Versailles

17.07.2013

Die Nacht war sehr ruhig. Ich hatte ja die Befürchtung das noch jemand vom Campingplatz kommt und uns doch noch wegscheucht. Aber niemand kam. So sind wir erholt um 9:30 aufgestanden. Ich habe noch einen Kaffee in dem Cafe getrunken und natürlich gleich noch die Toilette benutzt.

Nachdem alles zusammengepackt war, sind wir auch bald los. Erst einmal noch mal zum Meer runter. Das war ja noch um die Ecke. Zum Tschüss sagen. Ab jetzt ging es in das Landesinnere und das Meer würden wir nicht noch mal sehen.
Wir haben uns da auf die Steine gesetzt und eine halbe Stunde auf das Meer hinausgeschaut. Dabei habe ich noch Austernschalen zwischen den Steinen vor uns entdeckt und ein paar Eingesammelt. Souvenirs. :)

Dann ging es ab auf die Straße. Auf der Landstraße durch Frankreich. Den Rest des Tages waren wir nur am Fahren. Mit einem Stopp bei Carefour (Supermarkt).

Gegen 18 Uhr sind wir dann mal wieder bei unserem Lieblings-Restaurant eingekehrt. Erst einmal was gegessen und ich musste noch dringend was Arbeiten. Hier sind wir dann auch bis zum Ende geblieben. Meine Arbeit hat sich hinausgezögert und es dauerte länger.
Kurz bevor sie um 11 geschlossen haben, habe ich mir noch mal einen Burger und einen Milchshake gekauft. Das war dann Mc Donalds Rache. Eines von beidem war wohl nicht mehr so gut… mein Magen rebellierte. Zu Dumm das der Laden nun schon zu hatte… So hatte ich noch einen spaßigen Abend…

18.07.2013

Mein Magen hat sich über Nacht noch ein wenig kuriert… aber ganz ok war er immer noch nicht. Ich habe mich getraut einen Kaffee zu holen… von Burger und Shakes habe ich erst einmal die Nase voll.
Wir haben uns dann auch recht schnell da vom Platz verdrückt… bevor noch weitere schlimme Sachen passieren.

Auch heute waren wir wieder die meiste Zeit auf der Piste. Ziel war ein Platz kurz vor Versailles. Hier hatte ich einen See auf den Karten von Inge entdeckt und habe sie angewiesen uns dort hin zu bringen. Das funktionierte auch ganz gut, bis es zur letzten Abbiegung ging. Der Ackerweg war zugewachsen.  Kein Durchkommen mehr. :( Also zum nächsten Teich. Ich wollte gern mal schön ruhig direkt an einem See schlafen.

Auch zum nächsten kamen wir nicht. Hier wies uns ein Schild darauf hin das dass letzte Ende Privatbesitz sei und die Durchfahrt strengstens verboten wäre. Später realisierten wir das es sich um den See eines Golfplatzes handelte :D

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAlso sind wir weiter durch die Gegend gefahren, bis wir schließlich einen einsamen Platz neben einem Acker fanden. Das erschien uns ein guter Alternativplatz und wir parkten hier.

Zur Feier des Tages genehmigten wir uns eine Dusche…  diesmal unsere eigene. Dusche aus der Flasche. Genug Wasser haben wir ja bei. So ging es dann frisch Geduscht (unter der Ackerdusche) ins Bett :)

19.07.2013

Unser Ackerparkplatz war eine gute Idee. Niemand störte uns in der Nacht und am Morgen spendeten die Bäume auf unserer Rückseite den ganzen morgen Schatten. So haben wir mal wieder ein wenig ausgeschlafen und der Wecker klingelte erst um 10. Was für ein toller Morgen. Den Morgen genossen wir noch ausgiebig am Feld. So sind wir dann auch erst gegen 12 losgekommen.

Das Ziel des heutigen Tages war Versailles. Die Stadt mit dem wohl berühmtesten Schloss in Europa. Das Schloss von Versailles, in dem der Versailler Vertrag unterschrieben wurde.
Es war nur 10 Km von unserem Schlafplatz entfernt. Doch erst einmal brauchten wir dringendst Benzin. So machten wir noch einen Umweg zur nächsten Billigtankstelle. Gut das auf Supermarkttankstellen Verlass ist. So bekamen wir an der Carefour Tankstelle noch gutes 95er für 1,52 Euro. Meistens findet man in Frankreich nur noch 95er mit E10. Das möchte Julia dem Känguru aber nicht zumuten. Und auch hier macht jede Tanke ihre eigenen Preise. Innerhalb eines kleinen Umkreises kann man Preisschwankungen von über 10 Cent beobachten.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADann ging es aber nach Versailles. Ich hatte schon bammel das es ein Stress wird auf den Straßen, aber war relativ easy. Wir sind aber auch nicht ewig durch die Gegen gefahren. Das Schloss sieht man schon direkt von weitem. Aber erst einmal brauchten wir einen Parkplatz. Den haben wir dann auch recht schnell gefunden. Nicht direkt vor dem Schloss (auch wenn dort auch einer gewesen wäre), aber dafür mit einem Parkschein, der bis zum nächsten Tag geht. So hatten wir auch gleich einen Platz für die Nacht. Es ist zwar nicht erlaubt mit einem Camper dort zu übernachten, aber wir sind ja kein Camper ;)

OLYMPUS DIGITAL CAMERAEs war auch schon ganz schön spät, als wir uns endlich zum Schloss aufgemacht haben. Gegen halb 3 circa. Erster Abstecher, Mc Donalds natürlich. Kurz was gegessen und gleich weiter. Um 3 waren wir am Schloss. Und das nenne ich mal ein Schloss. Es ist riesig. Der Hof allein ist schon nicht von schlechten Eltern. Und er war voll mit Menschen. Julia erkannte in der Menschenmenge dann eine Schlange, die ich gar nicht für voll genommen habe. Und die Schlange war lang. Wir also zum Ticketschalter rein und haben uns erkundigt. Der Mann dort meinte das wir nur ca. 30 Minuten anstehen würden, um ins Schloss rein zu kommen. Die Alternative wären die Gärten. Denn die wären kostenlos.
Nach einigem Hin und Her-Überlegen haben wir uns dann dafür entschlossen die 16 Euro für das Schloss nicht mehr auszugeben und uns erst einmal die Gärten anzusehen. Zur Not könnten wir ja morgen früh noch das Schloss selbst anschauen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAUnd so haben wir die kostenlose Karte noch eingepackt und sind in die Gärten. Auch hier… beeindruckend riesig. Ich weiß gar nicht ob riesig überhaupt noch der richtige Ausdruck ist. Gärten, Blumen, Bäume, Teiche, Springbrunnen, Statuen… so weit das Auge reicht. Der hintere, große Teich konnte sogar mit Ruderbooten erkundet werden. Und natürlich auch Menschen so weit das Auge reicht.
Wir haben uns erst einmal auf der rechten Seite umgesehen und entschieden das die Sonnenseite doch nicht immer die bessere Seite ist. Manchmal ist es auch schön auf der Schattenseite zu wandeln.

OLYMPUS DIGITAL CAMERASo haben wir bei der nächstbesten Gelegenheit auf die linke Seite des Weges gewechselt. Das war Zufällig bei einem Brunnen. Hier haben wir uns ein paar Minuten niedergelassen und uns ein wenig Ausgeruht. Dann ging es weiter in Richtung großem Teich. Hier, auf der Wiese vor dem Teich, lagen schon einige Menschen im Gras und wir haben uns einfach mal dazugelegt und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Ich habe dazu ein wenig Fotografiert und die Leute beobachtet :)

Nach dieser tollen Pause ging es weiter durch die weiten des Parks. Er ist gute 3,5km lang, laut Karte. Wir haben uns aber durch die ‚Vorgärten‘ wieder in Richtung Schloss bewegt. Dort gelangten wir nach einer guten Stunde wieder an und ließen uns vor dem Tickethaus, auf einer Bank, nieder. Eigentlich sollte es hier kostenloses Internet geben… das konnten wir aber nicht finden. Stattdessen haben wir noch mal eine Pause gemacht, uns mit 3 Mädels aus Deutschland unterhalten, die gerade eine Woche Frankreichurlaub machen und sind dann wieder zurück in Richtung Auto.
Bei einem Abstecher in die Innenstadt konnten wir noch ein Baguette beim Bäcker und ein paar andere Einkäufe in einem kleinen Supermarkt ergattern. Es war schon halb 8 und der Rest hatte schon geschlossen.

Zurück am Auto machten wir uns jeder ein leckeres Abendessen mit original französischem Baguette. Interessant und lecker.
Und natürlich durfte auch noch ein Mc Donalds Besuch an dem Abend nicht fehlen. Es gab ja einen direkt um die Ecke. Ich wollte noch die Adresse von dem Amelie-Cafe in Paris raussuchen (wenn man schon mal hier in der Nähe ist) und dann noch mal nach Emails schauen.

Um halb 1 haben wir endlich aufgebaut und hoffentlich wird uns auch diese Nacht niemand vertreiben. Es ist vorhin ja schon ein Abschleppwagen rumgefahren und hat alle Leute, die gerade am Auto waren, auf dem Parkplatz informiert das hier morgen kein Auto mehr stehen darf. Die Tour de France kommt hier übermorgen durch. Da muss der Parkplatz geräumt sein. Wir werden dann aber (leider) nicht mehr in der Stadt sein. Morgen geht es gleich am Morgen nach Paris. Ich hoffe wir werden früh aus dem Bett kommen.

Liebe Grüße
Gordon


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Dune du Pyla und Cap Ferret

13.07.2013

Auch diese Nacht war sehr ruhig. Am morgen kam dann die Müllabfuhr, direkt neben uns natürlich. Dann hatte auch endlich der Mc Donalds offen und wir konnten uns unser Frühstück holen… Kaffee und ein Cheesburger für mich und 2 Hamburger für Julia :)

Gegen 10 haben wir dann gepackt und sind losgefahren… aber nur um die Ecke, zum Lidl nebenan. Hier haben wir gleich noch unsere Vorräte aufgefüllt und sind dann zurück auf die Straße, Richtung Dune du Pyla. Es waren noch gute 200 km zu fahren.

Die Strecke führte uns erst einmal durch die ganzen Kleckerdörfer dort. Und alle 500 Meter ein Kreisverkehr. Kreisverkehre sind sicher eine gute Erfindung, aber wenn man alle 500 Meter einen hat, dann ist das Nervig. Das ging so gute 40 km. Bis es endlich auf eine Schnellstraße ging. Ab hier kamen wir flotter voran. Später wurde die Schnellstraße zur Autobahn. Und nur wenige Kilometer später standen wir auf einmal vor einer Mautstelle. Dabei hatte ich Inge Mautstraßen verboten. Hier wurde wohl eine Schnellstraße zur Mautstraße ausgebaut und Inge hatte das noch nicht im System. Naja, 1,80 Euro sind noch ein Humaner Preis und wir kamen schneller voran. Später mussten wir noch mal 1,80 Euro bezahlen. Dafür waren wir in gut 3 Stunden an der Düne.

Schon von der Zufahrtsstraße zum Parkplatz kann man einen kurzen Blick auf die 100 Meter hohe Sanddüne erhaschen. Die Dune du Pyla ist die größte (Wander)Düne in Europa. Über 2km lang, 500 Meter breit und über 100 Meter hoch. Sie wandert im Jahr ca. 1-5 Meter ins Landesinnere.
Wir haben das Känguru auf dem Parkplatz abgestellt und sind gleich mal zum Fuß der Düne gegangen. Ist schon beeindruckend so ein großer Haufen Sand. So viel Sand und keine Förmchen… :)

The stairs to the top of the dune.Es gibt sogar eine Treppe nach oben. So sind wir auf der Treppe nach oben gestiefelt (ganz schön Anstrengend) und standen eine Minute später auf dem Ungetüm aus Sand und hatten einen genialen Ausblick auf das Umland, den Meeresbusen vor uns und den Rest der Düne links von uns. Die Düne sieht von oben aus wie eine kleine Mini-Wüste. Nur die Temperaturen sind hier angenehmer. :)

Gordon on the dune

Gordon on the dune

Wir haben bestimmt eine Stunde oben auf der Düne gesessen und gelegen, bevor wir uns an den Rückweg machten. Der führte diesmal aber direkt durch den Sand nach unten. Einmal Düne runter rennen. Fun, fun, fun :)
Nach der Dünenbesichtigung ging es ans Souvenirshoppen. Was sonst? ;) Und so haben wir ein paar spezielle Postkarten gefunden, die aussehen wie eine Flaschenpost. Praktisch gerade hier. Denn da kann man schön Sand rein füllen und dann verschicken. :) Diese Postkarten sind aber auch teurer und deswegen kriegen nur meine 2 Liebsten diese Karte :) Ich habe schon so viele Postkarten verschickt, ich kann keine Postkarten mehr sehen…

Eigentlich wollten wir dann auch noch ein Eis essen, aber das haben wir dann schon vertrödelt. Es war mittlerweile kurz nach 8 und die Eiscafés hatten schon geschlossen. So sind wir zu einem Parkplatz gefahren, den uns 2 Camper empfohlen haben, die wir auf der Düne getroffen hatten. Hinter den ganzen Campingplätzen soll wohl ein Platz sein der Unbezahlt wäre. Wenn man auf der Straße parallel zur Dune du Pyla fährt, dann kommt man an 4 Campingplätzen vorbei. Danach 2-3 km nichts und dann sieht man rechts wieder Camper, das ist der Platz. Unweit vom Strand und weiter Richtung Strand sind ein paar Restaurants und auch Toiletten.

Hier haben wir die beiden von der Düne wiedergetroffen und uns neben den beiden hingestellt. Vater und Tochter. Sie machen auch eine halbe Europareise, nur in die Umgekehrte Richtung wie wir. Er ist Deutscher und seine Tochter halb Deutsch halb Sri Lanka. Wir haben uns noch eine ganze Weile mit den beiden Unterhalten bevor erst sie und dann wir ins Bett sind. … Vor 12, eine Premiere für uns :)

14.07.2013

Bis um halb 11 haben wir heute geschlafen. Noch eine Premiere. Aber tat richtig gut. Frisch und ausgeschlafen kann der Tag starten.

Und so verlief der ganze Tag. Wir haben den Platz nicht mehr verlassen heute. Den ganzen Tag nur rumgegammelt. Ich habe ein wenig geschrieben, Julia ein bisschen in der Hängematte rumgegammelt. Und so vertrödelten wir mal wieder den ganzen Tag. Ein Ruhetag an dem man mal wieder entspannen konnte.

Am Abend haben wir Amanda noch zum Grillen am Strand eingeladen. Amanda ist die Dame die wir am Tag zuvor auf der Düne kennengelernt haben. Zusammen mit ihrem Vater. Amanda ist zwar erst knapp 17, aber wir haben uns gut mit ihr verstanden. Sie ist eine wunderschöne junge Frau, ohne dabei eingebildet zu sein und hat auch etwas im Köpfchen. In diesem Alter selten. So beschlossen wir etwas Zeit mit ihr zu verbringen, so das sie auch mal etwas erleben kann ohne ihren Vater. Mal was mit „jungen“ Leuten unternehmen halt.

Eine Stunde vor Sonnenuntergang haben wir das Grillzeug zusammengepackt und sind zum Strand gelaufen und haben dort ein schönes Grill-Picknick bei Sonnenuntergang gemacht. Sehr klasse!
Auch war an diesem Tag Nationalfeiertag in Frankreich und überall konnten wir in der Ferne Feuerwerk sehen. Eines davon dauerte bestimmt eine Stunde an. Es wollte gar nicht mehr enden.

Gegen um 12 wurde es uns dann aber auch etwas kühl am Strand und wir haben unsere Sachen gepackt und sind zurück zum Auto. Haben Amanda noch wohl behalten wieder abgeliefert :) und sind dann selbst auch ins Bett.

15.07.2013

Die Nacht endete um halb 10. Natürlich sind wir nicht aus dem Tee gekommen und gammelten noch bis um 17 Uhr rum. Ich habe mich noch mit Amanda unterhalten und Julia ist mit Friedrich irgendwo verschwunden… für gute 2 Stunden. Wir haben uns schon Sorgen gemacht. Aber als ich sie gesucht habe, standen die beiden hinter einer Böschung und haben gequatscht.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIrgendwann kamen sie dann wieder. Wir haben uns dann von den beiden verabschiedet und sind noch mal zur Düne. Wir mussten ja noch Sand für unsere speziellen Postkarten einpacken. :) Danach sind wir noch mal in ein Cafe und Julia hat ein Eisbecher gegessen und ich hatte einen ekeligen Cappuccino und ein Crêpes mit Nutella.
Danach sind wir zur anderen Seite des Meeresbusens. Das waren gute 80 Km bis dahin. Auf dem Weg haben wir uns noch für 2 Stunden bei Mc Donalds einquartiert. Ich habe noch schnell einen Artikel veröffentlicht. Den für Südportugal. Ich fange an mächtig hinterher zuhängen. Aber was will man machen. Ich will ja meine Reise nicht nur mit schreiben und übersetzen verbringen.

Nach Mc Donalds sind wir dann zum Cap Ferret, zur anderen Seite. Als wir am Ende ankamen, war es schon fast dunkel. Wir konnten noch einen kurzen Blick auf die Düne von dieser Seite erhaschen.
Es gab hier ein Restaurant. Das machte zwar gerade dicht, aber es hatte zum Glück ein offenes WLAN, das sie auch über Nacht an ließen. So bauten wir auf dem Parkplatz auf und nutzten diesen kostenlosen Service noch eine ganze Weile, bis wir irgendwann einschliefen.

16.07.2013

P1000856 (Kopie)Wir sind erst sehr spät aufgestanden. Gegen 10 vielleicht. Da ist ganz schön High Life am Cap Ferret. Ein Haufen Leute sind schon rumgesprungen. Wir haben uns erst einmal ins Restaurant verkrochen und uns einen Kaffee bestellt. Ok, Julia einen Kakao, da sie keinen Kaffee trinkt.
Der kostete aber so um die 4 Euro (auch wenn er besser schmeckte als der gestern).

OLYMPUS DIGITAL CAMERADanach haben wir uns mal den Strand angeschaut und die Düne bei Tageslicht, von der anderen Seite. Von hier sieht sie schon viel kleiner aus, als wenn man drauf steht. Aber immer noch ganz schön groß. Ein Junge brachte gerade eine riesige Qualle an den Strand, als wir da waren. Das war gleich noch mal ein Highlight, wenn auch ein trauriges.

Wir haben dann abgebaut und sind wieder zurück. Ich brauchte dringend Zigaretten, da sie mir ausgegangen waren. Nur ist das in Frankreich nicht so einfach. Nur spezielle Shops haben Zigaretten, und die sind gut versteckt. So haben wir uns im nächsten Dorf durchgefragt und sind durch das halbe Dorf gelaufen… erfolglos. Als wir dann aber weiterfuhren, haben wir direkt an der Straße einen solchen Shop gefunden. 6,70 Euro für eine Schachtel… da hört man besser auf. Ich habe mir trotzdem 2 geholt…

Ein halbes Hähnchen gab es als Stärkung noch dazu.

Dann die große Frage, was nun machen. Eigentlich wollten wir direkt nach Paris, eine Bekannte von Julia besuchen. Doch bei einem Telefonat gestern stellte sich heraus das diese erst am Samstag wieder in Paris sein wird. Jetzt haben wir noch eine ganze Woche die wir in Frankreich verplempern müssen. Was also tun?

Unsere Entscheidung viel auf eine kleine Insel weiter im Norden. Ich wäre ja gern in die Bretagne gefahren, aber der Umweg wäre zu weit gewesen, meinte Julia. Die Reifen wären schon am Limit des Profils angelangt. Also die Insel.
Ich sagte Inge wo hin und sie berechnete die Route und los ging es. Aber erst einmal zu Lidl… unser trinken war fast alle. Wir brauchten Nachschub und bekamen ihn auch. Eigentlich wollten wir ja mal was lokales probieren… wieder nicht. Beim nächsten mal.

Inge wies uns dann den Weg… bis zu einem weiteren Meeresbusen. Doch auf einmal standen wir vor einer Fähre, anstatt vor einer Brücke. Und die wollte mal eben 29,50 Euro für die Überfahrt haben. Zurück fahren brachte nicht viel, denn dieser Busen zieht sich bis nach Bordeaux, wo wir gerade hergekommen waren. Und 300 km zurück fahren bringt noch weniger. Also mussten wir die 30 Euro berappen und sind mit der Fähre gefahren. Auch mal was neues… aber zu teuer für unser Budget.

OLYMPUS DIGITAL CAMERASchließlich ging es dann weiter. Bis zu der Brücke zur Insel. Hier wollten die Franzosen 16 Euro für die Benutzung der Brücke haben. Die haben doch einen Knall. Diesmal sind wir umgedreht und nicht auf die Insel gefahren. Kurz vor der Mautstelle konnten wir noch die Kurve kratzen und sind zum nächstbesten Campingplatz gefahren. … Der war nur leider voll. Nicht unser Tag heute…

Die nette Dame vom Restaurant hat uns aber freundlicherweise Duschen lassen und wir haben uns dann noch einen Kakao und ein Glas Wein gegönnt. So ein Wein auf leerem Magen ist nur nicht so eine gute Idee. Und so stehen wir nun auf dem Parkplatz vom Camping und werden diese Nacht hier verbringen. Auch das hat uns die nette Dame erlaubt… auch wenn das wahrscheinlich nicht in ihrer Vollmacht liegt. Aber uns ist es egal. Ein guter Stellplatz ist es allemal.

Liebe Grüße
Gordon


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Naturschutzgebiet Geres im Norden Portugals und Santiago de Compostela

09.07.2013

Der Morgen begann wie immer gemütlich. Die Sonne war schon am Himmel, aber durch den Seewind blieb es zumindest im Wind angenehm. Wir ließen auf beiden Seiten ein wenig die Schiebetüren offen und hatten so einen angenehmen Durchzug.

Irgendwie war heute gar nichts mit uns los und wir legten noch mal einen Faulen tag ein. Angesichts des schönen Strandes und des Internets. So konnte ich noch ein wenig für meine Webseite schreiben und wir konnten noch mal relaxen. Klingt komisch, aber wenn man jeden Tag woanders ist, das ist auch anstrengend. Und ich fahre dazu ja auch noch immer.

Gordon at the beachAm Nachmittag haben wir es auch für eine Weile an den Strand geschafft. Das Wetter war gut und die See… sorry, der Ozean, sieht hier echt einladend aus. Leider ist hier die Strömung wohl sehr stark und die Wellen haben gut Kraft. So war nur Julia ganz drin und ich habe mich ein wenige in der Brandung gewälzt. Ist eh ganz schön kühl der Atlantik. :)

Mehr gibt es zum heutigen Tag eigentlich schon nicht zu sagen :)

10.07.2013

Was soll ich groß sagen. Wir sind heute wirklich aufgestanden… wie jeden anderen Tag auch :) Vielleicht ein wenig eher heute, als normalerweise. Unsere nette Dame von der Touristeninformation hat uns heute noch eine Nachricht geschickt, dass wir doch unbedingt im Nationalpark vorbeischauen sollen. Also haben wir geschaut wo er ist… und er lag auf dem Weg nach Santiago de Compostella. Also beschlossen wir uns heute noch im Nationalpark umzusehen.  Vielleicht würde das Portugal ja noch aus dem ‚Langweilig‘ Status befreien.

So habe ich noch einen Kaffee im 10 Meter entfernten Kiosk getrunken (auch um die Toilette benutzen zu können). Und dann ging es weiter. Als erstes zur nächsten Poststelle. Wir mussten noch unsere Postarten verschicken, bevor wir Portugal verlassen, was ja am nächsten Tag dann wäre. Inge leitete uns im nächsten Dorf zur örtlichen Poststelle. Dort angekommen, konnten wir nur eine Apotheke ausmachen. Naja, vielleicht ist da ja die Post mit drin. Wir also rein und gefragt ob hier auch die Post ist. Nein, um die Ecke. Aha… ok. Also um die Ecke und hinter das Haus. Da Post office in Portugalwar ein Baumarkt / Gartenhandel. Hmm… dann sahen wir ein kleines Schild auf dem Correio (portug. Für Post). Okkk… wir also rein in den Laden. Sah aus wie ein Informationstisch in einem Baumarkt… in dem es keine Beleuchtung gibt. Die 2 Männer darin unterhielten sich und einer Tippte irgendwas in die Kasse und schrieb irgendwas auf. Wir wurden keines Blickes gewürdigt… 10 Minuten lang. Wir fühlten uns irgendwie ignoriert. Bis irgendwann, als wir schon fast wieder gehen wollten, doch noch Beachtung fanden. Julia wedelte mit den Postkarten, in der Hoffnung man würde verstehen was wir wollen. Die Dame, die dazugekommen war, nahm die Postkarten entgegen und fing erst einmal an zu lesen… die Adressen wie auch die Nachrichten… wir guckten uns nur erstaunt an. Dann fing sie an zu rechnen und der Mann, der Übersetzen musste, da er ein wenig English sprach, meinte das wir pro Postkarte noch was bezahlen müssten, da es die falschen Briefmarken wären. Die die wir drauf hatten waren nur für Portugal. Interessant… irgendwer hatte uns beschissen. Aber was sollten wir machen. Also noch mal 5 Euro bezahlt und unsere Postkarten … sind hoffentlich auf Reisen gegangen.  Wer also eine Postkarte von mir aus Portugal bekommen hat, bitte mal Bescheid sagen!

Nature park in GeresDanach ging es dann weiter Richtung Norden. Nach Geres. Hier fängt (bzw. hat schon) das Naturschutzgebiet an. Es geht gleich mit einem schönen See los, auf dem man sogar Wassersport machen kann. Wir haben für ein paar Schnappschüsse kurz gehalten, sind dann aber gleich weiter nach Geres. Auch hier sind wir durch gefahren und zum Campingplatz. Ich wollte mal schauen wie der so ist und wie die Preise so sind. Wir erreichten den Campingplatz, der gut Ausgeschildert ist, sehr abenteuerlich. Die Gegend hier sieht wirklich wie ein Naturschutzgebiet aus. Die Natur ist sehr üppig hier, im Gegensatz zu der kargen Landschaft im Rest Portugals (aber auch Südspanien oder Zypern z.B.). Viele Bäume, Berge, Farne, etc. Und natürlich auch wieder Berge. Und sehr wenig Verkehr, was bei den engen Straßen aber auch gut so ist.
Der Weg zum Campingplatz führte uns ab von der geteerten Straße, auf einen Weg. Dann ging es über eine Holzbrücke, über einen Fluss… ich hatte ein wenig sorgen. :) Und weiter auf einem ‚Ackerweg‘ bis zu einer weiteren Brücke. Hier stand ein Stop-Schild und man konnte den Eingang des Campingplatzes erkennen. Ein junger Mann kam und entfernte ein weiteres Schild direkt auf der Brücke, um uns den Weg frei zu geben…

Wir haben uns erst einmal bei der Rezeption vorgestellt und nach den Preisen gefragt. 3,50 pro Person und pro Auto. Also 10,50 Euro pro Nacht für uns. Sehr angenehme Preise.
Da es aber erst kurz nach Mittag war, wollten wir uns noch ein bisschen hier umsehen. Julia hat den jungen Mann gleich ausgefragt, was man denn hier so sehen kann. Besonders die Wasserfälle wollten wir dann wissen. In einem holperigem English/Portugiesisch Mix hat er uns dann versucht unsere Fragen zu beantworten (sehr freundlich und hilfsbereit). Dazu haben wir gleich noch eine Karte von der Region gekauft. So konnten wir dann unterwegs notfalls noch nachlesen. Auch hat kein Navi POI’s. Inge hat zum Glück wenigstens Straßenkarten von hier.

Erste Anlaufstelle war ein Punkt an dem angeblich ein super Wasserfall sein sollte (wir haben ein Bild im Büro des Campingplatzes gesehen… sah toll aus). Es ging den Berg lang hoch. Durch die schmalen und kurvigen Straßen und besonders durch die Steigung sind wir meist mit 30Km/h dahin gekrochen. Das war aber ok, so konnten wir wenigstens etwas vom Park genießen. Und man kommt ja auch langsam ans Ziel.
Wir erreichten schließlich die Stelle an der der Wasserfall sein sollte. Doch es war keiner da. Anstatt des Wasserfalls fanden wir … naja, einen kleinen Wasserfall mit einem natürlichen Pool davor. Das sah fürs erste auch ganz einladend aus. Nur der Parkplatz war ca. 300 Meter weiter die Straße lang. Ich konnte Julia zu dem kleinen Spaziergang überreden und wir liefen zu dem Pool. Er lag etwas tiefer und der Abstieg war etwas schwieriger… aber es hatte sich gelohnt. Es war schon eine kleine Menschenmenge hier und wir gesellten uns dazu. Das Wasser war glasklar und erfrischend. Genau richtig eigentlich. Wir gesagt, sogar mit einem kleinen Wasserfall.
Natürlich bin ich nicht ohne Taucherbrille dort hin und so waren wir ein wenig Schnorcheln. Zu unserer Verwunderung waren sogar einige kleinere Forellen in dem Pool. Die Schwammen da fröhlich zwischen den ganzen Leuten.

Wir blieben ca. eine Stunde dort und genossen die Atmosphäre und natürlich den Pool. :) Dann ging es wieder zurück zum Auto. Die Karte wies noch einige andere Wasserfälle aus. Wir wollten noch einen versuchen. Der nächstgelegene… dennoch gut 10 Km entfernt. Es ging wieder zurück bis hinter den Campingplatz, von dem wir gestartet sind. Inge kennt natürlich keine Wasserfälle und so haben wir ein Dorf einprogrammiert, das etwas hinter dem Wasserfall liegt. Das kannte Sie.

Leider waren wir wohl gerade an einem Punkt an dem Sie etwas verwirrt war. So drehten wir eine Ehrenrunde auf einer der steilsten Straßen die ich jemals hinuntergefahren bin. Ich weiß nicht wie viel Prozent Gefälle es waren… aber ich würde auf um die 30% tippen. Und das teilweise in Kurven durch das Dorf. Wir schafften es, zum Glück, und kamen wieder zu dem Punkt an dem wir eben gestartet waren. Wir hatten eine falsche Abbiegung genommen. Also noch mal und diesmal die richtige Straße genommen.

Es ging einige Kilometer durch weitere schöne Natur und Landschaft. Einsame Straßen den Berg lang hoch und wieder runter. Die Autos, die uns entgegen kamen, kann ich an einer Hand abzählen. Teilweise hatten wir eine Aussicht vom Berg und konnten das ganze Tal um Geres überblicken. Traumhaft. Und der Wald sieht teilweise aus wie ein Märchenwald. … Hier ist Portugals wahre Schönheit versteckt.

Wir mussten dann eine Abbiegung nehmen, an der die Asphaltstraße wieder endete und wieder eine Sandstraße begann. Diese führte uns dann zu einer Brücke. Von hier musste man zu Fuß zum Wasserfall gehen. Es sind nur wenige Minuten zu Fuß, er ist quasi gleich um die Ecke. Dieser Wasserfall ist schon beeindruckender. Er besteht aus mehreren Ebenen. 4 um genau zu sein. Von ganz oben fällt das Wasser in einen Pool, ca. 8-10 Meter tiefer. Dann noch einmal ein Fall in einen Pool ca. 4-6 Meter tiefer. Und dann der große Fall bis nach unten. Der ist dann ca. 20-30 Meter.
Von der 4 zur 3 Etage waren gerade Bergsteiger am Abseilen. Auch sah es so aus als würde die 3. Etage mit einer Höhle verbunden sein. Zumindest glaube ich Stalaktiten entdeckt zu haben und ich konnte das Ende der Höhle nicht sehen. Ich bin jetzt natürlich neugierig :) Werde es wohl aber erst später im Internet herausfinden.

Es wurde langsam später… was nun tun? Nach ein wenig Umsehen entdeckten wir in der Nähe einen Parkplatz mit Aussicht. Wie geschaffen für eine Übernachtung. :) Wir haben hier aufgebaut und noch mal Gegrillt (natürlich mit vernünftigem Grill). War ein sehr schöner Tag und Abend. :)

Das beste kam dann als wir aufgebaut hatten und alle unsere Lichter aus waren und die Nacht hereingebrochen war. Ich habe noch nie in meinem Leben so einen klaren Sternenhimmel gesehen. Sogar die Milchstraße war klar erkennbar. Ein Traum (den man leider nur schlecht auf ein Foto oder Video bannen kann).

11.07.2013

Mal ein überraschender Morgen. Wir wurden von komischen, sehr nahen, Geräuschen geweckt. Es bimmelte. Ziegen?… Ziegen! … Was nun? Julia öffnete vorsichtig ihre Seitentür und es bot sich uns ein sehr… unerwarteter Anblick. Direkt an unserem Auto liefen Ziegen durch das Farn. Aber nicht nur 5 oder 6… dutzende.
A goat is looking in the car.Die Ziegen ließen sich weder vom Auto stören, noch als Julia die Tür aufgemacht hatte und wir ungläubig und definitiv erstaunt, aus dem Auto glotzten. Sie liefen einfach vorbei, als würde hier jeden Tag ein Auto rumstehen aus dem Leute glotzen.
Nur 2 oder 3 blieben kurz stehen, glotzen ins Auto rein, so wie wir raus… und liefen nach ein paar Sekunden weiter.

Dann fühlte sich eine Ziege (evtl, ein Bock) wohl doch vom Auto gestört und griff es beherzt an. Wir, noch immer drinnen, hörten nur die das Teil die Stoßstange mit seinen Hörnern bearbeitete. Die Versuche von Julia das Tier von innen, mit leisen Rufen, zu verscheuchen, scheiterten kläglich. So zog sie sich schnell etwas an und sprang aus dem Auto. Eigentlich wollten wir uns dem Hirten eher nicht präsentieren, da wir noch immer in einem Naturschutzgebiet sind und er nicht unbedingt wissen musste das wir hier im Auto sind.
Aber Antonio, so hieß er, interessierte das eher weniger. Julia hatte ihn schnell in ein ‚Gespräch‘ verwickelt. Sofern man das so nennen konnte. Antonio sprach kein Englisch und wir kein Spanisch. Aber irgendwie verstanden wir trotzdem dass er Antonio heißt und seine Herde 500 Tiere umfasst. … Die gerade an uns vorbeigezogen ist. Seine Hirtenhunde waren Teppichflitzer. Keine Ahnung was das für eine Rasse ist, aber sie waren Mini. Dafür waren sie zu zweit und sehr agil. Die haben den Ziegen trotzdem Beine gemacht.

Nach diesem interessanten Start in den Morgen haben wir auch gleich zusammengepackt und sind zum nächsten Highlight des Tages aufgebrochen… Duschen unter dem Wasserfall oder zumindest Baden in dem Naturpool davor. Der Wasserfall war ja nur 100 Meter den Weg wieder zurück. Also sind wir den Berg hinuntergerollt und haben weiter unten geparkt. Sachen gepackt… Taucherbrille, Schnorchel, GoPro und Badezeug… und dann ging es los. Im steinigen Flussbett in Richtung The pool at the waterfallWasserfall. Wir erreichten einen Pool, an dem wir, ohne Überqueren, nicht weiterkamen. Der Wasserfall selbst war noch nicht zu sehen. Er war noch um die nächste Ecke. Doch der Pool sah auch ganz interessant aus. Wir haben uns also umgezogen und sind vorsichtig in das kühle Nass gestiegen. Das Wasser war wieder Glassklar und etwas kühler. Wieder gab es kleine Fische die sich dort tummelten. Ich weiß aber nicht was für welche.

Wir haben den lieben Gott einen guten Mann sein lassen und hier 1-2 Stunden die Seele baumeln lassen. Nach dem Schwimmen noch auf einem großen Stein in die Sonne gelegt.
Julia hat im Pool sogar noch ein verschlossenes Bier gefunden. Es war sogar noch gut. Das wir mir einen der nächsten Abende versüßen :)

Irgendwann haben wir uns besonnen das noch ein weiter Weg vor uns liegt an dem Tag und wir doch besser mal los sollten. Das Tagesziel hieß Santiago de Compostela. Das Ziel des Jakobwegs. Es waren noch gut 200km zu fahren. Hört sich nicht weit an, aber ohne Autobahn zieht sich das schon in die Länge.

Es ging noch einmal direkt durch das Naturschutzgebiet. Ein wunderschöner Ort und der schönste in Portugal, den wir gesehen haben. Allein hier könnte ich einige Wochen verbringen und auf Fototour gehen. Das Gebiet grenzt im Norden direkt an Spanien. Wir verließen den Park also direkt nach Spanien rein.

Cathedral of Santiago de CompostelaGegen 5 Uhr waren wir dann in Santiago de Compostela und liefen natürlich direkt erst einmal zur Kathedrale. Santiago hat eine sehr schöne alte Innenstadt und die Kathedrale ist wirklich nicht übel. Alt… so sieht sie auch aus. Das hat aber auch seinen sehr eigenen Charme.
Da wir auch noch Postkarten verschicken wollten, haben wir erst einmal nach den Öffnungszeiten geschaut. Die Kathedrale selbst hat bis halb 9 offen. So konnten wir erst einmal noch Souvenirs und Postkarten besorgen. Die Straßen um die Kathedrale sind voll von solchen Shops. Und Straßencafes.
Wir haben uns gut mit Postkarten, Briefmarken und auch Souvenirs eingedeckt und sind dann zurück zur Kathedrale.

Im Grunde ist sie sehr einfach. Keine Wandmalereien, kein Marmor… aber 2 Dinge fallen sofort ins Auge. Die Orgel mit seinen Rohren, die in den Raum reinhängen und der riesige goldene Altar… der bei genauerer Betrachtung noch weit nach hinten reicht und sogar begehbar ist. Darunter sind Katakomben, in die man teilweise rein kann.

Zu unserer Überraschung fingen sie um 19:30 mit der Messe an. Keine Kamera und kein Video mehr. Und schön leise sein. Julia wollte bleiben, ich stehe eher nicht auf sowas. Aber ok, in dieser speziellen Kirche kann man ja sich das ja mal Antun. Und so setzten wir uns und ich hielt brav die Kamera still.
Dann trat eine Nonne an das Mikrofon und sprach irgendwas in Spanisch. Als sie mit der Rede fertig war, setzte die Orgel ein und sie fing an zu singen. … Atemberaubend! Sie hatte eine klasse Stimme und durch die Akustik in der Kirche… genial!
Dann redete mal wieder einer und dann sang sie zwischendurch auch ab und zu mal wieder.
Und dann kam das Beste. Sie füllten den großen Weihrauch-Schwenker und schwenkten ihn… und wie! Ich dachte gleich fliegt er aus dem Fenster… zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht das es links und rechts (vom Schwenker) noch einen Gang gibt. Die Leute die da saßen müssen eine richtige Ladung abbekommen haben.
Nach einer Stunde war die Messe zu Ende. Natürlich habe ich heimlich ein bisschen mit der GoPro gefilmt. Die Nonne musste ich einfach aufnehmen. Ich hoffe man hört es gut auf den Videos, konnte es noch nicht prüfen.

Als die Messe vorbei war, haben wir uns noch ein wenig mehr in der Kirche umgesehen. Bis wir gute 10 Minuten später aus der Kirche rausgeschmissen wurden. Fast im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Typ ging rum und hat die Leute rausgeschmissen.
Wir entschieden uns dafür noch ein wenig durch die Innenstadt zu schlendern… in Richtung Auto. Nach 2 Ecken hörten wir auf einmal Musik. Klang sehr interessant und lag auf unserem Weg. Um die nächste Ecke Concert on a city placewar ein Platz. Und mitten auf dem Platz war Technik aufgebaut und dazwischen ein Orchester… wou. Vor dem Orchester eine Steintreppe. Wir blieben stehen und lauschten der Musik. Echt schön… und der klang dort… einsame Spitze. Wir entschieden etwas länger zu bleiben und suchten uns freie Plätze auf der Treppe. Bestimmt eine Stunde saßen wir da und haben den Musikern gelauscht. Die Musikrichtung kann ich nicht einmal genau bestimmen. Es war kein Klassik. Gegen Ende haben sie wohl einer Weile etwas Afrikanisches gespielt, aber das konnte man auch so genau nicht raus hören. Ich habe Videos gemacht :) Musst Du warten bis ich es hochladen konnte. ;)

Wir blieben dann bis das Konzert ganz zu Ende war. Mittlerweile war es so gegen halb 10 und wir mussten mal zurück zum Känguru. Das stand nämlich in einem Parkhaus und die Parkuhr lief. 5,70 Euro mussten wir bezahlen.
Und dann die allabendliche Frage: Wo schlafen. Wir beschlossen noch ein bisschen zu fahren und dann zu schauen wo wir einen netten Schlafplatz finden. Die nächste Strecke ist eh lang… gute 950Km bis zu den Dune de Pyla in Frankreich. Und rennt die Zeit langsam weg. Wir haben nur noch wenige Tage und müssen jetzt echt Strecke machen. 2 Punkte stehen noch auf unserer Liste. Die Dune du Pyla und Paris. Das sind unsere letzten Ziele und diesmal ohne Bummelstrecke und noch 5 mal irgendwo anhalten.

Es war schon fast dunkel und ich liebe es nicht gerade im Dunkeln zu fahren. Das ist sehr anstrengend für meine Augen. Aber wir haben es noch ganze 160 Km geschafft. Aber auch nur weil noch 90km Autobahn dabei waren. Später wurde es auf einmal Nebelig (sehr nebelig) und auch kurvig. Wir erreichten wohl auch schon die Nordausläufer der Pyrenäen. Irgendwann um 1 in der Nacht ging es einfach nicht mehr. Glücklicherweise fanden wir einen Friedhof mit einem riesigen Parkplatz davor. Hier würden wir wohl niemanden stören und bauten im Nieselregen unser Nachlager auf. Ich glaube so schnell bin ich selten eingeschlafen.

12.07.2013

Die Ruhestätte war Himmlisch… ruhig :) Am morgen hörten wir ein Elektroauto über den Parkplatz fahren und später einen Traktor. Aber niemand störte sich an uns. Wir sind gegen 9 aus dem Bett gefallen. Den Friedhof haben wir uns noch kurz angeschaut. Sehr komisches Ding. Julia nennt es Schrankfriedhof. … Ich habe keine Ahnung wie ich es nennen würde. Aber man kann es sich schon wie einen Schrank vorstellen. Mit vielen kleineren, aber wohl tiefen, Öffnungen. Da liegen die Toten drin. 4 – 5 ‚Etagen‘ übereinander. Sehr … ungewohnt. Aber platzsparend.

Wir haben dann gepackt und sind wieder zurück auf die Straße. Das Wetter war nicht so toll heute. Bewölkt und nebelig. Für uns damit gutes Reisewetter. Wir hatten ja einen ganzen Tag auf der Straße vor uns. 750km um genau zu sein.
Und so fuhren wir auch den ganzen Tag durch die Landschaft. Erst hatten wir Glück und konnten auf der A8 fahren. Später mussten wir dann auf der N634 weitermachen. Der Nebel blieb den ganzen Tag und tauchte die Landschaft in eine Mystische Umgebung.

Einen Zwischenstopp legten wir natürlich bei Mc Donalds ein. Etwas gegen den Hunger tun, eine (mehr oder weniger) vernünftige Toilette und Internet :) Wir Junkies.
Ach ja, wir mussten ja auch noch die Postkarten von Santiago schreiben und verschicken, bevor wir Spanien verlassen. Wir hatten ja schon zig Spanische Briefmarken. So verbrachten wir mal wieder 2-3 Stunden bei unserem Lieblingsrestaurant und mussten danach noch in die Stadt, zum Postkasten.
Und dann ging es zurück auf die Bahn. Weiter durch die Landschaft Nord-Spaniens… die irgendwie total an Mitteldeutschland erinnert.

Dann wurde es mal wieder dunkel… Überraschung :) Inge meinte das es noch bis 2:30 in der Nacht dauern würde bis wir da wären… 250km noch.
Wir haben es noch bis hinter die französische Grenze geschafft und uns dann einfach auf dem nächst besten Mc Donalds Parkplatz niedergelassen.  :) Der hatte schon zu, so konnte uns niemand mehr stören. Aufgebaut und eingeschlafen. Der Tag hat geschlaucht. Autofahren macht doch müde. Besonders die Nachttouren schlauchen sehr.

Viele Grüße
Gordon


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Der Süden Portugals

05.07.2013

Die Nacht war leider nicht toll. Wir haben zwar direkt am Meer gestanden (nur ein paar kleine Häuser dazwischen) aber trotzdem war es in der Nacht Schweineheiß. Wir haben Nachts um 3 noch mal die Türen aufgerissen, um ein bisschen kalte Luft durchwehen zu lassen. Es ging gar nicht. Wir haben geschwitzt wie die Tiere.

Morgens ging es dann. Wir haben uns erst einmal den Strand angesehen. Schöner großer Strand mit traumhaftem Sand. Die Kite-Surfer waren schon auf dem Wasser. Wir haben auf der Straße sogar eine ganze Schulklasse mit kleinen Surfbrettern gesehen. Kleine Portugiesen mit kleinen Surfbrettern :) Das Meer selbst sah nicht sehr einladend aus. Es war dreckig (vom aufgewirbeltem Sand bzw. Sedimente) und die Wellen waren recht kräftig. Wir beschlossen lieber nicht rein zu gehen. Wer weiß was da für Strömung ist.

Wir gingen zum Auto zurück und bauten ab. Doch bevor wir los sind, haben wir noch im Cafe nebenan einen Kaffee getrunken. Ich habe festgestellt das ‚coffee‘ auch hier noch Espresso heißt. Ich bekam also eine Pfütze Kaffee mit dem Coffeingehalt einer ganzen Tasse.

Dann ging es aber endlich los… weiter. Wir wollten an dem Tag noch bis kurz vor oder nach Lissabon kommen. Direkt rein wollten wir nicht. Den Stress brauchten wir nun nicht auch noch. Ich mag es allgemein nicht in großen Städten zu fahren. Zu viel Stress.
Also hab ich, in Inges Karten, ein nettes Plätzen an einer sehr großen Bucht gefunden und ihr gesagt das wir da hin wollen. Es waren gut 300 Km, eine Weile zu fahren, wenn man keine Autobahnen nutzt.

Und dann ging es durch die Pampa von Portugal. Und es war wieder heiß. Im Auto teilweise 45 Grad, auch draußen nicht weniger. Der Wind brachte auch keine Abkühlung, da er die gleiche Temperatur hatte. Selbst in Zypern ist es nicht so heiß. So stelle ich mir die Wüste vor. Sengende Hitze ohne Möglichkeit auf Abkühlung.
Und in dieser Hitze sahen wir immer wieder große Ansammlungen von Storchnestern. Auch hier hatten Sie überall ihre Nester, wie schon vor ein paar Tagen in Spanien. Ihnen scheint diese Hitze nichts auszumachen.

Die Landschaft zog in den Stunden an uns vorbei. Portugal finde ich persönlich nicht so wirklich interessant. Es ist bis jetzt das flachste Land, mit ein paar kleineren Hügeln. Es ist heiß und die Vegetation ist zwar vorhanden, aber nicht wirklich einzigartig.

Wir haben irgendwann noch mal bei einem Supermarkt angehalten und uns mit kalten Getränken versorgt. Mehr ist an diesem Tag nicht passiert… außer die Straße.

Wir erreichten den Platz noch relativ früh. Es war noch hell. Wir haben uns den Platz ein wenig angesehen. Hier war wohl mal eine Toreroschule. Der Inhaber ist aber gestorben, wie wir später erfuhren, und nun liegt das Gelände brach und verrottet.
Vor uns lag die Lagune, die einige Kilometer ins Land führt. Das Wasser war braun dreckig. So dreckig das man schon nach 2 cm Wassertiefe nichts mehr erkennen konnte. Auf der Gegenüberliegenden Seite war schon die nächste Stadt zu sehen.

Wir wollten gerade aufbauen, da parkte auf einmal neben uns ein Transporter mit 3 Männern drin. Sie stiegen aus und sahen sich auch in der Gegend um. Wir wunderten uns schon was das für Leute sind und warteten erst einmal ab mit Aufbauen. Aber sie fuhren nicht weg. Im Gegenteil, sie fingen auch an auszupacken… Angeln. Aha, es waren also Fischer. Na dann. Besser als Meuchelmörder. :)
Nach ein paar Minuten hielt einer der Männer eine Bierflasche in unsere Richtung und sagte etwas, das wir nicht verstanden. Also sind wir hin. Julia versuchte ihm zu erklären das sie keinen Alkohol trinkt. Aber Juan, so hieß er, verstand nicht, oder wollte nicht verstehen. Ich dagegen nahm eine Flasche an und bedankte mich :)

Wir kamen ins Gespräch. Dabei kam raus das Marko, einer der Männer, seid 8 Jahren in Deutschland arbeiten geht. So genau habe ich es nicht verstanden, aber wie es aussieht immer mal wieder. Also mal in Deutschland lebt (in Plauen) und mal in Portugal. Er sprach sogar sehr gutes Deutsch.
Juan arbeitet auch des Öfteren mal im Ausland. In Deutschland und in der Schweiz. Sprach aber kaum Deutsch. Von dem anderen Juan haben wir nicht viel erfahren, er war auch recht ruhig.

Die Jungs versorgten uns nun rührend mit Bier und luden uns sogar zum Grillen ein. Es wurde ein echt guter Abend mit den 3en. Wir haben recht viel geredet, wobei der Einfachheit halber am meisten mit Marko. Juan versuchte seinerseits immer mal wieder mit Portugiesisch und Zeichensprache uns etwas mitzuteilen, wovon wir meistens nicht viel verstanden. Schade eigentlich, auch wenn er nicht so aussah, war er anscheinend doch ein sehr netter und lieber Mensch, so wie die anderen beiden auch.

Nach diesem ungewöhnlichen Abend mit den 3 Portugiesischen Anglern, haben wir uns ins Bett gemacht. Die 3 wollten am morgen um 5-6 Uhr schon wieder abhauen und so verabschiedeten wir uns schon mal von ihnen.
In der Nacht das gleiche Spiel wie am Vortag. Es war Schweineheiß im Auto in der Nacht. Türen konnten wir diesmal aber nicht wirklich aufmachen, da der Platz voll von Mücken war. So haben wir Julias Fenster mit Mückennetz bespannt, damit wir wenigstens eines aufmachen können.
Mir kam dann auch langsam die Erleuchtung warum es Nachts im Auto immer so heiß war, obwohl es draußen schon angenehm kalt war und wir auch schon die Türen vorher zum Auslüften offen hatten. Ich denke die Quelle diesen Übels sind die Flüssigkeiten, die wir im Auto transportieren. Diese heizen sich am Tag auf. So auf die 40-45 Grad Außentemperatur. Und am Abend wird es wieder abgegeben. Und zwar im Auto. Und wir haben einiges an Flüssigkeit im Auto. 13 Liter Flüssigkeit im Chemieklo, zig Liter an Trinken, 10 Liter Wasser im Waschkanister. Das sind nur die großen Mengen. Dazu noch die Kühltruhe, die ab und zu mal Kühlt und wärme abgibt.
Ich denke hier ist unsere Nächtliche Hitze zu suchen. Nur können wir das schlecht ändern. Das Trinken brauchen wir, das Chemieklo auch und das Wasser zum Waschen ist auch nützlich.

Naja, wir haben es dann irgendwann geschafft einzuschlafen.

06.07.2013

Wie vermutet war auch diese Nacht sehr heiß. Ich bin des Öfteren schweißgebadet aufgewacht, auch ohne Albtraum. Und draußen war es schon wieder dabei sich aufzuheizen. Die Sonne schien natürlich schon. Unsere Angler waren auch noch da. Die Nacht war nicht sehr erfolgreich für sie und sie versuchten weiter ihr Glück.

Wir packten relativ schnell zusammen, sagten noch mal Tschüss zu den drei und sind dann weiter. Weiter Richtung…  nächstem Mc Donalds. Der befand sich in der nächsten Stadt. Die die wir in der Nacht gesehen haben. Auf der anderen Seite des Flusses.
Dort angekommen stellten wir jedoch fest das es dort keinen Mc Donalds gab. Und wenn, dann in einem Einkaufzentrum… ohne ersichtliche Parkplätze. Zudem war an diesen Tagen irgendein Fest in der Stadt und die halbe Stadt war abgesperrt. Also auf zum nächsten, mit Mc Drive.

Der nächste war dann auch gleich schon mal 10 km weiter. Zum Glück in die richtige Richtung… gen Norden. Wir erreichten den Mc Donalds gegen 10 Uhr. Um 11 machte er aber erst auf. Zum Glück standen draußen die großen Sonnenschirme. So haben wir uns schon mal in den Schatten gesetzt und angefangen zu schreiben. Ich hing mal wieder mit dem Schreiben hinterher und Julia hat sich dann ein Plätzchen mit WiFi Empfang gesucht, was so ziemlich nur vor der Eingangstür zu finden war… zumindest für Sie.

Um 11 machten sie dann endlich auch auf und wir sind dann nach drinnen gezogen. Einen Sitzplatz mit Steckdose gesucht und gleich mal unsere Verteilerdose angeschlossen und alles dran gehängt was geladen werden musste… Laptops, Batterietanks, Kameraakkus (für meine Taschenkamera habe ich immer noch kein 12 Volt Ladegerät). Natürlich haben wir auch wieder die Mc Donalds Toilette in Anspruch genommen :)

Interessant war hier der Unterschied zwischen Innen- und Außentemperatur. Innen war es so kalt das ich gefroren habe. Als ich dann mal zum Rauchen nach draußen wollte, hat es mich bald erschlagen, so warm… heiß war es. Das Auto zeigte eine Außentemperatur von 45 Grad und die Innentemperatur war außerhalb der Skala.

Wir haben diesen Tag mal wieder bei Mc Donalds verbracht. Erst um 17 Uhr rum sind wir dort los. Ein paar Kilometer wollten wir wenigstens noch schaffen, an dem Tag. Das haben wir dann auch noch. Bis zu einem Waldsee irgendwo in Portugal. Ich hatte die Hoffnung dass man hier vielleicht mal Baden gehen könnte und dabei gleich noch eine Dusche spart. Leider war das Wasser auch hier total braun und ekelig. Direkt neben dem See war auch noch ein Picknick Platz, der selbst in der Nacht um halb 10 noch gut besucht war. Das erledigte sich jedoch innerhalb von ein paar Minuten und wir waren schlussendlich allein dort am See. Von ein paar Glühwürmchen mal abgesehen. Echt cool die Teile. Hatte ich vorher noch nie so wirklich gesehen.

Wir haben dann noch aufgebaut und sind ins Bett gegangen. Es war mal wieder schön heiß in unserer Privatsauna…

07.07.2013

Die Nacht endete recht früh. Diesmal nicht von der Hitze sondern weil der Picknickplatz schon am Morgen wieder Bevölkert wurde. Als wir gegen 9 aus dem Auto lugten, waren die Parkplätze um uns herum schon gut gefüllt. Die ersten Schleppten schon Grillzeug auf den Platz und belagerten die ersten Sitzplätze. Im Minutentakt kamen neue Autos auf den Platz gefahren. Es wurde ein Fußballfeld aufgebaut und 2 Spanferkel waren bald über 2 riesen Grills aufgespießt. … Ich glaube wir haben irgendeinen Feiertag verpennt.

Wir haben abgebaut, bevor der Trubel noch zu viel wurde. Nach einem kurzen Spaziergang am See sind wir dann auch gefahren. Natürlich hat die Technik mal wieder gestreikt. Es dauerte einige Minuten und Kilometer bevor Inge und der GPS Tracker korrekt arbeiteten.

Wir hatten aber noch immer nicht geduscht oder gebadet und unser Berg mit dreckiger Wäsche wuchs auch. Wir brauchten also einen Waschsaloon für unsere Wäsche und eine Dusche für uns. Mein Lösungsvorschlag war einen Campingplatz anzufahren. Die haben immer beides, Dusche und Waschmaschinen. Eine Dusche zu finden ist nicht immer soo schwer, aber einen Waschsaloon zu finden kann schon schwieriger ausfallen.

Wir haben dann bei einem Campingplatz angehalten und haben gefragt ob wir unsere Wäsche waschen könnten und auch mal die Dusche benutzen können. Die Dame hinter dem Tresen meinte nach reichlicher Überlegung (scheint keine Alltägliche Frage zu sein) das sie uns als Tagesbesucher rein lassen könnte. Würde 3,75 Euro pro Person kosten. Wir fragten dann mal interessehalber was es kosten würde wenn wir eine ganze Nacht bleiben würden. 2 Leute und 1 Auto… 12,50 Euro. Da haben wir nicht lange überlegt und sind gleich ganz geblieben. Für so schmales Geld, was soll es.

Der Campingplatz war ok. Leider wenig Schatten, in der Portugiesischen Sonne. Wir haben dann doch noch einen gefunden. Zwischen ein paar Bäumen, direkt neben den Waschräumen. So hatten wir den ganzen Abend noch Schatten. Es war ja erst um 5 rum.

Erst einmal haben wir die Wäsche in die Maschine gehauen und uns dann den nahen Strand angeschaut. Er war ca. 200 Meter vom Campingplatz entfernt. Zu Fuß in ein paar Minuten zu erreichen.
Ein riesiger Strand. Bestimmt 50 Meter breit. Da Sonntag war, war er auch gut besucht. Viele Menschen haben sich hier in der Sonne geaalt. Besonders komisch fand ich das direkt am Wasser auch recht viele Menschen standen. Aber sie standen da nur und das war es. Im Wasser waren nur 2-3 Leute. Aber direkt davor standen vielleicht 100. Es sah aus als würden sie auf etwas warten… nur auf was, das weiß ich nicht.
Wir blieben da einige Minuten auch stehen und ich beobachtete das ganze ein bisschen. Aber nichts. Die Leute standen da und keiner ging rein. Sehr komisch…

Den Weg zurück haben wir uns mit einem Eis vom Kiosk versüßt. Das beste was man machen kann, bei der Hitze. Die Waschmaschine war auch fast fertig. Wir mussten noch 10 Minuten warten und dann konnten wir unsere Wäsche gleich mit zum Auto mitnehmen und dort aufhängen. Dann waren wir an der Reihe. Duschen… immer wieder ein Erlebnis … bei den Duschen hier. Aber wenigstens hatten sie normale Wasserhähne und nicht solche Druckknöpfe, die das Wasser nach 10 Sekunden wieder abstellen. So konnte ich mal wieder ausgiebig Duschen.

Und dann das Highlight des Abends… Grillen. Das erste mal auf der Tour haben wir Julias coolen Minigrill ausprobiert. Auf dem Weg hatten wir noch bei Lidl angehalten und Grillfleisch besorgt. Das sollte uns den Grill füllen… und tat es dann auch. Gut, teilweise etwas dunkel geraten… hat es doch sonst aber sehr gut geschmeckt :)
Nach diesen schönen Abend ging es dann ins Bett. Die Wäsche ließen wir diesmal draußen hängen, damit sie am morgen trocken ist.

08.07.2013

Endlich mal eine Nacht in der wir angenehm durchschlafen konnten. Zumindest bis am Morgen die Sonne auf das Känguru schien. Dann war es vorbei mit der Kühle und das Auto erhitzte sich innerhalb von Minuten. Aber trotzdem war es eine gute Nacht. Endlich mal wieder durchgeschlafen.
Und wir ließen auch den Morgen langsam angehen. Schön relaxed.
Langsam Wäsche abnehmen, Auto umbauen und noch mehr relaxen.

Dann gingen wir noch in die Bar, wo es Internet gab… und einen Kaffee. Später entschieden wir uns sogar noch etwas dort zu essen. Das dauerte allerdings etwas länger und so verließen wir den Platz mit Verspätung. Um 1 hätten wir spätestens Auschecken müssen. Halb 2 waren wir aber erst am Ausgang. Gab zum Glück keine Nachzahlung oder so. Wir bezahlten unsere 12,50 Euro und fuhren. Heute in Richtung Santiago de Compostela, welches bereits in Spanien ist. Das wir es so weit heute nicht schaffen würden, war klar. Aber die Richtung stimmte schon mal :)

Nur war da schon wieder so eine Sache… wir hatten noch nicht eine Postkarte aus Portugal verschickt. Wir hatten noch nicht einmal einen Stand gesehen wo Postkarten verkauft werden. Irgendwie ist Portugal ein sehr komischer Staat. In jedem anderen Land wird man Bombardiert mit Souvenirs und Postkarten. In Portugal muss man anscheinend stark danach suchen. Und wir sind keine 200 Km mehr von der Grenze weg.
Eine Idee, eine Touristeninformation. Die müssten sowas ja haben oder zumindest wissen wo man sowas bekommt. Also haben wir bei der nächst besten angehalten. Das war in Povoa de Varzim.

Wir erklärten der netten Dame in der Touristeninformation das wir dringendst Postkarten brauchen und wo man sowas findet. Sie selbst hatte leider keine auf Anhieb da, erklärte uns aber wo man den welche finden könnte und drückte uns auch noch einen Stadtplan in die Hand. Also ließen wir unser Känguru auf dem Parkplatz der Touristeninformation stehen (es gibt einen kostenfreien Parkplatz für die Touristeninformation) und liefen in die Stadt. Erst blieb unsere Suche erfolglos. Mal gab es nur 2 verschiedene (hässliche) und meist gar keine. In einem Bücherladen dann die ersten Fundstücke. Später am Strand dann eine noch bessere Auswahl. Wir deckten uns gleich mit Ausreichend Karten ein. Denn Portugal ist eigentlich eine wichtige Station auf unserer Reise. Es ist der Umkehrpunkt. Weiter in Richtung Westen geht es nicht mehr. Der Atlantik versperrt den Weg. Also fahren wir vom Süden in den Norden und dann zurück Richtung Osten. Über Nordspanien, Nordfrankreich zurück nach Deutschland. Vielleicht noch 1-2 Tage Luxemburg und Belgien.

Aber jetzt hatten wir erst einmal Postkarten. In einem Souvenirshop haben wir es auf ganze 30 Minuten Aufenthalt gebracht.  Hier noch geguckt und da noch geguckt. Und dann das noch gefunden und das noch gefunden. Man man…
Nach der Einkaufstour (für Touristen) ging es zur Touristeninformation zurück. Ielva, die nette Dame dort, hatte auch noch ein paar Karten für uns gefunden. Und so machten wir es uns dort erst einmal Gemütlich und schrieben unsere Postkarten, damit wir sie gleich auch noch verschicken können. Jetzt hatten wir ja auch Portugiesische Briefmarken. Sie müssen also weg, die Karten.

Als wir endlich fertig waren mit schreiben, war es auch schon fast um 7. Um 7 würde das Büro auch schließen. Aber irgendwie haben wir uns total mit Ielva verquatscht. Noch über dies und das geredet… und total die Zeit vergessen. Als noch andere Touristen um halb 8 das Büro betraten, viel uns auf das es eigentlich schon sehr spät ist. Aber es war auch schön mit Ielva zu reden. Eine sehr nette und interessante Frau. Wir haben Kontaktdaten getauscht.

Um die Uhrzeit machte es auch nicht mehr viel Sinn noch groß weiterzufahren. Wir suchten uns ein nettes Fleckchen, nur 5 km weiter, und blieben dort. Ein etwas einsames Fleckchen, zum Glück mal wieder. Es gibt hier zwar ein Hotel, aber das ist mehr zu als offen. Der Strand ist auch hier riesig und nicht so voll.
Wir haben uns noch den Sonnenuntergang am Strand angesehen… Traumhaft. Wie die Sonne blutrot im Meer versinkt. In Zypern geht sie ja leider nie im Meer unter, jedenfalls nicht in Limassol.

Dann haben wir uns im Hotel, durch einen Kaffee, das Wifi Passwort besorgt und ich schreibe hier noch während Julia schon Seelig schläft. :) … Werde ich jetzt auch tun.

Liebe Grüße
Gordon


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Tarifa

03.07.2013

Der Wecker klingelte um kurz vor 8. Tauchen ist ein tolles Hobby… aber die frühen Zeiten sind echt mies. Wir haben es irgendwie, nach weiteren 15 Minuten, aus dem Bett geschafft. Ich hatte in Erinnerung das der Mann vom Tauchshop gesagt hatte das es um 9:30 los ging. Als wir um kurz nach 9 immer noch nicht fertig waren, habe ich noch mal angerufen und bescheid gesagt. Da meinte er das es erst um 10 losgeht. Hab ich mich wohl verhört.

Um kurz nach halb 9 waren wir dann an der Tauchschule. Hier war das Gewusel schon im vollem Gange. Wir uns schnell den Chef gesucht und uns vorgestellt. Die Leute waren (wie so ziemlich alle Taucher) sehr nett und haben uns erst einmal ein bisschen eingewiesen. Dann ging es ans Ausfüllen der üblichen Papiere (Tauchfähigkeit, Krankheitsbilder (die man hoffentlich nicht hat) und Unterschreiben das, falls man absäuft, keine Schuld der Tauchschule gibt). Dann noch schnell eingekleidet und schon ging es los. Man wartete bereits auf uns Trödler. :)

Es ging los mit einem kleinen Boot. Wir waren ungefähr 8 Taucher plus 3 Instrukteuren. Wir bekamen Moritz. Moritz ist ca. in meinem Alter und eigentlich aus der Schweiz. Das begrüßten wir sehr, da wir so mit ihm in Deutsch alles durchsprechen konnten. Wir fuhren natürlich nicht zu dem Wrack, das der Mann am Telefon am Vortag versprochen hatte. Es wurde ein Tauchplatz dessen Namen ich schon wieder vergessen habe.

P1000701 (Kopie)Dann erreichten wir den Tauchplatz am südlichen Ende der Insel. Hier machten wir an einer Boje fest und auf ging es.
Ich hatte mal wieder Probleme mit dem Druckausgleich in den Ohren und musste langsam machen. Julia hatte ein ganz anderes Problem, sie hatte zu wenig Blei mit und kam nicht runter. So musste Moritz sie – im Schlepptauch – nach unten ziehen. Dann ging es aber und nach ca. 10 Minuten waren wir alle unten am Grund angekommen.
Die Sicht war mies. Überall Sedimente, die die Sicht auf ca. 10 Meter reduzierten. Vielleicht sogar weniger. Und das Wasser war kalt. 17 Grad unten, 18 oben. Atlantik ist halt nicht mehr das Mittelmeer. Obwohl… hier ist es ja 50/50 von beidem. Natürlich hatte ich weder Handschuhe noch eine Taucherhaube dabei. Aber ich war tapfer :) Und nach einigen Minuten ging es dann auch.

Wir tauchten also ab in die Tiefen der Straße von Gibraltar… naja, zumindest bis auf 30 Meter. Viel sahen wir nicht. Nur die (gleichen) Fische sind hier um einiges größer als in Zypern. Wir haben 2 große Krebse gesehen (erschreckend) und ein paar Fische. Das war’s.
Der Tauchgang inkl. Sicherheitsstop dauerte 44 Minuten. Enttäuschend.

Es ging zurück aufs Boot und dann zurück zum Hafen und zum Tauchshop. Viel Zeit zum Verschnaufen blieb nicht, denn nur wenige Minuten ging es schon los zum 2. Tauchgang. In der Zwischenzeit habe ich mich noch erkundigt wann wir vom 2. Tauchgang wieder zurück sind und uns dann für das 17 Uhr Whale Watching angemeldet.
Und schon ging es wieder zum Boot. Diesmal fuhren wir noch um die Insel rum, zur Atlantikseite. … Kälter wurde das Wasser hier zum Glück aber nicht noch. Wärmer aber auch nicht.

Moritz meinte das wir diesmal vielleicht ein Wrack von einem alten Dampfkesselboot sehen. Obwohl da auch nur noch die Kessel zu sehen wären.
Es ging also wieder ins Wasser. Diesmal hatten wir recht starke Strömung. An diese mussten wir uns erst einmal gewöhnen, konnten sie dann aber gut nutzen um uns treiben zu lassen. Ich habe diesmal einen recht fetten Tintenfisch gesehen (die anderen beiden sind einfach drüber weggeschwommen). Dazu gab es noch diverse Schneckenarten und wieder die gleichen Fische (nur größer halt).
Das Dampfkesselboot haben wir wieder nicht gesehen. 2 Tauchgänge ohne ein ersehntes Wrack.

Zurück am Tauchshop nutzten wir erst einmal die Duschen, die es dort gibt. Ein Segen! Und sogar Seifen und Shampoo-Spender gibt es in den Duschen. Dieser Service ist für uns Gold wert. So konnten wir endlich mal wieder vernünftig Duschen und so eine heiße Dusche nach dem Tauchen im „Atlantik“ ist echt was feines. Frisch ging es dann an den schlechten Part der Sache (für uns)… das Bezahlen. 37,50 Euro pro Tauchgang und Nase. Eigentlich ein guter Preis. Aber für Low-Bugdet Reisende wie uns, ein Vermögen. Dazu holten wir gleich noch ein paar Postkarten und bekamen noch ein paar Werbepostkarten dazu. Also bin ich knapp 80 Euro für einen halben Tag losgeworden. Dafür war ich aber mal in der Straße von Gibraltar tauchen :)

Ich kann Yellow Sub in Tarifa nur empfehlen. Die Leute dort sind sehr nett, gutes/perfektes Deutsch und English. Das Equipment war gut und man war immer bemüht zu helfen. Leider konnten sie die Tauchplatzversprechen nicht halten, das ist ein dickes Minus für mich, da ich gern Wracks betauche (Unterwasserlandschaft gibt es überall… aber Wracks sind die wahren Schätze). Aber alles in allem ist die Tauchschule gut. Besonders die Duschmöglichkeit fand ich ein dickes Plus.

Danach ging es noch kurz zum Auto zurück. Klamotten wechseln, Kameras einpacken und Tauchzeug auspacken. Und schon mussten wir wieder los, zum Whale Watching mit Firmm. Bevor es los ging, gab es noch eine halbe Stunde eine Informationsrunde zum Thema. Das fand ich sehr gut, auch wenn ich nicht viele neue Informationen daraus ziehen konnte.
Es wurden die lokalen Delfin und Walarten vorgestellt und etwas zu ihnen gesagt. Der Große Tümmler, Blau-Weiße Delfine, gewöhnliche Delfine, Grindwale, Pottwale, Finnwale und Orcas. Das ist eine ganze Menge und viel mehr als ich dachte. Zu jedem Tier wurden ein paar Worte gesagt und besonders hat mir gefallen das die Mitarbeiterin auch angesprochen hat, warum Delfine nichts für die Gefangenschaft (in Delfinarien z.B.) sind. Leider ist das Thema dann doch etwas kurz ausgefallen. Aber besser als nichts.
Natürlich wurde auch die Organisation kurz vorgestellt und etwas zur Straße von Gibraltar gesagt. Das durch das Aufeinandertreffen der 2 Meere und die Strömungen optimale Bedingungen für das Futter der Wale geschaffen sind und das sie deswegen kommen. Es wurde auch angesprochen das hier der Tunfisch durchzieht und das dieser in Massen für den japanischen Markt gefangen wird (für Sushi zum Beispiel)… noch bevor er laichen kann. Also bevor er sich vermehren kann. Japan… da ist es wieder. Erinnert mich stark an die Japanische Walfangflotte in der Arktis und das wohl berühmteste Dorf in Japan (für mich und viele andere Delfinfreunde)… Taiji. Wo jährlich zehntausende Delfine abgeschlachtet werden… für Delfinarien und für… nichts. Delfinfleisch enthält höhere Mengen an Quecksilber und es ist gefährlich es zu essen.

Nach der Informationsstunde ging es dann auf das Boot. Ich weiß nicht wie viele Leute in der Gruppe waren, aber es waren einige. 50 vielleicht.
Ich hatte mir den Platz ganz vorn ausgeguckt, direkt am Bug. Ich wollte nicht irgendwo in der Menschenmenge stehen, wenn etwas gesichtet wird. Ich wollte einen Wal sehen und nicht den Kopf meines Vordermanns. Der Mann auf dem Boot gab mir ein Zeichen das es möglich ist, aber erst später. Nachdem wir ablegten, wusste ich auch den Grund. Wir fuhren erst einmal gegen den Wind. Die aufspritzende Gischt spritzte das Wasser selbst bis zum hinteren Ende des Bootes. Würde man da jetzt draußen am Bug stehen, wäre man innerhalb von Sekunden total nass. Also warteten wir geduldig und schauten uns die vorbeiziehende Landschaft an.

Dann endlich drehte das Boot Richtung Süden, Richtung Afrika. Nun durften wir auch raus und ich ergatterte mir den Platz den ich wollte. (Fast) genau am Bug. Genau am Bug ging nicht, da hier die Prellbojen hingen (oder wie auch immer die Ballons heißen). Klasse Aussicht. Aber trotzdem noch ein wenig nass.  Ich hatte gerade meine Kamera mit dem dicken 300er Objektiv rausgeholt und angelegt, als uns eine Welle traf… *patsch* alles nass. Ich verstaute die Kamera lieber gleich wieder im Rucksack und hielt nur noch die GoPro in der Hand. Die ist wenigstens Wasserdicht und kann keinen Schaden nehmen. Wäre ja doof wenn ich hier noch meine Kamera Schrotte. Und dann hieß es warten, suchen und gucken.

Wir kamen recht nah an Marokko ran… Afrika. Ganz nah. Das war Julias Ziel. Ganz nah an Afrika. … Mir war Afrika in dem Moment sowas von egal. Ich wollte endlich mal einen Wal sehen. Um so größer und beeindruckender, um so besser. Aber es passierte nichts. Ich stand vorn am Bug und guckte und 2 Mitarbeiter von Firmm standen oben im Ausguck und suchten (ein paar von den anderen Leuten starrten sicher auch gebannt auf das wellige Meer). 2 Stunden lang kurvten wir durch das Meer. Bis der Kapitän plötzlich nach Norden abdrehte, in Richtung Tarifa. Da wusste ich das es es zurück ging. Jetzt oder nie… und starrte weiter auf das wellige Meer. Afrika hinter uns, links die tiefstehende Sonne, die sich im Meer spiegelte und somit doppelt blendete, rechts das Mittelmeer mit einigen riesigen Containerschiffen und gerade zu Spanien. Die Wellen klatschten gegen das Schiff, vereinzelt so stark das die Gischt über das Vorderschiff spritzte. Nass war ich schon lange. Meine Hose, Shirt und der Rucksack trieften. War mir egal, ich wollte jetzt heute einen Wal sehen… oder wenigstens Delfine. Wal aber lieber. Auch die Befürchtung eventuell Krank zu werden, auf der Reise nicht so toll, hatten keine große Einflusskraft darauf.

Circa 20 Minuten später gab mir der Mitarbeiter zu verstehen das ich doch jetzt auch rein solle (ich war seid geraumer Zeit der letzte dort vorn). Wir liefen in den Hafen ein… ohne irgendetwas gesichtet zu haben. Welch Enttäuschung. :(
Natürlich ist es klar das es keine Garantie gibt. Die gibt es nie, wenn man Tiere in der Freiheit erleben möchte. Und ich finde es schöner Tiere in Freiheit nicht zu sehen, als sie Eingesperrt mit Sicherheit sehen zu können. Dieser Standpunkt hat mir dann Teilweise auch wieder zum Lächeln verholfen. Teilweise stand ich auch dort vorn und habe für mich gegrinst… Weil ich keine Wale oder Delfine gesehen habe… denn das bedeutete das sie frei sind!
Ein Zwiespalt könnte man sagen. Traurig und Glücklich gleichzeitig, das ich keine geliebten Wale gesehen habe.

Es ging also zurück zur ‚Basis‘. Die Stiftung gibt in dem Fall das man gar nichts auf einer Fahrt sieht, kostenlos ein neues Ticket. Geld zurück gibt es leider nicht. Da wir aber am nächsten Tag schon wieder weiter wollten, nützte uns ein neues Ticket nichts. Zumal es am nächsten Tag von Algeciras, um 15 Uhr, losgehen sollte. Das wäre ein Umweg noch dazu. Wir nahmen die Tickets trotzdem. Man weiß ja nie. Vielleicht könnten wir sie noch verticken.

Nach der Tour sind wir wieder zum Auto. Ich musste die nassen Klamotten loswerden, bevor ich mir wirklich noch was weg hole. Zum Abschluss des Tages wollten wir noch eine Kleinigkeit essen und schauen ob wir irgendwo ins Internet kommen. Die Wahl viel auf ein kleines Restaurant gegenüber vom Hafen. Internet gab es nicht, dafür etwas zu essen. Nicht die große Auswahl, aber besser als nichts. Meine Wahl viel, mal wieder, auf Gnocchi. Waren sehr lecker.

Nach einer Weile kamen ein paar Österreicher an den Nebentisch. Julia hat sie gleich mal angehauen wegen der Karten. Sie hätten es gern gemacht, sind aber auch am nächsten Tag abgereist. Es war ein sehr nettes Pärchen Mitte 20 aus Wien. Sie haben uns auch gleich einen Schlafplatz in Wien angeboten, falls wir mal da wären. Fand ich ja süß und komisch zugleich… fremden Menschen nach 5 Minuten die Couch zum Schlafen anzubieten.
Wir haben uns noch eine Weile unterhalten, bis ich dann müde wurde und zum Auto wollte. Außerdem finde ich es unhöflich Menschen beim Essen vollzuquatschen.

Wir sind dann zurück zum Auto und das war es für den Tag. :)

04.07.2013

Die Nacht war ruhig und so startete auch der Tag. Ruhig.
Als erstes Stand ein Rundgang in der Stadt auf dem Plan. Wir hatten noch 3 Karten für Whale Watching zu verkaufen. Unsere Reisekasse würde es uns danken.
Also ging es auf in die Innenstadt. Die meisten Bars und Restaurants waren noch geschlossen. Erste Station war das Postamt. Hier sollte es ja zumindest eine Deutsche Bank sein, wenn auch ohne Geldautomat. Also ab an den Schalter. Leider handelte es sich um die spanische Deutsche Bank, da gibt es kein Geld für Julia… witzig hmm?
Naja, so ging es in das nächste Cafe mit Internet. Das funktionierte mehr schlecht als recht. Aber es ging einigermaßen. 2 weitere Versuche unsere Karten unter die Leute zu bringen scheiterten auch.
Und ich kontrollierte mal wie meine finanzielle Verschwendung voran schreitet und bin ja bald umgefallen. Ich hatte weitaus mehr ausgegeben als mir klar war. Eigentlich befand ich mich schon an der Budgetgrenze. Ausgaben die nicht direkt was mit der Reise zu tun hatten (z.B. das Solarsystem) noch gar nicht mit eingerechnet. Somit ist jetzt Sparkurs angesagt… und noch mehr Notwendigkeit die Karten wieder zu verkaufen. Aber es findet sich einfach keiner :(

Auf dem Rückweg gingen wir noch mal am Hafen vorbei, wo das Büro von Firmm ist. Vielleicht stehen ja gerade ein paar interessierte Touristen davor. Leider war dort niemand. Aber bei der Tauchschule, die direkt daneben ist, war noch was los. Also hab ich spontan mal Moritz darauf angesprochen… und hatte Glück. Er kannte das schon und wollte sowieso bald mal wieder Whale Watching machen. Na super. So haben wir ihm zu günstigen Karten verholfen und er hat unsere arme Reisekasse wieder aufgestockt. Mission erfolgreich :)

Wir sind dann zum Auto zurück, haben gepackt und sind losgefahren. Richtung Portugal, das Westende unserer Reise. Für heute Abend hatte ich mir einen netten Platz an der Südküste ausgeguckt. Faro. Hier gab es einige Lagunen… viele sogar. Am äußersten Punkt vermutete ich wenig Verkehr und ließ Inge uns dort hinbringen.

Der Weg dorthin war heiß. Wir fuhren erst einmal nach Norden, ins Inland Spaniens. Bis nach Sevilla und dann nach Westen nach Faro. Wir hatten unterwegs noch nie einen so heißen Tag. Das Thermometer im Auto zeigte max. 45 Grad im Auto. Fenster aufmachen brachte auch nichts mehr. Der Wind selbst hatte die gleiche Temperatur. Wir gingen ein.
Dafür sahen wir auch etwas Wundervolles. Inmitten dieser heißen Landschaft hatten Störche die Höhen erobert. Auf fast jedem Strommast waren Storchennester. Auf den großen Masten sogar bis zu 4-5 auf einem einzigen Mast. Nebeneinander, übereinander… wie gerade Platz war. Manchmal waren sogar große Verkehrsschilder bevölkert. Das ist echt grandios zu sehen.
Ich kann mich noch daran Erinnern wie früher, in meiner Kindheit, in meiner Heimatstadt ein Storchennest auf einem Schornstein in der Stadt genistet haben. Irgendwann kamen sie dann nicht mehr. Und irgendwann war dann das Nest nicht mehr da. Ich kann mich gerade nicht einmal mehr daran erinnern ob es den Schornstein nun überhaupt noch gibt.
Aber hier, hier gibt es sie in Massen. Und das ist irgendwie wundervoll. So viele Störche auf einem Haufen. Echt cool!

Wir haben die 400Km am Abend hinter uns gebracht und trafen bei der Dämmerung an dem Ort ein, den ich Inge vorgegeben hatte. Leider war er nicht so einsam wie ich erhofft hatte. Den Flecken hatten die Portugiesen auch schon entdeckt und fleißig Ferienhäuser hingesetzt. Das es schon spät war haben wir uns das trotzdem mal angeschaut und uns in einer Parklücke postiert. Nur Portugiesische Kennzeichen, also wohl kein Touristenhäuser. Eher was Einheimisches. Nun vielen wir auf.

Wir sind noch in ein Cafe in der Nähe und ich habe noch ein Bier getrunken und wir haben ein wenig den nächtlichen Ausblick genossen. Vor uns eine Lagune, in der sich die Lichter des Flughafens spiegelten, der sich direkt dahinter Befindet.
Danach haben wir einfach aufgebaut und sind ins Bett.


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Gibraltar

30.06.2013

Die Nacht war nicht der Bringer. Auf dem Parkplatz ging am Abend noch richtig dir Post ab. Bis früh morgens um 6-7 waren die Jugendlichen dort und haben rumgegröhlt und mit ihren Autos laute Musik gemacht. Ich habe die Nacht wenig geschlafen. Ständig lauschen ob sich jemand am Auto zu schaffen macht oder es sonst irgendwie beschädigt. Aber zum Glück ist nichts passiert. Um 8 klingelte mein Wecker. Nur ich wollte noch nicht.
Am Morgen war der Parkplatz dann leer. Bis zum Mittag.

Ich habe mich irgendwann an die Übersetzung des letzten Artikels gemacht. Das dauerte bis um 3. Dann war ich endlich fertig und hab mich mit dem Internet verbunden, um zu speichern. Und er speicherte den Artikel, lädt die Seite neu und… alles weg. Weg… die letzten 5 Stunden schreiben… weg. Einfach weg. Ich dachte ich werd nicht mehr. 5 Stunden einfach weg. Wir hätten in der Zeit auch sonst was tolles machen können.
Naja, war nicht mehr zu ändern. Wir haben dann um 5 endlich unsere 7 Sachen gepackt und sind Richtung Grenze aufgebrochen.

Der Grenzübergang verlief auch sehr einfach. Wir mussten unsere Ausweise vorzeigen und durften durch. Vielleicht haben Sie gesehen das wir unser Känguru vollgeladen hatten und hatten keine Lust das alles zu durchsuchen. :)

Me at the lighthouseWir sind gleich erst einmal komplett durch Gibraltar durchgefahren, bis zum Ende… dem Point of Europe. Von hier sieht man Afrika. :) Und auch sonst hat man einen schönen Ausblick.
Von hier fährt auch die Buslinie 2 in die Stadt rein. Da die Parksituation in der Stadt sehr schwierig ist (ist ja kaum Platz da) sind wir mit dem Bus noch mal in die Stadt rein. Eigentlich wollten wir nur mal eine Rundfahrt machen. Da es mal wieder ein Problem mit dem Ticket gab, sind wir notgedrungen an der Endhaltestelle ausgestiegen und haben uns schon mal zu Fuß die Einkaufsstraße angesehen. Am Sonntag heute war natürlich fast alles geschlossen. Bis auf ein paar kleine Kioske. Aber es war schon mal interessant durch Gibraltar zu gehen und sich ein paar Sachen anzusehen.

Wir sind dann gegen 8 mit dem Bus wieder zurück zum Parkplatz, haben noch was gegessen und dann Aufgebaut. Ein paar Jugendliche haben sich abends noch auf dem Parkplatz vergnügt. Doch irgendwann wurde es ruhig und wir konnten auch endlich schlafen.

01.07.2013

Um 10 haben wir endlich dem Bett entsagt und sind aufgestanden. Der erste Weg führte in das Touristenbüro gleich neben uns. Ein paar Informationen und Karten zusammengesucht.
Das es auf den Felsen gehen sollte, war klar. Eigentlich wollte ich mit der Seilbahn hoch. Dann hätten wir den ganzen Felsen aber zu Fuß erkunden müssen. Außerdem hatte das hochfahren mit dem Auto den Vorteil das man nur einmal bezahlen muss. 29 Euro für 2 Personen und ein Auto. Dafür waren alle Eintrittsgelder für die Attraktionen inklusive.

St. Michaels caveAls erstes haben wir uns die St. Michaels Höhle angesehen. Eine sehr interessante, wenn auch kleine, Höhle. Sie wurde teilweise zu einem Konzertsaal umfunktioniert. Schade das gerade an diesem Tag keines war. Durch die Höhle ist man in ca. 15 Minuten durch.

An apeBei der Höhle sieht man auch schon die ersten Affen. Auf dem Felsen in Gibraltar leben die einzigen freilebenden Affen in Europa. Es sind Berberaffen. Und sie sind frech! Als wir angekommen sind und nicht wussten das dort auch Affen sind, hatten wir die Fenster offen. Bevor wir realisiert hatten was abgeht, hatten wir auch schon den ersten im halboffenen Fenster hängen. Zum Glück auf Julias Seite (ich hätte sonst noch einen Unfall gebaut). Sie war so überrascht das sie ihn wieder raus boxte. Wir schlossen schnell die Fenster und fuhren zum Parkplatz.
Auf der Straße dort an der Höhle waren so um die 20 Affen verstreut. Im Grunde waren sie an Menschen nicht sehr interessiert. Nur wenn ein Auto mit offenem Fenster vorbeifuhr. Einem unwissenden haben sie glatt (und blitzschnell) eine Chipstüte aus dem Auto geklaut.
Das füttern ist übrigens streng verboten und wir mit bis zu 4000 GIB (Gibraltar Pound) bestraft.

The Siege tunnelsNach dem Höhlenbesuch sind wir zum anderen Ende des Berges gefahren.  Zu den Great Siege Tunneln. Verteidigungsstollen die in den Feld gegraben wurden, als Verteidigungsanlagen bei der Belagerung im 17. Jahrhundert. Hier stehen auch noch einige ‚dicke Bertas‘ rum. Die dicken Kanonen aus der Zeit. Es ist sehr interessant diese Tunnel mal zu sehen. Auch wenn wahrscheinlich nur ein kleiner Bereich für Touristen aufbereitet wurde. Im Felsen von Gibraltar verlaufen insgesamt Tunnel von einer Länge von 50km. Gern hätte ich mehr gesehen :) Aber so hatte man einen kleinen Einblick in die Geschichte des Landes.
North of GibraltarVon hier hatte man auch einen guten Ausblick vom Felsen auf den nördlichen Teil des Landes. Den Flughafen mit der Startbahn, über die auch noch eine Straße führt. Die Straße muss immer gesperrt werden, wenn ein Flugzeug landet oder startet. Und natürlich ist das auch noch die Straße die nach Gibraltar rein und raus führt. Also kommt keiner rein oder raus, wenn ein Flugzeug kommt oder geht. :)

Nach den Tunneln sind wir wieder runter vom Felsen. Eigentlich wollten wir noch den Affenfelsen sehen, aber da alles Einbahnstraßen sind kamen wir nicht mehr zurück und konnten nur noch runter.

GibraltarWir sind zurück zum Parkplatz am Europe Point, wo wir schon die ganze Zeit standen, und dann mit dem Bus in die Innenstadt. Der unkomplizierteste und stressfreiste Weg.
Es war bereits halb 6 als wir in der Stadt ankamen. Zum Glück haben die Geschäfte hier bis um 7 offen. Wir konnten noch ein wenig in der Einkaufsstraße schmökern gehen. Die Geschäfte erinnerten ein wenig an die aus Andorra. Einige sind ein Mix aus Telefon, Computer, Schmuck und Souvenirgeschäft in einem. Dazu einige Läden die Tabak und Alkohol verkaufen. Gibraltar soll ein Steuer- und Einkaufsparadies sein, haben wir im Internet gelesen. Aber davon merkt man wenig. Technik kostet genauso viel wie in Deutschland. Zigaretten und Alkohol sind billiger, das stimmt. Auch Sprit kostet weniger. Aktuell ca. 1,30 Euro für 95er.

Wir haben uns ein wenig in den Geschäften umgesehen, aber nicht wirklich was gefunden. Ich habe mir dann, natürlich, noch eine Stange Zigaretten gekauft… und eine Packung Nikotinpflaster.
Dazu noch ein paar Souvenirs und Postkarten. Und das war‘s.

Mosque by nightDie Läden schlossen dann langsam einer nach dem anderen und wir sind dann auch wieder zurück zur Bushaltestelle. Es stand auch gerade ein Bus da und wartete. Den haben wir dann gleich genommen und sind wieder zurück zum Auto am Europe Point.
Ich habe noch mal den Artikel übersetzt, der ja letztens verloren gegangen war.

02.07.2013

Tag der Abreise aus Gibraltar. Aber erst einmal haben wir uns noch gemütlich am morgen in das Cafe dort gesetzt und das Internet genutzt. Ich habe dann endlich den Artikel über Barcelona und die folgenden Tage veröffentlicht und den aktuellen noch ein bisschen weiter geschrieben.  Postkarten schreiben war auch mal wieder an der Reihe :)

Irgendwann gegen 2 sind wir dann endlich losgefahren. Allerdings erst einmal noch in die Stadt. Der einzige Postkasten, den wir kannten, war mitten in der Stadt. Wir suchten uns also einen Parkplatz. In der Stadt ist leider alles bezahlt. Also haben wir den Automaten mit 2 Euro gefüttert… das gab uns ca. 2 Stunden zeit.            Julia wollte noch ein paar weitere Postkarten kaufen. Ich hatte die spontane Idee mal jemand total unbekanntem eine Postkarte zu schicken :) So kaufte ich auch noch eine.

Dann hatten wir beschlossen noch beim Inder essen zu gehen. Wir hatten seine Werbung am Vortag in der Stadt gesehen und die Preise waren ok. Also suchten wir den Inder. Es war ein kleines Restaurant in einer Nebenstraße. Julia bestellte sich eine Mangoshake… das war lecker. Irgendwie Mango mit Jogurt gequirlt. Zu essen gab es Hähnchen in 2 verschiedenen Ausführungen. Auch sehr lecker.
PostboxNach der Stärkung haben wir gleich noch die Postkarten geschrieben. Glücklicherweise haben wir das WLAN Passwort des Restaurants bekommen. So konnte ich noch die Adresse der Überraschungspostkarte raussuchen. Ich habe das Telefonbuch aufgemacht und wusste dann nicht weiter und Julia meinte das ich doch mal nach ‚Zube‘ suchen solle. Vielleicht findet sich da ja was, das würde die Suche auch gut einschränken. Also tat ich es. 9 Ergebnisseiten a 10 Anzeigen. Das schränkte das ganze schon ein wenig ein. Dann sah ich auf der ersten Seite eine Katrin Zube, Inhaberin eines Blumengeschäfts. Das fand ich gut und Katrin hat jetzt eine Postkarte von mir aus Gibraltar bekommen :)

PostcardsNach der Stärkung ging es zurück zum Auto. Natürlich am Postkasten vorbei, wo wir unsere Postkarten noch auf die Reise schickten. Zurück am Auto entgingen wir nur knapp einem Strafzettel. Die Politesse war schon am aufschreiben (wir haben unseren Parkschein 20 Minuten überzogen). Wir riefen ihr schon von weitem zu das wir jetzt sofort wegfahren. Sie lächelte nur und meinte freundlich ‚You are going NOW?‘… ‚Yes, yes… NOW‘. Sie packte ihre Maschine wieder weg und sagte nur noch ‚Glück gehabt‘  :) Freundliche Politessen hier. :)

Apologizing from GibraltarAuf dem Weg aus Gibraltar raus haben wir es natürlich nicht verpasst noch mal für 1,31 Euro voll zu tanken. Und dann ging es schon zur Grenze, sind ja alles keine Distanzen hier. Parken, Tanken, Grenze… alles innerhalb von 2 Km :)
Von dieser Seite der Grenze ist die Warteschlange allerdings extrem. Bei sengender Hitze haben wir bestimmt eine halbe Stunde in der Schlange gestanden (4 Reihen nebeneinander, um Platz zu sparen). Dabei habe ich Schilder an der Seite entdeckt, auf denen sich die Regierung von Gibraltar für diesen Umstand entschuldig und erklärt das Spanien mit diesen Umständen Druck auf Gibraltar ausüben möchte. Die Politische Lage zwischen den beiden Staaten ist nicht sehr entspannt, da Spanien Gibraltar gern besitzen würde.

View to AfricaFür uns ging es weiter in Richtung Tarifa, der südlichste Punkt von Spanien (man behauptet dort auch der südlichste Punkt der EU… was soo nicht stimmt, denn das ist Limassol… bzw. Akrotiri ;) … ehrlich).
Der Weg führte uns über einen Berg. Auf dem Höchsten Punkt ist ein kleines Restaurant mit einem Aussichtspunkt. Die Luft war klar an dem Tag und man hatte einen tollen Blick auf Afrika… naja, Marokko. Wir haben hier kurz Rast gemacht und sind dann weiter. Tarifa lag am Fuß dieses Berges. Ein, mehr oder weniger, kleines Fischerdorf.

Erster Stop: LIDL. Wir hatten fast nichts mehr zu trinken. Aber fast noch weniger Bargeld. Also haben wir von unserem letzten Geld noch 2 Packen Eistee und ein Toastbrot geholt. Wir brauchten dringendst einen Geldautomaten.

Danach ging es weiter in die Stadt rein. Ich habe Inge so programmiert das sie uns zum äußersten, südlichen Punkt lotst. Leider war das letzte Ende dann aber gesperrt. Wir suchten uns in der Nähe einen Parkplatz und gingen zu Fuß dort hin. Bis auf die Vorgelagerte Insel sind wir aber auch nicht gekommen, Sperrgebiet. Dafür steht man dort, auf dem Weg zur Insel, genau zwischen Mittelmeer und Atlantik. Ist ja auch mal was :)

Auf dem Weg zurück habe ich einige Plakate von einer Tauchschule gesehen. Am südlichsten Punkt von Europa… naja, Spanien, tauchen zu gehen. In der Straße von Gibraltar. Das wäre auch mal noch ein Highlight. Also habe ich versucht noch wen zu erreichen, es war ja schon um 9 oder so. Und tatsächlich erreichte ich noch jemanden. Am nächsten Tag um 10 fahren sie tauchen. Zu einem Wrack, wie der Mann meinte. Das klang doch gut. Und Englisch sprach er auch noch. Das wäre dann also der Plan für den nächsten Tag. :)

Dann sind wir noch eine Runde durch die Stadt gelaufen. Wir brauchten beide Geld und machten uns auf die Suche nach einem Geldautomaten. Dabei kamen wir an einem Geschäft vorbei in dem Whale-Watching angeboten wurde. Wale sehen… mein Traum… obwohl mein Traum eher dahin geht mit Walen zu tauchen… aber sehen wäre ja schon mal ein netter Anfang. Wir also rein und uns mit der netten Dame eine ganze Weile unterhalten… denn sie sprach Deutsch. Wir hätten wohl Glück, denn an dem Tag wären sie das erste seid 2 Wochen rausgefahren. Vorher war so starker Wind das nichts möglich war. Und ab Freitag sollte es schon wieder schlechter werden. Jetzt oder nie.
Da wir morgen nun aber schon Tauchen wollten, waren wir in einer Zeitlichen Misere. Erst Tauchen und dann noch Whale Watching? Mal schauen.

Weiter ging es in die Stadt. Hier haben wir zwar eine Post gefunden (Julia ist Postbankkunde), aber die hatte keinen Geldautomaten. An allen anderen konnte sie kein Geld abholen (hatten wir schon ausprobiert). Also suchte ich mir den nächsten Automaten und konnte wenigstens Geld abholen. Morgen würde ein teurer Tag werden.

Zurück am Auto haben wir aufgebaut und sind schlafen gegangen. Direkt da auf dem Parkplatz. Wir waren einfach fertig. Ich wollte mich absolut nicht mehr rühren.

Liebe Grüße
Gordon


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Bei den Hippies in Beneficio

27.06.2013

Our sleeping placeDie Nacht war ruhig und entspannend :) Die Angler, die um die Ecke geangelt haben, waren auch am Morgen noch da. Die Sonne wurde diesen Morgen durch ein paar Büsche einige Zeit davon abgehalten unser Auto gleich am morgen aufzuheizen. So konnte ich auch mal ein wenig länger schlafen… Julia stört das ja allgemein nicht.

Nach dem Aufstehen haben wir recht schnell gepackt und sind dort wieder los. Unser Ziel heute war Beneficio. Wieder ein Hippiedorf das auf keiner Karte verzeichnet ist. Wir hatten eine wage Wegbeschreibung. Im Dorf Orgiva in Richtung Bubion und dann nach Cannar.
Soweit hatten wir es dann auch gefunden. Dann hieß es nur noch das man danach gleich abbiegen soll, zum Parkplatz. Die Straße aber schlängelte sich nur noch den Berg hoch. Irgendwann kam ein Aussichtspunkt und wir stoppten und sahen unten im Tal ein paar komische Häuser und ein Feldweg. Ob es das ist? Wir drehten um und probierten unser Glück. Und tatsächlich war es der Weg zum Parkplatz von Beneficio. Schon in Orgivia sahen wir Hippies. Direkt vor dem Parkplatz trafen wir 2 die uns bestätigten das wir hier richtig wären. Also fuhren wir noch über den nächsten Hügel und dann sahen wir den Parkplatz auch schon.

Beneficio ParkingNaja, Parkplatz war etwas viel gesagt. Es war einfach ein Schotterplatz. Überall lag Müll rum. Ein paar Wohnwagen und selbstgebaute Hütten standen auch da rum. Wir waren also Richtig.
Unser Plan war das wir abwechselnd im Dorf bleiben würden. Wir hatten vorher im Internet gelesen das auf dem Parkplatz auch geklaut wird. Und so wollten wir das Känguru nicht unbeaufsichtigt stehen lassen.

Wir entschlossen uns dennoch erst einmal kurz zusammen in das Dorf zu schauen. Es lag ein paar Minuten zu Fuß in den Wald hinein. Wir liefen also los. Nach ca. 10 Minuten hatten wir dann das ‚Haupt‘-Tipi gefunden.
P1000545 (Kopie)Hier wurden wir neugierig betrachtet und guckten wohl noch neugieriger.
Dann gingen wir näher und wurden von Hatidscha begrüßt und in die ‚Wohnstube‘ eingeladen. Die Schuhe mussten natürlich vor dem Zelt ausgezogen werden. In der Mitte war eine Feuerstelle, in der 2 große Scheite Holz brannten. Um die Feuerstelle waren einige Teppiche ausgelegt. Das ganze Zelt war so zugequalmt das man binnen kürzester Zeit einen Schinken hätte Räuchern können.
Julia hat sich mit Hatidscha unterhalten und ich habe halb zugehört und mich nebenbei ein wenig umgesehen. Hatidscha wird so Ende 50 gewesen sein und kommt eigentlich aus Marokko. Sie sprach Französisch und wir dachten das sie eigentlich aus Frankreich kommt. Auf mich wirkte Sie sehr komisch… ich glaube sie hatte einen kleinen (bzw. größeren) Schatten. Es waren noch 2 Männer mit im Zelt. Der Koch und noch einer, der nur rumlag. Es wurde Französisch und Spanisch gesprochen, soweit ich es verstand.

Nach ein paar Minuten mussten wir dann raus aus dem Zelt. Unsere Augen brannten und wir rochen wie echte Räucherware. Wir verabschiedeten uns von den Leuten am Zelt und setzten unsere Entdeckungstour fort.

Weiter den Berg lang hoch und tiefer in den Wald und das Dorf hinein. Auf einmal sahen wir ein Schild auf dem ein Bäcker sich und seine Waren anpries. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Wir überquerten den Fluss auf der provisorischen Brücke und näherten uns dem Haus, in dem wir den Bäcker vermuteten. Das Empfangskomitee bildete ein großer, wild bellender Hund. Sonst schien niemand zu Hause zu sein. Da der Hund doch einen sehr stabilen Eindruck machte, drehten wir lieber wieder um, ohne uns weiter vor zu wagen. (Aber es war eh niemand da.).
Wir gingen wieder zurück und folgten dem Weg weiter. Vorbei an Hütten in den verschiedensten Baustilen bzw. aus den verschiedensten Materialien. P1000556 (Kopie)Es wurde wieder alles verwendet. Stein, Holz, Plastik… was gerade verfügbar war, so schien es. Manche sahen besser aus, andere schlechter. Das letzte Haus war das, für mich, beeindruckteste. Ein weitgehend rundes Steinhaus, das sehr solide zu sein schien. Der Anbau aus Lila angemaltem Holz. Es hatte mit das größte Grundstück, das ich dort gesehen habe. Direkt am Fluss gelegen. Im ‚Garten‘ hingen Hängematten, Blumen waren gepflanzt und blühten und überhaupt sah es sehr gemütlich aus. Das hätte mir gefallen können.
Wir hörten das es einem gewissen Baba gehörte, der hier wohl der Spirituelle ist. So sah es auch aus… Spirituell irgendwie.

An seinem Haus gabelte sich der Weg auch in 2 ganz kleine ‚Wegchen‘. Wir vermuteten das hier das Dorf zu ende wäre und kehrten wieder um. Zurück zum Parkplatz.
Im Grunde hatten wir alles gesehen und wollten eigentlich wieder fahren. Ich war vom ersten Eindruck gar nicht begeistert (besonders die Begegnung mit den Menschen am Hauptzelt). Auch Julia schien nicht sehr angetan zu sein, da sie auch der Meinung war zu fahren.

Wir beschlossen dann aber doch noch auf die beiden zu warten, die wir ganz am Anfang, vor dem Eintreffen auf dem Parkplatz, getroffen haben. Die beiden mochten wir irgendwie und wollten uns noch ein wenig mit den beiden unterhalten.
Sie wollten nach Orgiva gehen, hatten sie uns gesagt. Das ist eine Weile zu laufen. Wir erfuhren auch das heute, Donnerstag, Markttag in Orgiva ist und das die meisten Bewohner von Beneficio an dem Tag in Orgiva sind. Das würde auch erklären das wir so wenig Menschen im Dorf angetroffen haben.

P1000566 (Kopie)Wir machten es uns also auf dem Parkplatz gemütlich. Stellten unsere Stühle raus und ich habe endlich mal mein Buch weiter gelesen, das ich mir am Anfang der Reise gekauft hatte.
Nach und nach kamen immer mal wieder Leute vorbei. Man begrüßte sich hier freundlich mit ‚Ola‘ oder ‚Hello‘. Fast jeder grüßte hier freundlich.

Fast alle hier hatten Rastas in den Haaren. Sonst waren die Menschen sehr unterschiedlich. Einige sehr dünn, die meisten Normal. Frauen, Männer, und Kinder… alles war vertreten.  Auch im Alter quer Beet. Es viel schon auf das die meisten Ungepflegt erschienen. Dreckige Kleidung und manchmal waren die Menschen selbst auch dreckig (im wahrsten Sinne des Wortes). Das schreckt schon ab irgendwie. Sie waren anders.
Einige kamen zu Fuß aus Orgiva, andere mit dem Auto. Die waren meist brechend voll und alt.

Irgendwann, nach ein paar Stunden, kamen dann die beiden wieder, auf die wir warteten. Sie kamen auch zu Fuß zurück. Wir fingen sie gleich ab und verwickelten Sie in ein Gespräch. :)
Sie waren uns gleich sympathisch. Sie waren nicht dreckig, klar im Kopf und wirkten einfach ‚gut‘. (Klingt komisch, aber genau so.) Sie erzählten das Sie auch gerade erst 4 Tage in Beneficio. Sie reisen mit einem Camper. Schönes Gefährt. Ein Peugeot J5.  20 Jahre alt, aber schön. Schlafzimmer, Bad, Küche und Wohnbereich. Na ein normaler Camper halt. In dem Camper wohnten sie auch hier in Beneficio, bis jetzt jedenfalls.

Er war Spanier und sie Engländerin. Leider habe ich ständig ihre Namen vergessen. Julia auch. :( Wir haben uns eine ganze Weile unterhalten und beschlossen dann uns einfach neben Sie zu stellen und dann die Nacht einfach mit auf dem Parkplatz zu bleiben. Dann bräuchten wir auch keine Angst um das Känguru zu haben. Und könnten uns noch schön ein bisschen mit unseren neuen ‚Nachbarn‘ unterhalten. So machten wir es dann auch.

Wir bauten neben den beiden auf und unterhielten. Es kam noch ein anderer dazu. Dessen Namen ich auch nicht mehr weiß, aber wir tauften ihn später Einstein. Denn er hatte trotz seiner jungen Jahre, er war so um die 30, schon den Kopf voller grauer Haare und sah auch ein wenig aus wie Einstein. Er war auch Deutscher, aus Berlin, glaube ich. Einstein lebte schon sein 4 Wochen im Dorf. In einem Zelt nahe des Wasserfalls.
Die beiden Jungs spielten erst einmal eine Runde Schach und Julia besuchte unsere Nachbarin von der anderen Seite. Später unterhielten wir uns alle noch eine ganze Weile bis es gegen Mitternacht ins Bett ging.

28.06.2013

Der große Vorteil in einem Tal zu Parken ist das die Sonne am Morgen erst spät auf das Auto scheint. So konnte ich endlich mal schön entspannt Ausschlafen. Ich weiß nicht mehr wann wir aufgestanden sind, aber es war spät. Vielleicht so gegen 11. Ganz gemächlich starteten wir in den Tag. Bis plötzlich ein Polizeiauto vor unserem Auto hielt. Julia war noch im Bett und ich saß neben unserem Auto auf einem Stuhl und las mein Buch. Sie zeigten auf den Camper neben uns (von unseren neuen Freunden) und fragten ob das unserer wäre. Ich hätte am liebsten Geantwortet ‚Ja, ich mag es lieber neben anderen Autos zu sitzen! ^^‘… Verkniff es mir aber und Verneinte einfach. Dann kam unser Freund auch schon dazu und sie fingen an sich auf Spanisch zu unterhalten. Als sie fertig waren fuhren die Polizisten langsam weiter zum Ende des Parkplatzes.

Wir fragten nun erst einmal unseren Freund aus. Er meinte das die Polizisten meinten das hier Campen verboten sei und überhaupt wäre es hier verboten zu stehen, da es ein Nationalpark wäre.

PoliceDie Polizisten kamen dann wieder zurück und wollten unsere Personalien haben und machten Fotos vom Auto. Sie meinten auch das es das nächste mal Geldbußen geben würde, wenn wir noch dort stehen würden, wenn sie das nächste mal vorbeikommen würden.
Das klang nicht so begeisternd. Besonders da niemand wusste wann sie denn das nächste mal vorbeikommen würden. Und das zu fragen wäre ja ein wenig blöd gewesen.
In der Zwischenzeit kamen auch ein paar Leute aus Beneficio hinzu. Es wurde viel geredet und diskutiert. Im Grunde haben Sie recht, aber nur teilweise. Es darf dort geparkt werden, aber wohl nur auf einer Seite des Weges. Da die Grenze des Nationalparks auf genau dem Weg verläuft.
Wie es aussieht gibt es hier mal wieder eine Polizei die Dramatisiert, um die Leute dort weg zu kriegen, und die Menschen dort, die es nicht beweisen können.
Es wurden noch mehr interessante Dinge gesagt, die aber hier den Rahmen sprengen würden.

Man sagte uns auch das die Polizei nur alle 1-2 Wochen mal vorbeischaut. Das Beruhigte uns etwas, aber dennoch überlegten wir sofort abzureisen. Denn noch eine Geldbuße von 300 Euro hätte schlecht in unser Budget gepasst. Besonders wegen sowas.
Da es aber gerade Mittag war und nicht anzunehmen war das die Polizei gleich am Nachmittag wieder kommen würde, blieben wir erst einmal. Zudem hätten wir uns ja auch als Besucher des Nationalparks ausgeben können. Ich mich als Fotograf.

Wir wollten noch mal ins Dorf. Zum Bäcker und ich wollte gern mal unter dem Wasserfall duschen gehen. Hatte ich auch noch nie gemacht, unter einem Wasserfall duschen :) So machten wir es auch.

The horse riderAlso wieder zum Bäcker mit dem großen Hund. Heute war aber jemand da. Unsere beiden Nachbarn waren schon da und noch ein paar andere Leute. Der große Hund war heute sogar relativ lieb und hat nur mal kurz geknurrt, als wir uns näherten. Später mochte er sogar Streicheleinheiten :) Auch das Pferd, war da. Vorher auf dem Parkplatz kam auf einmal jemand mit einem Pferd. Auf dem Pferd ritt eine schöne junge Frau. Sah klasse aus. Sie hatte ein weißes Kleid an. Sah fast aus wie aus einem Märchen. Und hier gehörte das Pferd also hin. Es gehört dem Bäckerssohn und die Dame die darauf Ritt ist seine Freundin.

Brot gab es heute leider keins. Aber er hatte noch einen Ziegen-Käse im Angebot. 5 Euro das Stück. Ganz schön viel. Aber da er Handgemacht ist und aus Beneficio stammt… wollte ich mal nicht knauserig sein. Lieber hier die 5 Euro lassen als woanders. (Und wie sich später herausstellte war der Käse ein Traum!)

Wir haben uns dann mit Peter noch eine Weile unterhalten. Ein sehr interessanter Mensch. Seine Eltern sind geschieden. Sein Vater kam vor 8 Jahren aus Slowenien nach Beneficio. Eigentlich war er Schäfer. Hat sich dann dort eine kleine Farm aufgebaut und Bäckt jetzt, macht Käse und verkauft Eier. Die Eier legen seine ca. 30 Hühner, die er dort hält. Die Milch für den Käse kauft er wohl ein. Neben den Hühnern hat er auch noch 2 Gänse und 5 … irgendwas, 1 Hund und Katzen.
Peter kam vor 6 Jahren nach und lebte bis vor kurzem auch im Dorf. Jetzt hat er aber nahe irgendwo etwas eigenes. Mit dem Pferd konnte er nicht mehr im Dorf bleiben. Und so wie es sich anhörte hat er noch mehr Tiere.

Peters houseEr hat uns noch seine Hütte im Dorf gezeigt, die auf demselben Gelände wie die des Vaters steht. Eine runde Hütte aus Strohballen. Innen mit Gips verputzt. Der Durchmesser wird so um die 6-8 Meter gewesen sein. Darin eine Küche, Sitzecke, Ofen und Schlafstelle in der abgehangenen Decke. Die Einrichtung hat er sich zusammengesucht. Für die ganze Hütte hat er ca. 500 Euro ausgegeben, sagte er uns. Der Rest kam aus dem Wald oder Dinge die andere Leute weggeworfen haben.
Die Hütte sah irgendwie dreckig aus. Weggeworfene Sachen eben. Keine vernünftigen Baumaterialien. Keine Verarbeitung die leicht sauber zu halten ist. Überall kann (und hat) sich Staub und Dreck angesammelt.
Aber umso länger man in der Hütte stand und umso mehr er darüber erzählte, umso Wohnlicher wurde sie. Die Hütte hatte eine Seele. Sie war stabil und man sah das er sie mit Liebe erbaut und eingerichtet hatte. Mit den Mitteln die ihm eben zur Verfügung standen.

Er erzählte uns auch das er nur wenig von der Gesellschaft lebt. Sein Fleisch oder Fisch jagt er sich selbst. Er isst was er selbst erlegt hat. Finde ich gut.

Nach dem langen Gespräch mit Peter sind wir dann weiter. Zum anderen Bäcker, dort unser Glück auf ein selbstgemachtes Brot versuchen. Hier bäckt eine Dame. Wir kannten Sie auch schon vom Parkplatz. Stefania, eine dürre Italienerin um die 40 rum. Stefania lebt schon seid 16 Jahren in Beneficio und verdient hier ihr Geld mit Brot backen und Pfeifen aus Keramik herstellen.
Sie stand gerade draußen und wir fragten Sie ob sie Brot hätte. Sie meinte das es gerade im Ofen sei und wir es in einer Stunde abholen könnten. Klang gut.

Die Stunde haben wir uns noch mal auf dem Parkplatz vertrieben. Ich überlegte immer noch ob ich wirklich unter dem Wasserfall duschen sollte oder nicht. So ganz nackisch und ohne Shampoo.

Nach einer Stunde sind wir dann wieder hoch. Das Brot war noch nicht ganz fertig. Wir haben uns noch ein bisschen zu ihr in die Küche gesellt und uns mit ihr unterhalten. Wie gesagt lebt sie seid 16 Jahren dort. Sie hat 2 Kinder. 6 und 10 Jahre alt. Beide sind dort im Dorf aufgewachsen, gingen beide in die Schule im nächsten Dorf. Aber dann gab es wohl Probleme.
Auch ihr Haus wahr sehr interessant. Viele Werkzeuge vielen auf. Die Schlafstätten wir Höhlen ausgebaut. Natürlich eine Küche mit Herd, um das Brot zu backen.
Dann war das Brot fertig. Sie Entschuldigte sich kurz und ging vor die Tür. Dann hörte man einen Lauten Ruf… ich habe nicht verstanden was, aber das ganze Dorf musste es gehört haben, bei der Stimme. Brot war fertig…

Wir erinnerten uns daran das wir noch Duschen wollten und reservierten uns erst einmal nur ein Brot und gingen zum Duschen. Der Wasserfall war noch ein Stück weiter rauf. Eigentlich war es kein richtiger Wasserfall. Hier war eine ca. 10 Meter hohe Mauer über die das Wasser drüber schoss. Da die Mauer aber schräg war, schlug das Wasser schon nach wenigen Metern auf die Mauer wieder auf.

Waterfall in BeneficioIch war als erster dran. Raus aus den Klamotten und dann mit Badelatschen langsam den Weg gebahnt. Durch das Geplätscher konnte man  nicht wirklich sehen was sich vor einem im Wasser befindet. Aber es ging. Das Wasser war auch einigermaßen ok. Ein wenig frisch :)
Einmal kurz abgewischt und gut. Duschgel und Shampoo ist hier natürlich nicht erlaubt. Logisch.
War ein sehr interessantes Erlebnis. Würd ich wieder machen :) Und man hatte gleich, mehr oder weniger, geduscht.

Danach ging es noch bei der Quelle vorbei. Die Bäckerin hatte uns gefragt ob wir ihr Wasser mitbringen. Das kommt hier aus einer Quelle, direkt aus dem Fels rinnt hier das Trinkwasser raus. Beeindruckend. Eine Minihöhle im Fels aus der wirklich das Wasser nur so raus rinnt. Davor ein kleines Becken, in dem das Wasser sich sammelt um dann in ein großes Becken (was auch zum Baden genutzt wird… und in dem Goldfische schwimmen) zu laufen. An dem Überlauf kann man bequem die Flaschen füllen. Da habe ich dann auch den Kanister für die Bäckerin gefüllt.
Zurück freute Sie sich über das Wasser und wir über unser Brot.

Zurück am Auto gab es mal wieder News. Hier scheint es immer News zu geben. Leider diesmal keine guten. Gandalf, der Hund unserer neuen Freunde, wurde von einem anderen Hund gebissen. Es rennen dort viele Hunde rum. Auch viele Streuner. Gandalf ist ein wunderschöner Hund. Er hatte am Auge einige Wunden. Das gefiel den beiden natürlich nicht und sie wollten umparken, um weiter von den anderen Hunden weg zu sein.

Wir überlegten was wir machen. Ob wir gleich fahren sollten. Wer weiß ob die Polizei noch mal kommt. Da es aber schon abends um 7 war, konnten wir annehmen das diese heute nicht mehr auftauchen würde. Morgen früh vielleicht…
Wir beschlossen mit den beiden anderen noch mal umzuparken und dann am nächsten morgen zu fahren. So machten wir es dann auch. Wir stellten uns an den Anfang des Parkplatzes. Hier war es ruhig. Kaum andere Auto parkten hier, so weit weg vom Eingang zu Beneficio.

Wir bauten dann auch bald auf und gingen schlafen.

29.06.2013

Die Nacht endete mal wieder mit dem Klingeln des Weckers. Über Nacht hat sich noch jemand neben uns gestellt. Die anderen beiden sind auch gerade aufgewacht, als ich aus dem Auto krabbelte.
Im Auto neben uns, das ich erst für leer hielt, regte sich auf einmal auch etwas auf dem Rücksitz.
Auch die Deutschen neben uns schienen zu erwachen. Es lugte jemand durch die Gardine. Aber sie schienen noch nicht ausgeschlafen zu haben. :)

Sogar die kleine Mietze schaute noch mal vorbei, um uns auf Wiedersehen zu sagen. Julia lud sie sogar ins Auto ein, um mit ihr zu schmusen.
Dann packten wir langsam unsere Sachen und verabschiedeten uns noch von den beiden. Dieser Abschied war schon ein wenig traurig für mich. Ich mochte die beiden sehr. Aber wenigstens haben wir Facebook und Email Adressen ausgetauscht.

Another damDann sind wir los, ohne noch mal von der Polizei behelligt worden zu sein. Die Straße wieder runter, durch Orgiva durch und diesmal Richtung Süden raus. In Schlängellinien (mal wieder) durch die Berge, bis wir einen anderen Stausee passierten. Hier hielten wir noch mal kurz an, um ein paar schöne Fotos zu machen.
Dann ging es weiter auf die Schnellstraße in Richtung Gibraltar. Die Schnellstraße verließen wir bei San Roque und mussten auf der normalen Straße bis nach La Linea de la Conception weiterfahren. Hier ist der Grenzübergang zu Gibraltar.

Leider hat uns Inge beim Einordnen ein wenig falsch Gelenkt und wir sind glatt dran vorbei gefahren (da wir später nicht mehr die Spur wechseln konnten). Und so mussten wir eine Ehrenrunde drehen… wozu wir nicht mehr ganz kamen, weil… genau, ein Mc Donalds war auf der Route. Natürlich konnten wir nicht vorbeifahren…
Und ja, wir blieben auch gleich noch da wieder kleben. Wir konnten vom Parkplatz aus schon den Felsen von Gibraltar sehen. Wir erhielten auch wieder die Erlaubnis auf dem Parkplatz schlafen zu dürfen, was wir dann auch taten. Ich musste mal wieder was schreiben.

Liebe Grüße
Gordon


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Von Barcelona über Granada bis zum Stausee

20.06.2013

Hallo zusammen,

wir haben die Nacht gut auf dem Campingplatz verbracht. Allerdings hat sie erst spät begonnen. Die Artikel im Blog haben uns bis halb 3 gestern Nacht beschäftigt. Diesmal hat sogar Julia mit Übersetzten mitgeholfen, damit es etwas schneller geht. Ich muss weniger schreiben! :o

Heute morgen sind wir dann mit den kostenlosen Shuttle Bus um 11 nach Barcelona reingefahren. Der Shuttle Bus wird vom Campingplatz gestellt. Der Bus bringt einen bis in das Zentrum von Barcelona, an den Platz Catalonya. Leider sind in Barcelona die Sehenswürdigkeiten weit verstreut. Julia wollte gern die Kirche Sagrada Familia. Da ich keinen Plan hatte was in Barcelona so los ist, gingen wir los. Die Kirche ist von dem Punkt gut 1,5 Km entfernt. Unterwegs passiert nicht viel. Wir sind an ein paar Geschäften und sonstigen Lokalitäten vorbeigekommen. Aber nichts Aufregendes. Bei einem Spanisch Aussehenden Restaurant (verschnitt Pommesbude) Hugo is looking after my Paleahaben wir auf eine echte Spanische Paella angehalten. Ich habe die einzige Variante ohne Fisch drin bestellt, Paella de Carne.  Julia hat sich die schwarze bestellt… mit Tintenfisch und der Reis wird mit der Tinte des Fischs eingefärbt. Deswegen ist sie wirklich schwarz. Meine war ganz schön scharf. Aber eher das Hühnchen.
Wir stellten dann auch fest das die Paellabude Chinesen gehört. Also Paella in Spanien, von Chinesen gekocht. Naja, geschmeckt hat es trotzdem.

Sagrada Familia in BarcelonaDanach ging es dann zur Sagrada Familia. Die Kirche wurde 1882 angefangen und ist bis heute nicht fertig. Man rechnet mit der Fertigstellung 2026… warten wir es ab. Ist ja dann nicht mehr so lange :) Von außen ist sie sehr interessant. Ein recht eigener Stil, was man auch an den Figuren erkennen kann (einfach mal die Bilder angucken). Der Eintritt von 13,50 Euro war uns dann aber zu viel. Das ist ein ganz schöner Hammer um sich eine Kirche anzusehen. So haben wir sie uns nur von außen betrachtet.

Da wir nicht noch mal die 1,5 Km Laufen wollten, sind wir in die U-Bahn. 2 Euro für ein Single Ticket. Die nächste U-Bahn kam auch 1-2 Minuten später. Vorn stand 524 drauf (wobei die 5 auch ein S hätte sein können). Das klang nicht nach der S5, auf die wir warteten. Also blieben wir sitzen und warteten auf die nächste. Auf der stand „512“… oder halt „S12“. Uns dämmerte das es schon die richtige sein wird. Und war sie auch. Warum die komischen Zahlen da drauf… keine Ahnung.

Wir mussten nur 2 Stationen fahren und dann Umsteigen. Also an der Haltestelle „Verticale“ raus und zur nächsten Linie. Aber hier wollte man uns nicht mehr rein lassen. ‚Ticket not valid‘ sagte die Drehtür. (Hier muss man das Ticket in so eine Art Drehtür stecken. Wenn der Fahrschein gültig ist, kann man durch.) Wir fragten einen englisch Sprechenden Passanten und er erklärte uns das ein Single Ticket nur für eine Fahrt gilt. Sobald man umsteigt bräuchte man ein neues Ticket. Super!…
Es gibt auch Tagestickets für 7,50 Euro oder ein 10er Ticket für 10 Euro. … Wir sind von da weiter gelaufen.

Ein wenig Verfrüht sind wir dann am Bushalteplatz wieder eingetroffen. So gönnten wir uns noch ein Eis von Mc Donalds. (Ob wir bald Mengenrabatt als Stammkunden kriegen?) Internet brauchten wir diesmal nicht. Apropos, Barcelona hat ein freies WLAN das man fast überall in der Stadt erreicht. Sehr genial.
So war alles was wir von Barcelona gesehen haben die Sagrada de Familia und der Weg dort hin. Aber mir hat das auch gereicht. Barcelona ist eine furchtbar stressige Stadt. Mehr muss ich nicht unbedingt sehen.

My first try with my new hammogUm 18 Uhr waren wir zurück auf dem Campingplatz. Für mich stand fest das ich heute nur noch relaxen wollte. Dazu habe ich dann auch endlich mal meine neue Hängematte ausprobiert… ein Traum! So eine Hängematte ist eine wundervolle Erfindung um zu relaxen. :)

Morgen geht es dann weiter Richtung Westen.

21.06.2013

Wir haben diesen Tag noch einmal zum ausspannen genutzt. Irgendwie braucht man zeit zum relaxen bei so einer Reise. Das sollte man nicht zu kurz kommen lassen.
Wir haben uns heute keinen Wecker gestellt. So sind wir erst spät aus dem Bett gefallen. Irgendwann gegen Mittag rum.

Und so haben wir an diesem Tag dann auch weiterhin nicht viel gemacht. Waren noch Schnorcheln an einem kleinen wilden Strand, unweit vom Campingplatz. Zum Schnorcheln toll, aber zum Baden eher weniger. Viele Steine und Felsen unter Wasser.
Als Souvenirs habe ich mir 3 Golfbälle aus dem Meer vor Mataro geborgen und Julia hat sich gleich eine Signalrakete gehoben. Die haben wir dann aber schleunigst wieder entsorgt… bisschen gefährlich das Ding.

Dann haben wir noch ein wenig Wäsche gemacht und rumgegammelt. Vom Campingplatz mussten wir erst um 8 verschwunden sein. Das waren wir dann auch. Punkt 8 sind wir dann auch vom Platz gerollt. Eines stand aber den Tag noch auf dem Programm. Wir wollten noch den Brunnen ‚Font Magica‘ in Barcelona anschauen. Ein wohl sehr berühmter Brunnen, den Julia auch von früher schon kennt und noch mal sehen möchte. Der Brunnen macht wohl Musik und spielt mit Farben und dem Wasser… na mal schauen.

Font Magica in BarcelonaSo gegen um 9 waren wir beim Brunnen. Es war noch hell, aber der Brunnen spielte schon Musik und Licht schien auch schon an zu sein, aber man sah nix. Es war ja noch hell… :)
Wir blieben natürlich bis es dunkler wurde und umso dunkler, umso schöner das Spektakel. Und dann war es ganz dunkel. Der Brunnen spielte mit den Farben und Fontänen zur Musik. Absolut sehenswert. Natürlich habe ich Videos gemacht. :)
Wir blieben noch eine Weile da stehen und haben dem Brunnen zugesehen. So gegen 11 haben wir dann aber das Feld geräumt. Wir mussten noch raus aus Barcelona und einen Schlafplatz suchen.

Also rein ins Auto und ins Navi den nächst besten Platz eingegeben, der etwas außerhalb von Barcelona lag. Schlussendlich sind wir dann auf einem wilden Campingplatz, nachts so um 1, gelandet. Hier haben wir uns noch kurz umgesehen und dann nur noch aufgebaut und pennen gegangen.

22.06.2013

Die Nacht war gut, aber wieder zu kurz. Wie immer. So gegen 9 sind wir aufgestanden, haben noch kurz einen Blick auf den Strand geworfen, der unweit von uns war, und sind dann losgefahren. Diesen Tag wollten wir die, bis jetzt, weiteste Strecke zurücklegen. Tagesziel war San Petro, eine Hippie-Community… oder was auch immer. So genau wussten wir das noch nicht, was uns erwartet.
Wir wussten nur, da Inge es uns sagte, das gut 700km vor uns liegen würden.

Dank der Spanischen Schnellstraßen, ging es auch ohne Maut recht flott voran. Wir haben es tatsächlich, wenn auch mit einer Stunde Verspätung, an dem Tag bis nach Las Negras geschafft. Dort in der Nähe soll auch das Hippiedorf San Petro sein. Nur gab es keine näheren Informationen im Internet und auch Inge kannte kein San Petro.

Also hielten wir erst einmal auf einem Parkplatz in Las Negras an und fragten ein paar Linke, die da zufällig auch auf dem Parkplatz waren. Die sprachen nur sehr wenig Englisch, schienen aber mit ‚San Petro‘ etwas anfangen zu können. Sie meinten nur irgendwas mit ‚Da hinten links und dann immer gerade aus.‘. Ok, versuchten wir und landeten mitten im Dorfkern… aber von San Petro keine Spur.

On the way to San PetroWir kurvten dann ein wenig im Dorf herum und entdeckten schließlich ein Schild mit der Aufschrift ‚Strand San Petro‘… da lang. Wir folgten dem Schild und kamen irgendwann an eine Kreuzung, an der es kein Schild mehr gab. Hier standen wir nun doof und wussten nicht wohin. Julia ist dann kurz zu einem Mann, der da gerade lang lief. Sein Name war Manfred, um die 50 aus Süddeutschland. Na was für ein Zufall. Manfred lebt seid 6-7 Jahren in Las Negras. Eigentlich erst in San Petro, aber das war wohl nichts für ihn und es gab ein paar Streitigkeiten mit den anderen. Jetzt lebt er irgendwo in der Halbwüste bei Las Negras in einer Hausruine, die er vom Vorgänger ‚geerbt‘ hat.
Manfred erklärte uns was San Petro eigentlich ist. Ein altes, verlassenes Dorf bzw. Festung, das vor 30 Jahren von Hippies ‚übernommen‘ wurde. Seitdem leben dort dauerhaft zwischen 20-30 Menschen in der Festung, den verbliebenen Häuserresten und selbstgebauten Höhlen, sowie Zelten.

Das Gebiet ist jetzt eigentlich Naturschutzgebiet. Aber da sie dort eh illegal sind… Und die Einheimischen von Las Negras machen sogar noch gut Geld mit ihnen. Zum Beispiel gehen jeden Tag Boote von Las Negras zu San Petro, um die Touristen dort hin zu bringen. Pro Tour und Kopf 12 Euro (hin und zurück). San Petro kann man nicht mit dem Auto erreichen. Nur mit dem Boot oder zu Fuß (60 oder 30 Minuten Weg). Alles ein wenig kompliziert.

Moon in Las NegrasWir beschlossen das es uns zu spät war um noch dort hin zu latschen. Das Boot würde um diese Zeit eh nicht mehr fahren.
Wir beschlossen uns ein gemütliches Plätzchen zum Schlafen zu suchen und uns dann in die Falle zu hauen. So machten wir es dann auch. Die letzte Straße auf der Karte war unser Ziel. Sie verlief auch schön hinter den letzten Häusern entlang. Einsam also. Wunderbar. Hier schlugen wir unser Nachtlager auf. Auf der einen Seite Hausrücken und auf der anderen Seite Wüste.

23.06.2013

Die Sonne weckte uns am morgen mal wieder mit ihrer unbändigen Hitze. So gegen um 9 haben wir es im Auto nicht mehr ausgehalten und haben abgebaut. Dann sind wir zum Strand gefahren und haben uns erst einmal Informiert wann die Boote nach San Petro fahren und einen Kaffee getrunken. Die erste Fuhre war gerade weg. Wir mussten also auf die nächste warten. In der Zwischenzeit haben wir das Auto gleich noch umgeparkt, näher an den Strand ran. Sachen gepackt und wieder zum Strand gelatscht.

Die nächsten Boote gingen eine halbe Stunde später. Antonio, der Fahrer, sprach kein Englisch. Aber ein paar Spanische Mädels, die auch mit wollten, haben beim Übersetzen geholfen. 6 Euro pro Person und Strecke. Er wollte 24 Euro haben… Hä? 2 Personen und gleich Hin- und Zurück. Aber wir wussten doch noch gar nicht wann (und ob) wir wieder zurück wollten. Nützte nix, wir mussten es bezahlen. Ok… was soll’s. Dann halt um 19 Uhr wieder zurück. Dann hatten wir gute 8 Stunden in San Petro.

San PetroUnd dann ging es los. Weit war es nicht (über das Meer). Gerade mal bis um die nächste Ecke, in die nächste Bucht. Mit dem Schlauchboot ca. 10 Minuten fahren. Es sieht sehr komisch aus, wenn man dort vom Meer aus ankommt. Von weitem sieht man schon auf einer Anhöhe die alte Abwehranlage aus dem 16. Jahrhundert. Wie eine kleine Verkommene Burg sieht es aus. Die Mauern stehen noch und auch der Turm. Aber es fällt langsam alles auseinander. Dann erkennt man ein paar alte Hütten, die schon seid Jahren unbewohnt erscheinen. Die Solarpanel leuchten auch schon von weitem. Am Strand Zelte und hier und da ein paar selbstgebaute Hütten aus … was man halt so findet. Der Strand ist überraschend voll mit Menschen.

Wir lassen uns am Strand direkt nieder und lassen das ganze erst einmal auf uns wirken. Die Sonne knallt und ich mache mich bald auf zum ersten Schnorcheltrip. Das Wasser ist sehr klar und es gibt hier mehr Fische als an jeder anderen Stelle, an der wir bis jetzt schnorcheln waren. Was aber nicht heißen soll das es jetzt hier wie in Ägypten ist.

Wir aalten uns ein wenig am Strand, Julia geht dann auch schnorcheln und ich schaue mich ein wenig um. Hier gibt es auch keine Kleidervorschriften. Hier gibt es allgemein nicht viele Vorschriften.
San PetroJeder macht hier was ihm gefällt. Die einen FKK, die anderen Oben ohne. Auch erstaunlich viele junge Menschen. Eigentlich sind hier fast nur junge Menschen. Hinter uns ist ein Stand mit selbstgemachtem Schmuck. Ich schaue ihn mir an, auf der Suche nach einem Souvenir für Anna, und komme mit der Verkäuferin, die gerade am nächsten Stück strickt, ins Gespräch. Sie ist aus Schweden und ihr Freund aus Argentinien. Sie leben schon einige Jahre im Dorf. Viele deutschsprachige sollen auch hier leben. Von denen habe ich aber noch niemanden getroffen.
Es gibt 4 Süßwasserquellen im Dorf, die die Einwohner mit Frischwasser versorgen. Strom liefern Solarzellen. Sogar einen Bäcker und eine Bar gibt es.

Wir haben uns dann ein wenig im Dorf umgesehen. Als erstes zu einer der Süßwasserquellen, die Nahe der Burg liegt. Zur Quelle muss man, auf Trampelpfaden und Gestrüpp, schon den Berg ein wenig hinauf. Man kommt an einigen weiteren ‚Häusern‘ vorbei. Wieder Erbaut aus allem was man so findet. Es ähnelt mehr einem Schrottplatz als einer Siedlung.
Die Quelle ist ein typischer (Beton-)Stein mit einem Loch drin, aus dem das Wasser sprudelt. Vorbei an der Quelle geht es zur Festung. Hier hörten wir auf einmal Musik und hatten schon Angst in jemanden Wohnzimmer zu platzen. Vorsichtig näherten wir uns und riefen ‚Ola‘. Bis ein dickerer, älterer, halb nackter Mann mit Tätowierungen um die Ecke guckte. Er sah ein wenig furchteinflößend aus. Lud uns aber ein. Es stellte sich schnell raus das Flockie Berliner ist/war. Der erste Deutsche hier im Dorf. Und ein Berliner war er, nach seiner Art, noch immer. Selbst nach 16 Jahren hier im Dorf.

San PetroWir haben uns eine ganze Weile mit Flockie unterhalten. Über das Dorf, das wohl im 14. Jahrhundert erbaut wurde. Die Abwehranlage gegen Angriffe von See (selbst eine Kanone soll unweit des Strands kürzlich entdeckt worden sein – was wir leider nicht mehr kontrollieren konnten). Flockie selbst lebt in einer Höhle direkt neben der Festung. Die Höhle ist wohl schon um die 800 Jahre alt. Sieht recht wohnlich aus, muss ich sagen. Sogar eine Mikrowelle und einen Fernseher hat er darin (war wir nicht glauben konnten, bis wir sie gesehen haben). Er hat Solarzellen und ein Windrad, das ihn mit Strom versorgen. Und er betreibt auch die kleine Bar dort oben… der Ausblick ist Wahnsinn!

Nach unserem Plausch war es schon fast wieder Zeit für die Rückfahrt. Kaum am Strand unten wieder angekommen, kam auch schon Antonio zum einsammeln. Die Schmuckverkäuferin kam auch noch kurz und fragte ob wir wieder fahren und vielleicht heute Abend noch mal wieder kommen. Wir konnten es ihr nicht sagen. Wir wollten gern. Aber da in Spanien an diesem Tag Feiertag war, an dem sich die Spanier in ganz Spanien besaufen, hatten wir echt Angst um das arme Känguru, das alleine direkt am Strand rumstand.  Wir mussten also erst einmal definitiv zurück.

Und so machten wir es auch. Auf dem Weg zurück habe ich im Wasser sogar noch 2 große Stachelrochen im Wasser vorbeiziehen sehen. Wundervoll. So große hatte ich vorher noch nie gesehen. Leider konnte ich sie nur einen Moment lang sehen :(

Zurück in Las Negras sind wir dann erst einmal zum Auto zurück. Es stand zum Glück noch unversehrt dort. Wir haben alles wieder verstaut und überlegt was nun tun. Wir würden gern beide in San Petro schlafen. Aber in dem Minidorf das Känguru mit all den besoffenen alleine lassen, das wollten wir auch nicht. Also hat Julia den Vorschlag gemacht das ich allein nach San Petro gehe und sie beim Känguru bleibt. Das fand ich aber nicht so toll, die beiden da allein zu lassen.
Nach vielem hin und her habe ich mich dann doch überreden lassen allein nach San Petro zu gehen und dort zu schlafen und Julia, Hugo und das Känguru allein bei den Besoffenen zu lassen.

Julia hat mich noch bis zu der Stelle gefahren an der ein kürzerer Weg beginnt. Von dort sollten es wohl nur noch 20 Minuten Fußmarsch sein. Es war schon spät, gegen halb 10 vielleicht. Die Sonne war schon fast hinter den Bergen verschwunden.
On the way to San PetroDer Weg führte durch echte Halbwüste. Vegetation war praktisch nicht vorhanden. Hausruinen säumten den Weg. Nach einigen Minuten führte der Weg zum Meer und verlief hier auf dem Berghang in Richtung Dorf. Es war blaue Stunde. Die Stunde in der die Sonne schon untergegangen war, es aber noch nicht dunkel ist. Nach einigen Bergen und Kurven tauchte endlich San Petro in der Bucht vor mir auf. Am Ende der Bucht, direkt neben den Felsen ging der Mond blutrot auf. Fantastischer Anblick, der sich selbst mit der besten Kamera wohl sooo nicht einfangen lässt. Es dauerte noch mal einige Minuten bis ich das Dorf endlich erreichte. Ich denke es hat mindestens 30 Minuten gebraucht, nicht 20. Aber ich hatte es noch vor der Dunkelheit geschafft.

Es war aber schon sehr schummerig und ich konnte nicht mehr viel Erkennen am Strand. Die Schmuckverkäuferin war nicht mehr da und sonst kannte ich ja hier niemanden. Also suchte ich mir ein nettes Plätzchen, ohne Steine, und ließ mich in Sand, zwischen 2 anderen Zelten, nieder. Nach einem kleinen Snack schaute ich dem Mond zu, wie er über die Felsen lugte. Es war Vollmond und in dem Moment, als er hinter den Bergen hervorkam, sah es wirklich so aus als würde er darüber schauen, um zu sehen was wir da am Strand so machen. Genial.

Ich kam dann mit dem Pärchen neben mir ins Gespräch. 2 Italiener, die aber beide seit 5 Jahren in Barcelona leben. Bzw. er, sie hat ihn in Barcelona vor 2 Jahren kennengelernt und ist dann für ihn auch dort hingezogen. Sie kommen jedes Jahr für eine Woche zum Campen hier her. Aber man bleibt meist unter sich.
Das habe ich hier auch schnell gemerkt. Es gibt eine Grüppchenbildung, wie immer. Jeder bleibt unter sich.

Gegen um 1 haben dann ein paar Leute ein Lagerfeuer gemacht. Nach einer Weile hatte sich eine recht große Gemeinschaft darum eingefunden. Ich habe mich einfach mal dazu gesetzt und geschaut was passiert. Einer spielte auf einer Gitarre und sang spanische Lieder. Einige aus dem Kreis sangen auch mit. Ich nicht, mein Spanisch beschränkt sich ja auf ein paar einfache Floskeln.
Aber es war mal interessant. Der Geruch in der Luft bestand im Wesentlichen aus 3 unterschiedlichen Noten… Verbrennendes Holz, Fisch (der im Feuer gebraten wurde) und Marihuana. Meist überwiegte das letztere.
Die Menschen am Feuer waren (soweit ich es beurteilen kann) fast alles Spanier. Ein paar Frauen tanzten neben mir mit Hula Hup-Reifen.

I am sleeping on the beach in San PetroSo um 2 wurde ich dann langsam richtig müde. Die Traube wurde auch immer kleiner. Ich ging also zurück zu meinem Lager und hüllte mich ich in meine Decke ein. Ich verfluchte mich gerade selbst weder den Schlafsack noch das Zelt mitgenommen zu haben. Es wurde doch kälter als ich dachte. Zum Glück hatte ich wenigstens eine lange (wenn auch dünne) Hose und meine Jacke mit. Ich versuchte alles so Winddicht wie möglich zu kriegen und wickelte schlussendlich sogar noch meine Beine mit dem Handtuch ein.
Ich brauchte lange um einzuschlafen. Diese ungewohnte Art zu schlafen und dazu der helle Mond.

Nach ca. einer halben Stunde war ich immer noch nicht eingeschlafen und öffnete noch mal die Augen. Der Mond war so hell wir eine Energiespar-Glühbirne. Als ich den Kopf ein wenig hob, um das Meer zu sehen, sah ich etwas Wundervolles. Eine Frau tanzte lautlos am Strand mit einem Hula Hup Reifen. Sie war, von mir aus, direkt im Spiegellicht des Mondes im Meer. So sah ich nur ihre Silhouette… und wie sie ihren schönen Körper bewegte, um den Reifen ‚am Leben‘ zu erhalten. Man kann es sich vorstellen wie diese Schattentänzer, nur ohne die Schattenwand… und viel schöner.
Ich schaute ihr gebannt eine ganze Weile zu, bis sie wohl keine Lust mehr hatte… oder meine Blicke bemerkte, und ging.

Ich denke es dauerte noch einmal eine halbe Stunde bis ich endlich einschlief. Ich denke ich habe ein paar Stunden geschlafen, bis ich wieder aufwachte, weil mein Rücken langsam schmerzte. Ich drehte mich also auf die Seite und schlief wieder ein. Es wurde schon langsam hell, als ich erneut aufwachte und mir jetzt die rechte Schulter weh tat, auf der ich nun lag. Also wieder auf den Rücken gedreht, ein wenig den Morgen betrachtet und noch einmal eingeschlafen. Doch nur wenig später kamen die ersten Sonnenstrahlen über den Berg und sofort wurde es richtig warm. Vorbei der Schlaf. Aber ok, so konnte der Tag früh starten. Früh, aber sehr gemütlich.

24.06.2013

Eigentlich wollte ich noch länger bleiben, aber mein Magen machte mir Probleme. Weiß nicht ob es die Kälte in der Nacht war oder das letzte Würstchen am Morgen. Und an einem Ort ohne vernünftige Toilette wollte ich dann nun mal gar nicht mit Magenproblemen sein. So machte ich mich auf den Rückweg und verließ San Petro eher als geplant :(
Auch am morgen sah der Weg zum Dorf sehr beeindruckend aus. Man wandert einen Weg auf einem Hügel direkt am Meer entlang.

Leider hat am Morgen die Kommunikation nicht funktioniert. Ich hatte Julia geschrieben das ich auf dem Rückweg bin. Doch die entscheidenden SMS, wann ich wo bin, hat sie nicht bekommen. Und so musste ich die ganzen Kilometer bis zum Parkplatz laufen. Weiß nicht wie viele es waren, aber so um die 10 bestimmt. War ich sauer…

Schlechte Nachrichten gab es noch dazu. Man hatte am Abend die Radkappen und Scheibenwischer vom Känguru abgebaut. Super.
So führte uns unser erster Weg nach San Jose zur Guardia Civil. Die Polizei die hier für sowas zuständig ist. Der Polizist dort war sehr nett, wenn auch ein wenig langsam. Aber wir hatten ja zeit. Ich glaube er hat uns innerlich für verrückt erklärt das wir ihn wegen geklauter Radkappen behelligen (das die Scheibenwischer auch weg waren, haben wir erst später bemerkt…).
GrenadaNach diesem Highlight ging es dann direkt weiter nach Granada. Hier wartete das Alhambra auf uns. Die wohl berühmteste Mauren-Festung der Welt. Um Punkt 8 Uhr erreichten wir die Tore der Festung… die Kassen haben gerade zu gemacht. Wir haben uns noch kurz umgesehen und sind dann zum Auto zurück. Das hatten wir spontan auf einem Parkplatz in der Nähe geparkt. So genau wussten wir nicht ob wir da bleiben konnten oder nicht. Aber wir bauten einfach auf und schliefen dort.

25.06.2013

Am Morgen hatte sich unser Parkplatz stark gefüllt. Wir überlegten ob wir hier stehen bleiben konnten oder nicht. Ein Taxifahrer erklärte uns dann das wir dort definitiv nicht stehen bleiben können. Das sind Parkplätze von den Behörden, die da ihren Sitz hatten und die gern mal abschleppen lassen. Ups… Wir parkten also ganz schnell auf den offiziellen Parkplatz für Alhambra um. Die rechnen auch gleich Minutengenau ab… maximal 18 Euro. Stolzer Preis. Aber wenigstens Abschleppsicher.

Wir also eingeparkt und ab zum Ticketschalter. Hier war erst einmal anstehen angesagt. Nach 15 Minuten waren wir an der Reihe. 13 Euro für eine Person für alle Bereiche. Naja, für so ein wichtiges Ding kann man das mal Ausgeben. Nur hatten wir eine Besuchszeit von 14 – 20 Uhr zugeteilt bekommen. Es war gerade um 12. Wir hatten also noch etwas Zeit, bis wir rein konnten.
Wir haben uns dann einfach noch ein bisschen ins Auto gesetzt und rumgegammelt.

Um 14 Uhr ging es dann los. Rein in die Alhambra. Kann man sich vorstellen wie eine große Festung. Große Mauer drum herum und innen gibt es dann einiges zu sehen. Vor allem ist Alhambra wohl für seine Gärten bekannt. Wir sind erst einmal in den Palast rein, denn dafür hatten wir wieder noch eine extra Zeit zugeteilt bekommen. Wohl damit nicht zu viele mit einem Mal durchtrampeln.

AlhambraDer Palast besteht aus mehreren Gebäuden, die die meisten Verzierungen in Alhambra besitzen. Das ist wohl auch der am besten Renovierte Teil der ganzen Festung. Danach ging es in den Palast des Königs Karl. Sieht aus wie ein Kolosseum. Nur kleiner und irgendwie leerer. Alle Verzierungen waren weg. Und jetzt scheint es auch eine Art Bühne für irgendwas zu sein. Nach den beiden Palästen ging es zum Alcazeba. Der Verteidigungsabteilung von Alhambra. Natürlich gab es hier auch die höchsten Türme mit den besten Ausblicken :)
Und zum Schluss blieb nur noch das Generalife. Hier spielte sich wohl das allgemeine Leben ab. Mit einem schönen Garten.

AlhambraDann war es auch schon um 8 und wir mussten gehen. Eigentlich ein recht kurzer Text für so ein Berühmtes Bauwerk. Aber ich denke man muss selbst hin und es sich Ansehen. Und bis auf ein paar Sachen war ich auch nicht so begeistert davon. Ich denke man sollte sich auch unbedingt so eine Audio Guide ausborgen, wenn man dort unterwegs ist. Das hatten wir nicht getan. Doch ich denke mit ein paar guten Erklärungen und Beschreibungen kann man noch viel mehr mit nach Hause nehmen, an Informationen.
Ich fand es gut es mal zu sehen, aber noch mal muss ich nicht hin.

Dann wieder die allabendliche Frage… Wo schlafen. Und wie immer… erst einmal zu Mc Donalds. :) Internet und dann gucken wie es weitergeht. An diesem Abend ging es gar nicht weiter. Wir blieben gleich auf dem Mc Donalds Parkplatz für die Nacht. Natürlich hat Julia den Manager gefragt, ob wir bleiben dürfen und er hatte nichts dagegen. Also blieben wir an der Quelle. Und in der Nacht war der Parkplatz eh total leer.

26.06.2013

Und selbst am morgen war der Parkplatz noch leer, bis auf 2-3 Autos. Die Frühschicht hat sich sicher gewundert was da für ein deutsches Auto steht und wieso wir da auf einmal aussteigen. :) Aber es hat keiner etwas gesagt und wahren freundlich als ich einen Kaffee holte (das 2. Mal das ich morgens nach dem Aufstehen einen Kaffee hatte :) ).

Wir schauten dann gleich mal wo in Grenada ein Baumarkt und ein Schwimmbad war. Ach ja, hatte ich ja noch gar nicht erzählt das uns auf dem Weg nach Grenada eine Auspuffhalterung gerissen ist das gute Stück knapp über dem Boden hing. Zum Glück haben wir es zufällig bemerkt und provisorisch mit Draht befestigt. Daher brauchten wir auch noch eine Werkstatt (Scheibenwischer brauchten wir ja auch).

Also ging es erst einmal zum nächsten Baumarkt. Der befand sich in so einem Karree aus einigen Geschäften. Aber als erstes war der Baumarkt an der Reihe. Wir brauchten noch ein paar Teile. Dann ging es in einen Sportladen. Ich brauchte noch eine Badehose und fand auch gleich noch Badelatschen und Wasserschuhe und ein Handtuch… mehr als geplant.

Danach ging es in das Schwimmbad von Grenada. Unsere letzte Dusche war schon wieder ein paar Tage her :) Und schwimmen war auch mal toll. Es gab sogar einen Jacuzzi. :)
Aber nach einer Stunde sind wir wieder los. Natürlich nicht ohne noch schnell ein paar Orangen direkt vom Baum vor dem Schwimmbad zu … borgen. :)

Dann die Frage wie es nun weitergeht. Zu den Hippies oder nicht. Lust hätten wir schon beide mal bei den Hippies vorbeizuschauen. Aber wir haben auch gelesen das oft gestohlen wird und wohl auch Autos aufgebrochen werden. Da wären wir dann wieder bei der Sicherheitsfrage. Nach einigem hin und her ging es dann doch Richtung Orgiva. Aber erst ging es noch beim Renault Autohaus vorbei. Schließlich hatten wir noch 2 fehlende Scheibenwischer und einen provisorisch hängenden Auspuff.

Leider sprach in der Werkstatt niemand wirklich English… von Deutsch ganz zu schweigen. Mit ein paar Brocken Spanisch, Händen, Füßen und malen konnten wir uns irgendwie verständlich machen. Irgendwie haben wir es echt Geschafft Scheibenwischer zu bekommen und der Mechaniker hat sich unter unser Känguru geklemmt und den Auspuff professioneller provisorisch Aufgehängt. Denn das Teil, was da Abgerissen war ist gerade nicht auf Lager gewesen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERASo ging es denn mit Scheibenwischern und einem fixen Auspuff weiter… auf die Autobahn Richtung Orgiva. Als wir von der Autobahn abfahren, erblicken wir einen Staudamm. Das sah spannend aus. … In Orgiva sind wir nicht mehr angekommen… :) Wir stehen jetzt direkt am Rand des Staudamms und genießen den Abend ;)

Liebe Grüße
Gordon

Unsere Route (bitte die linke Maustaste gedrückt halten, um die Karte ein wenig nach rechts zu schieben):


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