24 Stunden Abenteuer

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Hallo zusammen.

Mal wieder eine kleine Story über einen Fototrip. Mit einer Menge Abenteuer dieses mal. Mal schauen ob ich das in Worte fassen kann :)

Also eigentlich war am Freitag ein Couchsurfing-Treffen geplant. Aber dann hat meine Bekannte bescheid bekommen das Sie arbeiten musste am Samstag und auch sonst hatte sich keiner weiter angemeldet. Also habe ich auch abgesagt.

Dann habe ich mich mit Christos kurzgeschlossen. Er hatte einen anderen Plan. In die Berge fahren, zu einem alten, verlassenen Hotel, dort campen und am Samstag verlassene Dörfer erkunden.
Klang gut. War zwar schon spät… aber wenn man sich beeilt, dann könnten wir es noch bis zum Sonnenuntergang zum Hotel schaffen.

DSC_0688Also schnell die Arbeit erledigt, Sachen gepackt und ab die Post. Die anderen 3 waren aber auch noch nicht wirklich startklar. So gegen 6 sind wir dann endlich los. Noch tanken, ein paar Sachen einkaufen und auf in die Berge. Voll bepackt ist mein Auto noch ein bisschen schwächer auf der Brust. Es ging recht langsam voran :(
Wir erreichten das verlassene Hotel Berengaria erst nach Sonnenuntergang. Nutzen aber noch schnell das letzte Licht um ein paar schöne Fotos zu schießen. 4 Fotografen :)
Dann wurde es immer dunkler, bis wir schließlich ganz im dunkeln standen. Und eins kann ich behaupten… das Hotel ist verdammt gruselig im dunkeln. Von außen geht es noch. Ich habe ein paar Fotos im Stockdusteren inneren gemacht… da wird einem schon komisch. Guckt euch die Bilder an, dann wisst ihr vielleicht warum.

Gebaut wurde das Hotel 1930. Es besteht überwiegend aus Naturstein. Es war so glamourös, das es das Hotel der Könige genannt wurde. Zudem war es das erste Hotel in der Region.
Was genau mit dem Hotel passierte, scheint niemand so genau zu wissen. Der Rest ist nur noch Legende. Diese besagt das der reiche Eigentümer 3 Söhne hatte. Nach seinem Tod sollte der gesamte Familienbesitz gerecht unter ihnen aufgeteilt werden und alle 3 Söhne sollten zu gleichen Teilen am Hotel beteiligt werden und dieses weiterführen. So sollte kein Streit zwischen den Kindern entstehen. Doch als der Vater verstarb, waren alle guten Vorsätze vergessen und die Söhne stritten sich um den Familienbesitz, das Geld und um das Hotel. Alle 3 staben in kuriosen Unfällen.
Da niemand mehr da war der das Hotel führte, wurde es von den Leuten geplündert und besteht heute nur noch aus den blanken Mauern. Man sagt das die 3 Brüder noch immer im Hotel spuken.

Die Nacht haben wir dann direkt neben dem Hotel geschlafen. In unseren Zelten. Geister haben wir nicht feststellen können. Vielleicht waren sie so anständig und waren leise in der Nacht. ;)

DSC_0711Der morgen startete spät. So gegen 9:30 bin ich erst aus dem Zelt gekrochen. Dann erst einmal einen Kaffee und eine Rauchen… und ganz langsam und gemütlich in den Tag starten. Gegen 11:00 war dann wieder alles im Auto verstaut und es ging weiter. Mehr verlassene Orte standen auf dem Plan. Doch als erstes hielten wir an einem (natürlich verlassenen) Haus an, das sich unweit vom Hotel befindet. Es sieht schon von außen schlimm aus. Kaputte Fensterscheiben, Türen stehen offen, alles was aus Metall ist rostet vor sich hin und der Gärtner war auch schon seid mindestens 20 Jahren nicht mehr da.

Schon beim umrunden des Hauses wird einem klar, das Haus ist etwas besonderes. Und besonders ist es da es seid zig Jahren leer stehen muss, aber es ist noch alles drin. Wirklich alles. Die Zimmer sind komplett eingerichtet. In der Küche stehen noch Flaschen (ich habe nicht geschaut ob noch eine verschlossen ist). Lampen sind noch in der Fassung und sogar Bekleidung liegt noch rum. Natürlich alles in einem absolut fürchterlichen Zustand. Aber wer auch immer hier gelebt hat, scheint fluchtartig das Haus verlassen zu haben. Und irgendwie scheint niemand daran interessiert gewesen zu sein das Haus zu plündern. Für uns Fotografen ist das natürlich eine gern genommen Gelegenheit mal richtig gute Fotos zu machen.

Dann ging es weiter in Richtung Vretsia. Das liegt nur ca. 30km westlich. Die normale Straße würde jedoch einen riesen Umweg machen. Also haben wir uns für eine Querfeldein-Route entschieden. Da sogar mein Navi diese Route sofort vorgeschlagen hat, konnte es ja nicht so schlimm sein, dachte ich. Wie man sich irren kann.

DSC_0809Kurz vor dem Dort Foini ging es dann von der Hauptstraße runter. Eine Venezianische Brücke (Elia Brücke) ist dort auch ausgeschildert. Gut, sehen wir gleich auch noch ein paar der Venezianischen Brücken.
Doch schon nach ein paar hundert Metern wurde aus einer Asphaltstraße eine Betonstraße. Noch ein paar hundert Meter weiter waren wir auf einem mehr oder weniger unbefestigtem Feldweg. Und dann ging das Abenteuer los. (Wir haben nach ein paar Kilometern beschlossen das es nicht mehr heißt ‚es wird schlimmer’… es heißt ‚es wird Abenteuerlicher‘ !!)
5,5 km bis zur Brücke. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei ca. 20km/h. Streckenweise nur 10km/h. Spurrillen so tief das ein Achsenbruch bei 30km/h garantiert ist. Ich denke wir brauchten so ca. eine Stunde für die 5,5 km. Dann, 200 Meter vor der Brücke, ging es endlich wieder auf eine Geteerte Straße. Und schon waren wir an der ersten Brücke. Die Elia Brücke. Ein kurzer Stop, ein paar Fotos und es ging weiter. Nur ein paar hundert Meter weiter die Straße runter kommt man zur Tsielefos Brücke.

The crossingDann hatten wir die nächste Abenteuerliche Idee. Direkt an der Brücke führt eine ‚Straße‘ weiter zur nächsten Brücke und von dort dann nach Vretsia. Problem Nr. 1 ist das diese Straße durch den Fluss führt. Ich habe schon mal ein Quad wegspülen sehen, beim Versuch die Straße durch den Fluss zu nehmen. Da war aber noch mehr Wasser im Fluss. Im Moment war der Wasserstand niedriger und der Fluss recht ruhig. Nach einigem hin und her Überlegen war es dann beschlossen… wir wagen es.
Also ab zum Auto, soweit es geht Anlauf genommen und … ohne Probleme ging es durch das Wasser. Die anderen Leute da guckten dumm und mein Auto war wieder etwas sauberer :)

Nur leider wurde die Straße nicht besser. Im Gegenteil, das Abendteuer ging jetzt erst richtig los. 25km auf Feldweg. Gut, das Navi kannte alle Straßen. Erstaunte mich ein wenig… aber ich hoffte das bleibt auch so bis zum Ziel. Doch mehr Sorgen machte ich mir um mein armes Auto. Ich habe es verflucht das ich meine GoPro nicht dabei hatte um DAS auf Video aufzunehmen.
Spurrillen und stellenweise Gefälle mit bis zu 40% (kein Witz). Teilweise führte uns die Strecke sogar durch Waldbrandschneisen. Einmal haben wir die falsche Abbiegung genommen und mussten umdrehen. Hatte ich erwähnt das wir auf einer unbefestigten Straße unterwegs waren. Die meiste Zeit hatten wir auf einer Seite einen Abgrund. Die Straße nicht breit genug für 2 Autos und natürlich keine Leitplanke.

DSC_1008Nach ca. 2 Stunden erreichten wir die 3. Brücke. Mitten im Wald gelegen liegt die Roudia Brücke. Noch eine Venezianische Brücke. Und die schönste von den 4 Brücken die ich bis jetzt gesehen habe. Mitten im Wald gelegen und von schönen Bäumen umgeben.

Nach einer weiteren Stunde mit 20km erreichten wir endlich Vretsia. Wir hofften dort ein Restaurant zu finden. Wir hatten einen Bärenhunger. Doch, wir fanden mit Vretsia unser erstes verlassenes Dorf. Es muss mal ein Türkisches Dorf gewesen sein. Direkt in der Dorfmitte steht eine kleine alte Moschee. Daneben standen normalen Häuser, eine Villa, eine Schule, Bauernhöfe und ein Restaurant, in dem sogar noch jemand zu leben scheint. Da hing selbstgemachter Käse. Ziegen bimmelten irgendwo im Tal, eine riesen Sau stand da rum und sogar 2 Pferde standen auf der Weide.
Nach ein paar Fotos ging es dann weiter. Die Straße wurde endlich besser. Im nächsten Dorf fanden wir dann endlich ein Cafe. Gab zwar nur Pommes zu essen, aber wenigstens einen Kaffee dazu :) Hier vertrödelten wir eine ganze Weile und machten uns dann auf die Suche nach einem weiteren verlassenen Dorf. Dem alten Axylou. Aber außer einer weiteren Ackerstraße (inkl. Umdrehen in 10 Zügen am Abhang… mal wieder) haben wir nichts gefunden.

Danach war es zu spät und ich hatte keine Lust mehr mein armes Auto weiter zu quälen. Es ging zurück nach Hause. Aber wir hatten einen super Tag. Sehr viel Abenteuer :)

Wie immer hier noch die besten Fotos…

Liebe Grüße
Gordon

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