. Antonio sprach kein Englisch und wir kein Spanisch. Aber irgendwie verstanden wir trotzdem dass er Antonio heißt und seine Herde 500 Tiere umfasst. … Die gerade an uns vorbeigezogen ist. Seine Hirtenhunde waren Teppichflitzer. Keine Ahnung was das für eine Rasse ist, aber sie waren Mini. Dafür waren sie zu zweit und sehr agil. Die haben den Ziegen trotzdem Beine gemacht.

Nach diesem interessanten Start in den Morgen haben wir auch gleich zusammengepackt und sind zum nächsten Highlight des Tages aufgebrochen… Duschen unter dem Wasserfall oder zumindest Baden in dem Naturpool davor. Der Wasserfall war ja nur 100 Meter den Weg wieder zurück. Also sind wir den Berg hinuntergerollt und haben weiter unten geparkt. Sachen gepackt… Taucherbrille, Schnorchel, GoPro und Badezeug… und dann ging es los. Im steinigen Flussbett in Richtung The pool at the waterfallWasserfall. Wir erreichten einen Pool, an dem wir, ohne Überqueren, nicht weiterkamen. Der Wasserfall selbst war noch nicht zu sehen. Er war noch um die nächste Ecke. Doch der Pool sah auch ganz interessant aus. Wir haben uns also umgezogen und sind vorsichtig in das kühle Nass gestiegen. Das Wasser war wieder Glassklar und etwas kühler. Wieder gab es kleine Fische die sich dort tummelten. Ich weiß aber nicht was für welche.

Wir haben den lieben Gott einen guten Mann sein lassen und hier 1-2 Stunden die Seele baumeln lassen. Nach dem Schwimmen noch auf einem großen Stein in die Sonne gelegt.
Julia hat im Pool sogar noch ein verschlossenes Bier gefunden. Es war sogar noch gut. Das wir mir einen der nächsten Abende versüßen :)

Irgendwann haben wir uns besonnen das noch ein weiter Weg vor uns liegt an dem Tag und wir doch besser mal los sollten. Das Tagesziel hieß Santiago de Compostela. Das Ziel des Jakobwegs. Es waren noch gut 200km zu fahren. Hört sich nicht weit an, aber ohne Autobahn zieht sich das schon in die Länge.

Es ging noch einmal direkt durch das Naturschutzgebiet. Ein wunderschöner Ort und der schönste in Portugal, den wir gesehen haben. Allein hier könnte ich einige Wochen verbringen und auf Fototour gehen. Das Gebiet grenzt im Norden direkt an Spanien. Wir verließen den Park also direkt nach Spanien rein.

Cathedral of Santiago de CompostelaGegen 5 Uhr waren wir dann in Santiago de Compostela und liefen natürlich direkt erst einmal zur Kathedrale. Santiago hat eine sehr schöne alte Innenstadt und die Kathedrale ist wirklich nicht übel. Alt… so sieht sie auch aus. Das hat aber auch seinen sehr eigenen Charme.
Da wir auch noch Postkarten verschicken wollten, haben wir erst einmal nach den Öffnungszeiten geschaut. Die Kathedrale selbst hat bis halb 9 offen. So konnten wir erst einmal noch Souvenirs und Postkarten besorgen. Die Straßen um die Kathedrale sind voll von solchen Shops. Und Straßencafes.
Wir haben uns gut mit Postkarten, Briefmarken und auch Souvenirs eingedeckt und sind dann zurück zur Kathedrale.

Im Grunde ist sie sehr einfach. Keine Wandmalereien, kein Marmor… aber 2 Dinge fallen sofort ins Auge. Die Orgel mit seinen Rohren, die in den Raum reinhängen und der riesige goldene Altar… der bei genauerer Betrachtung noch weit nach hinten reicht und sogar begehbar ist. Darunter sind Katakomben, in die man teilweise rein kann.

Zu unserer Überraschung fingen sie um 19:30 mit der Messe an. Keine Kamera und kein Video mehr. Und schön leise sein. Julia wollte bleiben, ich stehe eher nicht auf sowas. Aber ok, in dieser speziellen Kirche kann man ja sich das ja mal Antun. Und so setzten wir uns und ich hielt brav die Kamera still.
Dann trat eine Nonne an das Mikrofon und sprach irgendwas in Spanisch. Als sie mit der Rede fertig war, setzte die Orgel ein und sie fing an zu singen. … Atemberaubend! Sie hatte eine klasse Stimme und durch die Akustik in der Kirche… genial!
Dann redete mal wieder einer und dann sang sie zwischendurch auch ab und zu mal wieder.
Und dann kam das Beste. Sie füllten den großen Weihrauch-Schwenker und schwenkten ihn… und wie! Ich dachte gleich fliegt er aus dem Fenster… zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht das es links und rechts (vom Schwenker) noch einen Gang gibt. Die Leute die da saßen müssen eine richtige Ladung abbekommen haben.
Nach einer Stunde war die Messe zu Ende. Natürlich habe ich heimlich ein bisschen mit der GoPro gefilmt. Die Nonne musste ich einfach aufnehmen. Ich hoffe man hört es gut auf den Videos, konnte es noch nicht prüfen.

Als die Messe vorbei war, haben wir uns noch ein wenig mehr in der Kirche umgesehen. Bis wir gute 10 Minuten später aus der Kirche rausgeschmissen wurden. Fast im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Typ ging rum und hat die Leute rausgeschmissen.
Wir entschieden uns dafür noch ein wenig durch die Innenstadt zu schlendern… in Richtung Auto. Nach 2 Ecken hörten wir auf einmal Musik. Klang sehr interessant und lag auf unserem Weg. Um die nächste Ecke Concert on a city placewar ein Platz. Und mitten auf dem Platz war Technik aufgebaut und dazwischen ein Orchester… wou. Vor dem Orchester eine Steintreppe. Wir blieben stehen und lauschten der Musik. Echt schön… und der klang dort… einsame Spitze. Wir entschieden etwas länger zu bleiben und suchten uns freie Plätze auf der Treppe. Bestimmt eine Stunde saßen wir da und haben den Musikern gelauscht. Die Musikrichtung kann ich nicht einmal genau bestimmen. Es war kein Klassik. Gegen Ende haben sie wohl einer Weile etwas Afrikanisches gespielt, aber das konnte man auch so genau nicht raus hören. Ich habe Videos gemacht :) Musst Du warten bis ich es hochladen konnte. ;)

Wir blieben dann bis das Konzert ganz zu Ende war. Mittlerweile war es so gegen halb 10 und wir mussten mal zurück zum Känguru. Das stand nämlich in einem Parkhaus und die Parkuhr lief. 5,70 Euro mussten wir bezahlen.
Und dann die allabendliche Frage: Wo schlafen. Wir beschlossen noch ein bisschen zu fahren und dann zu schauen wo wir einen netten Schlafplatz finden. Die nächste Strecke ist eh lang… gute 950Km bis zu den Dune de Pyla in Frankreich. Und rennt die Zeit langsam weg. Wir haben nur noch wenige Tage und müssen jetzt echt Strecke machen. 2 Punkte stehen noch auf unserer Liste. Die Dune du Pyla und Paris. Das sind unsere letzten Ziele und diesmal ohne Bummelstrecke und noch 5 mal irgendwo anhalten.

Es war schon fast dunkel und ich liebe es nicht gerade im Dunkeln zu fahren. Das ist sehr anstrengend für meine Augen. Aber wir haben es noch ganze 160 Km geschafft. Aber auch nur weil noch 90km Autobahn dabei waren. Später wurde es auf einmal Nebelig (sehr nebelig) und auch kurvig. Wir erreichten wohl auch schon die Nordausläufer der Pyrenäen. Irgendwann um 1 in der Nacht ging es einfach nicht mehr. Glücklicherweise fanden wir einen Friedhof mit einem riesigen Parkplatz davor. Hier würden wir wohl niemanden stören und bauten im Nieselregen unser Nachlager auf. Ich glaube so schnell bin ich selten eingeschlafen.

12.07.2013

Die Ruhestätte war Himmlisch… ruhig :) Am morgen hörten wir ein Elektroauto über den Parkplatz fahren und später einen Traktor. Aber niemand störte sich an uns. Wir sind gegen 9 aus dem Bett gefallen. Den Friedhof haben wir uns noch kurz angeschaut. Sehr komisches Ding. Julia nennt es Schrankfriedhof. … Ich habe keine Ahnung wie ich es nennen würde. Aber man kann es sich schon wie einen Schrank vorstellen. Mit vielen kleineren, aber wohl tiefen, Öffnungen. Da liegen die Toten drin. 4 – 5 ‚Etagen‘ übereinander. Sehr … ungewohnt. Aber platzsparend.

Wir haben dann gepackt und sind wieder zurück auf die Straße. Das Wetter war nicht so toll heute. Bewölkt und nebelig. Für uns damit gutes Reisewetter. Wir hatten ja einen ganzen Tag auf der Straße vor uns. 750km um genau zu sein.
Und so fuhren wir auch den ganzen Tag durch die Landschaft. Erst hatten wir Glück und konnten auf der A8 fahren. Später mussten wir dann auf der N634 weitermachen. Der Nebel blieb den ganzen Tag und tauchte die Landschaft in eine Mystische Umgebung.

Einen Zwischenstopp legten wir natürlich bei Mc Donalds ein. Etwas gegen den Hunger tun, eine (mehr oder weniger) vernünftige Toilette und Internet :) Wir Junkies.
Ach ja, wir mussten ja auch noch die Postkarten von Santiago schreiben und verschicken, bevor wir Spanien verlassen. Wir hatten ja schon zig Spanische Briefmarken. So verbrachten wir mal wieder 2-3 Stunden bei unserem Lieblingsrestaurant und mussten danach noch in die Stadt, zum Postkasten.
Und dann ging es zurück auf die Bahn. Weiter durch die Landschaft Nord-Spaniens… die irgendwie total an Mitteldeutschland erinnert.

Dann wurde es mal wieder dunkel… Überraschung :) Inge meinte das es noch bis 2:30 in der Nacht dauern würde bis wir da wären… 250km noch.
Wir haben es noch bis hinter die französische Grenze geschafft und uns dann einfach auf dem nächst besten Mc Donalds Parkplatz niedergelassen.  :) Der hatte schon zu, so konnte uns niemand mehr stören. Aufgebaut und eingeschlafen. Der Tag hat geschlaucht. Autofahren macht doch müde. Besonders die Nachttouren schlauchen sehr.

Viele Grüße
Gordon


Größere Kartenansicht

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*