St. Tropez, Marseille, Andorra bis fast Barcelona

16.06.2013

Hallo zusammen,

wir haben die Nacht wieder gut verbracht. (Langsam wird es langweilig von gut verbrachten Nächten zu lesen, oder?)
Der Parkplatz füllte sich auch gerade schon etwas. Um 9 rum sind wir dann auch mal los und haben uns ein Parkticket besorgt. Am Kassenhäuschen empfing uns eine junge, blonde Französin und säuselte irgendwas in Französisch. Ich habe nur ‚Bonjour‘ verstanden und erwiderte es. Drückte ihr die 3 Euro in die Hand (stand ja zum Glück auch am Häuschen), nahm das Ticket an und verabschiedete mich brav mit ‚Aurevua‘ (wie auch immer das geschrieben wird). Der Dame hätte ich den ganzen Tag beim Reden zuhören können. :)

Danach haben wir noch einmal auf dem Parkplatz eingeparkt und sind an den Strand. Zumindest ich. Julia wollte noch kurz wohin… und traf dann eine halbe Stunde später auch am Strand ein. Dann ging es endlich ins kühle Nass… was ich nach einer halben Stunde in der Sonne braten auch brauchte.
Zu sehen gab es auch hier nicht viel mehr. Die Schwimmerzone endet in Frankreich leider immer genau an den Wellenbrechern… und dahinter wird es meist aber erst interessant. Ich entdeckte einen kleinen Oktopus, der sich in einem Ziegelstein versteckte und ein paar kleine Fische. War auch leicht frisch nach einer Weile.

Wir sind nach der kleinen Schnorchelrunde wieder raus aus dem Wasser und haben uns noch ein paar Minuten in der Sonne geaalt, bevor es dann, am frühen Nachmittag, weiter ging. Erstes Ziel des Tages war Saint Tropez. Das berühmte Dörfchen in der Cote d’Azur.
Es lag nur noch wenige Kilometer vor uns. Und ein Dörfchen ist es auch nicht mehr wirklich. Sagen wir ein Städtchen.
Meine Oma hat früher immer die Seifenoper ‚St. Tropez‘ geguckt, daher kannte ich zumindest den Namen schon mal. :)

Achso, nicht zu vergessen das ich nun nach 3000km das Steuer auch mal an Julia abgegeben habe. Jeden Tag fahren schlaucht doch ganz schön. Und nun bin ich Beifahrer und kann auch während des Fahrens schreiben. Ist ja auch nicht schlecht und spart mir Zeit am Abend. Nur das ich dadurch dann jetzt wohl auch mehr schreibe… wieder mehr zu übersetzen dann.

Bei der Einfahrt nach St. Tropez erlebten wir dann gleich die erste Polizeiwillkür. An der wohl letzten Kreuzung vor der Stadt stand ein Polizeiwagen quer auf der Straße und ein Polizist mitten auf der Straße und dirigierte die Autos (3 spurige Straße) in eine andere Richtung. Willkür deswegen da man aus allen beiden anderen Richtung ohne Hinderung in die Stadt abbiegen konnte. Also sind wir brav der Anweisung gefolgt, haben umgedreht und sind von einer anderen Seite, an den Polizisten vorbei, in die Stadt gefahren. Über die gleiche Kreuzung.

Hier gab es auch gleich einen Mc Donalds. Ein bisschen Hunger war da, also ran an den Futterladen… und auch Herberge für (meistens) ordentliche Toiletten. Das haben wir als erstes Inspiziert und für akzeptabel befunden. Danach viel mir aus das Internet bei Mc Donalds ein, und probierte es gleich mal aus. Siehe da, nach einem Klick auf einen Bestätigungslink, hatte ich Internet. Nicht umwerfend schnell, aber kostenlos. Tolles Frankreich.
Nur die Chickenburger machen die hier echt scharf. Nicht so mein fall.

St. TropezNach Mc Donalds ging es dann endlich in die Stadt. Wir parkten auf dem erst besten Parkplatz am Hafen und bestaunten, auf dem Weg in die Innenstadt, gleich mal die fetten Jachten. Im Haupthafenbecken lagen ein paar richtig dicke Segler und wir erfuhren das wir gerade eine große Regatta (irgendwas mit Rolex hieß sie) verpasst hatten, die da am Wochenende war.  Toll :( Die Crews räumten gerade noch die Boote auf.
Naja, wir machten uns auf in den Stadtkern. Ich brauchte dringendst Zigaretten. Frankreich ist echt ein gutes Land um mit dem Rauchen aufzuhören. Man kriegt Zigaretten nur an Tabakshops und die sind anscheinend auch noch extra gut versteckt.

St. Tropez scheint, neben dem Yachthafen, auch eine Künstlerstadt zu sein. An jeder Ecke findet man das Atelier eines Künstlers. Kann ich aber gut verstehen. Die Gegend dort ist auch sehr inspirierend (schön). Die Berge kurz vor St. Tropez war bis jetzt die schönste, auch wenn wir schon an vielen imposanten Landstreifen vorbeigekommen sind.

Nach unserer runde durch die Innenstadt sind wir langsam zum Auto zurück. Dabei haben wir dann auch einen Zigarettenladen entdeckt (endlich :) ). Bis jetzt die Teuersten auf unserer Reise. Eine normale Packung für 6,10 Euro. Wobei ich schon günstige Marken rauche.

Zurück am Auto meldete unser Thermometer eine Innentemperatur von HH.h … was wohl so viel Bedeutet wie „Heiß wie Hölle“. Gut, das Auto stand auch die ganze Zeit in der Sonne. Was solls, wir haben die Türen aufgerissen und haben eine Weile gewartet. Und dann ging es auf zum letzten Ziel heute: Marseille.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAMarseille ist von St. Tropez noch mal gute 130 km entfernt. Da es mittlerweile später Nachmittag war, bezweifelte ich das wir noch in Marseille eintreffen würden. Und so führte uns Inge wieder über Landstraßen, vorbei an riesigen Weinplantagen und durch hügelige Landschaften (mit noch mehr Wein), bis zu Hyeres. Hyeres ist auch eine größere Stadt, durch die wir durch mussten.
Irgendwo mitten in der Stadt hat Julia dann die falsche Ausfahrt an einem Kreisverkehr erwischt und wir landeten an der Mautstelle einer Autobahn. Umkehren nicht möglich. Also blieb uns nichts anderes übrig als die Maut zu bezahlen und die Autobahn zu benutzen.
Da wir keine Ahnung hatten wie das funktioniert, sind wir erst einmal an den größten Kasten ran gefahren. 1,20 Euro sollten wir bezahlen. Also warfen wir dem Automaten das Geld in den Rachen und er gab den Weg frei. Und schon waren wir auf der Autobahn.

Ab nun ging es zügig voran. Inge  und Uschi wollten uns zwar immer wieder von der Autobahn runter holen (wir hatten Mautstraßen im Navi verboten), aber wir blieben hart und auf der Autobahn.
Bei Toulon gab es dann den nächsten Mautposten. Direkt auf der Autobahn muss man an den Häuschen anhalten und seine Maut bezahlen. Diesmal stand 2,30 Euro dran. Also nicht immer der gleiche Betrag… damit man als Nichtwissender ja nicht das passende Kleingeld bereithalten kann.

Naja, wir sind dann die gesamte Strecke nach Marseille auf der Autobahn gefahren. Ging da auch recht flott voran. Nach 2,5 Stunden waren wir in Marseille.
Inge habe ich vorher nach den Yachthafen in Marseille gefragt und sie zeigte mir 2. Einer davon hieß irgendwas mit Nord. Das hörte sich doch gut an. Also programmierten wir den ein und ließen uns führen. Am Meer angekommen suchten wir uns gleich wieder einen Parkplatz. Inge sagte zwar das wir noch weiter fahren sollten, aber war uns ja egal :)
Marseille from the big wheelWir parkten an einem Strandabschnitt wo wohl einiges los ist. Einige Restaurants waren da direkt am Strand und ein Riesenrad. Da die Sonne fast unterging war das unsere erste Aufgabe. Mein erstes mal Riesenrad fahren… und dann doch in Marseille bei Sonnenuntergang. Wenn das mal nichts ist. :) Und es war was… beeindruckend war es!
The big wheelDanach haben wir uns noch ein bisschen umgesehen und uns Internet gesucht… und auch gefunden. Nach einem Toast mit leckeren Käsewürstchen von Lidl, bauten wir dann langsam auf. Auch schaute ich mal auf der Karte wo wir nun eigentlich genau sind und wo das Stadtzentrum ist. Dabei viel mir auf das wir im Südlichsten Teil von Marseille angekommen waren und das Zentrum Kilometer weit weg ist. War mir aber auch ganz recht so, da im Norden die höchste Kriminalität der Stadt ist… und die ist hier nicht gerade gering. Da fühlte ich mich im Süden doch besser aufgehoben.

17.06.2013

Wir schienen wirklich gut aufgehoben gewesen zu sein. Niemand raubte uns über Nacht aus. Wir erwachten alle in einem Stück am morgen. Julia, Hugo, das Känguru und ich.
Da wir gerade Internet hatten, wollte ich das auch noch ausnutzen und einen weiteren Beitrag im Blog veröffentlichen. Das kostete mich den ganzen Vormittag. Von 9 bis 12 war ich nur am Tippen, Übersetzen, Bilder raussuchen und umformatieren. Doch dann war es geschafft.
Ich war fertig zur Abreise. Es sollte weitergehen. Wohin wussten wir zwar noch nicht so ganz. Andorra eigentlich. Davor noch irgendwo Postkarten schreiben und abschicken, da wir in St. Tropez welche gekauft hatten, gleich wieder mit Briefmarke. Also müssen Sie in Frankreich weg, bevor wir nach Spanien einkehren.

Julia war aber noch nicht fertig und brauchte noch. Irgendwann gegen 4 waren wir dann wieder auf der Strecke. Autobahn Richtung Spanien, mit Zwischenstopp an der letzten Französischen Post vor der Grenze. :)

Hier gibt es nun auch wieder eine Besonderheit. Es gibt 2 Mautsysteme, wie es aussieht. Einmal muss man einen festgelegten Betrag einwerfen und kann dann fahren. Und ein anderes mal bekommt man ein Ticket und muss dann erst an der nächsten Mautstelle das Ticket einwerfen und dann bezahlen. Komisch komisch.

Bei der Abfahrt von der Autobahn zum letzten Postkasten gab es leider ein paar Probleme. Die beiden Damen (Inge und Uschi) waren sich nicht einig und kannten beide teilweise die Straßen nicht. Wir irrten irgendwie planlos durch die Gegend. Bis… bis plötzlich ein Mc Donalds Schild auftauchte. Unser aktuelles Lieblingsrestaurant. :) Also auf zu Mc Donalds. WLAN in Frankreich inklusive.

Hier verbrachten wir dann eine ganze Weile. Surften hier und da. Dann die Frage, weiterfahren oder hier, im Industriegebiet von irgendeiner Stadt, übernachten… Mc Donalds Internet inklusive.
Wir entschlossen uns dann doch fürs weiterfahren. So weit wir kommen halt. Es war auch schon dunkel, doch Julia konnte noch, meinte Sie.

Our sleeping place in LliviaSo ging es dann im Dunkeln weiter Richtung Andorra.  Wir beschlossen auch in einer anderen Stadt, auf der Strecke, dann die Postkarten einzuwerfen. Und so fuhren wir durch die Nacht, zur Stadt mit dem Postkasten. So um 11 waren wir am Postkasten und warfen unsere Postkarten ein. Die Stadt selbst war wie ausgestorben. Kein Mensch mehr auf den Straßen. Wir verließen die Geisterstadt dann auch schnell wieder, zu dem Dorf Llivia.
Der Weg dorthin führte uns schon halb durch die Pyrenäen. Halb ist gut. Es ging in der Dunkelheit durch scharfe Kurven und teilweise bei starkem Nebel. Julia ist aber ganz anständig gefahren. Ich bin auf das Video gespannt :)

Gegen halb 1 erreichten wir dann endlich Llivia, welches auf ca. 1500 Meter über NN liegt. Ein Schlafplatz war auch recht schnell gefunden. In einer Seitenstraße, hinter den letzten Häusern, in einem Wendekreis. Direkt neben einer Felswand.
Wir haben nur noch aufgebaut und sind dann sofort ins Bett.

18.06.2013

Und wieder haben wir eine gute Nacht verbracht. Heute habe ich den Wecker gleich auf um 10 gestellt, da Julia vorher eh nicht aus dem Bett gekommen wäre. Ich war trotzdem schon um 8 wach, hab aber noch eine Weile vor mich hin gedöst.
Dann sind wir irgendwann endlich aufgestanden und haben dann langsam die Sachen gepackt.

AndorraDas Ziel Andorra war nicht mehr weit. Circa 60 km lagen noch vor uns bis Andorra la Vella, die Hauptstadt dieses Ministaates. Die weitere Reise führte uns weiter durch die Kurven der Pyrenäen. Nur mit dem Unterschied das wir diesmal die Landschaft auch sehen und genießen konnten… und was soll ich sagen… ach ich sag es nicht mehr. :) (Es war schön.)

Und nun ratet mal, hier liegt sogar noch stellenweise Schnee. Ansonsten ist es grün, aber recht karg bewachsen. Viele Felsen, Felswände und Täler zieren die Landschaft. Hier sind Berge und Täler ein wenig extrem ausgebildet.

Nach wenigen Kilometern passierten wir die Grenze. Hier gibt es auch noch eine richtige Grenze mit Grenzern und allem drum und dran. Wir mussten aber nicht einmal anhalten und wurden gleich durchgewunken. Und schon waren wir im nächsten Miniland.  Aber es ist das größte Miniland das wir bis jetzt besuchten.

Wenige Kilometer später passierten wir einen längeren Tunnel, ca. 3km lang. Direkt dahinter standen wir auf einmal vor einer Mautstelle. Überraschung… Es kostet 6,60 Euro um weiterzufahren. Und es geht nicht einmal auf eine Autobahn. Danach geht die normale Straße weiter. Was das genau sollte, habe ich nicht wirklich verstanden. Aber was will man machen. Also bezahlt und weiter.

So kurvten wir, buchstäblich, weiter durch die Landschaft, bis endlich Häuser auftauchten. Die erste Ortschaft. Hier gab es eine Tankstelle (1,25 Euro pro Liter 95er Super !!! … und wir hatten gerade in Frankreich für 1,66 Euro pro Liter voll getankt … verdammt!) und einen Supermarkt. Also haben wir gleich mal angebremst und sind rein in den Supermarkt. Ein sehr komisches Ding. Gleich hinter dem Eingang hingen ganze Beine von irgendwelchen Tieren, Literflaschen mit Vodka und anderen Alkoholika, Wein aus Fässern und so weiter. Alles etwas ‚mehr‘ halt. Der ‚Supermarkt‘ hatte 3 Geschosse. Wir sind erst einmal nach oben. Im 2. Stock gab es Krims Krams zum Wohnen. Wanduhren, Destilliergeräte (kein Witz und funktionstüchtig), Dampfbetriebene Bügeleisen und ein Haufen Ramsch.  Aber geiler Ramsch… ich hätte am liebsten sofort zugeschlagen. Aber der Platzmangel im Känguru… :( Dann ging es weiter in den 3. Stock. Hier gab es Rauchwahren in Stangen. Hier bemerkte ich die Preisunterschiede erst. Stange Pall Mall für 25 Euro. Also quasi ohne Steuer. Und im Vergleich zu Duty Free wirklich ohne Steuer…  Rauchen kennen das ja im Duty Free Shop am Flughafen. Die Stange kostet da auch so 25 Euro… bis die Dame an der Kasse fragt ‚Wo wollen Sie denn Hin?‘… ‚Ach Berlin… dann kostet die Stange 39 Euro (inkl. Steuer). Hier ist das nicht so… hier kostet die Stange wirklich nur 25 Euro.

Im Erdgeschoss ging es dann noch an die Fressalien. Die fallen dafür etwas karg aus. Ein bisschen Wurst vom Wildschwein, Süßigkeiten in Riesenpackungen und noch Souvenirs an der Kasse.
Nach dem ersten Einkauf in Andorra ging es dann weiter zum Ziel: Andorra la Velle. Das war dann auch nicht mehr weit. 10 Minuten später standen wir mitten in der Stadt. Ein Parkhaus gegenüber von Mc Donalds (…) brachte unser Känguru gut unter und Mc Donalds selbst spendete uns Internet… wie immer.
Andorra la VellaDie Stadt ist sehr kompakt und die Häuser hoch. Teilweise sieht es aus als wäre es in den Fels gebaut. Ein 5 Stöckiges Haus in dem auf der einen Seite der Eingang im 1. Stock ist und auf der anderen Seite im 4. Stock. Sehr komisch, aber hat auch was.
Die Innenstadt besteht, wie fast immer, aus Häusern mit Geschäften unten drin. Der Unterschied hier ist das die Geschäfte sehr komisch sind. Man sieht viele kleine Geschäfte die alles Anzubieten scheinen und immer mit dem gleichen Sortiment. Im groben: Softair-Waffen, Messer, Laptops/Tablets/Handys, Kameras und Zubehör. Daneben noch ein paar Parfümerien, Klamottenläden und auch noch ein paar normale Geschäfte. Aber gerade die Allround-Laden fallen sehr auf, da es so viele sind.

Ich fand einen ‚Allround‘ Foto Laden und fragte mal spontan nach dem Reisezoom, das ich mir für die Reise gewünscht hätte (Zuiko 18-180mm). Überraschend hatten sie das echt da, wobei es recht schwer zu kriegen ist. Aber der Preis von 500 Euro hat mich dann doch etwas von den Socken gehauen (auch wenn Objektive nicht günstig sind).
Wir sind dann noch eine Weile durch die Innenstadt geschlendert. Haben noch in ein paar Geschäfte geschaut, aber aus Geld- und Platzmangel meist nichts gekauft.

Zurück am Auto war es bereits nach um 5. Es kam die Frage auf, wir bezahlt man hier den Parkschein. Es stehen keine Automaten rum, aber Schilder die darauf hinweisen das man doch seinen Parkschein bezahlen soll. Also einen Einheimischen gefragt, der uns dann half. Es gibt in dem Parkhaus ein Büro, in das musste man gehen um seinen Parkschein zu bezahlen. Total komisch. Aber was soll‘s. Andere Länder, andere Sitten.

Raus aus dem Parkhaus und die Frage gestellt: Und wo heute Nacht hin.?
Auf dem Hinweg kamen wir an einem Parkplatz vorbei, von dem man eine super Aussicht hatte. Das wäre ein guter Platz zum Übernachten, beschlossen wir. Die Richtung stimmte auch ungefähr, nach Barcelona, zu unserem nächsten Ziel. Also schmissen wir Uschi an und los ging es. Doch Uschi wollte nicht, verlor ständig die Satelliten und Inge hat natürlich für Andorra keine Karten.

Gut das Andorra nicht so groß ist, so konnten wir nach Schildern fahren. Und plötzlich sah ich einen roten Transporter auf einem Bergkamm stehen und dachte mir noch so ‚Wenn das ein Parkplatz ist, dann ist er bestimmt klasse.‘. Und es war ein Parkplatz. Wir bogen ab und sahen uns das mal aus der Nähe an. Ein wirklich schöner Parkplatz mit Aussicht und auf 2400 Meter über NN gelegen. Das wird unser Nachtlager.

AndorraNur ist das Wetter heute nicht das Beste. Es regnet und Stürmt auch gewaltig hier oben. Das Känguru wird teilweise ganz schön Durchgeschüttelt. Ein bisschen bammel hab ich schon das es uns den Hang hinunter weht… aber so stark dürfte der Wind nicht sein… hoffe ich.
Nach einem Stündchen, wir wollten gerade aufbauen, kam dann auch die Polizei zu Besuch. Wir hatten schon bammel das sie uns jetzt vertreiben. Aber sie fragten nur sehr freundlich ob wir ok sind. Wir sagten das wir ok sind und fragten auch gleich ob wir über Nacht hier stehen können. Sie hatten nichts dagegen und sind wieder gefahren. Sehr nett und freundlich.
Und so geht es jetzt in die Heia. :)

19.06.2013

Was für eine Nacht. Wie soll man das beschreiben. Stelle Dir vor Du stehst auf einem Bergkamm. Also kurz davor. Ein ca. 30 Meter Hügel ca. 20 Meter hinter dir ist der eigentliche Bergkamm. Dahinter ein Tal und vor dir ein Tal. Du stehst mit deinem Auto quasi auf einem Plateau, einem Parkplatz. Es ist dunkel und spät. So um 12 vielleicht. Du hast dich in deinem Auto bereits zum Schlafen gelegt und guckst noch ein bisschen den Autoscheinwerfern zu, wie sie die kurvigen Straßen stückweise erhellen. Draußen hörst du den Wind um das Auto pfeifen. Mal nur leicht, mal in richtigen Böen, so das dass Auto zu schaukeln anfängt. Du musst noch mal kurz raus und kannst dich kaum halten. Dir kommt der Gedanke das es vielleicht doch keine so gute Idee war hier zu Parken.
Du nimmst den Gang raus (ich parke immer mit Gang) und löst die Handbremse und guckst bei der nächsten Böe ob sich das Auto vorwärts bewegt… auf den Hang zu, der 5 Meter vor dir beginnt. Die Böe kommt, das Auto schaukelt… aber es bewegt sich nicht. Scheint doch sicher zu sein. Wird schon werden…

Also ab ins Bett und Augen zu. 10 Minuten später schläfst Du ein. Der Tag war erschöpfend.

Irgendwann später wachst Du auf. Du weißt nicht wie spät es ist. Die Stimme neben dir fragt dich „Hast Du das auch gespürt?“… Du weißt erst einmal nicht wo Du überhaupt bist und was überhaupt los ist. Du hörst regen mit harter Wucht gegen das Auto peitschen, der Wind stürmt und zerrt daran. Dann kommt Dir wieder der Abhang in den Sinn. Du bewegst dich keinen Millimeter um zu spüren ob das Auto sich bewegt. … Tut es nicht, es schaukelt nur im Wind. Der ist nun aber stärker geworden und Du spürst die Kraft der Böen. Hat er jetzt vielleicht die Kraft das Auto zu schieben… die 5 Meter bis zum Abgrund…

Genau das passierte heute Nacht. Ich habe ernsthaft überlegt ein paar Meter weiter zurück zu fahren, direkt hinter die kleine Bergkuppe, weiter weg vom Abgrund (ok, es war nicht tief, es war noch eine Wiese vorgelagert… aber zu der ging es bestimmt 7 Meter Steilhang langrunter).
Da wir aber mit umgebautem Känguru nicht einfach fahren können und es draußen Stürmte und Regnete… warte ich erst einmal ab.
Es dauerte bestimmt eine Stunde bis sich das Wetter dann doch wieder beruhigte und der Wind nachließ. Gegen halb 3 bin ich dann auch wieder eingeschlafen und konnte auch bis zum Wecker durchschlafen. Der Klingelte um 8.

Our sleeping place in Andorra in the morningDafür empfing uns der morgen mit strahlend blauem Himmel. Vom Sturm in der Nacht war nichts mehr zu sehen. Die Sonne schien und die Temperatur war auf 6 Grad angestiegen (in der Nacht waren es dann wohl nur 1-2 Grad).

Wir bauten dann langsam ab und machten uns auf zum nächsten Ziel. Barcelona stand heute auf unserem Tagesplan. Die Strecke führte uns dann erst einmal zurück auf der Straße die wir gekommen sind. Dabei entdeckten wir zwischen den ganzen Bergen und Tälern einen der 80 Seen von Andorra. Natürlich mussten wir da mal hin :)
The lake in the mountainsAlso haben wir unser Auto geparkt und sind ein bisschen durch Andorra gewandert. War nicht wirklich weit… vielleicht 1km vom Parkplatz. Im Moment ist noch immer Schneeschmelze. Hier und da liegt hier wirklich noch Schnee rum. So gab es viele kleine Flüsschen über den Schotterweg.  So mussten wir aufpassen das wir keine nassen Füße bekommen, in unseren Turnschuhen. :) Wir haben den See dann trocken erreicht. Viel zu sehen war ja nicht. Arsch kalt ist er auch gewesen. Ich hatte ja ernsthaft kurz überlegt mal rein zuspringen. Nach der Hand-In-Wasser Probe habe ich den Gedanken aber verworfen. Also kurz Landschaft genossen, Fotos gemacht und wieder zurück zum Auto. Es zogen auch schon wieder Wolken auf.

AndorraDurch den Süden der Pyrenäen ging es dann in Richtung Barcelona. Noch mal kurz ein bisschen durch Frankreich, bis wir dann Spanien erreichten. Die Pyrenäen sind ein wirklich wunderschönes Gebirge. Sehr eigene Fels-, Berg- und Talformationen. Super für Motorradfahrer geeignet ;)
Am Ende der Pyrenäen kamen wir auf eine der Spanischen Schnellstraßen. Eine Autobahn ohne Bezahlen quasi. Wie geschaffen für uns armen Leute :)

Beim ersten Mc Donalds bremsten wir dann an. Wie sollte es auch anders sein. :) Es galt wieder einen Platz zum Übernachten zu finden. Julia wollte gleich nach Barcelona rein. Ich fand die Idee nicht so toll, wenn ich mir die Größe Barcelonas auf der Karte anschaue. Also haben wir nach einem Campingplatz in der Nähe gesucht… und auch gefunden. Es gibt ein paar. Keinen direkt in Barcelona, aber einige im Umland. Ich hatte mich dann für den Campingplatz Barcelona in Mataro entschieden. Auch knapp 30 Euro die Nacht, dafür aber mit Dusche, Waschmaschine, WiFi und kostenlosem Shuttle Service nach Barcelona. Das klang doch gut. Dann müssen wir uns auch nicht den Stress in Barcelona antun. Julia fand die 30 Euro zwar nicht so prall… aber schlussendlich sind wir doch auf dem Campingplatz gelandet.

Und hier sind wir nun. Geduscht, Wäsche gewaschen und morgen geht es mit dem Shuttle Bus nach Barcelona.

Ich werde berichten. :)

Liebe Grüße
Gordon

PS: Ich habe gerade gesehen das ich ein paar Bilder von St. Tropez schon im letzten Artikel veröffentlich habe. Man sieht, ich kome mit dem Schreiben nicht hinterher und verwechsel jetzt schon alles :)

Unsere Route (bitte die linke Maustaste gedrückt halten, um die Karte ein wenig nach rechts zu schieben):


Größere Kartenansicht

West Italien, Monako und die Cote d’Azur.

13.06.2013

Hallo zusammen.

Jep, wir sind geblieben. Das Internet, Duschen, Toiletten und ein bisschen Entspannung haben und zum bleiben verleitet. So haben wir heute nichts gemacht. Fast nichts… denn am Nachmittag waren wir endlich mal im Meer baden.

Camping placeDer Campingplatz Campo dei Fiori ist zwar nicht direkt am Meer, aber nur wenige hundert Meter entfernt. So sind wir mit dem Auto auf den nächsten, in unmittelbarer Meernähe gelegenen, Parkplatz gefahren, haben unsere 7 Sachen gepackt und sind zum Strand. Natürlich hatte ich Maske, Schnorchel und Flossen mit :) Und dann ging es auch gleich ins Wasser. Angenehm warm und man musste erst einmal einige Meter hinein bevor es endlich tiefer wurde. Ab einem Meter Wassertiefe wurde es dann auch schnell kälter. Zu sehen gab es leider auch nichts, außer ein paar Muscheln, Einsiedlerkrebsen und Mini-Fischchen.
Danach haben wir uns noch ein wenig von der Sonne trocknen lassen und uns Entspannt.

Am Abend war wieder Disko angesagt :(

14.06.2013

P1000336 (Kopie)Heute sollte es dann nun aber endlich weiter gehen. Nächstes Ziel: Monako. Wie immer schön rumgetrödelt. Hier noch im Internet geschaut und da noch was rumgespielt. Dann hab ich auch mal so ein komisches Hock-Klo ausprobiert… naja, ungewohnt aber hat Vorteile. Keine ekelige Klobrille wo vorher schon sonstwer drauf war. Man verbringt Notgedrungen keine Stunden auf dem Klo. :) Und trotzdem ist es nicht so unbequem, wie es aussieht.

Um kurz vor 11 sind wir dann endlich losgekommen. Noch schnell bezahlt. 38 Euro für 2 Tage. Das ging. Und Inge instruiert wo es denn hingeht. Als erstes zum letzten Postamt in Italien. Denn Julia musste noch Postkarten abschicken und hatte noch Briefmarken von Italien. Die funktionieren natürlich nicht in Frankreich. Also müssen die Karten noch in Italien weg.
Und dann die Überraschung. Inge meinte dass es etwas über 400 Km wären und die berechnete Ankunftszeit ca. 20:30 ist. Da war klar dass wir Monako heute nicht mehr erreichen würden.

Somewhere in ItalyDas ganze verschlimmerte sich dann noch als die Straßen überfüllt waren und sich die errechnete Ankunftszeit immer weiter nach hinten schob.  Genova war wieder richtig stressig. Und Inge hat mich mitten durch die Stadt gescheucht… immer. Durch jedes Nest mussten wir durch. Dafür sind wir aber auch viel am Meer entlang gefahren und ich muss es wohl nicht mehr erwähnen: Die Landschaft war wieder super schön.
Doch besonders oben links ist die Küste nur noch eine einzige Ortschaft. Aus einem Ort raus und sofort in den anderen rein. Das heißt auch man hat nur noch eine Höchstgeschwindigkeit von 50km/h. Damit war klar warum die Ankunftszeit so spät war.

In Genova mussten wir tanken. Ich bin an die erstbeste Tankstelle ran. 1,81 Euro stand auf der Tafel. Teuer… aber hatte ich in den letzten Tage schon öfter gesehen. Der Tankwart kam und blubbert uns die angesagten 40 Euro in den Tank. Dann bezahlt und zurück im Auto stellten wir fest das er 1,86 Euro pro Liter berechnet hat. Ich dachte schon das er uns beschissen hat. Wie uns aber später berichtet wurde werden in Italien 5 Cent pro Liter aufgeschlagen, wenn der Tankwart tankt und nicht man selbst. Toll.

Night view from our sleeping placeWir haben dann um 9 angefangen nach einer geeigneten Schlafmöglichkeit zu suchen. Als wir um 10 immer noch nichts hatten, bin ich einfach einen Berg hochgefahren, in der Hoffnung eine nette Stelle mit Aussicht zu finden. Es ging recht steil und in Kurven hoch. Nach ein paar Kurven entdeckten wir dann einen Friedhof, vor dem ein Auto parkte. Zu unserer Überraschung ein anderer Camper… aus Deutschland.
3 Jungs aus Garmisch hatten hier die gleiche Idee wie wir. Sie wollten hier auch ihr Nachtlager aufschlagen. Wir sind ins Gespräch gekommen und dabei ist rausgekommen das sie auch auf Tour sind und wir teilweise die gleich Strecke fahren. Sie sind mit einem T2 unterwegs. Ist schon komisch wo man Leute trifft, die die gleichen Ziele haben. :)
Wir werden hier nun heute bleiben und hoffentlich nicht vertrieben. Morgen geht es dann nach Monako. Mal schauen wie lange wir für die letzten 30 km noch brauchen und besonders wie es in Monako wohl sein wird… bei den schönen und reichen :)

Liebe Grüße
Gordon

15.06.2013

Hallo zusammen,

es geht gleich weiter. :)

Wir haben die Nacht gut zwischen unseren neuen Freunden und dem Friedhof verbracht. Es kam niemand um uns Wegzuscheuchen. Wir sind heute sogar recht gut aus dem Bett gekommen. Ich denke so kurz nach 8 waren wir aus den Federn. Wir sind auch vor den Jungs los, was dann aber auch erst gegen halb 11 war. Als erstes haben uns noch ein Cafe gesucht, da Julia noch die Postkarten schreiben musste, die sie mit den Italienischen Briefmarken losschicken wollte, die sie noch hatte.

Das Cafe haben wir dann auch kurz vor der Grenze noch gefunden, gleich ein paar Meter hinter der Post. Das Karten schreiben hat sich dann noch mal bis kurz vor 12 hingezogen. Dann ging es zur Post. Hier konnte ich endlich wieder Geld abholen (endlich wieder ist gut…) und Julia die Postkarten abschicken.
Nur einen Kilometer weiter passierten wir dann die Grenze zu Frankreich. Außer einem Grenzhäuschen ist nichts mehr von der Grenze übrig geblieben. Wir konnten natürlich einfach durch fahren. Und schon waren wir bei den Franzosen. Unser Ziel war aber ein anderes Land, nur wenige Kilometer weiter: Monako.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAHier wies nur ein beiläufiges Schild am Straßenrand darauf hin das wir gerade die Grenze zu Monako passierten. Das bemerkte ich auch noch kaum, bei dem Stress auf den Straßen. Man merkt aber auch an der Gegend das man sich gerade in einem anderen Land aufhielt. Das erste Gebäude was wir sahen war ein prunkvolles Kasino. Eine Kurve weiter waren wir dann schon mitten in Monako. Es ist schwer zu beschreiben wie sich dieses ‚Anders‘ ausdrückt. Ich würde fast sagen in Prunk. Alles ist ein wenig größer, schöner und prunkvoller.
Wir sind erst einmal durch die Gegend gefahren. Inge hatte keine Karten vom Land und konnte uns nicht helfen und Uschi (Julias Navi) hat keine POI’s und damit auch keine Parkplätze oder ähnliches.

MonacoLetztendlich landeten wir in einem Parkhaus, in dem kostenlos Stadtpläne auslagen. Wir waren am falschen Ende von Monako gelandet. Naja, falsch kann man nicht sagen, ist ja nicht so groß das Ländchen. Nur halt an dem Ende wo nix zu sehen ist. Also sind wir losgelatscht, in die richtige Richtung. Waren ja nur 2-3 Km bis zum interessanten Teil. Vorbei an noch einem prunkvollen Kasino, diversen (Sau-)teuren Läden und vorbei am Hafen, in dem die Jachten der Reichen und Schönen liegen. Nach einem Cappuccino für 3,50 und noch einem Eis für das gleiche, ging es dann wieder zurück zum Auto.

Es war nun knapp 17 Uhr. Der Parkschein kostete uns 10,40 Euro (ging noch) und dann ging es weiter in Richtung St. Tropez. Wir haben auf dem Weg noch eine günstige Tankstelle ergattert, bei der wir unseren Tank für 1,56 Euro pro Liter, voll machten. Im Vergleich zum letzten Tankstop in Italien mit 1,85 Euro pro Liter, ein wahres Schnäppchen.

Sunset on the beach before St. TropezEs ging dann durch Nice, Canne und einige andere Küstenorte da. Mal wieder sehr schlimm und stressig.
Auch die Technik streikte heute mal wieder extrem. Der GPS Tracker auf meinem Handy sagte zwar das er läuft, trackte aber die Route nicht Richtig. So fehlen sicher einige Punkte auf der Karte. Und auch Inge wollte nie wirklich mitmachen. Erst wollte sie gar nicht und später verlor sie ständig das GPS Signal.

Aber wir sind schließlich noch irgendwo angekommen. An einem Strand irgendwo vor St. Tropez stehen wir nun und hoffen mal wieder das uns keiner Vertreibt. Der Strand liegt direkt an der Hauptstraße und am Tag ist der Parkplatz kostenpflichtig. Auch ist noch richtig was los hier auf dem Parkplatz. So wie es aussieht eine bunte Mischung aus Pärchen die Privatsphäre suchen, besorgten Vätern die ihren Töchtern hinterher spionieren und Familientreffen mit Kindern. Plus ein paar gelangweilten Jugendlichen. Ich bin auf die Nacht gespannt.

Liebe Grüße
Gordon

Unsere Route (bitte die linke Maustaste gedrückt halten, um die Karte ein wenig nach rechts zu schieben):


Größere Kartenansicht

San Marino – Florenz – Siena bis Castiglioncello

09.06.2013

Hallo zusammen,

irgendwann morgens sind wir aus den Federn gekommen. Um 13 Uhr mussten wir ja vom Campingplatz runter sein. Ich habe noch einmal die schöne Dusche genossen. Danach Sachen gepackt und kurz noch mal im Internet vorbei geschaut. Um Punkt 13 Uhr sind wir vom Platz gefahren und haben unsere Rechnung bezahlt. Knapp 90 Euro für 4 Nächte. Wobei uns die eine Nacht, als nur unser Auto da stand, auch noch erlassen wurde.
Wir blieben aber noch eine Weile auf dem Besucherparkplatz und haben uns noch mal ins Restaurant gesetzt. Julia hat noch was im Internet geschaut und ich habe noch einen Cappuccino getrunken.

Gatteo a MareDann ging es auf die Landstraße in Richtung Süden. An der Adria entlang. Das Ziel war Gatteo a Mare. Ein kleines Küstennest, das Julia von früher kannte und mal wieder besuchen wollte. In der Zwischenzeit hat sich der Ort jedoch in den letzten 10 Jahren zu einem Touri-Ort entwickelt. Ein Hotel am anderen. Und wo kein Hotel mehr Platz gefunden hat, da steht ein Souvenirshop oder sonstiges Geschäft mit Ramsch. Wir sind mal kurz zum Strand runter. Julia hat sich getraut und ist mit den Füßen ins Wasser. Ich habe mal die Hand reingesteckt. Ist recht angenehm. Zum Baden hatten wir aber keine Zeit. Das Wasser war auch trüb. Hätte mir also beim Schnorcheln keinen Spaß gemacht. Dann haben wir mal eine Runde im Dorf gedreht, noch ein Eis gegessen und sind dann auch schnell wieder gefahren. Das Ziel des Tages hieß schließlich San Marino.

San Marino, der Fliegensch*** auf der Landkarte. Ca. 30km von Rimini entfernt und mitten in Italien. Wir brauchten nicht lange, bis wir da waren. Und gleich hat es uns auf den Berg Titan verschlagen. Hier ist auf dem Berg eine Riesige Festung. In dieser sogar noch heute Menschen wohnen und natürlich auch viele Souvenirshops, Restaurants und sonstiges Tourismusgewerbe ihren Sitz hat. Aber auch Behörden sind hier angesiedelt.

Sunset view from San MarinoWir haben den Platz kurz nach 7 erreicht. Es war noch ein wenig hell und so haben wir uns erst einmal Umgesehen. Dann die Schlafplatzsuche. Wir haben einen Parkplatz in der Nähe gefunden (P8). Den fanden wir gut. Vorn die Aussicht auf das Land und direkt hinter uns die riesige Stadtmauer. Total genial, mal wieder :) In der Nacht vielen auch keine Parkgebühren an, also ließen wir es darauf ankommen. Wenn uns keiner Wegscheucht dann haben wir Glück gehabt und mal wieder einen tollen Schlafplatz.

10.06.2013

Hallo zusammen,

wir hatten Glück. Kein Polizist hat uns weggescheucht in der Nacht. Julia hat morgens um 8 noch Vorschriftsmäßig einen Parkschein besorgt… und dann haben wir weitergeschlafen. :) Bis um 10 der Parkschein abgelaufen war und ein neuer her musste. Dann bin ich auch mit aus dem Bett gefallen und wir haben uns auf die Socken gemacht, um die Festung/Stadt zu erkunden.

San MarinoAls erstes ging es in die Souvenirshops. Ansichtskarten kaufen natürlich. :) Dann einmal durch die Gassen laufen. Hier mal rein schauen und da mal reinschauen. Berg hoch, Berg runter. In einer Kathedrale haben wir reingeschaut und dann kam auch noch ein kurzer Regenschauer.
Als Ende der Tour besuchten wir noch das Foltermuseum. Echt kranker Scheiß…

Zwischendurch haben wir mal über irgendwas geredet und dabei sind mir irgendwie diese „Deine Mutter“ Witze eingefallen. Dabei kam mir dann „Dein Land ist so klein…“ in den Sinn… seid diesem Zeitpunkt waren wir dauernd damit beschäftigt „Dein Land ist so klein…“ Witze zu erfinden. Wie zum Beispiel
„Dein Land ist so klein, das die Touristen an der Grenze Schlange stehen müssen.“ (San Marino hat eine Fläche von 60km² und ca. 32.000 Einwohner.)
Oder
„Dein Land ist so klein, das die Nachbarländer die Aussicht spenden müssen“ (60km²… vom Berg sieht man mehr Italien als San Marino ;) )

Sorry liebe San Marino Bürger :) Aber es gibt ja noch mehr kleine Länder (durch die wir auch noch durchkommen werden). Lichtenstein hatten wir ja schon, San Marino jetzt auch. Kommen noch Monako, Andorra und Gibraltar (wobei ich mir noch nicht sicher bin ob das ein eigenes Land ist).

Nach dem Stadtrundgang ging es dann weiter Richtung Florenz. Inge verweigerte wieder mal den Dienst. Was aber daran lag das Sie keine Karten von San Marino hatte. Später übernahm sie wieder dir Führung und führte uns auf Landstraßen in Richtung Florenz. Und durch eine wunderschöne Landschaft, mal wieder. Erst durch das Tal und dann wieder einmal in die Berge hinein. Ich habe Videos davon gemacht, die ich aber erst nach der Reise bearbeiten kann, da ich im Moment keine Ausrüstung dafür habe. Auf jeden Fall fuhren wir eine kleine Passstraße durch die Berge.

Cathedral in FlorenceNach einer kleinen Ewigkeit verließen wir dann die Berge wieder und gelangten direkt nach Florenz. Es war mittlerweile schon so gut wie dunkel. Unser Ziel lag mitten in der Innenstadt. Eigentlich sogar in der Fußgängerzone. Das Museum Ufizi. In dem hängt das Gemälde „Die Geburt der Venus“ von Sandro Botticelli. Das ist ein Punkt der Reise den Julia unbedingt sehen wollte.
Ich bin erst einmal gefahren wie Inge mir das sagte. Ein Fehler. Sie führte mich direkt in die Innenstadt von Florenz. Keine gute Idee! Verkehrsberuhigte Zonen, kleine Minigassen, Fußgänger, Dunkelheit und keinen Plan wo man hin soll. Stressfaktor pur.
Und dann findet man auch keinen Parkplatz. Wieder raus da und immer noch keinen Parkplatz gefunden. Eine falsche Abbiegung genommen und schon ist man wieder mitten drin. Alles Einbahnstraßen. Keine Chance zu entkommen.

Cathedral in FlorenceNach einer Gefühlten Ewigkeit haben wir dann einen Platz vor einem Hotel gefunden und dort einen Parkplatz ergattert. Wir beschlossen noch eine Runde durch die Innenstadt zu gehen. Wenn wir nach dem ganzen Stress jetzt schon mal hier sind.
So liefen wir noch eine recht große Runde durch die Stadt, bis zum Ufer unten. Dabei kamen wir auch schon am Museum vorbei und wussten dann auch schon mal wo wir hin mussten.
Auf dem Rückweg besorgten wir uns noch eine Pizza to Go, kurz bevor das Restaurant schloss. Zurück am Auto haben wir uns dann über die Pizza hergemacht und noch ein bisschen geredet. Danach wollten wir eigentlich aufbauen und auf dem Platz auch gleich übernachten, auch wenn er – mehr oder weniger – mitten in der Innenstadt war.

Doch dann tauchte plötzlich ein Polizeiauto auf. Kurz danach noch ein Mannschaftstransporter. Die Polizisten standen erst einmal nur dumm in der Gegend rum. Irgendwie schienen sie nicht richtig zu wissen was sie machen sollen. Wir waren jetzt auch etwas verunsichert und warteten mal ab was passiert. Da stehen ist ja erst einmal nicht verboten.
Dann kamen noch 2 Streifenwagen und hielten direkt vor uns an. Und auf einmal stand ein Trupp von ca. 25 Polizisten direkt vor unserem Auto… und lief an uns vorbei und hinter uns in die nächste Seitenstraße. :o … Wir warten. Julia schlief schon auf dem Beifahrersitz ein.
Nach ca. 20 Minuten kamen Sie wieder, verabschiedeten sich und einer nach dem anderen Fuhr weg… bis alle wieder weg waren. Was sie gemacht haben wissen wir nicht. Wir bauten dann aber auf und gingen um halb 2 endlich ins Bett.

11.06.2013

Hi.

Unerwartet ruhig schliefen wir, mitten in Florenz. Am morgen hatte sich der Platz jedoch erwartungsgemäß schon stark mit Leben gefüllt. Der Bus hatte seine Haltestelle direkt vor uns und viele Leute (die meisten wohl Touristen) rannten durch die Straßen.

Wir gesellten uns bald zu ihnen. Wieder durch die Gassen, durch die wir gestern Nacht schon mal gegangen waren.  Heute aber im hellen und mit viel mehr Menschen darin.
Ich erkannte vieles von damals wieder, als ich hier auf Abschlussfahrt mit der Schulklasse schon mal war. Weckt auch ein paar alte Erinnerungen, die lange Verschollen waren.

Ponte Veccio bridge in FlorenceWir erreichten die Uffizien recht schnell und mussten auch schnell feststellen das hier eine riesige Schlange vor den Kassen war. … Wie vor fast jeder Sehenswürdigkeit in Italien. Da wir hier aber unbedingt rein wollten, stellten wir uns an. Die Anzeige teilte uns mit das wir ca. 2 Stunden anstehen werden. Toll!
Also rannte ich noch mal schnell durch die Gassen auf der Suche nach einer Toilette und fand sie schlussendlich in einem Restaurant. Wieder zurück stand Julia noch immer an der selben Stelle in der Schlange. Nichts hatte sich bewegt. … Nur alle 15 Minuten werden ein paar Besucher rein gelassen.

Dann schickte ich Julia los, damit sie sich ein wenig von der Stadt anschauen konnte und wartete selbst in der Schlange. Es konnte ja noch etwas dauern.
Am Ende sind wir mit etwas über einer Stunde Wartezeit weggekommen.  Dann ging es – nach Sicherheitskontrolle nach Flughafenstandart – endlich hinein in die Uffizien. Wer diese nicht kennt… es ist eine riesige und Berühmte Sammlung von Gemälden und Statuen. Fotografieren streng verboten. Jeder Raum wurde von 1-3 Wachleuten bewacht.
Mit dabei die Geburt der Venus von Sandro Botticelli. Das Werk wegen dem wir, vor allem, hier waren. Daneben viele Berühmte Gemälde von Italienischen und Internationalen Malern und alle möglichen Statuen.
Gut 2 Stunden haben wir in der Kunstausstellung verbracht, ehe wir durch waren und alles gesehen hatten.

Danach ging es auf – mehr oder weniger – direktem Weg zurück zum Känguru. Es war noch da und in einem Stück. Mal gut auch.
Nach einer weiteren Schweißtreibenden Fahrt aus Florenz raus ging es dann weiter nach Siena. Hier stand ein Dom den Julia auch vor Jahren schon mal besucht hatte. Er soll komplett Schwarz-Weiß gestreift sein.

Gegen 18 Uhr erreichten wir die kleine Stadt auf der Westseite von Italien. Wieder diese Minigassen, aber hier nicht so überfüllt wie in Florenz… zum Glück. Wir fanden einen Parkplatz direkt an einem Kreisverkehr in der Innenstadt. Es war aber schon nichts mehr los. Zu Fuß machten wir uns schon mal in die Stadt auf, um den Dom von Siena schon mal zu suchen und uns mal am Abend anzusehen. Nach 10 Minuten Fußmarsch durch die Stadt haben wir ihn dann auch gefunden. Ist ja schwer zu übersehen so ein riesiger Dom. Noch dazu ein Schwarz-Weiß gestreifter. :)
Natürlich war er schon zu. Von 10.30 bis 19:00 ist er Besuchbar (für 6,50 Euro). Wir waren leider erst 19:30. Aber selbst wenn wir vorher noch da gewesen wären, man will ja auch noch ein bisschen zeit zum gucken haben.

Also sind wir wieder durch die Stadt zurück zum Auto. Dabei waren wir noch in einem Supermarkt (Conad) einkaufen, der nahe am Kreisverkehr war. Es war nun schon ca. 20:30, aber er war noch offen. Also sind wir rein und haben hier geschaut und da was in den Wagen gelegt. Bis irgendwann der Mann von der Information durch den Markt gerannt ist und allen gesagt hat das sie doch den Markt jetzt schließen wollen. Wir waren ja auch schon fast durch. Nur noch schnell was zu trinken einpacken.
An der Kasse fragte mich der Kassierer auf Italienisch ob ich eine Tüte möchte (die liegen da nicht rum, der Kassierer hat sie). Ich habe es nicht gleich verstanden und er fragte mich noch mal auf Englisch. Ich sagte ihm ja, 2 bitte.
Danach tuschelte er etwas mit dem anderen Kassierer und schließlich kam auch der Typ von der Information dazu und klinkte sich in das Gespräch mit ein. Alle waren am grinsen und tuscheln. Julia erzählte mir dann später, als wir draußen waren, das sie über uns gelästert haben. Das er uns mehrmals darauf aufmerksam machen musste das der Markt doch schließt und das wir trotzdem noch weiter eingekauft haben. Der Kassierer meinte wohl das wir ein wenig behindert sind. … Diese Art von Unfreundlichkeit habe ich in den letzten Tagen in Italien schon mehrfach bemerkt, auch ohne zu verstehen was die Leute reden. Manchmal ist es einfach Unfreundlichkeit, manchmal grenzt es schon an Rassismus und manchmal beides. Natürlich ist nicht jeder so, aber doch einige hier.

Wir sind dann zurück zum Auto. Auf dem Parkplatz konnten wir nicht bleiben über Nacht. Also neue Parkplatzsuche für die Nacht. Wir hatten zwar auf dem Weg dahin einen schönen gesehen. Allerdings war der etwas außerhalb und ohne jegliches WLAN. Wir versuchten unser Glück auf einem McDonalds Parkplatz. Von denen hatten wir ja gehört das sie immer WLAN für ihre Gäste haben. In Italien leider nicht so wirklich. Es gab zwar kostenloses WLAN, aber das war mit einem Login Versehen. Um die Daten zu kriegen, muss man sich registrieren, mit einer Italienischen Sim-Karte (Handy). Die haben wir nicht. Und so gab es kein Internet für uns bei McDonalds. So sind wir dann doch zu dem Parkplatz gefahren, den wir vorher schon gesehen hatten.

Ein schöner großer Parkplatz kurz vor den Toren der Stadt, aus Florenz kommend.
Es standen schon 2 Camper da. Wir haben uns dann einfach dahinter gestellt, ca. in der Mitte des Parkplatzes. Aufgebaut und Julia ist recht bald eingeschlafen. Ich musste endlich mal wieder ein paar Zeilen schreiben. Hatte ich schon seid Tagen nicht mehr getan.
Kurz bevor ich schlafen gehen wollte, habe ich noch eine geraucht. Und genau in der Zeit kam die Polizei und stellte sich unter die nächstgelegene Laterne. Was nun? Da sie aber nicht rüber kamen, bin ich einfach wieder ins Auto, Licht aus und ein paar Minuten gewartet. Vielleicht machten Sie einfach nur Pause. Irgendwann habe ich dann einfach die Augen zu gemacht und bin Eingeschlafen.

12.06.2013

Die Nacht war nicht gut. Wegen der Polizei habe ich gleich in voller Montur geschlafen. Irgendwann bin ich aufgewacht weil ich geschwitzt habe. Wieder eingeschlafen und später aufgewacht weil ich gefroren habe.  So habe ich mich dann am morgen auch gefühlt.
Julia war schon eher aus den Federn gekommen und kam von irgendwo wieder und meinte „Über Nacht haben die Schilder‚ Camper 20 Euro die Nacht‘, Kassenhäuschen und WC aufgestellt!“. Haben Sie natürlich nicht. War alles gestern Abend schon da. Haben wir nur auf dem riesen Parkplatz nicht gesehen. Besonders da es am anderen Ende stand.
Ich bin dann noch mal in das neu entdeckte Toilettenhäuschen gestiefelt. Dann haben wir Abgebaut und sind gefahren. Gibt ja zum Glück noch 2 andere Ausgänge, wo kein Kassenhäuschen ist (sonst hätten wir es ja am Abend schon gesehen. Außerdem sind wir ja eh kein Camper, sondern ein Van. :)

Dann ging es wieder zurück in den Stadtkern, auf Parkplatzsuche. Und das war ein Krampf. Noch schlimmer als in Florenz. Eine kleine Stadt mit viel zu wenigen Parkplätzen für die Touristen. Wir fanden schlussendlich einen Platz in einem Privaten Parkhaus. Für 1,80 die Stunde war der Preis noch gut. Wenn ich an die 7 Euro pro Stunde in München denke…

Cathedral in SienaVon dort war es wieder ca. 15 Minuten zu Fuß bis zum Dom. Diesmal war der Kartenverkauf offen und wir legten gleich los. Der Dom ist schon sehr eindrucksvoll. Wie schon gesagt sehr Schwarz-Weiß gestreift. Alle Wände. Kaum zu glauben, wenn man es nicht sieht (siehe Fotos unten ;) ). Wir haben gut 2 Stunden im Dom verbracht. Natürlich viele Fotos geschossen. Einige habe ich unten angehängt.

Nach dem Dombesuch ging es noch auf einen Kaffee (und eine gute Toilette) in ein Cafe und dann zurück zum Auto. Wir wollten heute noch weiter nach Castiglioncello, kurz unter Pisa. Noch ein Ort den Julia gern besuchen möchte. Auf dem Weg dorthin sind wir durch die wunderschöne Toskana gefahren. Wirklich (und mal wieder) eine sehr schöne Landschaft. Und ich habe mich gewundert wie hügelig / bergig Europa doch ist. Bis jetzt jedenfalls. Fast täglich fahren wir irgendwelche Berge hoch und runter. Und meist mit wunderschöner Landschaft.

Cathedral in SienaRecht früh waren wir dann auch in Castiglioncello angekommen. Auf den ersten Parkplatz rauf und gleich mal zum Strand gelaufen. Der sah hier ein wenig … Zubetoniert aus. Kaum Strand, viel Beton. Dafür nicht so mit Hotels zugebombt wie Gatteo a Mare. Es ist auch nur ein kleines Dorf, direkt am Meer. Zu schlafen fanden wir hier leider nichts und erinnerten uns daran das wir schon seid Venedig keine Dusche mehr hatten. Also habe ich Inge mal nach Campingplätzen suchen lassen. (So eine Inge ist echt Gold wert!) In 7 km Entfernung waren zeigte sie mir gleich 4 in einer Gegend an. Also auf ging es.

Am ersten ran. Pro Person 8 Euro und ein Auto für 6 Euro. Wären dann ja 24 zusammen. Dafür konnte man mal auf einen Campingplatz. Direkt am Meer noch dazu. Wir haben uns erst einmal den Platz angeschaut. Sah gut aus. Direkt hinterm Strand war sogar noch was frei. WLAN gab es auch. Also wieder zurück und direkt gebucht… bis die TuscanyDame den Preis von 32 Euro sagte. Wieso das jetzt? Da wir im Auto schlafen würden, würde das Auto als Wohnwagen zählen. Hmm… das war nicht der Plan und nicht in unserem Budget. Also sind wir zum nächsten, hier das gleiche Spiel. Dann der 3. Etwas ins Land rein, nicht direkt am Strand. Dafür günstiger. Hier haben wir zusammen wirklich nur 18 Euro bezahlt. Und außer Strand war hier auch alles da. Toiletten, Duschen und kostenloses WLAN. Das allerdings nur in der Nähe der Bar. Aber da war auch gerade noch was frei.

Dazu hat uns der Campingplatz auch sehr gefallen. Ein bisschen in den Bäumen (sogar Eichhörnchen springen hier rum). Wir haben das Gefühl hier ein bisschen bei Hippies gelandet zu sein. Aber total cool. Als wir fragten wann wir am nächsten Tag weg sein müssen meinte der Langhaarige junge Mann an der Rezeption ‚Eigentlich um 10, aber da gerade nichts los ist… egal. Und wenn ihr abends losfahrt ist es auch egal.‘ … Take it easy halt :)

Das einzige was uns hier stört ist das die Bar hier abends anscheinend Disko macht… und wir stehen direkt daneben… Aber sonst toll hier :) Unser nächster Campingplatz besuch. Morgen geht es evtl. weiter nach Genova oder wir bleiben hier. Mal schauen.

Liebe Grüße
Gordon

Unsere Route (bitte die linke Maustaste gedrückt halten, um die Karte ein wenig nach rechts zu schieben):


Größere Kartenansicht

Venedig – Italien

06.06.2013

Heut morgen sind wir wunderbar aufgewacht. So gegen halb 9 waren wir aus dem Bett raus. Echt früh für unsere Verhältnisse. Wir haben dann erst einmal gemütlich die Dusche genossen, gefrühstückt und so noch ein bisschen Zeit vertrödelt. Gegen 12 waren wir dann endlich fertig für Venedig. Noch schnell ein paar Bustickets gekauft, direkt auf dem Campingplatz, und dann ab zur Bushaltestelle. Der Bus brachte uns dann auf die Insel, bis zur Endstation.

Unser erstes Ziel sollte das Hostel sein. Da wir mit 2 Rucksäcken unterwegs waren, war es das einzig vernünftige diese erst einmal los zu werden. Das Hostel liegt aber mitten in der Stadt. Und so haben wir schon mal die ersten Gassen sehen können und uns einen kurzen Einblick verschaffen können. Ich war ja schon 2 mal in Venedig, aber für Julia war das erste mal.
Inge hat uns wieder brav den Weg gewiesen. Wobei es selbst mit Inge nicht so einfach war sich in Venedig zurecht zu finden. In dieser Stadt kann man sich wirklich sehr schnell Verlaufen. Direkt am Ende sind wir in einer Sackgasse gelandet und erst nach 3 Ecken haben wir dann das Hostel entdeckt.

Unser Hostel - Our hostelEs ist ein ganz unscheinbares Gebäude an einem Platz (auf dem auch gerade gebaut wird). Nur ein kleines Schild an der Tür weist auf das „Casa Rossetta“ hin. Wir klingelten und kurze Zeit später schaute jemand aus dem Fester. Wir hatten ja nicht mehr online gebucht und einfach auf gut Glück versucht. Eine chinesische Dame öffnete uns die Tür. Die Betreiber des Hostels. Hat uns ein wenig gewundert, aber ok. Wir sind ja international. Und Sie ist echt super nett. Wir haben sogar das Zimmer mit nur 2 Betten bekommen. Ich glaube sie dachte das wir zusammen sind. :)
Das Hostel selbst ist nicht sehr groß. Soweit ich gesehen habe sind es 3 Räume. Ein 2 Bett Zimmer, eines mit 4 Betten und im 3. war ich nicht drin. Der Preis geht auch. Wir haben 23 Euro pro Person, plus 3 Euro City Tax. Also 26 Euro pro Person und Nacht (inklusive Frühstück). Für Venedig (5 Minuten von der Rialto Brücke) so gut wie unschlagbar. (Hostel ‚Casa Rosseta for Backpackers‘, San Polo 1108 (Campo S. Silvestro (der Name des Platzes)), Venedig)
Die Betreiberin hat noch schnell unser Zimmer sauber gemacht und dann haben wir uns umgezogen und nur Dinge in den Rucksack gepackt, die wir unterwegs auch brauchen. Und dann ging es los.

P1000133 (Kopie)Ich kann gar nicht mehr genau sagen wo wir lang sind. Kreuz und Query… quer Feld ein. Über die Rialto Brücke zum Markusplatz und dann am Wasser entlang. Auf unserem Weg sind wir durch einen Park gekommen, hier hatte das ‚Museum of Everything‘ eine Ausstellung, die wir uns noch angesehen haben. Natürlich haben wir uns unterwegs auch diese und jene Ausstellung, Kirche, Kathedrale und sonstige Sehenswürdigkeiten nicht entgehen lassen.
Dann weiter und weiter… und irgendwann haben unsere Füße angefangen zu sagen ‚Es reicht‘ :) Also ließen wir uns von Inge wieder zum Hostel bringen.

Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es gleich wieder weiter. Wir wollten noch was essen. Um die Ecke, direkt am Canal Grande, gibt es ja ein paar Restaurants. Unsere Wahl viel auf das Restaurant Canal Grande (wie passend…). Wir haben das Gewählt, weil es mit den besten Preisen geworben hatte. Eine einfache, normale Pizza für 8 Euro, klingt für Venezianische Verhältnisse gut.
Ich wollte mir allerdings noch mal diese Gnocchi bestellen, die in dem Hotel so gut geschmeckt hatten. Julia bestellte zuerst und wählte eine dieser günstigen Pizzas. Da meinte der Kellner das wir dann aber einen anderen Tisch nehmen sollten. Die am Wasser sind für Kunden die von der Karte (also die teureren Gerichte) bestellen wollen. Die billigen Pizzaesser sollen doch bitte auf die billigen Plätze. … Und er war tot ernst. Der Hammer!
Da ich aber von der Karte bestellte, konnten wir ihn überzeugen an dem Tisch bleiben zu können. Da uns dieser Ernst nicht gleich bewusst war (wir fragten später noch einmal ob es sein ernst war) blieben wir da. Sonst wären wir gegangen! Mein Bier war mit 5 Euro auch kein Schnäppchen… aber ok, wann isst man schon mal in Venedig an diesem Ort. Das Essen war dann aber ok. Der Platz natürlich auch… für jemanden der nicht in Venedig wohnt.

Nach der Abendlichen Stärkung sind wir noch um ein paar Häuserecken gegangen. Gern wäre ich noch weiter durch Venedig bei Nacht geschlendert, aber meine Füße wollten absolut nicht mehr.
Venedig bei Nacht ist noch reizvoller als am Tag. Die ganzen Touristen sind weg und es ist viel, viel Ruhiger. Die Gassen sind nur spärlich von den Straßenlaternen beleuchtet und wirken fast Mystisch. Es ist wundervoll in der Nacht hier. Und wir wussten das es eine gute Entscheidung war hier zu Übernachten.

Der Rundgang endete wieder am Hostel. Auf dem Platz haben ein paar Jugendliche Lautstark eine Party gefeiert… oder einfach nur einen Donnerstagabend genossen. Wer weiß. Auf jedenfalls unterhielten sie nicht nur den Platz, sondern halb Venedig.
Uns war es relativ egal. Wir sind ins Bett gefallen und waren einfach nur fertig. Ein super Tag in dieser schönen Stadt… und morgen noch mal. :)

07.06.2013

Die Nacht war leider nicht so erholsam. Mitten in der Nacht bin ich aufgewacht, keine Ahnung warum, aber zum Glück recht schnell wieder eingeschlafen. Morgens um 7:30 fingen dann die Bauarbeiter auf dem Platz mit der Arbeit an. Die Nacht war zu Ende. Bei dem Lärm konnte man nicht mehr schlafen. Aber ok, so waren wir wenigstens früh wach… mehr oder weniger.

Gegen 9 haben wir dann gefrühstückt, mit den beiden anderen Chinesinnen, die auch gerade im Hostel übernachteten.  Ich habe sogar einen Kaffee gehabt. Ist auch eine Seltenheit im Moment. Nach der ersten Stärkung des Tages und ein bisschen interkulturellem Small-Talk packten wir unsere 7 Sachen und marschierten wieder los. Diesmal musste alles mitgeschleppt werden. Und wir waren gestern noch mal schön einkaufen. Mit dabei war eine Venezianische Maske für meine Mam. Die musste als erstes zur Post. Glücklicherweise sind wir auf dem Weg zum Markusplatz direkt an der Post vorbei. Paket aufgeben ist kein Problem… ich hoffe nur das gute Stück kommt unbeschadet an. Dabei haben wir gleich noch einen Vorrat an Briefmarken für unsere Postkarten besorgt.

Und dann ging es wieder auf den Markusplatz. Julia wollte gern mal voller Tauben sein (die ja zu tausenden auf dem Platz rumflattern und auf gütige Touristen warten, die Brot und Mais hinwerfen). Julia hat sich am Tag davor Brötchen besorgt und fing auch gleich mit der Fütterung an. Mehr als 3-4 ließen sich aber nicht gleichzeitig auf ihr nieder. Und so knipste ich sie halt mit ein paar weniger Tauben als erhofft.
Bis ein paar Leute in Orange auftauchten und meinten das es nicht erlaubt sei die Tauben zu füttern. Die Markusplatz-Aufpasser. So mussten wir weitere Versuche leider einstellen und verzogen uns erst einmal in eine Schattige Ecke zum Verschnaufen. Wir besprochen gleich noch den weiteren Plan. Das Ziel führte ins Jüdische Getto von Venedig… und auf dem Weg lagen noch ein paar andere Sehenswürdigkeiten. Auf ging es.

Zwischendurch haben wir uns auch, trotz Detailierter Karte, noch mal schön verlaufen und auch mit Inge dann noch eine Ehrenrunde gedreht. Doch schlussendlich erreichten wir dann das Jüdische Viertel. Hier haben wir uns erst einmal ein leckeres Eis gegönnt. Schließlich war heute ein wunderschöner Sonnentag mit ca. 25 Grad im Schatten. Da kommt man schon gut ins Schwitzen und freut sich auf ein leckeres Italienisches Eis. ;)

P1000230 (Kopie)Es ging dann noch weiter zu 2 weiteren Kirchen und dann zurück zum Busbahnhof, wo wir die Linie 19 zurück zum Campingplatz genommen haben. Hier haben wir dann unsere schmerzenden Beine ausgeruht, noch die Waschmaschine ausgenutzt und uns ausgeruht.

Auch die (lahmarschige) Internetverbindung haben wir genutzt. Leider. Ich hatte ein paar Mails von Kunden mit dabei… die eine Menge Arbeit verheißen. Arbeit für mehrere Tage an einem normalen Computer. Na mal schauen was das wird. Tagelanges rumsitzen und arbeiten war eigentlich nicht eingeplant. Besonders da unser Zeitplan straff ist.

Bis die Tage
Gordon :)

08.06.2013

Hallo zusammen,

heute ist mal wieder ein Tag an dem wir nichts geschafft haben. Eigentlich wollte ich heute morgen noch schnell ein bisschen arbeiten. Um 1 hätten wir vom Gelände des Campingplatzes verschwunden sein müssen. Nach dem checken meine Emails war schnell klar das sich das ‚Arbeiten‘ noch stark in die Länge ziehen würde. Da ging was gewaltig schief. Nicht meine schuld, aber ich muss es richten. Und da wir gerade an einem ‚bequemen‘ Platz waren und relativ gutes Internet hatten (heute geht es wieder… zumindest am Tag), beschlossen wir das es das beste ist noch einen Tag hier zu bleiben, so das ich das heute fertig kriegen kann.

Somit ist heute, bis auf einen Einkauf bei Lidl nichts weiter passiert.

Morgen geht es dann aber weiter nach San Marino. Danach Florenz, Pisa, ein paar Küstenstädtchen und dann weiter Richtung Westen.

Liebe Grüße
Gordon

Unsere aktuelle Strecke:

Größere Kartenansicht

Bassano del Grappa in Italien

03.06.2013

Hallo zusammen,

wie erwartet war die Aussicht am morgen super :) Wie jeden morgen bis jetzt, wenn wir im Auto geschlafen haben.
Die Sonne war schon längst über die Berge geklettert und schien ins Tal. Dennoch waren wir recht früh dran, als Langschläfer. Es war noch vor 9, als wir aus dem Bett gekrabbelt sind. Nach einer kurzen Wäsche haben wir alles zusammengepackt und sind gleich wieder auf die Strecke. Es war ja auch nicht mehr weit bis Bassano del Grappa, unserem Ziel.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA Inge (unser Navi) wollte an diesem Morgen jedoch nicht wirklich ihren Dienst antreten. Sie wollte und wollte keine Satelliten finden (ich hätte sie nicht so sehr loben sollen). Also musste ich erst einmal nach Schildern fahren. Zum Glück war Bassano del Grappa schon ausgeschildert.
Und die Landschaft dort ist noch schöner als den Tag zuvor. Das letzte Ende, bevor man die Alpen verlässt, geht es durch regelrechte Schluchten… einfach grandios. Wer mal nach Italien fährt, der sollte nicht über die Autobahn fahren, sondern die Brennerstraße… sofern man die Zeit hat. Es ist wirklich eine wundervolle Strecke.

Irgendwann hatte Inge sich dann auch wieder eingekriegt und wies uns den Weg nach Semonzo. Das ist ein kleines Städtchen unweit von Bassano del Grappa. Hier kommen die ganzen Gleitschirmflieger her. Julia wollte hier ein paar Tage bleiben und sich die Gegend mal ansehen. Eigentlich wollte sie hier selbst einen Teil ihrer Flugausbildung absolvieren (was der Originalplan war), aber sie hat nicht genug Flugstunden und musste so leider am Boden bleiben.

Aber schauen wollte Sie trotzdem mal. Und so sind wir, nach einem kurzen Stop an der Touristeninformation und einem kleinen Supermarkt, direkt mal auf den Berg rauf. Von 0 auf 900 Höhenmeter in 15 Kurven. Aber diese Kurven sind so scharfe 180 Grad Kurven, das es auch Motorradfahrern keinen Spaß machen dürfte. Der Kangoo wollte auch keinen 3. Gang mehr. So ging es im 2. Gang bei 30 km/h den Berg hinauf.
OLYMPUS DIGITAL CAMERADie Aussicht belohnte diese Strapaze dann aber enorm. Auf ca. halber Höhe (also der Berg Mt. Grappa selbst hat ca. 1700 Meter) ist ein kleines Restaurant mit einem Parkplatz. Hier hielten wir an und genossen die Aussicht. An einem klaren Tag (wir hatten nur einen halb Klaren) kann man von hier über halb Nord Italien blicken. Selbst Venedig sieht man von hier, und es ist noch gute 70 Km entfernt.

Direkt an dem Restaurantparkplatz hier ist eine Drachenstartrampe. Die Wiesen für die Gleitschirmflieger sind weiter unten und oben. Es gibt hier einige Plätze zum Starten, für die Gleitschirmleute. Der Berg hier scheint für sowas sehr beliebt zu sein… und wird auch gut genutzt. Im Minutentakt heben die Gleitschirme hier ab. Drachen habe ich aber nicht einen gesehen.

Die Suche nach den Leuten von Julias Flugschule gestaltet sich allerdings etwas kompliziert. An dem Platz wo wir sind, sind sie nicht. Ein anderer Flieger meint das Sie wohl gerade beim Mittag sind und später wieder kommen. Also warten wir uns beobachten die anderen Gleitschirmflieger beim starten und genießen die Landschaft. Als dann um 3 jedoch noch immer niemand von der Schule aufgetaucht ist, steigt die Möglichkeit das sie vielleicht auf einem anderen Platz sind. Es gibt eine Übungswiese und wir vermuten Sie da. Also fahren wir weiter den Berg rauf. Dummerweise ist es nicht so einfach die Plätze zu finden, wenn man sich nicht auskennt. Denn es gibt keine Beschilderung die darauf hinweist. Wir fahren also daran vorbei, ohne es zu merken. Auf dem Weg zurück fahren wir in eine Abzweigung rein, um die Aussicht von weiter oben noch mal zu genießen. Und gerade als wir wieder los wollen, sehen wir sie am Hang hinter uns. Gefunden.
Julia hat sich dann mit den Leuten ein wenig unterhalten und ich habe dem Treiben zugesehen und ein paar Fotos gemacht.

Wir hatten für den Tag beschlossen auf dem Berg zu übernachten. An dem Restaurant war ein Parkplatz und Nachts ist ja hier eh niemand. Also sind wir zurück und haben uns ein lauschiges Plätzchen gesucht.
Julia hat dann mal wieder noch am Auto rumgebastelt und wurde von kurzzeitigen Regenschauern in den Wahnsinn getrieben. Mir ging es gegen Abend nicht so besonders (meine Allergie meldet sich hier gerade … tolle Sache! :( Und irgendwie war ich allgemein nicht auf dem Damm) und ich habe eine Stunde ein Nickerchen gemacht. Danach ging es wieder einigermaßen.

Mt. Bassano by nightNach Einbruch der Dunkelheit haben wir noch einmal eingehend den Ausblick genossen. Es ist wirklich Traumhaft. Wenn Du mal hier an dem Restaurant sein solltest… warte bis es dunkel ist. Die ganze Ebene vor uns verschwand in der Dunkelheit und nur noch die Lichter der Häuser und Straßenlaternen leuchteten. Wer schon einmal in der Nacht geflogen ist (und einen Fensterplatz hatte) der wird diese Art Aussicht kennen. Nur hier bewegt man sich nicht und kann die Sicht in aller Ruhe genießen. Es ist wie ein Sternenhimmel am Boden.
Ich habe natürlich Fotos gemacht, muss aber mal schauen ob sie was geworden sind.

Danach sind wir mal recht früh ins Bett. Ich glaube es war gerade einmal um 10. Aber das war auch mal gut. Konnten wir mal Ausspannen.

Viele Grüße aus Italien :)
Gordon

04.06.2013

Hallo zusammen.

Ausschlafen war gut :) Um kurz vor 9 bin ich schwitzend aufgewacht. Am Abend hatte es sich auf 13 Grad abgekühlt. Sobald die Sonne am Morgen auf dem Auto stand erwärmte es sich schlagartig auf 24 Grad im Auto. Ich glaube so schnell bin ich die letzten Tage noch nie rausgekommen. Julia störte es eher wenig.

Doch kurz danach kamen dann auch schon die ersten Flieger und parkten neben uns. So fanden dann auch bald die ersten Morgengespräche statt (Julia noch aus dem Bett raus).
Dann kamen heute auch Drachenflieger. So konnten wir uns das auch gleich mal anschauen. Ich glaube wenn ich sowas machen würde, dann Gleitschirm. So ein Drachen ist schon ganz schön Arbeit und ein Haufen sperriges Gerödel. Beim Gleitschirm hat man seinen riesigen Rucksack und da ist alles drin. Der Schirm, man Sitzt da drin und auch sonst ist alles drin. Eine komplette Anfängerausrüstung kostet wohl so um die 3000 Euro. Auch ein Teures Hobby. Aber Spaß macht das bestimmt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADann habe ich heute morgen endlich mal meine Solarzelle ausprobiert. An den großen Tank gehängt und laden lassen, in der schönen Morgensonne. Nach gut 2,5 Stunden war er voll (von 50%). Das sah schon mal echt gut aus. Das die Solarzelle die Batterie (88Wh) nicht in einer Stunde auflädt, ist klar. Aber 2,5 Stunden für einen halben Tank ist schon ok.

Ansonsten haben wir den ganzen Tag nur auf dem Parkplatz gestanden und gechillt. Mal einen Tag nichts machen. Das Restaurant hatte ab Mittag offen. So konnte ich endlich mal einen schönen Cappuccino trinken und wir konnten uns den WLAN-Schüssel besorgen und so online gehen :) Muss ja auch ab und zu mal sein, zum Beispiel um hier im Blog zu schreiben, Wettervorschau zu prüfen, bei Couchsurfing nach Schlafgelegenheiten zu sehen und zu schauen was das Konto macht.

Abends haben wir uns dann direkt neben das Restaurant gestellt. Da wir ja jetzt Kunden waren :) Von hier hatten wir direkten Ausblick, aus der Windschutzscheibe, auf die Ebene vor uns. Das war noch besser. Abends im Bett liegen und bei einem Blick nach vorn hat man das Lichtermeer vor einem… das kann kein Meerblick einer Wohnung toppen.

05.06.2013

Auch der heutige Tag war sehr ruhig. Wir sind gemütlich irgendwann aufgestanden. Die ersten Flieger kamen auch langsam auf den Berg, auch wenn das Wetter leider nicht so toll war. Es war wolkenbehangen und sah sehr nach Regen aus.
Uns war das nicht egal, wir hatten ja nun die letzten Tage schon immer Mistwetter, aber nicht so wichtig wie den Fliegern. Zum Glück klarte es dann doch noch ein wenig auf und die ersten Flieger stiegen in die Luft.

Wir ließen es gaaanz gemütlich angehen. In Ruhe aufstehen und … einen guten Eindruck machen. Ein bisschen im Internet schauen, wo man in Venedig stehen kann, bisschen mit den Leuten unterhalten, Fotos machen und sowas.

Wir beschlossen dann letztendlich auf einen Campingplatz in Venedig (Festland) zu fahren und dann weiter zu sehen. Es gibt wirklich einen Campingplatz mitten in Venedig. Das war unser Ziel. Vorher ging es aber erst einmal noch in das Hotel ‚Garden Relais‘ wo die ganzen Flieger immer nächtigen. Da sollte es eine Dusche und eine Toilette und etwas zu Essen geben.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAlso hin da. Direkt neben dem Hotel war ein Landeplatz für die Gleitschirmflieger. Deswegen war das wohl das Lieblingshotel der Flieger. Das Essen war echt Lecker, auch wenn wir nur noch die halbe Karte bestellen konnten, da die Küche irgendwie halb zu war (um 2 Nachmittags). Ich habe mir Nudeln bestellt und Gnocchi bekommen. Waren sehr lecker, aber für 8,50 Euro war die Portion ganz schön mickrig. Satt bin ich nicht geworden, aber zumindest war der erste Hunger weg.
Danach noch mal über die schöne und saubere Toilettenschüssel gefreut (wer das jetzt komisch findet, dem muss man sagen das hier ‚Hin-Hock-Klos‘ keine Seltenheit sind… da freut man sich über ein Sitzklo). :)

Und dann ging es, nach einem kurzen Schnack mit Julias Flugschulleuten, wieder auf die Piste… Richtung Venedig.

Inge hat irgendwie die Funktion das Sie mir verschiedene Strecken anbietet, wenn mehrere Strecken möglich sind. Und so zeigte sie mir 3 verschiedene Strecken zur Auswahl an. Ich entschied mich diesmal für eine andere Route als die Vorgeschlagene Optimalroute.

War aber eine interessante Entscheidung. Denn mit dieser Route führte uns Inge nur wenige Kilometer später auf einen Feldweg. Ich habe direkt an Inges Zurechnungsfähigkeit gezweifelt… bin ihr aber brav gefolgt. So haben wir aber das tiefste Hinterland von Italien zu Gesicht bekommen. Mehr Hinterland geht nicht mehr (ich habe es teilweise auf Video). Sogar eine Flußdurchquerung war dabei. Hat das Känguru aber super gemeistert und ist nicht abgesoffen :) Irgendwann ging es dann aber auch wieder auf normale Straßen. Nur das wir wohl im Berufsverkehr gelandet sind. Es war voll und so brauchten wir mal wieder ewig um Voran zu kommen. Unterwegs haben wir dann das 5. Mal auf unserer Tour getankt. Hier in Italien scheint jede Tankstelle ihre eigenen Preise zu machen (auch wenn sie zur selben Marke gehören). Da sollte man schon aufpassen und ein wenig vergleichen, um einen Von – Bis Wert zu erhalten. Wir haben von 1,60 bis 1,80 Euro gesehen. Und für 1,70 haben wir dann getankt (weil wir die 1,60 erst später gesehen haben).

Gordon

Gordon on the mount Grappa

Und so fuhren wir dann, mal mehr mal weniger schnell, in Richtung Venedig… immer Inges Anweisungen folgend.  Und dann waren wir auf einmal in Venedig. Sehr komisch mit dem Auto da zu fahren. Für die meisten Menschen (inkl. mir, bis vor ein paar Tagen) besteht Venedig wohl nur aus der Insel. Das Venedig sich auch am Festland noch ausbreitet, wissen die meisten nicht, glaube ich.
Und schon kurze Zeit später standen wir am Campingplatz in Venedig. Ich hätte es bald nicht erkannt. In einer unscheinbaren Sackgasse verbirgt er sich. Der Campingplatz Venezia.

Wir schafften es gerade noch einzuchecken. Um 5 vor 8 standen wir an der Rezeption und um 8 hätte sie geschlossen Schwein gehabt. 28 Euro für 2 Personen und ein Auto geht ja noch. Wlan für 2 Euro pro 24 Stunden. Die Waschräume sind 1a (Duschen, Toiletten (Sitzklo ;) ) und Waschbecken). Es gibt sogar Waschmaschinen und einen Raum zum Geschirrspülen.
Nach einem kurzen Besuch bei Lidl (keine 800 Meter entfernt), haben wir dann unser Känguru aufgebaut und sind ins Bettchen gekrabbelt.

Und es war Julias erste Nacht auf einem Campingplatz. :)

Bis bald
Gordon :)

Unsere aktuelle Strecke:

Größere Kartenansicht

München, Schloss Neuschwanenstein und mehr…

01.06.2013

Hallo zusammen,

weiter geht es :) Und mal wieder hat uns die Langschläfrigkeit übermannt. Eigentlich wollten wir heute ja früh raus und dann nach München, zum Deutschen Museum. Aber ich habe erfolgreich meinen Wecker ignoriert. So sind wir erst um 10 losgekommen. Dann auf die Autobahn Richtung München. War ungefähr eine Stunde fahrt. Das Wetter war natürlich schon beschissen. Es hat in einer Tour geregnet. :(

Als erstes mussten wir zur Post. Julia hatte noch etwas Postlagernd nach München schicken lassen. Natürlich hatte ich die falsche Straße in das Navi eingegeben und so landeten wir erst einmal in der falschen Ecke von München. Aber nur ca. 5 Km von der Richtigen entfernt. Der Umweg kostete uns eine halbe Stunde.
Dann hatten wir endlich die Richtige Poststelle gefunden. Natürlich in der Innenstadt.. und kein Parkplatz weit und breit. Da es bei der Post ja aber nicht so lange dauern kann, hab ich mich einfach gerade rüber in eine Einfahrt gestellt.
Leider dauert es bei einer Post doch mal länger. Nämlich wenn die Postmitarbeiter die Pakete nicht finden können. So stand ich eine halbe Stunde im Parkverbot. Zum Glück kam niemand. Dafür haben die Mitarbeiter (mit Julias Hilfe) dann doch noch beide Pakete gefunden.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADas Deutsche Museum war quasi gleich um die Ecke. So ging die Parkplatzsuche gleich weiter. Ich habe mich dann für ein Parkhaus entschieden. 7 Euro die Stunde (max. 20), dafür aber keinen Stress mehr. Der Ausgang vom Parkhaus mündete genau neben einem Globetrotter Shop… natürlich mussten wir da auch noch rein. Julia wollte noch nach Schuhen gucken und ich nach so einem genialen Handtuch (so ein sehr dünnes, das sich anfühlt wie Leder… aber total ‚Ergiebig‘ ist und sehr schnell trocknet… und sehr klein zusammenfaltbar ist). Also rein in den Laden. 4 Etagen… wahrscheinlich der größte Globetrotter Laden in Deutschland. Um Untergeschoss konnte man sogar Kanus Probefahren ^^

Nach einer Ewigkeit sind wir wieder aus dem Laden raus. Keine Schuhe, aber dafür mein Handtuch, eine Europakarte und Spanngurte.
Danach schnell über die Straße (es regnete immer noch) zur Sparkasse, mein Geld war schon wieder weg. Das 3te mal 200 Euro abgeholt (langsam wird es teuer… aber es war bis jetzt auch noch ein Haufen Zeug dabei, was mit dem Reisebudget nix zu tun hatte… wie die Solargeschichte). Und dann endlich Richtung Museum. Auf dem Weg haben wir noch schnell an einem Selbstbedienungs-Bäcker angehalten. Wir hatten Hunger. Mit im Laden war eine kleine Asiatin. Sie plante wohl eine Party und wollte genau 27 Stück Gebäck. Die Verkäuferinnen verstanden sie nicht, sie die Verkäuferinnen nicht. Zuerst machten sich die beiden Verkäuferinnen über die kleine lustig (weil sie mit dem Handy rumspielte). Dann half Julia ein bisschen mit der Kommunikation aus und am Ende hatte die kleine Dame 2 große Bleche voll mit Waren. … Und wir unser Mittagbrot.

Gegen 2 kamen wir dann endlich am Museum an. Es war recht voll, für dieses Mistwetter. Wir bezahlten brav unsere 8,50 Euro Eintritt und bemerkten das dass Museum um 5 schon wieder schließen würde. 3 Stunden für so ein riesiges Museum ist nicht viel. Naja, was wir schaffen, das schaffen wir und den Rest halt nicht.
Als erstes Standen wir im Schifffahrtsbereich. Hier haben wir uns recht eingehend alles angesehen. Alte Boote, neue Boote… originale Boote und nachbauten. Besonders interessant fand ich das Originale U1 im Keller. So aufgeschnitten das man innen schön alles sehen konnte (natürlich nicht rein gehen).
Dann ging es weiter zu Elektronik. Also Generatoren und Starkstrom. Hier gibt es eine Blitzsimulation, alle paar Stunden. Die nächste haben wir uns natürlich angesehen. Was sehr interessant und sehr laut. Ich habe Videos davon gemacht… die ich aber leider nicht zeigen darf. Keine Fotos und Videos aus dem Museum dürfen veröffentlicht werden. Total bescheuert… naja.

Danach hatten wir nur noch eine Stunde übrig. Die trennten wir uns. Ich hatte mich für den IT Bereich entschieden. Total langweilig. Klar auch interessant mal die Technik von früher zu sehen. Aber als ich in den letzten 5 Minuten in die Flugabteilung kam, dachte ich mir auch so ‚Mist, hier hätte man mehr interessante Dinge gesehen.

Naja, ich bin mal noch kurz durchgerannt und dann wurde ich auch schon quasi – mit Lautsprecherdurchsagen – aus dem Museum rausgeschmissen. Julia habe ich draußen schon im Souvenirshop gefunden… bei den Postkarten. Gute Idee… da war doch was. :) Also habe ich mir auch gleich 3 schöne Postkarten von München ausgesucht. Ich habe bis jetzt immer 3 genommen und dann an 3 verschieden Leute geschickt. Von jedem Ort immer an alle eine Postkarte zu schicken wäre zu stressig. Außer Lotta, die kriegt von überall eine :) Dann bleiben immer noch 2 andere übrig.

Danach ging es zum Auto zurück. Der Parkautomat meinte wir sollen 15 Euro bezahlen… bis zur nächsten Erhöhung des Parkpreises hatten wir aber noch eine halbe Stunde. Also gingen wir noch mal ein paar Minuten zu Globetrotter rein. Dabei fanden wir – natürlich – noch mal was. Ich habe noch ein Multifunktionstool und ein Messer für je 10 Euro – was soll‘s, probieren – gefunden und noch 2 Bücher als Reiselektüre.

Dann bezahlten wir den ultimativen Parkpreis von 15 Euro und machten uns auf den Weg zum Schloss Neuschwanenstein. Auf dem Weg viel uns dann spontan ein das wir die Befestigung für die Dach-Solarzelle noch in Augsburg liegt. Dort hatten wir sie runtergenommen und nicht wieder drauf gemacht. Wir hätten neue kaufen können. Aber das Stück kostet auch 15 Euro und musste dann noch aufgebohrt werden. Also war es günstiger und besser noch mal zurück nach Augsburg zu fahren und sie zu holen. Um kurz nach 8 waren wir dann wieder zurück in Augsburg. Christine war jedoch unterwegs und so waren wir noch in der Stadt einen Döner essen. Dann bei Christine die Leisten eingepackt und noch schnell einen Kaffee getrunken und ein paar letzte Tipps abgeholt.

Dann zurück auf die Piste und von Augsburg über die B17 direkt runter Richtung Neuschwanenstein. Christine hat uns gesagt das es auf der Strecke einen Parkplatz direkt an der Straße gibt, auf dem man Übernachten könnte. Den haben wir auch gefunden (oder irgendeinen anderen halt) und dort übernachtet.

02.06.2013

Über das Langschlafen sag ich schon gar nix mehr. Um 10 sind wir aufgestanden, haben gepackt und sind gleich los zum Schloss. Auf dem Weg viel uns dann ein das wir ja eigentlich noch zur Wieskirche wollten. Christine meinte das sie sehr schön sein soll. Zum Glück waren wir noch vor dem Punkt wo wir abbiegen mussten (sie lag mit auf dem Weg). Navi schnell umprogrammiert und ab zur Wieskirche.
OLYMPUS DIGITAL CAMERAVersteckt mitten im Nirgendwo liegt die Wieskirche. Soll wohl auch sehr berühmt sein und ist ein Walfahrtsort. Und es war nicht gelogen, innen wie außen ist diese Kirche sehr schön. Sehr schöne Wandmalereien innen und selbst von außen ist sie angemalt.
Heute sind gerade Pilger eingetroffen, die bis zu 100km gelaufen sind (schön d***). Gerade als wir gehen wollten fing die Heilige Messe an. Die Priester (oder was auch immer) kamen zur Tür herein … gefolgt von einer Schaar Pilger und sonstigen Anhängern. Laut Betend und Amen rufend. … Das erinnerte mich sehr an eine Sekte…

Wir haben uns noch kurz nach Souvenirs umgesehen und sind dann schleunigst wieder gefahren. Weiter zum eigentlich Ziel des Tages, Schloss Neuschwanenstein. Das erreichten wir nur wenige Minuten später. Von weitem hielten wir es noch für das andere (dort gibt es 2 Schlösser). Aber als wir näher kamen wurde uns klar das es sich um das Schloss Neuschwanenstein handelt. Sieht anders aus als auf all den Fotos und Postkarten. Grau und kleiner. Bei dem Wetter wahrscheinlich auch kein Wunder. Es war ja auch grau und Regnete in einer Tour.

Schloss NeuschwanensteinDennoch war das Dörfchen überlaufen mit Touristen. Kaum Deutsche, viele Asiaten und Osteuropäer. Wir beschlossen dennoch mal zur Marienbrücke zu laufen. Von dort soll man den schönsten Ausblick haben. Also Tasche gepackt, Regenschirm raus und losgewandert. Nach einem recht Steilen Aufmarsch erreichten wir die Marienbrücken nach gut 20 Minuten. Der Ausblick ist wirklich sehr schön. Das Schloss ist ca. 100 Meter direkt neben der Brücke, auf gleicher Höhe. Die Brücke hängt dabei auch gut 50 Meter über dem Boden. Man kann also wundervolle Fotos machen. Noch schöner sicherlich wenn es nicht regnet. Aber was will man machen… wir müssen halt nehmen was kommt.
Direkt unter der Brücke ist noch die Badewanne des Teufels. Eine Felsspalte durch die sich tosend der Fluss durchdrückt und in einem Becken mündet.

Auf den Besuch des Schlosses selbst haben wir dann verzichtet. Julias leichtes Schuhwerk war schon total durchnässt, es war kalt und wir mussten auch weiter. Wir wollten schließlich noch weiter nach Italien. Inge (unser Navi) meinte das es gut 5 Stunden über die Landstraße dauern würde. Keine Zeit also für große Spaziergänge. Zurück zum Auto und schon waren wir wieder auf der Straße.

Aber apropos Navi(gationssystem). Hier streiten sich ja die Leute. Mit Navi lernt man die Strecke nicht kennen und es stumpft ab, sagen die einen. Die anderen finden die Bequemlichkeit toll.
Ich persönlich möchte meine Inge (so hab ich es getauft) nicht mehr missen. Es ist wundervoll. Ich sage Inge wo ich hin will und Inge sagt mir wo ich langfahren soll. Wo genau ich abbiegen muss und wann. Sie sagt mir meist auch wie die Höchstgeschwindigkeit ist und warnt mich, wenn ich sie überschreite. Aber das ist nicht alles. Inge weiß wo Parkplätze, Sehenswürdigkeiten, Museen und andere wichtige Punkte sind (nur öffentliche Toiletten und Waschsalons kennt sie leider nicht). Und man kann sie anweisen keine Mautstraßen zu nutzen, was auch wichtig sein kann (wie bei uns heute).

Natürlich ersetzt ein Navi nicht den Fahrer. Geschwindigkeitsbegrenzungen können sich spontan ändern, Baustellen können den Straßenverlauf ändern, etc. Aber es ist eine echte Hilfe. Besonders auch im Ausland und in Großstädten, wenn man so schon genug mit dem Verkehr und der neuen Umgebung zu tun hat. Dann kann man die Streckenführung dem Navi überlassen… und evtl. auch mal einen kurzen Blick in die Landschaft werfen.

Wir waren nun also wieder zurück auf der Straße und Bassano del Grappa war das Ziel des heutigen Tages. Inge meinte das es gut 350 Km von dort sein. Da wir aber Landstraße fahren wollten (um Mautstraßen zu meiden) war die errechnete Zeit ca. 5:30 Stunden. Errechnete Ankunftszeit ca. 20:30. Geht ja noch, dachte ich mir. Inge berechnet die Zeit aber wohl auf der maximal möglichen Geschwindigkeitsbegrenzung der benutzten Straßen. Das haut so nicht hin. Denn die Straßen sind so kurvig, das man eine mit 100 ausgeschilderte Straße teilweise nur mit maximal 30-40km/h befahren kann.  Und so schob sich die geplante Ankunftszeit immer weiter nach hinten.

Natürlich regnete es auch immer fröhlich weiter langhin. Autokolonnen schoben sich über die Bergstraßen. Die Motorradfahrer haben mir am meisten leid getan, bei dem Wetter. Und es waren nicht wenige unterwegs.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWir fuhren dann durch Österreich bis nach Italien. Immer weiter durch die Alpen und immer schön neben der Autobahn, auf der Landstraße, entlang. Die Aussicht, soweit ich mal einen Blick riskieren konnte, war wirklich sehr schön. Meist musste ich mich aber auf die Straße konzentrieren. War schon stressig da zu fahren. Der Regen, die kurvigen Straßen und teilweise sogar Pässe. Dann noch auf die Schilder achten.
Aber wir haben es geschafft. Jedoch nicht bis Bassano del Grappa. Diese Nacht werden wir auf dem Gelände einer Tankstelle irgendwo 70km vor Bassano übernachten. Hier stehen auch ein paar Trucker und wir haben uns einfach mit dazu gestellt. Natürlich wieder mit etwas Aussicht. In einem Tal, umgeben von Bergen stehen wir heute.

Ich bin gespannt wie es morgen weitergehen wird.

Viele Grüße
Gordon